Willkommen im D4O-Forum
 
Wichtiger Hinweis für Benutzer die sich hier im Forum registrieren möchten :

Es gelten für den Benutzernamen die gleichen Regeln wie auch auf den Servern von D4O !! 

 In Zukunft werden Forenaccounts deren Namen nicht den Regeln entsprechen, kommentarlos gelöscht.

<<< Ihr findet die Forenregeln hier : Forenregeln / Leitfaden >>>
 

Jade & der Hauch des Waldes

Dieser Bereich dient für Rollenspiele die sich nicht direkt auf einen Server beziehen oder auch von D4O losgelöst sind.
Forumsregeln
Bezgl. Urheberrecht

Bitte beachtet, das fremde Texte nicht so einfach benutzt werden dürfen. Es hilft auch nichts, wenn man die Namen ändert oder einzelne Wörter austauscht. Benutzt ihr für eure RP fremde Texte, muss eine Quellenangabe bzw. die Erlaubnis des Erstellers vorliegen.
Bei Verstoß dagegen erfolgen folgende Strafen :

1. Verstoß

Verwarnung des Users, sowie Löschung der auf das Urheberrecht bezogenen Texte

2. Verstoß

Forumsperre für ALLE Accounts des Users für 48 Stunden, sowie Löschung der auf das Urheberrecht bezogenen Texte

3. Verstoß

Dauerhafte Sperrung sämtlicher Forenaccounts des Users, sowie Löschung der auf das Urheberrecht bezogenen Texte

Dieses betrifft nur eure Accounts hier im Forum und nicht eure Spielaccounts für Die 4te Offenbarung.
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#1

Beitrag von Jade »

~seit ein paar Tagen war sie nun auf diesem Stückchen Erde. Barfuß, mit einem kleinen Rucksack und einem Stock in der Hand. Einem Wanderstock, um genau zu sein, der sie den ganzen Weg hier her gestützt und begleitet, aber auch beschützt hatte. Er war in sich gedreht, während Jade geradlinig erschien. Immer bedacht darauf nicht aufzufallen, mit einem Kleid, welches scheinbar unscheinbar an ihrem Körper hing. Sie war dünn geworden auf dem Weg, doch die Hoffnung ließ sie Fuß vor Fuß setzen. Manchmal trieb sie sich genauso auf dem Markt herum, nicht nur um die Waren zu betrachten, nein, scheinbar suchte sie nach etwas Wertvollerem.
Manchmal blieb sie an den schönsten und buntesten Stoffen eines Wagens stehen. Sprach ein paar Worte mit dem Händler, um dann weiterzuziehen. Warum? - das konnte sie nicht einmal genau sagen. Intuitiv, seltsam ruhig, aber als hätte sie ein Ziel erreicht, glitten ihre Augen über die Menschen, abschätzend, prüfend und doch mit einem Hauch der Hoffnung. Diese eine Lady, die, mit dem Met, die schien sie zu interessieren, oder war es doch der Mann an dessen Seite? Sie blieb stehen, rührte sich nicht, an der Ecke des einen Standes, doch war da etwas, das sie interessierte. War es ihr auftreten? Oder seine Körperhaltung? Oder einfach das Gefühl in der Magengegend, welches es ihr schwerer machte weiterzuziehen?
Selten gab es diese Augenblicke im Leben, aber dieser Moment war einer von Ihnen. Diese Stimme, dieser Ton - unmerklich hob sich ihr Kinn erwartungsvoll empor. Ein winziger Hauch von Stolz lag in ihrem Blick, innerlich zerriss sie fast das klopfende Herz. Konnte es wahr sein? War er es? Oder nur – Ihr Wunschdenken? Er schien mit seiner Frau unterwegs zu sein. Das bunte Treiben der verschiedensten Leute ließ nicht nach, so dass sie nur ein paar Worte auffangen konnte. ~

„Dieses Bad in der Menge... Immer wieder ein Albtraum“,
~murrend schob er sich an ein paar Leuten vorbei, mit dem unguten Gefühl beobachtet zu werden. Er sah sich um, aber erblickte im ersten Moment niemanden. ~ „Was fehlt den nun noch?“ ~Wobei sein gequälter Blick fragend auf der Frau neben sich lag. ~ „Ich will aus dieser Menge raus.“

~Scheinbar wie aus einem Tagtraum gerissen wirkt die Dame ein wenig genervt von ihrem Gatten. Auch sie sah die Leute kommen und gehen. ~
“Ich wollte noch nach Stoffen für ein neues Kleid schauen.“

