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Von der Ewigkeit der Zeit

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Shilana
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#26

Beitrag von Shilana » Sa 21. Mär 2020, 12:41

Nun, zumindest die Ansätze klingen viel versprechend.
 
Ich werde mich darum kümmern.

Sicher keine Aufgabe um die sich reißen würde. Aber die Notwendigkeit erschließt sich ihr durchaus.

Es wäre hilfreich zu wissen wer im Moment in den Gewölben ruht…

Fügt sie noch an. Jene, von denen sie wusste, sind erwacht. Aber diesbezüglich ist ihr Wissen eher spärlich.

Anmutig erhebt sie sich schliesslich und nimmt das Buch an sich. Zum einen kann es tatsächlich hilfreich sein und zum anderen wird sie sich sowieso in die Bücherei begeben zum Erstellen der Liste.

Mit einer leichten Geste und einem kurzen bittenden Bllick bedeutet sie Lillith zu warten, bevor sie sich noch einmal Landru zuwendet und langsam vor ihn tritt. Sie ist gezwungen den Kopf ein wenig in den Nacken zu legen, um ihm in die Augen sehen zu können.
 
Meine Loyalität gehört dem Clan….und wenn nötig werde ich meinen Eid erneuern.

Ihre Stimme klingt trotz der Kühle noch immer sanft, während sie seinen Blick noch einen Moment standhält, bevor sie sich Lillith zuwendet.
Sie hat ihre Loyalität zu Clan mehr als einmal unter Beweis gestellt und für diese einen sehr hohen Preis bezahlt. Und doch hat sie niemals gewankt. Selbst dann nicht als sie mit Melyndra von ihrer Reise zurückkehrte und das Schloss verlassen vorfand. Lediglich wenige verbliebene Ghule über Jene wachten, die in den Tiefen des Schlosses schliefen…sie das Gefühl hatte als einzige verblieben zu sein. Doch sie waren zurück gekehrt….und erwacht. 

Und dann tauchte Argonar wieder auf..
Vehement verdrängt sie den Gedanken an ihn, auch wenn es den Schmerz nicht auslöscht, und der Ausdruck ihrer Augen verhärtet sich, während sie zu Lillith tritt.

Ich werde euch ein Stück begleiten.

Erklärt sie während sie mit einer anmutigen Geste in Richtung der Tür deutet.
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Landru
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#27

Beitrag von Landru » Sa 21. Mär 2020, 13:59

Natürlich würde jeder den Eid erneuern sollen. Keine Ausnahmen. Nach dem Krieg und der Schlacht galt es für klare Verhältnisse zu sorgen. Er registriert mit einem schmalen Lächeln, wie Lillyth das Buch beiseite legte. Nichts ahnend, dass sie in seinem Handeln erneut was negatives fand. Es könnte eine hitzige Sache werden. "Ich weiß das Coryla ruht oder wach ist. Wer weiß wo sie geistig sich befindet. Aber sie ist noch da, dann wären da noch Tristan und Varzil wie Lillyth bereits erwähnte. Von mehr weiß ich momentan nicht. Bliebe zu klären was aus Arie und Argonar geworden ist. Ebenso aus Niobe und Melli." Letztere Namen klangen wie die anderen tonlos und nüchtern sachlich. Als wäre nie was gewesen was ihn mit den Namen verbunden hätte. Nicht das dies negativ zu werten war, aber durchaus als Veränderung. Keine Regung über ihren Verbleib, als hätte er sich auch dem letzten Funken Emotion entsagt. "Es wird keine Schwäche mehr geben.. ich habe genug von Kompromissen.. genug von.. Gnade. Es ist ein zum scheitern verurteiltes Konzept." War das letzte was er sagte als er den Raum verließ, um das Gespräch mit Vater zu suchen. Möglichst unter vier Augen. 
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Lillyth
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#28

Beitrag von Lillyth » Sa 21. Mär 2020, 16:56

Auch wenn sie nach außen hin keinerlei Regung zeigte, so hatte sie durchaus Landrus Worte vernommen. Ebenso die Deutlichkeit, mit der er sie ausgesprochen hatte.  Dennoch blieb die kühle Maske ihrer Züge unangetastet. Nur ein kurzes Aufblitzen in ihren Augen war vielleicht zu erkennen. Aber das meiste wurde sowieso von dem Halbschatten ihrer Kapuze verborgen. Nein, sie hatte vielerlei Drohungen gehört und einschüchtern liess sie sich ganz sicher nicht. Aber etwas riet es vielleicht nicht vollständig zu ignorieren.

„Natürlich Shilana.“ nickte sie, wobei ihre Stimme sich zu einem kühler gewordenen Flüstern gewandelt hatte, als sie im Türrahmen wartete und Landru an ihr vorbeischritt. Ihr Blick folgte dabei für einen Moment ihrem Bruder. Musternd und ein wenig taxierend sah sie ihm hinterher, als jener die Flure hinunterschritt. 

Immerhin wusste Landru ganz genau, dass eine Drohung allein ihre eigentlich bereits ausgesprochene Entscheidung nicht ändern würde. Und Norax unter Druck zu setzen war gelinde gesagt ein Fehler. Aber es blieb abzuwarten, ob man noch Argumente oder Gründe finden würde, die für ein Überdenken der Lage sorgen würden. Immerhin wussten alle drei bereits eine unausgesprochene Sache. Wenn Norax die Aufforderung ablehnen würde, nun dann würde sie es ihm gleichtun.

Abrupt wandte Lillyth sich der Rose wieder zu, deren Blick sie ebenfalls wahrgenommen hatte. Eine für jene untypische Härte schien in diesem zu ruhen. Eine Härte, die sie selbst jedoch vielleicht schon zu gut kannte, aber vorerst unkommentiert liess.

So trat sie selbst ohne eine weitere Aufforderung auf die Flure und folgte mit grazilen, fast lautlosen katzengleichen Schritten dem Weg zum Ausgang. Warum Shilana sie begleiten wollte, nun dem würde sie auf den Grund gehen. Denn auch, wenn sie zusammen gekämpft hatten und sie einige Gemeinsamkeiten sogar entdeckt hatte, machte es sie noch lange nicht zu Freunden.

„Gibt es einen Grund, weshalb du mich begleiten wolltest?“ fragt sie unverblümt heraus, als sie Landrus Schritte in ihrem Rücken nicht mehr hören konnte. Ihre Sinne waren instinktiv wachsamer geworden. Eine versteckte Drohung war zwar sicher nichts was ihr Angst machte, aber dennoch war sie nicht dumm oder unvorsichtig. 
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Shilana
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#29

Beitrag von Shilana » So 22. Mär 2020, 16:37

Ein kurzes Neigen des Kopfes in Richtung Landrus sollte genügen ihre Dankbarkeit bezüglich der Informationen zum Ausdruck zu bringen.

Gnade ist für die Schwachen…

Erklingt es so leise über ihre Lippen, dass man meinen könnte einem Trugschluss erlegen zu sein. Wie oft hatte sie selbst Gnade walten lassen. Und oft genug dies auch bitter bereut. Aber so gesehen…war die Erfahrung ein sehr guter Lehrmeister gewesen und sie eine sehr gelehrige Schülerin.

Sie wartet bis Landru den Raum verlassen hat und begibt sich erst danach an die Seite Lillyths und folgt ihr schweigend durch die Gänge. Der einzige Laut der zu hören ist, ist das sachte Rascheln ihrer Robe, welches jede ihrer Bewegung begleitet, bis Lillyth die Stille durchbricht.

Natürlich.

Erklingt es prompt, denn aus Freundschaft sicher nicht. Auch wenn es Gemeinsamkeiten gibt, gibt es durchaus auch Grenzen, so viel ist sicher.

Weißt du ob noch jemand in den Katakomben ruht?

Erklingt ihre Stimme kühl und knapp.

Und mit Norax Status werde ich wohl warten müssen? Ich vermute jedoch, er ist wohlauf?

Eine gute Frage, denn bisher hatte sie ihn weder gesehen noch Lillyth sich dazu geäußert.
Auch wäre es durchaus möglich, das er sich bereits entschieden hat, gegen den Clan, angesichts seiner Abwesenheit, obwohl Lillyth dann kaum noch hier wäre. Im Prinzip hängt alles von der Entscheidung ab die Landru Norax und somit ihr abverlangt.

Gib mir Bescheid, wenn ihr entschieden habt.

Erklärt sie daher nur mit einem knappen Nicken, denn Landru vorgreifen oder gar eine Entscheidung erzwingen liegt ihr fern. Diese Aufgabe liegt in den Händen anderer und ganz sicher würde sie sich diesen Handschuh auch nicht anziehen. Bleibt nur abzuwarten, ob Lillyth diese Frage richtig zu deuten weiß, oder sich womöglich doch in die Enge gedrängt fühlt.

Ihr kühler Blick legt sich erneut auf Lillyth während sie auf die Antwort ihrer zuerst gestellten Frage wartet. 
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Lillyth
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#30

Beitrag von Lillyth » Mo 23. Mär 2020, 19:00

Ja, Gnade war etwas für die Schwachen. Gut erkannt, kleine Rose. Durch Gnade war dieser Krieg über sie hereingebrochen. Durch Gnade war dieser Krieg noch immer nicht beendet. Es war ein feines Lächeln, mit dem sie die Worte Antwort der Rose vernahm, die spürbar mittlerweile ihre Dornen nicht mehr vor der Welt verbarg. Offensichtlich hatte der Krieg bei Shilana etwas verändert, aber bei wem auch nicht. Verluste schmerzten, doch im Angesicht der Ewigkeit gehörten sie dazu. Aber bevor sie sich darüber weitere Gedanken machen konnte oder gar eine  Bemerkung, wandte sich schon die Aufmerksamkeit zurück auf sie. Natürlich mit der Bestätigung ihrer Vermutung.

