[PURPURSCHUPPE] [Pupurschuppe] Asche zu Asche

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Re: Asche zu Asche

Beitragvon Guinya » Mo 5. Sep 2016, 20:43

Aufmerksam lauschte sie Gawjn und ließ ihn dabei nicht aus den Augen. Ein schmales Lächeln blieb auf ihren Lippen und sie nickte leicht, nachdem er geendet hatte. Doch, seine Beschreibung dessen, wie er die Dinge sah, konnte sie durchaus sehr gut nachempfinden. Das Wichtigste war, dass es ihnen allen gut getan hatte. Und Familie sollte ja schließlich zusammen halten und einander unterstützen. So nickte sie leicht, zum Zeichen, dass sie verstand. Und mehr musste sie dazu kaum sagen. Stattdessen beginnt sie während Gawjns Worten in ihrem Gedächtnis zu graben. Barajs Schädel bringt ihr schließlich die gesuchte Erkenntnis. Das Puzzleteil, das alles wieder zu einem Bild zusammenfügt. Und langsam wird aus ihrer zunächst noch mehr grüblerischen Miene eine wieder erkennende.

Ich weiß nicht, was mit mir los ist, dass mir manches wirklich entfallen zu sein scheint. Aber jetzt, da Ihr mir von dem Schädel erzählt, fällt mir das eine oder andere wieder ein. Vielleicht war ich doch etwas zu lange allein im Wald.

Sie grinste ein wenig schief, mehr eine Grimasse mit der sie das Gesicht verzog. Doch kurz darauf lacht sie bereits herzhaft.

Baraj hat wirklich eine rege Fantasie! Aber es freut mich auch sehr, dass sein Geschenk ihm so viel bedeutet. Wenn Ihr nichts dagegen habt, würde ich ihn gern noch einmal besuchen? Cian habe ich auch eine Ewigkeit nicht mehr gesehen...

Ihr Blick ruhte einen Moment in Gawjns, fragend. Dann schaute sie Jeremias hinterher und anschließend gen Joceline.

Möchtest du dich nicht zu uns gesellen und alte und neue Geschichten austauschen?


Fragt sie freundlich und mustert sie aufmerksam, fragend, auch ein wenig bittend gar.
Guinya Gadael
Geweihte, derzeit nicht amtierende Priesterin Ogrimars
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Bescheid'ne Wahrheit spreche ich Euch, wenn sich der Mensch in seiner Narrenwelt, gewöhnlich für ein Ganzes hält.
Ich bin ein Teil des Teils der anfangs Alles war, ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar.
(Goethes Faust)
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Asche zu Asche

Beitragvon Baraj Rabenherz » Fr 9. Sep 2016, 08:04

* Phantasie....ja, die hatte er allerdings. Maulwurfshügel im Garten wurden zu unheilbringenden Vulkanen. Winzige Eidechsen am Ufer des Baches zu gewaltigen Drachen vom Brandhimmel und Regenwürmer konnten da schonmal zu giftspeienden Lindwürmern werden. Ohne Probleme und im Handstreich. In seinem kindlichen Gemüt war Baraj sehr empfänglich und schnell begeistert für die abenteuerlichsten Geschichten und seltsamsten Absurditäten. Ein Rabenherz eben, durch und durch. Warum sollte da ein bleicher Totenschädel nicht zum besten Freund werden können, dem man so dies und das erzählte ? Der Junge hätte sich wohl auch nicht erschrocken, wenn der Schädel irgendwann eine Antwort gegeben hätte. Nein, einmal hatte Baraj Diesen gar aufgefordert doch endlich mal Etwas zu sagen. Was an diesem späten Abend dann auch passierte - für Baraj scheinbar zumindest war es so.*
" Gute Nacht, junger Erbe.....schlaf gut, traüme.....und lerne ...."

*Mit einem seligen Kinderlächeln war der Knabe eingeschlummert und erlebte die tollsten Abenteuer. Er sah sich in der hintersten Ecke einer großen, alten Kirche sitzen, wie er in die blau leuchtenden Augenhöhlen seines Geschenks starrte und den flüsternden Worten zuhörte. Kurze Zeit später schien er um Jahre versetzt, beobachtete sich selbst an einem Schreibpult im Felsendom, wie er in den Giftrezepten des Bischofs studierte. Das Ende dieses merkwürdigen Traums in dieser Nacht war, wie er es oft erlebte. Das war das Bild eines großen schwarzen Vogels, der auf dem Dachfirst seines Vaterhauses hockte, und sich in der aufgehenden Morgensonne das Gefieder putzte.
Baraj fand das alles gar nicht komisch oder seltsam. An die meisten Dinge seiner verrückten Träume konnte er sich immer gut erinnern. Doch nur sehr selten sprach er davon dem Vater oder Tante Joceline gegenüber *
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Beitragvon Gawjn Rabenherz JdF » Do 5. Jul 2018, 22:47

..... Eine kleine Geschichte, die noch nicht erzählt wurde..........oder........

