"Garde der Finsternis"

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"Garde der Finsternis"

Beitragvon Caidith » Sa 14. Jul 2018, 10:31

Garde der Finsternis

*Das Kerzenlicht warf tanzende Schatten ├╝ber das Pergament, welches Ninian soeben entrollt und vor sich auf dem eichenh├Âlzernen Tische ausgebreitet hatte.Das Tintenfass stand ebenso bereit wie der Federkiel und das Siegelwachs. Mit nachdenklichem Gesichte schaute er hinaus aus dem Fenster.Die Nacht war bereits hereingebrochen und die Sterne erstrahlten am tiefschwarzen Himmel in all ihrer Pracht. Wer w├╝rde solch einen Anblick tauschen wollen gegen das gleissende Licht des Tages, welches zu manch einer Stunde nur mit zusammengekniffenen Augen ertr├Ąglich war? Die Raben lie├čen ein Kr├Ąchzen vernehmen. Es waren keine Nachrichten zu ├╝berbringen, noch nicht.So hockten sie in ihrer Ecke und schauten mit ihren wachsamen Augen zu dem Mann, der an dem Tische sa├č und vor sich hingr├╝belte.*

"Der Gedanke ist erwacht, doch wie soll es begonnen werden?" *sprach er vor sich her mit einem seiner Falten auf der Stirn. Sein kleiner Finger pochte auf dem schweren Holz.*

*Leise ├Âffnete sich eine T├╝r und eine Seraphin trat mit beh├Ąndem Schritte auf ihn zu.* "Hast du schon die erste Zeile zu Papier gebracht?" *aufmerksam wie sie war, vernahm seine Gattin die Stimme ihres Mannes, der nur eine T├╝r entfernt von ihr an seinem Schreibtisch sass*

"Nein, ich weiss nicht welche Worte zu w├Ąhlen sind um den rechten Ton zu treffen und trotzdem die Notwendigkeit unseres Anliegens zu untermauern."

"Aber es ist an der Zeit, wir m├╝ssen handeln. Die Welt dort drau├čen wird bald unterjocht sein von wilden unz├Ąhmbaren Bestien, wenn nicht in K├╝rze...," *sie senkte rasch die Stimme, da ihr auffiel, dass sie lauter gesprochen hatte als es in ihrer Absicht stand. Die Kinder waren eben erst eingeschlafen.* "Wenn nicht in K├╝rze etwas unternommen wird."

"Da hast du vollkommen recht, Caidith. Was hat den Anh├Ąngern Artherks ihre Milde und G├╝tigkeit im Kampfe gegen diese Plagegeister gebracht? F├╝rwahr viele sind Kreaturen der Nacht, wie wir, aber sie sind unberechenbar geworden.Und streifen in einer so be├Ąngstigenden Anzahl durch das Land, dass man um sein Leben f├╝rchten muss."

*Erneut ├Âffnete sich die T├╝r, aber die Schritte die man nun auf dem Steinboden h├Ârte waren fester.* "Wie geht es voran? Und wo sind die anderen, Ninian?"

*Die Frage beantwortete sich von selbst als ein Gepolter von drau├čen an ihre Ohren drang.*

"Bei Ogrimar, was treiben die beiden da?" *Rasch erhob sich das Familienoberhaupt des Hauses Chakai und ├Âffnete die T├╝r.* "H├Ąttet ihr wohl den Anstand euer Erscheinen etwas weniger lautstark anzuk├╝ndigen? Die Zwillinge sind bereits im Bett!"

*Ayden und Yakumo Chakai wechselten einen schuldbewussten Blick, gelangten jedoch rasch ihre Selbstsicherheit zurück.* "Verzeih Vater, wir sind nur gerade von einem kleinen Ausflug zurückgekehrt." *Frech grinsend stand er da. Noch immer hatte er das schelmische Lachen des Jungen, das seine Eltern so liebten. Nur dass er mittlerweile ein junger Mann war. Ninian musste schmunzeln; sein Ärger war verflogen.*

"Warum steitet ihr euch?" * pl├Âtzlich ert├Ânten die j├╝ngsten Stimmen des Hauses. Zwei M├Ądchen standen nun im Raum. Ihre Gesichter glichen sich, aber es war offensichtlich, dass sich Mahaba und Falilana in manch anderer Weise unterschieden, wie es bei Geschwistern nun einmal der Fall ist. Ein alter Mann war ebenfalls hinter den beiden in das Zimmer gekommen.*

"Wenn ihr meint den wachsamen Ohren der beiden w├╝rde etwas entgehen, dann t├Ąuscht ihr euch aber gewaltig. Allerdings ist selbst mir euer Radau nicht verborgen geblieben."