Selbstredend geschah nichts ohne Grund, Hintergedanken oder gar einer Freundschaft wegen. Nein dafür gab es noch zu viele ungeklärte Dinge. Ungesehen nahm das Lächeln auf den feinen Lippen der Tochter Kains zu.

„In den Katakomben.“ begann Lillyth gerade mehr oder weniger laut nachzudenken, als Shilana, kühl und knapp, bereits nach Norax fragte. Ganz als würde sie professionell und formell eine Liste abarbeiten. Daher fasste Lillyth die Frage nach dem Wohlergehen ihres Gemahls eher als eine beiläufige Frage auf, welche nur der oberflächlichen Höflichkeit verpflichtet,  gestellt worden war oder vielleicht sogar eine durchdachte Spitze. Hatte man ihr etwa nicht zugehört oder meinten sie wirklich, dass alles einfach in Vergessenheit geraten sei durch den Hochlord? Eisig funkelten ihre Augen zu ihrer Weggefährtin. Es war verführerisch für einen Moment jene einfach an ihren zarten Schultern zu packen und an die Wand zu schleudern. Ihren zierlichen Körper gegen den nackten kalten Stein zu pressen,  um ihr noch einmal ganz unmissverständlich klar zu machen, dass sie sich zum einen ungern wiederholte und zum anderen die Rose nie wieder seinen Namen über ihre Lippen kommen lassen soll.

Doch ihre gute Kinderstube und die Tatsache, dass Shilana sich in mancher Situation sogar ein wenig ihren Respekt verdient hatte, sorgten dafür, dass sie sich mit einem warnenden tödlichen Blick zufrieden gab und sich sogar zu einem, wenngleich vielleicht auch kühlen Lächeln hinreissen ließ, dass dennoch eine ganz klare Warnung aussprach. Warnend, dass das Eis vor ihren Füssen dünner wurde und es besser war, manche Dinge nicht zu hinterfragen.

 „In den Katakomben.“ begann sie ein weiteres Mal, während sie das Tor zum Hof erreichten und Lillyths Schritte in der Eingangshalle inne hielten, so dass sie vor Shilana stehen blieb. Ihr Schatten tanzte dabei im Licht der Fackeln, dunkel und unruhig, wir ihr Geist selbst.  Doch die Ewigkeit hatte sie bisher eines gelehrt. für alles gab es irgendwann eine Zeit - auch um sich Luft zu machen. Doch noch war dafür der Moment nicht gekommen.

So nahm sie einen ruhigen tiefen Atemzug, um sich nicht weiter aus der Reserve locken zu lassen und begann mit einer fast perfekten Professionalität ihr wenngleich auch eingeschränktes Wissen zu teilen. „Nun wenn ich Landrus Worten richtig gefolgt bin, wüsste ich derzeit nur von Fistan und Aria. Zumindest von den Alten. An Deiner Stelle würde ich in das Buch schauen, damit auch ja kein Name am Ende fehlt." Mit einem leichten Nicken auf den Einband untermalte sie ihre Worte, bevor sie fortfuhr. "Außerdem sind einige hinzugekommen, als ich seinerzeit fort war.  Du weisst sicherlich wen ich meine. Und nunja ich sehe nicht einen mehr von ihnen. Vielleicht ist ein Blick in de Gewölbe hilfreich. Vielleicht versteckt sich dort noch jemand. Wenngleich, wer weiß, was dort sonst noch seit der Schlacht herumstreunt?“  Das Dunkel ihrer Augen ruhte auf dem Blick der Rose und auch wenn das feindselige nicht mehr in der Finsternis selbst lauerte, so war dennoch eine tiefdringende Warnung in ihrem Blick verborgen.


 „Manche geraten auch schnell in Vergessenheit. Ich hoffe doch, Eure Tochter erholt sich derweil. Und vergiss nicht Valia der Liste hinzu zufügen“ erwiederte sie mit derselben Kälte, wie sie Shilana verwendete. Derweil griff ihre Hand nach ihrem Bogen und den  Köcher, welche sie bei ihrem Kommen abgelegt hatte. Denn im Grunde hielt sie nun nicht mehr viel zurück zu gehen. Im Gegenteil. Nun da die Gerüchte um den Hochlord sch zuspitzten, wartete sie umso mehr auf eine Nachricht ihres Gemahls und nicht zuletzt ihrer Tochter.

Nachdem sie die Luft aus ihren Lungen entlassen und entschlossen aufzubrechen ihre Hand sich bereits auf den Knauf des Portals gelegt hatte, blickte sie über ihre Schulter noch einmal zurück. Auch wenn es vielleicht zu viel des Guten war, so wollte sie dennoch Shilana eine Sache unmissverständlich klar machen und vielleicht funktionierte es nur, wenn sie es ihnen allesamt immer wieder wie ein Mantra runterbeten würde. Ein Mantra, in welches sie ihren Gefährten mit einschloss und vielleicht ein wenig über das Ziel hinausschießen mochte.

„Ach und bevor ich es vergesse, Shilana, und auch nur für den Fall dass ich mich an irgendeiner Stelle unklar ausgedrückt haben sollte.“ Immerhin, aus welchem Grund hätte jene sonst das Thema nochmals angeschnitten, wenn sie die Antwort bereits kannte. Zumindest ging Lillyth erst einmal davon aus. Aber ebenso ging sie davon aus, dass Shilana auch sehr genau wusste, weshalb es zu dieser Spaltung gekommen war. Oder etwa auch nicht? Nicht, dass sie nachtragend wäre, na ja ein wenig sicherlich, auch wenn sie Shilana sowohl während der Schlacht, als auch im Verlaufe dessen die Person in gewisser Weise zu respektieren gelernt hatte. Aber so hatte sie angenommen, dass jene mittlerweile auch sie einzuschätzen wusste und ebenso, was sie darauf antworten würde, wenn man sie dazu drängte Stellung zu nehmen.

Sollte unser Beistand in der Schlacht und die Anwesenheit hier in den Hallen für den Moment nicht ausreichen, macht, was immer ihr für richtig haltet. Aber vergesst dabei nicht, der eigentliche Feind ist noch dort draußen.“
Ob jene das leicht herausfordernde Lächeln auf ihren Lippen erkennen konnte, wusste sie nicht. Aber sie wusste sehr wohl, um all die Toten, welche sie vor und hinter den Mauern verscharrt hatten.

Eine reine Vorsichtsmaßnahme, um für jede Eventualität gerüstet zu sein. Und wenn ihr Vater sie eines gelehrt hatte, dann dass man nicht nur den Feind vor sich, sondern auch den Freund im Rücken stets wachsam beäugen sollte. Loyalität war eine Sache, nicht wahr? Vertrauen eine andere...
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Shilana
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#31

Beitrag von Shilana » Di 24. Mär 2020, 12:22

Sie ist sich durchaus bewusst, dass sie sich auf sehr dünnem Eis bewegt. Doch manchmal ist es das Risiko wert.

Ein Blick in die Gewölbe? Nun…wer einmal dort unten war, weiß wie weitläufig und verwinkelt jene sind. Fraglich ob jemand die gesamten Ausmaße kennt und mit ihnen vertraut ist. Ganz sicher würde sie nicht damit ihre Zeit verschwenden, egal wer dort unten rumkriecht. Soll Landru einige seiner Geschöpfe in die Tiefen senden, die werden sicher jener Aufgabe besser gerecht.

Keine Sorge….ich werde sicher niemand vergessen.

In ihren Augen blitzt es leicht auf, doch unmöglich zu sagen welche Intension diese Regung innewohnt, während sie dem Blick Lillyths ungerührt standhält.

Sie ist nicht ihre Feindin...beileibe nicht. Und in den letzten Wochen hat sie sich sogar ihren Respekt erworben. Doch Freunde….nein die würden sie sicher nie werden. Dafür steht schlicht zu viel zwischen Ihnen. Und Vertrauen? Vielleicht in gewissen Dingen…durchaus. Schließlich hat sie für den Clan gekämpft und ist auch danach geblieben, als sie hier gebraucht wurde. Die Verteidigung des Schlosses wieder mit aufgebaut. Aber vorbehaltlos…sicher nicht.

Mit ihrer Frage hat sie sich auf ein durchaus gefährliches Pflaster begeben, dessen ist sie sich bewusst. Zumal sie die Antwort natürlich kennt. Doch auf jene kam es ihr auch gar nicht an. Was auch immer sie mit ihrer Frage hatte erreichen wollen…es scheint sie zufrieden gestellt haben. Denn ein kurzes Lächeln zeichnet ihre Lippen, bevor sie Lillyth leicht zunickt.

Ich habe es nicht vergessen und werde es sicher auch nicht.

Fast ein wenig versöhnlich mögen ihre Worte klingen, und doch weicht eine gewisse Kühle nicht aus ihrer Stimme.

Und auch nicht wer der Feind ist.

Anmutig neigt sie den Kopf bevor sie sich ohne ein weiteres Wort umdreht und den Weg zur Bibliothek einschlägt.
 