Wie Gawjn seinen Ring wieder in die Finger bekam

* Es war damals dann so gekommen, wie ihm Priester Jeremias es angekündigt und dann auch wohl zügig angeordnet hatte. Noch vor Untergang der Sonne am gleichen Tag, waren die beiden Wachen wieder an seinem Käfig erschienen und hatten ihn aus dem Seitengang hinausgebracht. Hinaus - nach draussen vor den Dom, ein Stück links vom Eingang, wo auf scharfkantig felsigem Untergrund ein großes und grobes Holzgebilde stand.
Es wirkte sehr alt, teilweise geschwärzt aber so massiv, dass selbst der gewaltigste Koloss es wohl nicht hätte umreissen können.
Hier und da hatte Gawjn verschmiertes und getrocknetes Blut am Holz erkennen können. Das Ding sah aus wie ein Galgen, ein Peitschenkreuz und ein Brandpfahl zugleich.
Einer der Wärter hatte ihm die Augen verbunden, während der andere ihm das Wams und das Hemd vom Oberkörper rupfte.
Irgendwer hatte ihm dann eine warme, aber unangenehm stinkende Flüssigkeit über Rücken und Arme gegossen, die man schließlich an den diagonal gekreuzten Balken band.
Der erste der fünfzig Schläge der Bullenpeitsche kam schneller, als er gedacht hatte. Man hatte ihn aufgefodert, selbst mitzuzählen. Bei 13 begannen ihn die Kräfte zu verlassen. Bei Nummer 20 wurde es das erste mal dunkel vor seinen Augen..............*
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"...Pfeil und Bogen, Messer und Dolch, Gift und Glut !.......
...wachendes Auge...schlummernde Wut...rächende Hand...Zornesblut... !"

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Beitragvon Gawjn Rabenherz JdF » Mi 18. Jul 2018, 18:56

"S T E H ... A U F , V E R D A M M T !!"

* Der gebrüllte Befehl und ein unsanfter Rempler gegen den unbedeckten, striemig blutigen Rücken war das nächste, an das er sich bewußt wieder erinnerte. Seine eigenen Worte daraufhin drangen nur schwächlich und undeutlich an sein Ohr.
Gawjn hob den Blick. Er gewahrte einen der Wärter irgendwo neben sich - wenn auch unklar. Etwas weiter voraus sah er jemanden in dunklem Gewand in einigen Schritten Entfernung - umwabert und scheinbar eingehüllt vom glutroten Leuchten der untergehenden Sonne. Jeremias mutmaßte er - und Jener schien zu warten. Gawjn mühte sich auf die Knie.
Der Rücken des Jägers fühlte sich an, als hätte die Bullenpeitsche abertausende , brennende Bißwunden hinterlassen. Die Nachwirkungen der Tortour schienen ihm die Sinne zu vernebeln. Gawjn fühlte sich kraftlos und müde. Er mußte erkennen: Der Priester hatte keinen Deut übertrieben.
Das war der Moment, in dem die Angst fühlbar in ihm heraufkroch und ihn wieder auf die Beine zwang.

Die Person voraus setzte sich in Bewegung. Es mußte tatsächlich Jeremias sein und Gawjn folgte langsam und mühevoll. Er mußte die Augen zusammenkneifen, immer wieder mit der Hand darüber wischen, denn das Licht des Abendrotes erschien ihm fast wie das Lodern von Höllenfeuern.

Es ging Berg an. Einen staubigen ausgetrockneten Pfad über Felsen hinauf zwischen die düsteren Zinnen. Trocken und schmerzhaft war seine Kehle geworden. Konnte er um Wasser bitten ? Er wagte es nicht und spürte nach den letzten Resten von Speichel in seinem Mund.
Doch es half Nichts. Kribbelnd und heiß kam die Bewußtlosigkeit wieder über ihn. Gawjn sackte kraftlos zusammen und sank heiser keuchend vornüber*

" Herr....bitte........Wasser......"


