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Flucht aus dem Kinderheim

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Maliwa
Landstreicher / Landstreicherin
Beiträge: 2
Registriert: Mo 30. Mär 2026, 23:52

#1

Beitrag von Maliwa »

Maliwa konnte sich nicht daran erinnern, wie es war, ein Zuhause zu haben. Man hatte sie als Säugling einfach im Kinderheim abgegeben – ohne Namen, ohne Erklärung, ohne jemanden, der je zurückkam. Die Betreuer gaben ihr schließlich den Namen, doch ein Gefühl von Zugehörigkeit blieb ihr fremd.
Im Heim war alles geregelt: feste Zeiten, strenge Regeln, wenig Wärme. Während andere Kinder miteinander spielten, zog es Maliwa immer wieder an denselben Ort – hinaus, über die knarrende Hintertür, vorbei an den Zäunen, bis hin zum kleinen Gehege am Rand des Dorfes. Dort arbeitete der Tierpfleger.
Die Tiere waren anders als Menschen. Sie fragten nicht, woher sie kam. Sie urteilten nicht. Wenn Maliwa bei ihnen war, fühlte sie sich zum ersten Mal ruhig. Sie sprach mit den Ziegen, saß stundenlang bei den Hühnern und streichelte vorsichtig die größeren Tiere, als würde sie ihnen ein Geheimnis anvertrauen.
Doch ihre Ausflüge blieben nicht unbemerkt.
Immer wieder wurde sie erwischt. Die Betreuer schimpften, sperrten sie ein, verboten ihr, das Heim zu verlassen. Einmal musste sie tagelang in ihrem Zimmer bleiben. „Du gehörst hierher!“, sagten sie streng. Doch genau das fühlte sich für Maliwa nie richtig an.
Denn ihr Herz war längst woanders.
Eines Abends, als der Himmel sich dunkel färbte und der Wind durch die alten Fensterläden pfiff, traf Maliwa eine Entscheidung. Keine wütende, keine laute – sondern eine stille, feste. Sie wartete, bis alles schlief. Dann schlich sie sich hinaus, vorsichtig, Schritt für Schritt… und kam nie wieder zurück.
Von da an lebte sie zwischen den Schatten des Dorfes. Mal schlief sie in leeren Schuppen, mal unter freiem Himmel. Sie lernte, sich zu verstecken, sich leise zu bewegen, kaum Spuren zu hinterlassen. Es war kein leichtes Leben – aber es war ihres.
In einer kühlen Nacht, als der Mond nur schwach durch die Wolken schimmerte, zog es sie wieder zu den Tieren. Vorsichtig schlich sie sich zum Hof des Tierpflegers. Alles war ruhig.
Doch dann hörte sie ein leises, schwaches Geräusch.
Ein Quieken.
Neugierig und zugleich besorgt folgte Maliwa dem Laut bis in den Stall. Dort, im Stroh, lag ein winziges, zitterndes Schweinchen – gerade erst geboren, viel kleiner als die anderen. Es wirkte verloren, als hätte es die Kraft der Welt noch nicht ganz erreicht.
Ohne zu zögern kniete Maliwa sich zu ihm. Behutsam hob sie es hoch, hielt es nah an sich, damit es warm blieb.

„Hey… ich bin da“,

flüsterte sie leise.
Das kleine Schweinchen beruhigte sich langsam, als würde es ihre Stimme verstehen.
In dieser Nacht wich Maliwa nicht von seiner Seite. Sie wärmte es, sprach mit ihm, passte auf, dass ihm nichts geschah. Und irgendwo zwischen der Dunkelheit und dem ersten Licht des Morgens wusste sie, dass sie nicht mehr allein war.

„Ich nenn dich Sianca“,

sagte sie schließlich leise.
Das Schweinchen gab ein kleines, zufriedenes Geräusch von sich.
Und zum ersten Mal in ihrem Leben hatte Maliwa nicht nur einen Ort gefunden, an den sie gehörte – sondern auch jemanden, der zu ihr gehörte.
Maliwa - Ein Tier ist Erlicher als es je ein Mensch ist.Bild
Tochter von Leonhart und Diara deSato
Schester von Conall.
Sianca das Schweinchen stets an ihrer Seite
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Maliwa
Landstreicher / Landstreicherin
Beiträge: 2
Registriert: Mo 30. Mär 2026, 23:52

#2

Beitrag von Maliwa »

Also… sie war schon eine ganze Weile unterwegs, zusammen mit Sianca. Sie schlief mal hier, mal da, und manchmal redete sie einfach mit den Bäumen, weil die wenigstens zuhören konnten.
Und dann… traf sie Diara.
Diara war… na ja… irgendwie komisch angezogen. Maliwa fand das sofort.
Sie trug so einen schwarzen Topfanzug. Also wirklich! Maliwa dachte erst, sie hätte sich verlaufen und wäre in einem Kochtopf stecken geblieben.
„Schwitzt du da nicht drin?“ hatte Maliwa sie direkt gefragt.
Aber Diara hatte nur gelächelt. Und sie war freundlich. Sehr freundlich sogar.
Und sie hatte einen Bogen dabei! Das fand Maliwa richtig beeindruckend. Also blieb sie einfach bei ihr. Ein bisschen. Dann ein bisschen länger. Und dann ganz viel.
Sie lachten, redeten, und Sianca mochte Diara auch sofort. Das war wichtig. Sehr wichtig.
Eines Tages – es war Mittag und die Sonne war ganz warm – trafen sie sich wieder.
Und dann stellte Diara diese Frage.
„Hast du schon ein Zuhause gefunden, Maliwa?“
Maliwa schaute zu Sianca. Dann wieder zu Diara.
Und sie schüttelte langsam den Kopf.
Aber dann… nahm Diara sie einfach mit.
Und plötzlich war da nicht nur Diara.
Da war ein Haus.
Und ein Mann.
Und… ja… noch jemand im Topfanzug!
Maliwa blinzelte.
„Tragt ihr das freiwillig?“ fragte sie.
Der Mann lachte nur ein bisschen.
Und dann kam noch jemand dazu.
Conal.
Maliwa kannte ihn schon. Er war immer der, der sie ein bisschen ärgerte. Besonders wegen Sianca.
„Na, dein Schwein wieder dabei?“ hatte er früher immer gesagt.
Aber diesmal… war es anders.
Denn neben ihm… stand ein anderes Schweinchen.
Maliwa machte große Augen.
„Du hast auch eins?!“
Conal grinste.
Und Maliwa musste plötzlich lachen.
Dann wurde sie wieder ganz ernst und stellte die wichtigste Frage überhaupt:
„Darf Sianca bleiben?“
Es war ganz still für einen Moment.
Dann nickten sie.
Und genau da wusste Maliwa…
…dass sie nicht nur ein Zuhause gefunden hatte.
Sondern eine Familie. 🐖✨
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Schester von Conall.
Sianca das Schweinchen stets an ihrer Seite
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