   
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Landru
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#32

Beitrag von Landru » Di 24. Mär 2020, 17:51

Nachdem er das Wort mit Vater gewechselt hatte, hatte er sich auf den Weg in den Keller gemacht. Schritt für Schritt. Bedacht. Kains Wille durchzuführen war sicher nicht leicht, aber er würde es versuchen. Sie war so dem Wahnsinn nahe, so dem anderen Mann verfallen, dass er kaum an den Erfolg glaubte. Nicht ohne sie komplett zu brechen und neu zu formen. Vielleicht konnte er auch nur so denken. Anderes käme ihm nicht in den Sinn. Vielleicht Mutter, aber vorerst würde er es versuchen. Auf den Weg hinunter, fiel ihm gleich eine zweite Präsenz auf. Alt und stark. Ein Lächeln huschte über die Züge, die sich zu einer harten ebenen Maske erstarrt haben. Es war leichter mit dem Gefühl zu leben sie sind gefallen, als mit dem Gefühl sie sind noch irgendwo. Es war leichter abzuschließen und die Konsequenzen daraus zu ziehen, als sich ewig an eine Hoffnung zu klammern. Noch wartete er ab.. ob die Prinzessin mit ihrem Gespräch fertig war. Doch dürfte er sowohl für Fenja als auch für Latoria deutlich zu sehen und spüren sein.
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Fenja
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#33

Beitrag von Fenja » Di 24. Mär 2020, 20:45

Was war sie nicht niedlich, wie sie sich versuchte aufzuplustern, sich wichtig machte, nur um von ihrer eigenen Unzulänglichkeit abzulenken! Schon fast hätte sie sie dafür liebgewinnen können. Aber nur fast.
 „Hab Dank, für Deine, ach so freundlichen, Komplimente.“ Fast schon erschüttert betrachtete sie das nasse Ding auf dem Boden. Mag sie einst bestimmt ein stattliches Bild von sich gegeben haben, jetzt war sie nicht mehr, als nass, verloren und ziemlich hilflos. „Es ist wirklich schon fast süß, wie Du von Deinen eigenen Fehlern ablenken möchtest. Zerfrisst es Dich innerlich, dass Du ihn im Stich lassen musstest? Hm?“ Bei der Frage legte sie ihren Kopf ein wenig schräg und betrachtete sie aus funkelnden grünen Augen. „Wie unendlich enttäuscht muss er von seinem Schoßhündchen sein. Hatte er nicht so große Stücke und so großes Vertrauen in Dich gesetzt.“ Knapp zuckt sie mit den Schultern. „Aber wo befindest Du Dich jetzt? Bei. seinen. Feinden.“ Der Gedanke entlockte ihr ein kurzes Kichern. „Wenn er denn noch lebt, wovon Du, mein Herz, so überzeugt bist, wird es mir eine Freude sein, ihm persönlich zu erzählen, was für ein hervorragender Gast Du warst. Und wie Du Dich nicht zurückhalten konntest, uns so viele Dinge über ihn zu erzählen.“ Sie neigte sich ein wenig weiter vor zu Latoria und tippte ihr auf die Brust, dort wo einst ein Herz schlug. „Mit Deinem verliebten, sabbernden Lächeln.“

Nein, Latoria würde es nicht vermögen, sie zu reizen. Gut, man musste ihr lassen, einige ihrer Wörter waren wohl überlegt und gut gesetzt. Aber offenbar, schien sie sie zu unterschätzen. Nicht nur das, sie schien sie nicht für ganz bei Sinnen zu halten. Vielleicht hatte sie mit Letzterem auch ein wenig recht, die Jahre ihrer eigenen geistigen Hochleistung lagen schon einige Zeit zurück. Dennoch war sie noch immer klug genug, sich von diesem kleinen verräterischen Ding nicht an der Nase herumführen zu lassen.  Sie kannte das Spiel, welches Latoria hier zu spielen versuchte nur mehr als gut, hatte sie es doch selbst schon oft genug angewandt. Wäre die Zeit eine andere, dann würde sie sie auch spüren lassen, was sie von ihren völlig unnötigen Sticheleien und der Selbstverliebtheit des kleinen Zitronentörtchens hielt. Hach, was sie nicht alles mit ihr hätte anstellen können. So unendlich waren die Möglichkeiten bei einer Unsterblichen. Der Schmerz, den sie hätte ihr zufügen können, hätte ihr so eine große Freude bereitet. Sie dabei zu beobachten, wie sie nach und nach zerbrach. Immer noch mit der Hoffnung, dass Castiel mit strahlender Rüstung, güldenen, wehenden Haar auf einem weißen Einhorn dahergeritten kam um sie aus ihrem Gefängnis zu befreien. Irgendwann wäre nur noch eine leere Hülle geblieben, ein Schatten ihrer selbst, in Ewigkeit verdammt darauf sich zu fragen, ob ihr kleiner Hochlord sich eine neue Gespielin gesucht hätte.

Aber das war nicht ihre Aufgabe. Sie wusste sehr wohl, dass ihr Vater und ihr Bruder ganz andere Pläne mit dem unverschämten Gör hatten. Traurig für sie, aber an die Gebote ihres Vaters hielt sie sich ohne auch nur einen Gedanken des Widerspruchs aufkommen zu lassen. Selbst wenn es sie noch so sehr reizte, dem kleinen Törtchen jedes Haar einzeln aus ihrem Kopf zu reißen um ihr damit ihr unverschämtes Maul zu stopfen.

 „Schätzchen, Deine Intelligenz, die Du ja für so besonders und einzigartig hältst, hindert Dich ganz offensichtlich daran, klare Worte und Gedanken zu fassen. Denn offenbar scheinst Du immer noch nicht zu begreifen, dass es mir die höchste Freude bereitet, hier meine Zeit mit Dir zu verbringen. Genauso hat sie Dich daran gehindert, Deinen kleinen süßen Prinzen zu retten. Oder…“ sie strich sich versonnen über das Kinn und hielt einige Augenblicke inne, gerade so als würde sie angestrengt nachdenken. „Kann es etwa sein, dass Du so intelligent und einzigartig gar nicht bist? Bist Du etwa…“ fast schon vor Schreck riss sie die Augen auf, „ganz gewöhnlich? Und liegt es vielleicht an Deinem langweiligen und gewöhnlichen Gemüt, dass Dein Hochlördchen Dich bisher immer noch nicht gerettet hat? Gemäß natürlich Deiner Annahme, dass er immer noch lebt und sich nach Dir verzehrt?“ sie lächelte bei dem Gedanken daran. „Ihr zwei, ihr wart schon ein niedliches kleines Paar, das muss ich Dir lassen. Hattest Du gehofft, er würde Dich ehelichen?An einem Strand, mitten in der Nacht? Mit Meeresrauschen im Hintergrund und kleinen Kindern an eurer Seite die freudig auf kleinen Trommeln den Hochzeitsmarsch für euch spielen?“
Versonnen hielt sie inne und schloss ihre Augen. Wie schön mussten doch solche verliebten Träumereien sein. Und wie schrecklich, wenn sie nicht in Erfüllung gingen. Sie wusste, das dies vielmehr die Folter war. Körperlich, ja da konnte man verletzen. Aber das was man mit Gedanken und Gefühlen machen konnte, damit konnte man zerstören.


Sie hielt ihre Augen noch einen Augenblick länger geschlossen, hatte sie sehr wohl die Anwesenheit ihres Bruders gespürt. Das Blut der Kinder Kains war verbunden, das Blut der Nachkommen noch viel stärker.
 „Liebes, so sehr ich diese Gespräche mit Dir auch genieße und gar nicht genug von Deinen schwachsinnigen Worten bekommen kann..." sie erhob sich aus ihrem Schneidersitz und wandte sich gen der Türe, vor der Landru wartete. "Besuch soll man vor der Türe nicht warten lassen, nicht wahr?" Sie wusste genau, dass auch Latoria Landru gespürt hatte, auf die ein oder andere Weise. Ja, so vieles hätte sie mit ihr noch vorgehabt, doch wusste sie, dass es nicht an ihr war, weiter über Latoria zu richten. Sie wusste, dass sie ihr die Genugtuung nicht geben würden, sie für ihren Verrat zu richten. Weder ihr Vater, noch Landru würden die Handlungsweisen, die Latoria begangen hatte, mit so einem einfachen Tod, belohnen. 
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Sól tér sortna, sígr fold í mar,
hverfa af himni heiðar stjörnur;
geisar eimi ok aldrnari,
leikr hár hiti við himin sjalfan
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Lillyth
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#34

Beitrag von Lillyth » Mi 25. Mär 2020, 12:26

Es war ein kurzer Moment, nicht länger als vielleicht ein Wimpernschlag, in welchem sie der Rose nachsah. Jedoch zeigte Lillyth keinerlei Verstimmung. Im Gegenteil. Es war ein feines Lächeln, dass auf ihren Lippen lag, als sie sich herumwandte und nach draußen schritt.  Sie spielte diese Spiele schon zu lange, hatte teilweise mit den besten geübt, als dass sie sich nun so simpel aus der Reserve locken lassen würde. Nicht hier und nicht jetzt.

Dieser kleine Austausch mit mehr oder weniger Informationsfluss sollte für den Moment genügen. Zeit um ihrem Ärger Luft zu machen hatte sie sicherlich noch genug. Lautlos schritt sie daher hinaus und hinterließ lediglich einen kühlen Luftzug im Inneren, nachdem sie die Tür hinter sich ins Schloss fallen gelassen hatte.

Was dem ganzen nun vermutlich folgen würde, konnte die Tochter des Ersten sich dabei auch bereits ausmalen. Es war nur eine Frage der Zeit. Geschmeidig umgab sie das schwarze Leder und liess sie katzengleich die Treppe hinabschreiten in den Hof. Dort, wo Mittnacht bereits auf sie wartete, denn dass sie auf das Anwesen zurückkehren würde, stand für sie außer Frage. Elegant und grazil schritt sie an den Dienern und Burschen vorbei. Nicht vielmehr als ein dunkler Schatten, umgeben von einer noch düsteren Aura, welche einem übernatürlichen Auge durchaus auffallen würde. Stumm liess sie die Dienerschaft außer Acht und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr der Zwiespalt und Druck sie neben der Ungewissheit reizten.