* Als er wieder zu sich kam, spürte er einen kühlen Luftzug auf seinem Gesicht und nackten, kalten Fels auf dem er lag.
Es fröstelte ihm. Man hatte seinen Kopf und den bloßen Oberkörper scheinbar mit Wasser übergossen.
Dann bemerkte er die Stille um sich herum und öffnete die Augen.
Gawjn fand sich in einer Höhle wieder. Den Ausgang in Sichtweite, von wo das dunkelrote Abenddämmern zu ihm hinein schien.
Eine Fackel knisterte über ihm. Er setzte sich langsam auf und blickte sich um.
Leicht erhöht auf einem Stein stand neben ihm eine kristallene Phiole, in der es tiefmagenta und rötlich schimmerte.
Ein kleiner Pergamentfetzen war unter das kleine Glasbehältnis geschoben. Gawjn beugte sich hinüber, wobei ihm dann die schmerzhaften Striemen auf dem Rücken wieder bewußt wurden. Im Licht der Fackel versuchte er die wenigen Worte zu lesen. Er glaubte die Schrift seines Großvaters zu erkennen..............*

" Trink ! Ich bete für Dich um die Gnade des Herrn. Mögen wir uns bald wiedersehen."
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Asche zu Asche

Beitragvon Gawjn Rabenherz JdF » Di 7. Aug 2018, 13:47

* Des Jägers Blick glitt an der Phiole vorbei, die noch unberührt im Fackelschein vor ihm stand. Draussen, jenseits des Höhlenausgangs kroch die Abenddämmerung vorbei und ihm kam ein unerhörter Gedanke. Wer würde es je erfahren, wenn er die Phiole einfach draussen in irgendeine bodenlose Schlucht warf - er sie also nicht leeren würde?
Gawjn blickte in das tief dunkelrote Glimmen der Flüssigkeit, während er versuchte in seine Umgebung zu lauschen.
War er allein ? Hütete der Wächter aus dem Tempel draussen den Ausgang der Höhle? Gar Jeremias selbst?
Mit scharfem Blick sah Gawjn sich um. Die Augen verengend spähte er tiefer in die Höhle, wo es immer düsterer wurde.
Nein - er würde die Strafe nicht auf sich nehmen. Nicht diese auch noch. Genug, dass man ihm den Rücken mit der Bullenpeitsche zugerichtet hatte.
Er stand auf und ging mit entschlossenem Gesichtsausdruck gen Ausgang- dennoch langsam und vorsichtig.
Doch es gab scheinbar keinen Wächter neben oder vor dem Ausgang und auch sonst niemanden. Ein sehr schmaler und unsicher wirkender Pfad, der an der Höhle vorbei führte und endlose Felsen und Gestein waren alles, was er sehen konnte. Gawjn fragte sich, wie man es bewerkstelligt hatte, ihn hier hoch zu schaffen. Jemanden hier hoch zu tragen, schien ihm wegen des Pfades, der ihm fast nur zwei Fuß breit vorkam, schier unmöglich.
Und er konnte sich nicht daran erinnern, selbst hier her gelaufen zu sein.
Gawjn krauste die Stirn und verschwand wieder in die Höhle.
Nachdenklich ließ er sich dort nieder, wo er aufgewacht war und schnaufte mit leisem Ächzen.
Seine Entschlossenheit und der Anflug von rabenhafter Schläue und Trotz, mit denen er sich widersetzen wollte waren verflogen. Er spürte, wie ihm der Kopf etwas schwer wurde.

Ach, was solls ! *Durchzuckte ihn ein Gedanke* Runter damit , Augen zu und ausschlafen ! So schlimm kann es wohl nicht werden. Opa Jeremias wird mich schliesslich sicher nicht umbringen wollen
Ob er sich da wirklich so sicher sein konnte ? - Hinterfragte Gawjn beim nächsten Atemzug sofort seinen eigenen Gedanken.
Doch er zögerte nur kurz. Schon hatte er die Phiole in der Hand - geöffnet und geleert.
Überrascht verharrte er und betrachtete das kleine Gefäß genauer.
Gawjn lächelte - offensichtlch hatte der Priester ihm einfachen Traubensaft in die Phiole gefüllt.
Herrlich - köstlich !
So bequem, wie es eben ging auf hartem Fels, streckte er sich aus. Die leere Phiole und das kleine Pergament stopfte er sich in die Hosentasche und rollte sich leicht auf die Seite.
Zufrieden schloß er die Augen. Auch wenn er es nicht so ganz glauben konnte, dass jetzt ,da er die Phiole geleert hatte, so rein gar Nichts passierte, entschied er sich, ersteinmal zu schlafen. Sein Rücken brauchte Erholung. Morgen würde er weiteres entscheiden und vielleicht den Weg zurück suchen.*
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