"Also warum streitet ihr euch?" *hakte nun Mahaba nach. Die reine Neugier stand den beiden M├Ądchen ins Gesicht geschrieben.*

"Wir streiten uns nicht, mein Kleines. Wir .. haben Sorge .. Angst." *Die Stimme ihrer Mutter zitterte leicht bei den letzten Worten, denn sie sprach die Wahrheit. Auch wenn sie dies niemals zugegeben h├Ątte. Aber sie hatte Angst. Angst, dass ihren Kindern jemals etwas zusto├čen k├Ânnte. *

"Angst?" *Das Lachen Luke 's klang rauh und bitter.* "Ich mag die Ungnade unseres Gottes f├╝rchten, jedoch nichts weltliches kann mir Furcht einfl├Â├čen!" *Stolz stand er da. Unerschrocken und jederzeit bereit seinen Bogen zu ergreifen und eben diesen meisterhaft zu f├╝hren.*

*Verunsichert blickten die Zwillinge in die Gesichter der Erwachsenen. Schlie├člich trat der Alte hervor und nahm sie sanft in die Arme.*

"Wisst ihr, " wandte sich Raoul Chakai an die beiden* "Obwohl ihr noch jung seid habt ihr bereits viel von der Welt gesehen. Ihr kennt die Wiesen und W├Ąlder, die H├╝gel und die Berge. Aber auch die Gefahren die von den wilden V├Âlkern der Goblins und Orks ausgehen. Ich erinnere mich gerne an alte Zeiten zur├╝ck. Wenn der silberne Wintermond am Himmel am Morgen die Gr├Ąser glitzern lie├č, weil der Tau ├╝ber der Welt lag. Man konnte die Greifen beobachten, die zu ihrem Horst flogen oder man ging auf ein kleines Abenteuer und lies sich den W├╝stenwind in das Gesicht wehen. Alles in allem waren es friedliche Zeiten. So wie ihr sie auch jetzt kennt. Es gibt wilde Tiere und ├╝ble Gesellen, denen man erst entgegen treten sollte, wenn man erfahren hat mit ihnen umzugehen, nat├╝rlich. Aber so ist es nun einmal auf dieser Welt." *Urgro├čonkel Raoul, oder besser Opa, wie sie ihn nannten konnte die sch├Ânsten Geschichten erz├Ąhlen, da waren sich die beiden M├Ądchen einig. Nun aber bemerkten sie pl├Âtzlich, dass er ernst wurde. Ernster als sie es bisher von ihm kannten.* "Und noch ist die Zeit, da der Friede anh├Ąlt. Aber die gr├Â├čte Gefahr ist der Mensch. Der Glaube treibt die Menschen auseinander. Einige, die nicht gelernt haben sich zivilisiert zu verhalten, beginnen andere anzup├Âbeln. Wir haben das Recht unsere Schwingen voller Stolz zu tragen! Niemand sollte einen wahrhaft Gl├Ąubigen beschimpfen, bespucken oder jagen. So erging es den Zwergen und den Nachtelfen, Gesch├Âpfen die ebenfalls die Dunkelheit lieben, die Finsternis. Ich sah lange keinen mehr von ihnen. Sie haben sich zur├╝ckgezogen, weil ein Nebeneinander mit anderen, die einen anderen Glauben hatten als sie, ihnen nicht mehr m├Âglich war. Ich habe versucht zu lernen, mich zu beherrschen. Mich mit Menschen, deren Glauben ich beim besten Willen nicht verstehen kann, zumindest zu arangieren. Nichts geht ohne das andere, was n├╝tzt die sch├╝tzende Dunkelheit ohne einen Funken Licht? Es scheint nicht immer m├Âglich. Unsere Ansichten sind zu verschieden."


*Diesmal war es Yakumo, der das Wort ergriff* "Es soll eine Gemeinschaft gegr├╝ndet werden, die jedem offensteht, der geschworen hat den Glauben, so wie wir ihn kennen, in seiner Form und Reinheit zu besch├╝tzen. Gleichzeitig soll sie dem Zwecke dienen das Gleichgewicht zu bewahren und auch den Gefahren der Welt gemeinsam entgegenzutreten. Seien sie nun bekannter oder unbekannter Natur."

"Gut gesprochen! Doch lasst uns nun endlich zur Tat schreiten und diesen Papierkram erledigt wissen," *war Lukes ungeduldige Stimme zu vernehmen.* "Der Schreiberling der Stadt soll gef├Ąlligst etwas zu tun bekommen!"

*Es war nicht sogleich vollbracht. Auch nicht nach einer Stunde oder gar zwei. Aber es gelang und sie wurden sich einig ├╝ber den Wortlaut.* "Vielleicht schliessen sich uns andere an, einzeln oder als Familie. Vielleicht aber auch nicht. Willkommen werden sie uns immer sein."

*Als das Pergament versiegelt war durften die Raben endlich hinaus in die Nacht. Oh ja, sie flogen alle hinaus. Ebenfalls als eine starke Gemeinschaft die ihre schwarzen Schwingen voller Stolz trugen. Und nichts schien ihnen wichtiger als die Nachricht in die Welt zu kr├Ąhen, dass die 'Garde der Finsternis' begr├╝ndet worden war.*
Bild
"Man sagt, manche Leben seien auf ewig miteinander verbunden durch den Ruf der Ahnen,
der durch die Jahrhunderte hallt.
Meines mit Deinem."

>Gattin des Ninian Chakai<
>Auf Ewig.<
>Mami der zauberhaften Namayah, ihres Herzbubens Ayden, der kleinen Zicke Solanah
& den Zwilligen Mahaba und Falilana<
Caidith
Schmied / Schmiedin
 
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