Ihr Stolz erlaubte es ihr jedoch nicht, sich hier und jetzt die Luft zu machen, die sie zum Atmen brauchte. Nein. Nicht vor ihrem Bruder oder dem Gefolge ihres Vaters. Ja Vater. Sie erahnte, dass vermutlich er die nächste Instanz sein würde, die an sie herantrat und der ihr wohl kaum mehr Spielraum lassen würde, als jeder seiner Vertreter.

Sacht fuhr ihre Hand über die schwarzen Nüstern von Mittnacht, welcher unruhig mit den Hufen scharrte, so als würde er der Anspannung seiner Herrin unter ihrer Berührung verspüren. „Ganz ruhig. Wir gehen nach Hause.“ flüsterte sie ihm fast zärtlich zu, woraufhin er nur mit einem Schnauben reagierte. „Ist ja gut.“ kam es ruhig  über ihre Lippen, bevor sie ihren Fuß in den Steigbügel setzte und sich grazil auf seinen Rücken schwang. Es war in ihren Augen noch nicht die Nacht, in der sie eine Entscheidung treffen wollte oder gar ihren Kopf auf den Richtblock legen würde. Vermutlich würde der Clan noch eine Weile mit dem Hochlord und seiner Mätresse beschäftigt sein. Dennoch war es am Ende nur eine Frage der Zeit, wann Norax und sie und somit vermutlich auch ihre Tochter wieder in den Fokus geraten würden. "Niemals..." flüsterte sie zu sich selbst bei diesem letzten Gedankengang. Eine Vorstellung, die sie unmittelbar von sich abschüttelte.

Umso zufrieden registrierte sie, als sich ihre dunklen Augen von dem Rappen abwandten, dass die Burschen ihre Aufbruchstimmung zwischenzeitlich wahrgenommen hatten und es keines weiteren Befehls bedurfte die Tore zu öffnen. So als hätte entweder jemand  tatsächlich mitgedacht oder gar ihre Gedanken gelesen, standen jene offen und gaben die dunkle Ebene der Nebelsümpfe frei. Wahrlich blieb ersteres zu hoffen, ihre Gedanken waren ihr immerhin mehr als heilig, doch anstatt darüber spekulieren zu wollen, lockerte sie stattdessen die Zügel. Mittnacht begriff unmittelbar seine Chance. Mit einem Satz stürmte der Rappe unter einer Staubwolke auf das offene Tor zu in Richtung Freiheit – in Richtung ihres Zuhauses, ihrer Zuflucht. 
Zuletzt geändert von Lillyth am Mi 25. Mär 2020, 13:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Gemahlin von Norax Vykos
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Coryla Vykos
Kräuterkundiger / Kräuterkundige
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#35

Beitrag von Coryla Vykos » Mi 25. Mär 2020, 12:46

Recht ja. Sie hat geschlafen. Den Krieg verschlafen. Krieg war nichts für sie. Nicht in dem Sinne. Sie kümmert sich kaum um Ränkespiele, Politik und dergleichen. In ihrer Welt existierte sowas nicht. Oder doch, es existierte schon, aber war eher nichtig. Andere Wahrheiten waren viel gravierender als ein Krieg. Aber sie hat es mitbekommen. Hatte sich von Madrigans Blut gelöst und das Irrenhaus verlassen. Schritt für Schritt zurück zur Heimat, wo sie einst geboren worden war. Wieder geboren worden war. Das naturrote Haar schlägelte sich an der fahlen Haut entlang. Sie war immer noch wie einst, aber der Geist war ganz weit weg. Anders. Um sie herum erhob sich ein leises, feines Wispern, gleich einem Windhauch voller unklarer Worte. Sie selbst vermag diese Stimmen teilweise nicht zu verstehen. Während sie den Schlossgang entlang schritt, hob sich die Hand um mit einem Wink die Fakeln zu entzünden. Feuer, so machtvoll und nur ihr eigenes würde sie nicht verbrennen. "Wir haben heim gefunden." Geistige Fühler strecken sich aus, suchend nach weiteren Kindern der Nacht. Sie konnte Kains mächtige Präsenz spüren und auch den von Lillyth und Shilana. Fenja.. Enoia.. ihre nackten Füsse tänzelten über den Boden. Sie drehte sich sich als sie den Gang entlang wanderte und lächelte vergnügt. Den Teppich unter ihren Sohlen spürend. "Wir haben es vermisst.. tatsächlich. Oh.. welch' wohles Gefühl.. diese Geborgenheit von Heimat." Flüsterte ihre zarte Stimme. Leise, sie war nie laut. Sie war immer leise, fast flüsternd. Da sie nie wusste welcher der Stimmen ihre eigene war, passte sie sich den Stimmen an. "Er ist wach.. der Urvater. Oh so viel Schmerz liegt in den Hallen." Sie weiß das viele umgekommen sind und das die Lage noch angespannt ist. Aber in ihren Augen, haben all diese Opfer nur ihre Realität gewechselt. 

Lillyth hatte sie um wenige Minuten verpasst und doch war ihre Präsenz noch nachhallend. Ihre Schritte lenkten zu der Bibliothek und umfasste schnell den Raum mit dem Raunen der vielen Wahrheiten. Von denen keiner weiß, welche Wahrheit für welche Realität bestimmt war. "Die Rose.. sucht Rat in den Büchern? Oder einfach.. die Einsamkeit eines Archives?" Sie legte den Kopf leicht schief. Das rote Gewand war teilweise etwas zerschlissen, aber nicht absolut zerfallen. Sie hatte es sogar ein wenig verschönert mit Borten und etwas Zierrat. So wirkte sie weder hoch elegant wie einer Rose es gut stand, noch total herunter gekommen. Einzig ihr Blick wirkte wie als wäre sie stets woanders.
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Latoria
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#36

Beitrag von Latoria » Mi 25. Mär 2020, 19:48

Der kleine vermaledeite Tropfen rann über Latorias Nase ganz langsam hinab, während sie den Ausführungen Fenjas mehr oder weniger lauschte. Ob es der Beobachtung des kleinen ungetrübten Wassertröpfchens dabei galt, dass sie zu schielen begann oder gar der Tatsache, dass das Prinzesschen sie immer wieder mit der gleichen Leier zu langweilen begann, blieb daher zu erraten.

Aber vermutlich ergänzte das eine das andere. Sicher hatte das dumme naive Ding Recht. Sie hatte ihn im Stich gelassen oder nein, ihr großer wortkarger Erschaffer hatte ihr keine andere Wahl gelassen. Aber das dem Prinzesschen zu erklären, war vermutlich vergebene Liebesmühe, denn scheinbar konnte sie sich die einfachsten Dinge schon nicht merken. „Nicht Prinz, Du dumme Gans. Nein nein nein... Hochlord.“ korrigierte sie Fenja mit leichter Ungeduld in der Stimme, bevor sie den Tropfen mit einem Schütteln ihres Kopfes von der Nase heruntertreiben wollte. „Und Du zweifelst an meiner Intelligenz, Liebes“

Es war ein kleines resignierendes Seufzen. „Man könnte meinen, Du hast Deinen Flöhen und Läusen zu viele Märchenbücher vorgelesen.“ Abermals schüttelte sie mit dem Kopf, wobei die feuchten Strähnen ihres Haares über ihre Schultern nach vorn fielen. Ha! Da war er weg der kleine Tropfen, aber nicht dahin wo er hin sollte, dieser kleine Lump. Bedauerlich nur, dass sie die Lumpenprinzessin nicht ebenso einfach abschütteln konnte.So musste der vorerst tröstliche Gedanke reichen, dass statt dem Wasser eines Tages es ihr Blut sein würde, in welchem sie Baden würde.
 
~ Siebenundzwanzigtausenddreihundertundsechsundzwanzig! Na nun zeig schon woher du kommst...~
                         
Vorsichtig versuchte sie den neuen unfreundlichen Wassertropfen über ihre in Falten gelegte Stirn zu lenken, während sie sich verbal ihrer kleinen Kerkerwächterin wieder zuwandte. „Deine romantischen Fantasien hin oder her. Aber sei Dir gewiss, dass unsere Pläne ganz andere sind, Liebes. Für mich klingt dieses beharrliche Suggerieren vielmehr danach, als wären Deine Träume auf diese Weise zerbrochen und wo wir schon mal dabei sind...  nochmal zurück zu Dir Liebes. Ist dies nun wirklich alles, was Du zu bieten hast? Ernsthaft ist dies dein erbärmlicher Versuch mich mit Worten zu brechen, nicht wirklich oder?“

Der Tropfen bahnte sich den Weg über ihre Lippen und sie konnte das Salz in ihm schmecken. Geht doch! Ein vermeintlich zufriedenes Lächeln huschte über ihre trockenen aufgeplatzten Lippen, die leicht unter der Berührung brannten. Ein Gefühl, dass sie jedoch als abwechslungsreich empfand.

Selbstredend gab es natürlich keinen Plan, noch nicht, aber sie war sich sicher, dass der Hochlord sie sicher nicht dem Clan überlassen wird. Nein, sie wusste, er war irgendwo dort draußen und egal wie enttäuscht er über sie wäre, er würde sie ihnen niemals überlassen. Nicht einmal zum Sterben. Sie gehörte ihm und wenn jemand sie strafen oder gar töten durfte, dann war er allein dieser jemand. Aber das wussten zumindest die schlauen Köpfe des Clans oder sollte sie sagen jene, die mit mehr Intelligenz  gesegnet worden waren, als das arme Geschöpf vor ihr? Genau deswegen harrte sie aus und wurde nicht hingerichtet. Ein Teufelskreis. Herrje.  Aber ER würde ihn durchbrechen und ihm gegenüber würde sie ihr Urteil mit wahrer Freude empfangen. Ein kleines Kichern stahl sich über ihre Lippen, bevor sie sich wieder erbärmlichen Abbild einer Prinzessin  und genauso miserablen Foltermeister zu wandte.

„Jemand sollte den Regenten oder besser noch den König selbst über diese lächerliche Fehlbesetzung unterrichten. “ schlug sie gelangweilt vor, während ihre Aufmerksamkeit eher der Herkunft des Wassers geschuldet war, als der Prinzessin selbst.  Immerhin musste es irgendwoher kommen und zudem steter Tropfen höhlt den Stein.

„Aber wenn Du kleines Ding so clever bist, wie Du meinst, vielleicht hast Du ja auch schon einmal darüber nachgedacht, dass ich eigentlich gerade genau dort bin, wo ich sein sollte? Aber nein, daran hast Du so selbstüberzeugt wie Du bist nicht gedacht, an die Möglichkeit, dass es für alles einen Plan geben könnte, auch für den Fall, der nun eingetreten ist.“ sinnierte sie leise, so als würde sie der Prinzessin eine kleine Denkaufgabe verpassen wollen. Ihre dunklen Augen ruhten bereits auf dem kleinen Rinnsal an der steinernen Decke. Feuchtigkeit, die sich von mehreren Seiten sammelte und dann langsam heranwuchs, bis die Anziehungskraft von Mutter Erde es langsam  wie an einem hauchdünnen Faden nach unten zog, bis dieser riss.

~ Siebenundzwanzigtausenddreihundertundsiebenundzwanzig! – Das Verließ musste eindeutig zur Meerseite hinausgehen... da war sie sich sicher. ~
                     
Doch bevor sie weiter über ihren Plänen grübelte, verlieh ihr etwas vollkommen anderes ein Lächeln auf den Lippen. So als hätte man ihr Flehen erhört, spürte auch sie die nahende Präsenz. Eine, welche dafür sorgte, dass ihre Mundwinkel sich zu einem eisigen Lächeln verzogen. „Nun Liebes. Der Besuch gilt vermutlich eher mir als Dir. Siehe es als Zeichen dessen an, dass man Deine Bemühungen erkannt hat, aber nun die Erwachsenen übernehmen, Prinzesschen.“
Mit diesen Worten liess sie ihre kleine Foltermeisterin  nun links liegen und wandte ihr wenngleich auch ramponiertes Antlitz  der Präsenz zu, welche sich der Zellentür näherte.

Ein fast zauberhaftes Lächeln formte sich auf ihren Lippen, denn zu gut wusste sie, wer nahte.  Auch wenn jenem vermutlich ihre engelsgleichen Züge und die Waffen einer Frau vermutlich nicht viel anhaben konnten, geizte sie aus Gewohnheit schon nicht damit, auch wenn ihr äußeres ein wenig unter den ihm bekannten Umständen gelitten hatten.

Kurz liess sie ihre langen Wimpern sinken, fast ein wenig respektvoll. Er würde sicher verstehen, dass eine Verbeugung oder gar ein Knicks aufgrund der engen Ketten unmöglich war.

 
„Verzeih bitte, dass ich Dich nicht gebührend empfangen kann und meine Etikette zu wünschen übrig lässt, aber leider sind mir da ein wenig die Hände gebunden“  entgegnete sie mit dem süßlichen Säuseln der Ironie des Schicksals in Richtung der Dunkelheit. Der verspielte und tödliche Hauch in ihrer Stimme verrieten dabei durchaus, dass Fenja mit ihrem Unterhaltungsprogramm keinerlei Erfolge bisher erzielt hatte. So war es nur ein leiser Hauch, der ihre Lippen überkam, um jenen Besucher angemessen in ihrem kleinen spärlichen Gefängnis willkommen zu heißen. Ein fast verführerisches Flüstern, als sich ihre Wimpern mit der Unschuld eines Kindes hoben, nachdem sie ihrer Meinung nach genug Respekt gezollt hatte, und ihre Züge ihm ein Lächeln schenkten. „Guten Abend .... Bruder.“  
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Würdest du für mich sterben? ... Nein, das wäre zu einfach. Würdest du für mich leben?
Du solltest diesen Eid auf keinen Fall unbedacht leisten... ~ Seine Worte an ihrem Ohr - Ja, sie wollte es - für ihn allein ~

Verlangen wird zu Hingabe, Hingabe wird zu Macht... und sie gab sich ihm - dem Wahnsinn- hin
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Shilana
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#37

Beitrag von Shilana » Do 26. Mär 2020, 09:51

gSie hat sich bereits erhoben, kaum dass sie die einzigartige Präsenz Corylas wahrnahm. Ein Präsenz welche einem steten Wandel zu unterliegen scheint, vielschichtig und doch einzigartig.

Leicht streichen ihre Hände über ihre schwarze Robe, als wolle sie nicht vorhandene Falten aus dem seidigen Stoff glätten, welcher ihre zarte Gestalt verspielt umschmeichelt, bevor sich ihre ausdrucksvollen Augen auf Coryla legen, sogar ein leichtes Lächeln ihre Lippen zu umspielen scheint.

Sie hatte sich in der Gegenwart der Malkavianerin stets wohl gefühlt und daran hat sich nichts geändert. Die leise ruhige Art hatte sich stets auf sie abgefärbt, auch wenn man nie sicher war, welche der Stimmen gerade zu einem sprach. Doch vermutlich war es genau jener Umstand welcher sie anzog…jene verschiedenen Facetten und Sichtweisen halfen ihr, auch einmal eine andere Sicht auf Dinge zuzulassen.

Ihr Blick gleitet über die unzähligen Bücher in den mächtigen alten Regalen, bevor sie anmutig den Kopf schüttelt und sich ihr Augenmerk wieder auf Coryla legt.


Nein. Auch wenn ich gelegentlich gern Rat in einem der Bücher suche. Und um der Einsamkeit willen, muss ich derzeit diesen Ort nicht aufsuchen.

Das riesige Schloss ist ohne seine Bewohner, welche deutlich weniger geworden sind in ihrer Zahl, oft genug ein Hort der Einsamkeit.

Mit einer leichten Geste deutet sie auf den Schreibtisch während sie selbst sich wieder auf dem Stuhl hinter eben jenem niederlässt.

Ihre schmale Hand legt auf das Buch der Namen und einen Moment lang scheinen ihre Gedanken abzuschweifen…wirkt sie abwesend, während jener unauslöschlicher Schmerz, gleich dem Hauch des Windes, über ihre Züge streicht. Kurz genug, dass man es durchaus für eine Täuschung der Sinne halten möchte.


Eine Liste der Verbliebenen….und der…

Gefallenen hatte sie sagen wollen, doch dann stockt ihre Stimme während sie leicht den Kopf schüttelt. Nein...solange es keinen Beweis gibt, weigert sich ihr Verstand jene als solche anzusehen.

Vermissten und Abtrünnigen.

Beendet sie ihren Satz mit beinahe sanfter Stimme.  
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Melli Vykos
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#38

Beitrag von Melli Vykos » Do 26. Mär 2020, 19:35

Einst...
Sie hatte gekämpft, um sich geschlagen und versucht mit all ihrer Kraft das Schloss zu verteidigen.
Ihre Familie, ihre Freunde.. all jene die sie so unendlich liebte, ganz besonders natürlich ihren Vater, ihren Mentor...


Aber sie hatte versagt und hatte keinen von ihnen schützen können.
Die Männer waren einfach zu viele gewesen, hatten sie einfach überrannt und wären die Wölfe nicht gewesen, wäre sie wohl längst im Winde verweht.


Jetzt...
Der kleine dünne Körper beugte sich über das Wild dessen Herz wild hinter der Brust schlug.
Der strubbelige Kopf neigte sich leicht und aus feuerroten Augen betrachtete sie das junge Reh.
Nur kurz.. dann schon drangen die scharfen Zähne tief in den Hals des jungen Tieres, es schrie und versuchte sich noch für den Augenblick aus dem festen Griff zu befreien.
Mit gierigen Zügen trank sie, immer schneller, während das Herz der Beute langsam ruhiger wurde, ehe es ganz aufhörte zu schlagen. 
Lautes Jaulen durchbrach die kurze Stille.. knurrend funkelten die glühenden Augen umher..
Das hier war ihre Beute! Ein erneutes Knurren löste sich aus ihrer Kehle während sie noch gierig die letzten Schlucke des warmen Blutes trank.. ehe sie sich dann doch von dem toten Tier löste.. schließlich trat sie zur Seite und gab es frei. 

Die Nase in den Wind gestreckt, schnüffelte sie.
Der Hunger tief in ihrem Magen, schien nie wirklich befriedigt, egal wie viel Wild sie jagte, tötete.. nie hörte dieses nagende Gefühl in ihr auf, es pochte unaufhörlich, vernebelte all ihre Gedanken, bis auf diesen einen.. töten, töten, töten..

Schnaubend, funkelten ihre Augen zu Ihrem Rudel hinüber, die gerade die letzten Reste fraßen..
Oh ja, sie hatte hart gekämpft, aber jetzt stand sie ganz oben in der Reihenfolge.
Ihr Rudel, ihre Familie..
Sie war die Herrscherin und nichts und niemand würde sie aufhalten können!
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#39

Beitrag von Landru » Sa 28. Mär 2020, 15:05

Er ließ Fenja ausreden, bevor er eintreten würde. Der Blick wanderte an seiner Blutsschwester entlang, fast, wenn nur fast, fühlte er sowas wie Bedauern. Ein minimales Aufbäumen. Soviel hatte der Krieg gekostet und nicht zu letzt die vermeidlichen Verluste, die das Herz endgültig zum erstarren brachte. Doch Vaters Anweisung war klar gewesen, nur hatte er nicht gesagt, wie. Er hatte auch nicht bewusst nachgefragt, denn das bedeutete nur weitere Einschränkungen. Natürlich hielt er an ihr fest, glaubte das ihr Wahnsinn heilbar war. Sie würde also sehr lange hier unten sein oder auch.. nicht. "Fenja.. " Ein respektvolles Nicken ihr gegenüber. Dann wandte er sich erneut der abtrünnigen Schwester zu. "Vermutlich gäbst du einen schönen Kleiderständer ab oder.. einen Tisch. Vielleicht auch einen Schemel oder einen Mantel. Wahrlich.. ich hätte ungeahnte Möglichkeiten, wie du weißt. Selbst das hübsche Gesicht, ist vergänglich in unseren Händen, wie du weißt." Kein Wort darüber, dass Kain was gänzlich anderes befohlen hatte. Immerhin wäre sie dann zurück im Schoße des Clans. Also so gesehen, wäre der Befehl.. erfüllt. Taktik? Sie würde vermutlich erwarten, dass es keine Gnade für ihre Verfehlungen geben konnte. Gab es auch nicht. Aber die Art wie sie bestraft werden sollte, war gleichzeitig eine Gratwanderung zwischen Befehl und Wollen. "Diese Einschränkungen hast du dir selbst zuzuschreiben. Also ja, ich sehe es nach." Er wollte Fenja keinesfalls vertreiben, daher stellte er es ihr frei ob sie bleiben möchte. "Ihr müsst nicht gehen, wenn ihr nicht wollt." Wenn gleich dieser Besuch wohl erst der erste einer Reihe von Besuchen sein wird. Vielleicht konnten Fenjas Fähigkeiten noch nützlich sein. Er selbst verstand sich auf körperliche Gewalt, aber die geistigen Dinge waren anderen gegeben. 

"Ich habe eine Frage. Warum? Warum hast du uns verraten? Warum Varzil, warum brennt es so in dir den Plänen dieses Mannes zu folgen uns auszulöschen?  Gehörst du doch auch zu denen die er hasst. Was ist geschehen? Und nein, ich beabsichtige keine Wortspielereien oder mühseliges Rätselraten. Einfache Fragen und eine einfache Antwort wäre mir lieber. Diese Spiele mögen andere gerne spielen, aber meine Geduld ist begrenzt und gerade du solltest wissen, dass unser Blut zu schlimmeren in der Lage ist als den Tod. Du hast es geschafft mich gegen dich aufzubringen... wieso nur?" Castiel hatte sie völlig eingenommen, aber wie war ihm das gelungen. Selbst die Halsbänder hätte er ihr erstmal anlegen müssen, aber wie? Oder aber, was er zwar nicht glaubte, aber nicht gänzlich ausschließen kann, es war der Plan. Wenn auch unwahrscheinlich. "Ich verlange nicht mehr als aufrichtige Ehrlichkeit, Latoria. Keine Metaphern oder spitzzüngige Andeutungen." Sicher kann er es nicht verhindern, wenn sie es einfach trotzdem tut, aber er kann hoffen, dass sie dieses Angebot zur direkten Unterhaltung nicht ablehnte. 
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Coryla Vykos
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#40

Beitrag von Coryla Vykos » Sa 28. Mär 2020, 17:03

Das Buch. Sie erkannte es wieder. Schon damals als sie ihren ersten Gatten kennen gelernt hatte und er sie herbrachte war es da gewesen. Es überdauerte wohl, wie ein Stein im Boden überdauern konnte. Sie näherte sich Shilana mit ruhigen - wenn auch wispernden Schritten. Wie ein leises Rauschen. Wenn jemand die Augen schließt könnte er meinen am Meer zu sein, aber es war anders. Unbekannte Worte, die keiner verstand. Sie hob die Hand sachte, um die Hand so die Rose es zu ließe, an derer weichen Wange zu legen. "Ein Teil trauert in euch. Aber wisse, niemand ist verloren. Selbst wenn Asche alles ist was geblieben ist, so sind sie noch da. Sie leben in den Handlungen derer die zurück blieben. In ihren Träumen.. und Erinnerungen. Mancher kann sogar den Schleier lüften und sie besuchen." Das Stocken hatte sie bemerkt. Dieses winzige Aussetzen, war genug Wort um die Unsicherheit deutlich zu machen. "Sie sind alle hier, manchmal kann man sie hören, wenn ihr genau zuhörst.. ihr Echo ist immer da."

Sie strich mit den Fingerkuppen über die Wange der Rose. "Es gibt Wesen, die werden geboren und leben nur einen winzigen Moment. Sie wissen, dass sie sterben bevor sie wirklich beginnen zu leben, aber sie fürchten sich  nicht. Das Leben.. wird erst dann wirklich ein Leben, wenn es endlich ist. Dann haben sie gelebt. Tröste es eure Trauer zu wissen." Auch wenn die Rose leugnete, dass manche der Vermissten vermutlich nie zurück kehren würden. "Denen die bleiben, bleibt der Schmerz sich an die Endlichkeit von Existenz zu erinnern. So wie es aussieht, haben wir gesiegt. Der Clan besteht fort und die Pläne des Marionettenspielers sind gescheitert. Vorerst." Sie beugte sich zu ihr. "Wir können ihn hören, aber nicht was er sagt. Doch sein Licht ist nicht erloschen. Es flackerte.. und zuckte, doch beginnt stärker zu leuchten. Er erholt sich, regeneriert sich und wird sicher nicht ruhen. Sag uns.. was empfindet ihr." Sie war neugierig.

Manche Dinge waren so verrückt, dass sie selbst das einfachste nicht mehr genau zu fassen mag oder als nicht real betiteln würde. Während anderes was andere als unsinnig empfanden, als real empfand. Sie leugnet den Tod.. und den Krieg, aber nicht die Gefahr des Spielers names Castiel.
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Niobe
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#41

Beitrag von Niobe » So 29. Mär 2020, 21:12

Hier stand sie nun...Zeit, Ewigkeit...Es waren nur Worte für einen dauerhaften Zustand, welchen sie sich selbst für sehr lange Zeit zurecht gelegt hatte...
Gefühle weit nach hinten gedrängt...so hatte sie ihr Unleben gestaltet, denn so konnte sie sich mit sich selbst arrangieren....Damit, was sie geworden war....und von jenem unseligen Zeitpunkt an sein würde... 

Die Hand auf des Kommandanten Arm zitterte nicht, als sie ihn mit leichtem Druck voran trieb....dem Eingangstor des Schlosses entgegen.... Starr ruhte ihr Blick auf dem kleinen Fenster in der Tür, als dieses sich öffnete und ein Ghul sie mit großen Augen musterte.... Öffne... Der Blick des Dieners wanderte weiter auf das Antlitz des Herrn an ihrer Seite, welcher mit einem ermutigenden Nicken lächelte.... So öffnete sich das Tor und sie schritten über den weitläufigen Hof...

Obgleich sie weder nach rechts noch nach links sah, waren die Auswirkungen des Krieges überall sichtbar....wenn auch inzwischen emsig an einer Beseitigung und einem Aufbau gearbeitet worden war....Natürlich...dieses Gemäuer würde so lange Bestand haben, wie auch nur einer des Bundes übrig bliebe... Sie fragte sich nicht, wen sie antreffen würde...erspürte keine Präsenzen....nur diese Eine dessen, dem sie verbunden ward... Das alleine gab ihr die Kraft, weiter zu gehen...die Treppe hinauf...und schließlich durch das Portal hinein in das Innere des Schlosses....

In der Eingangshalle verhielt sie ihre Schritte...sah sich um und schnupperte....Düfte lagen in der Luft, welche ihr von Anwesenheiten kündeten... Folgt mir zu einem der Gästezimmer, mein Lieber.... Kein Lächeln fand sich auf ihren Lippen ein, derweilen sie den staunenden Kommandanten der Treppe zu den Kellergewölben entgegen dirigierte....Ein kurzer Blick auf sein Profil zeigte ihr an, dass das Innere des Schlosses ihn beeindruckte...Seine Augen wanderten unablässig umher...suchend, registrierend...als sei er bemüht, jede Kleinigkeit dieses Ortes in sich aufzunehmen... Innerlich zuckte sie mit den Schultern....sollte er seine Augen ruhig benutzen, solange er noch welche hatte... Er würde Buße tun....für jeden einzelnen Tag, jenen sie in dieser Kiste verbracht hatte... Es gab viele Knochen zu brechen, Innereien auszuweiden....zwanzig Nägel zu ziehen, die er eh nicht mehr brauchen würde...

Gab es Veränderungen....das mochte wohl sein, denn ihr deuchte, dass sie lange verschwunden war....die genaue Zeitspanne konnte sie nur erahnen.... Wenige Diener kreuzten ihren weg....sehr viel weniger als zu früheren Zeiten....Das alleine zeigte an, wie sehr sich die Dinge gewandelt haben mussten...So hielt sie einen von jenen an seinem Arm fest... Berichtet dem Lord von meiner...Ankunft.... -Rückkehr- schien ihr nicht das passende Wort zu sein, denn in ihrem Innersten war sie nie fort gewesen...

Hier entlang... Der Blick des Kommandanten deutete erste Zweifel an, als er neben ihr die steinige Treppe zu den Kellern hinab stiegt....Geflüsterte Worte fanden an ihr Ohr, welche zum Ausdruck brachten, wie sehr er sich über Gästezimmer in feuchten Gewölben wunderte... Dennoch zeigte er sich als wahrer Galan, indem er wacker ihrem Schritt folgte und erst am Ende eines langen Ganges zögerlich verharrte....als erste Gitterstäbe und Zellen sichtbar wurden.... Nur Mut, mein Lieber... Ihre Worte hatten jeglichen Liebreiz verloren...klangen knapp und kalt... Ihr dachtet doch nicht, dass Ihr zum Lohn für Eure Verbrechen in seidenen Laken nächtigen werdet?... Der Griff ihrer schmalen Hand verschränkte sich mit erstaunlicher Kraft um sein Handgelenk....und zwang ihn voran...Keine Angst....Ihr werdet bekommen, was Ihr verdient habt... So schloss sich die Eisentüre quietschend hinter ihm...ehe sein Protest verklungen war... Sie selbst stand eine Weile still an Ort und Stelle...ehe sie ein paar Schritte zurück wich....für einen kurzen Moment den Rücken gegen die Wand lehnte...und schließlich an jener hinab rutschend zum Sitzen kam....ein Schatten ihrer selbst....innen so wie außen...

Der Ghul erschien indes...gar nicht weit entfernt wohl..... und brachte dem Lord die Kunde von ihrer Rückkehr...


 
~Lady des Lord Landru Vykos~
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~Mami des Ebenbildes ihrer Jüngsten ~ Nahm das Schattenkind Lycin in ihr Haus auf~

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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#42

Beitrag von Latoria » Mo 30. Mär 2020, 08:36

~Latoria.~ Wie der Name über seine Lippen kam hatte etwas, das sie beinahe dazu verführte, ihn darum zu bitten, den letzten Satz noch einmal zu wiederholen. Doch vermutlich würde diese Bitte ihn seinen kleinen feinen Geduldsfaden reißen lassen und er ging direkt zu seinen unterhaltsamen Aktivitäten über.

Nein, noch nicht offenbar hatte Landru schlechte Laune, was eventuell daran liegen mochte, dass er klüger war, als die kleine Lumpenprinzessin. Ja er wusste es nicht wahr? Einen Scheißdreck hatten sie gewonnen, außer der Erkenntnis, wo ihre Schwächen lagen. Ein kleines Lächeln, kaum nur erkennbar liess ihre Mundwinkel leicht nach oben gehen.

Doch nun gut. Spielchen waren nun nicht erlaubt. Und er forderte einfache Antworten wollte er. Nun vielleicht war das besser. Dann konnte das Lumpenprinzesschen vielleicht auch dem Gespräch folgen und begriff vielleicht auch endlich die Zusammenhänge. Andere Alternativen gab es immerhin für das bedauernswerte Ding nicht,  denn nur schwer könnte sie ihr nun ein Bild malen, damit ihre Aussagen in den Kleingeist dringen würden. Also gut und auch nur der alten Zeiten wegen und nicht etwa, weil sie Angst davor hatte, was der Clan oder Landru ihr antun konnten. Nein, sie würde Zeit schinden können.

Ihr Kopf neigte sich nachdenklich von einer Seite zur anderen, denn sie musste wahrlich ein wenig darüber nachdenken. Herrjemine, ohne Metaphern und in einfachen Worten, eine Antwort zu geben war wirklich nicht leid. Das große Ganze würde dabei doch unmöglich erkennbar werden, oder doch?

„Na gut, Du möchtest eine einfache Antwort“ stimmte sie ihrem Tonfall nach zu, bevor sie ihren Blick mit gespielter Demut anhob und auf den Drachen legte.

"Wieso?" kam es dabei voller Unglauben über ihre Lippen, bevor jene sich zu einem kühlen Lächeln verzogen. „Hat einer des Clans einen Finger für mich krumm gemacht, als ich nach dem Weltenbeben in seine Fänge geriet? Hat einer von euch sich je gefragt, was aus mir geworden ist? Der König? Die Königin? Vater?“

War diese Antwort einfach genug formuliert? Vermutlich war eine Gegenfrage unglücklich, aber sicherlich eingehender als ein anklagender Vorwurf. Und es war nett, denn so räumte sie doch immerhin die Möglichkeit ein, dass auch er sich erklären konnte. Kurz biss sie sich in die Unterlippe. Nein anklagend war vermutlich besser. Oder wie dachte er wohl darüber?

Ihre dunklen Augen musterten die kleinen bunten Flecken in dem Grau seiner Augen, während ihre Lippen sich zu einer bitteren Linie formten. Anklagend und gleichzeitig in ihrem Standpunkt verwurzelt, bevor sie sich zu einem sardonischen Lächeln wandten.

„Nein, nicht einmal Du Blut meines Blutes“  Damit liess sie ihre Lider sinken, aber nicht etwa, weil es ihr naheging, über diesen Punkt war sie schon lange hinaus. Nein, vielmehr um jenen Eindruck der Bestürzung einzig und allein noch  zu untermalen. Immerhin, wenn sie sich schon mit ihrer Spitzzüngigkeit und den Metaphern zurückhalten sollte, wollte sie wenigstens den Rest des ganzen Spiel ein wenig subtiler zu gestalten.

Sicherlich stellte dies keine schauspielerische Bestleistung dar, aber dennoch in einer Sache konnte sich der Drache sicher sein, die Antwort war im Grunde ehrlich. Genügte ihm das oder war diese Art in Form einer Gegenfrage auch etwas, dass seine Geduld herausforderte?
 
~ Siebenundzwanzigtausenddreihundertundachtundzwanzig! – Beim Hochlord, nun warte, mit dem Tropfen, ich unterhalte mich gerade! ~

Vielleicht war nun ein guter Moment, ihre Anklageschrift für den Clan vorzubringen. Ihr Plädoyer der Entlastung und zugleich den Clan zur Verantwortung zu ziehen und ihre Beschuldigungen vorzubringen.

"Es war der Hochlord am Ende, der mich erlöst hat. Er der einzig wahre. Eine Fügung offenbar, die mich auserwählt hat, dass ich nach dem Weltenbeben seine Prüfungen erfahren durfte. Ich bin durch Feuer, Hunger und Qual marschiert, Bruder. " kam es einer Prophezeiung, einer Offenbarung gleich aus ihrem Munde, während ihre dunklen Augen spielerisch nach einer noch so kleinen Reaktion, in diesem offenbar gnadenlosen Blick der auf ihr ruhte, suchten. Scheinbar musste sie noch ein wenig schauspielerische Leistung drauflegen.

"Er hat mich als seiner würdig angesehen. Und jene die seine Gnade verdienen, werden nach seiner Wiederkehr ebenfalls in seinem Schatten wandern und sehen, was ich sehe. All jene, die sich jedoch weigern werden ausgelöscht werden, im Feuer tanzen, wie die Prinzessin es tat, und eine neue Ordnung wird geschaffen. In seinem Namen"

Er wollte Ehrlichkeit. Nun es wäre langweilig, da er mit mangelnder Geduld schon drohte, wenn sie ihm einfach nur vor die Füße gespuckt hätte. Aber es wäre eine aufrichtige Geste. Immerhin in ihren Augen war er der letzte, der ihr einen Vorwurf machen durfte oder?  Aber bislang konnte sie noch keine Reaktion erkennen. Das Lächeln wurde ein wenig breiter, gar von Unschuld untermal, aber dennoch durchaus durchtrieben und abgebrüht wirken mochte.

"Bleiben wir bei der Ehrlichkeit. Wir beide wissen, dass es dumm wäre mich vorschnell zu töten, nicht wahr?" Ein kurzes fragendes Funkeln in ihren Augen suchte eine Bestätigung in seinem Blick. Er musste sich doch einmal regen, oder nicht? Aber hach. Vermutlich vergeblich, oder doch nicht? Interessant wäre auch, wessen Entscheidung es gewesen war, aber nun auch dahinter würde sie kommen, zumindest, wenn sie die Lage richtig einschätzte. Aber gut. Einfache Antworten und ohne Metapher. Dann versuchen wir es mal ganz unverblümt...

"Auch wenn die Traditionen es verlangen. Es wäre dumm, jedoch konsequent. Erkennst Du langsam, dass  ich recht habe? Castiel führt euch eure Schwächen vor Augen und trotz allem glaubt ihr noch immer die Oberhand und Kontrolle über alles und jeden zu haben." Sie machte eine kurze Pause, während ihre Augen zur Decke sahen.
 
~ Warte.... warte...  Siebenundzwanzigtausenddreihundertundneunundzwanzig! – Ha! Ich hab’s kommen gesehen! Na mittlerweile komme ich dahinter!  ~

Mit einem Lächeln, liess sie den Wassertropfen ihre Wange hinabperlen, bevor sie wieder Landrus Blick suchte und nahtlos fortfuhr mit der erwünschten Ehrlichkeit.

"Traditionen. Wie amüsant, wie dehnbar der Begriff wird. Dass ich hier stehe, zeugt davon, wie ernst die Obrigkeit ihre Gesetze nimmt, nicht wahr? Dafür, dass der Clan so furchtlos ist, scheint es dennoch etwas zu geben, was euch zurückhält. Kein Wunder, dass jeder macht, was ihm gefällt und ihr euch leichter zerschlagen lasst als  ein Schwarm Fliegen.“

Na, wie hoch flammte sein Zorn. Wie lange konnte sie ihm den Spiegel ihrer Wahrheit vor Augen halten ohne dass er ihr diesen aus der Hand schlug, da er das ungeschminkte Bild darin nicht ertragen konnte. Konnte sie noch einen Schritt auf das eh schon dünne Eis wagen ohne einzubrechen? Kurz kniff sie abschätzend die Augen zusammen, bevor sie mal mehr oder minder geschickt versuchte die Kuh vom Eis wieder vom Eis zu holen.

„Bruder, seien wir ehrlich. Nicht Dich allein trifft die schuld.“ Unschuldig liess sie ihre Wimpern sinken, demütig aber gleichzeitig mit einem verschlagenen Lächeln auf den Lippen. „Dass der Prozess schon lange währt, dafür spricht, dass auch dein Kopf noch auf deinen Schultern thront. Und nun bin ich mit einer ehrlichen Frage dran.“

Sicherlich war sie nicht in der Position Antworten zu fordern, aber dennoch, wenn es sich hier zu einer ehrlichen Unterhaltung formte, nun dann wollte sie nur für das kleine Lumpenprinzesschen eine Sache aus seinem Mund hören.

„Und beantworte sie weise und einfach, so dass das Prinzesschen es dort auch endlich versteht, denn nur ihr zuliebe stelle ich sie dir.“  Es war ein gespielt mitleidiger Blick mit dem sie auf Fenja deutete, bevor sie weitersprach. „Du nennst mein Handeln Verrat. Warum also noch all die Mühen? Warum kein kurzer Prozess? Sag, warum existiere ich noch? Sag es ihr, ohne Metaphern oder Spitzzüngigkeit. Leicht und verständlich. Und danach beantworte ich dir alle Fragen, so aufrichtig ich es vermag und soweit Du die Antworten vertragen kannst.“

Bei so viel Ehrlichkeit und Entgegenkommen, war es doch das Mindeste, dass er ihrer Bitte nachkam. Oder schlug er doch das Gespräch -diesen kleinen sogar altruistischen Handel- mangels fehlender Geduld aus? 
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Würdest du für mich sterben? ... Nein, das wäre zu einfach. Würdest du für mich leben?
Du solltest diesen Eid auf keinen Fall unbedacht leisten... ~ Seine Worte an ihrem Ohr - Ja, sie wollte es - für ihn allein ~

Verlangen wird zu Hingabe, Hingabe wird zu Macht... und sie gab sich ihm - dem Wahnsinn- hin
Castiel & Latoria

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Shilana
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#43

Beitrag von Shilana » Mo 30. Mär 2020, 12:37

Sie lässt es zu, dass das leise Rauschen und die leichte Berührung sie für einen Moment der Realität entführen, sie zu einem Ort leiten an dem Schmerz und Trauer keine Bedeutung haben. Doch so verlockend jener Ort auch sein mag, der Realität kann man nicht entfliehen…nur seine eigenen Wege finden sich ihr zu stellen…oder eben auch nicht.

Doch manchmal ist ein Echo nicht genug…

Flüstert sie leise, bevor sich der Blick ihrer ausdrucksvollen dunklen Augen erneut auf Coryla legen und ein freudloses Lächeln ihre Lippen umspielt. Trauer? Nein...auch wenn ein Hauch davon vermutlich vorhanden ist, überwiegt immer noch die Wut. Wut auf Jene, die es gewagt nicht zurück zu kehren. Wut, die sich vermutlich irgendwann wandeln wird in Trauer, Schmerz oder was auch immer, doch noch ist es dafür zu früh.
Und vor allem hat sie wirklich keine Zeit, oder besser gesagt, kein Verlangen sich mit derlei Empfindungen auseinanderzusetzen. Es ist wie es ist und kein noch so intensives Gefühl wird daran etwas ändern. Wozu also Zeit und Energie damit verschwenden. Eine recht angenehme Theorie, die in der Praxis jedoch gerne versagt, wie auch sie gelegentlich feststellen muss, zu ihrem Leidwesen.

Doch genug der Gedanken, anderes ist wichtiger, wie eben jener…wie hat Coryla ihn so trefflich genannt?.... Marionettenspieler.
Er ist wohl tatsächlich zurück. Bleibt nur die Frage…wie stark ist er noch? Wieviel schaden vermag er noch anzurichten? Fragen deren Antwort noch im Nebel verborgen liegt.

Was ich empfinde?

Die Frage scheint sie tatsächlich zu überraschen, doch die Antwort scheint leicht, glaubt man dem Tonfall ihrer Stimme, welcher es gelingt, selbst in aller Härte und Kälte sich immer noch den Hauch von Sanftheit zu wahren.

Wut…aber auch die Gewissheit, dass es ihm nicht gelingen wird den Clan zu zerstören.

Woher diese Gewissheit stammt, oder gar Gründe dafür zu nennen, vermag sie nicht, aber es entspringt ihrer tiefsten Überzeugung, und das muss wohl genügen.

Eigentlich paradox, dass sie keinerlei Furcht verspürt, bedenkt wie hart er den Clan beim ersten Male getroffen hat und wie geschwächt sie daraus hervorgegangen sind. Geschwächt, aber dennoch stärker als je zuvor. Mit all seinen Armeen und all seiner Macht hat er sie nicht zerstören können. Treffen…verwunden…das durchaus…aber nicht zerstören. Und nur das ist es, was zählt.

Fragend sucht ihr Blick den Corylas, welcher stets ein wenig entrückt wirkt, so als wären ihre Gedanken in weiter Ferne, um zu sehen ob ihr die Antwort genügt.
Doch dann ist es ihr eigener Blick, der sich für einen Moment verschleiert….in die Ferne rückt, während ein wissendes Lächeln mit ihren Lippen spielt.

Sieh an…einige kehren wohl doch noch zurück…

Murmelt sie leise, während sie der schwachen Aura nachspürt, welche sie so unversehens wahrnahm. Eine Aura, welche ihr noch wenig vertraut, fast fremd, ist,…doch ihr genau durch diesen Umstand verrät, wer in den Schoss des alten Gemäuers zurückgekehrt ist.

Niobe...

Flüstert sie kaum hörbar.
Eine anmutige Geste, mit welcher sich ihre Hand auf das alte Buch legt. Gut, dass sie mit der Niederschrift der Liste noch nicht begonnen hat.
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Kain
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Re: Von der Ewigkeit der Zeit

#44

Beitrag von Kain » Di 31. Mär 2020, 19:55

Selbstredend wusste Kain, dass der Krieg noch nicht vorüber war.  Er hatte es in Enoias Augen gesehen, bevor sie auch nur ansatzweise mit der Sprache rausgerückt war. Nicht umsonst hatte er bereits Landru aufgetragen gehabt, sich angemessen um Latoria zu kümmern.

Nicht aus Gnade oder einer menschlichen Emotion heraus. Für ihn war es eiskaltes Kalkül sich die Waffe seines Feindes zunutze zu machen. Und wenn sie sich nicht brechen liess, nun dann gab es immer noch die Möglichkeit sie zu richten.

Nachdenklich blickte er auf das tiefe rot in seinem Kelch. Ja sie waren wenige geworden. Der Krieg hatte sie vernichtet oder in die Flucht geschlagen. Im Grunde war es gleich, welches Schicksal ihnen widerfahren war. Denn so trennte sich offenbar die Spreu vom Weizen und übrig blieben jene die sich dem Clan wahrlich treu verschrieben hatten.

Nun vielleicht war es nicht die schlechteste Idee seines Sohnes, dass sie allesamt ihren Schwur erneuern sollten. Auch wenn für ihn bereits der erste als bindend galt. Aber diesen damit noch einmal in Erinnerung zu rufen, war vielleicht kein Fehler.

Er blickte auf die kleine Notiz vor sich, bevor er sich erhob und die Nachricht mit einem eisigen Schmunzeln abtat.

Es war nur einen kurzen Moment später, als seine Gestalt daraufhin in den Gewölben auftauchte. Ein Erscheinen aus dem er keinen Hehl machte und der düsteren Aura erlaubte sich auszubreiten, als er den vor der Tür zusammengesunkenen Körper bereits erblickte.

„Sieh an. Mir wurde von Eurer Ankunft berichtet.“ Kam es ein wenig kühl hervor. Musternd blickte er auf Niobe herab, welche sicherlich jemand anderen als ihn erwartet hatte. Aber er würde ihr kaum erklären müssen, wo der Fehler lag. Oder doch? Seine Hand streckte sich ihr entgegen. Eine Geste lediglich, um ihr aufzuhelfen. Da sogar sein Sohn den Glauben an ihre Rückkehr verloren und für sich die Angelegenheit beendet hatte, war auch er der Meinung, dass sie wohl kaum zurück in den Schoss des Clans kehren würde. Doch manchmal gab es auch Überraschungen.

„Keine Sorge. Ich habe den Boten bereits weitergeschickt. Wir beide wissen, dass Eure Botschaft nicht mir galt, sondern einfach unglücklich formuliert war.“ Ein finsteres Blitzen durchzog das tiefe Dunkel seiner Augen, tadelnd, warnend und dieses eine Mal durchaus sogar vergebend.
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† Kain Vykos † Lord des Clans der Vampire † Oberhaupt der Familie Vykos †
Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht,
wer den tollsten, imaginären Freund hat.

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