~Und da war auch Jade aus ihrer Starre gerissen. Sie wollten zu den Stoffen, zu dem Stand, an dem sie gerade sie aufhielt, doch bevor das Juwel auch nur einen Schritt gemacht hatte, hatte die Dame ihr schon zugenickt und gegrüßt. Instinktiv trat sie einen Schritt zurück, um Ihnen Platz zu machen. Ebenso war ihr Blick gesenkt, anstandshalber, wie es einem Paar gegenüber sich gehört, oder aber das die winzigen, geheilten Naben ihnen keine Angst machte. Sie gewährte ihnen den Raum, allerdings war sie wirklich wie erstarrt. Da war etwas an diesem Menschen, das sie fesselte. ~
„Sieh‘ mal da liebes, das wäre doch ein schöner Stoff.“ ~
„Das ist er wirklich. Ich denke, den nehmen wir auch.“
~ mit gekonnten Griffen ließ die Lady ihre Hand über die verschiedenen Stoffe, die nicht nur in Farbe, sondern auch im Material anders waren, gleiten. Trotz der Schönheit der Ware, fiel ihr Blick immer wieder auf die junge Frau. War es, weil sie so dürr war, musste man sich Sorgen machen?  ... man wusste es nicht. Doch sie stupste ihren Gatten an, damit er nicht so starrte. ~

~ertappt, aber es konnten nur Sekunden gewesen sein, an denen sie ihm wirklich in die Augen sah, huscht Jades Blick gen der Dame. ~
„Entschuldigt.“
~ihre Stimme war für den Ein oder anderen ganz sicher unverkennbar, denn manchmal, wenn sie auf ihrer Lichtung saß, begann sie die Melodien des Waldes zu summen. Zu singen, um mit dem Wind in Einklang zu kommen und ganz ganz selten sogar mit ihm zu Tanzen. Sie besaß nichts mehr, außer das, was sie am Leib trug, Anstand und sich selbst und ihren Zauber. ~
„Ich wollte Euch nicht anstarren.“

~Mittlerweile blickte Vigiliae direkter in die Richtung der unbekannten und doch seltsam vertraut wirkenden jungen Dame. Schüttelt dann innerlich den Kopf und sagte nichts zu ihr. Im Gegenteil er wendete sich wieder seiner Frau zu. ~
„Ich weiß nicht, irgendwie denke ich er könnte Dir gutstehen, des Weiteren hast du Grün bisher selten getragen.“

~Zwischen den Beiden schien etwas zu sein, was bisweilen keiner zu deuten vermochte, das schien auch der Lady nicht entgangen zu sein. Um die Situation vielleicht ein wenig zu lockern, ergriff sie das Wort. ~
„Verzeiht, wolltet Ihr diesen Stoff? Immerhin seid Ihr zuerst hier gewesen.“

~ungewollt handelt die junge Frau spontan, beginnt zu lächeln und verliebt den Stoff anzusehen. ~
„ich könnte ihn mir nicht leisten, Lady. Bitte nehmt ihn. Die Farbe des Waldes würden euch sicher stehen.“
~auch wenn sie der Dame ein Lächeln schenkt, so streift der Rest des Blickes wieder ihren Gatten - das war schon fast peinlich. ~
„Er ist...“
~sie wagte sich und trat diesen Schritt, der sie trennte zu ihnen. ~
„bezaubernd.“
~Magie lag in der Luft, als sie ihm antwortet~
„Wenn ihr Glück habt, wird sie sich den Gegebenheiten anpassen. Ich wünsche es jedem, denn der Hauch des Waldes ist etwas Besonderes.“

~Vigiliae fasste bei ihren Worten Instinktiv nach dem dem Stoff, um seine Beschaffenheit genauer zu erstasten. Es war seltsam, denn Obwohl er diese Worte zum ersten Mal hörte schienen sie, wie auch die Dame, ungemein vertraut. Auch Namayah sah kurz um die Ecke und bemerkte, dass die Farbe der Robe, der Augen der Dame fast gänzlich glichen. Es machte den Anschein, als würde die Robe nach ihr rufen. So trat sie an Vigiliae und flüsterte ihm leise etwas zu ~
„Gib sie der Dame, Vigiliae. Die beiden gehören zusammen.“
~ sichtlich irritiert erwidert er leise. ~
„Bist du dir sicher, dass du ihn nicht haben möchtest?“
~sie nickte nur und er reichte Jade die Robe. Nun konnte sie sich sicher sein, dass ihr Instinkt funktionierte. Als Namayah seinen Namen bekannt gab, schien die junge Frau fast zu taumeln. Zwischen Hunger, wenigem Schlaf, unendlicher Sorge aber auch Hoffnung, war das Essen auf der Strecke geblieben. ~

„Das kann ich nicht annehmen.“
~und wie aufgeschnappt wiederholt sie seinen Namen, im Gegensatz zu vorher mit einem offenen Blick, trotzdem berührten sich ihre Finger ganz kurz und kaum merklich. Er sah ihr zum ersten Mal ins Gesicht und ließ die Robe fast fallen. ~
„Das kann nicht sein.“ ~ fassungslos sah er die Frau vor sich an. ~
„Jade? Wie ist das möglich? Ich dachte ... ich... ihr alle... das kann doch nicht Stimmen...“
~indessen hatte sich seine Frau um ein Glas Wasser bemüht und reichte es Jade. Diese nahm es dankend an. Das war ihr so gut wie noch nie passiert, aber für alles gab es bekanntlich das erste Mal. Nachdem der erste Schluck ihren Magen erreicht hatte, sah sie gen Vigiliae, er hatte Recht, jedoch fand sie ihre Stimme gerade nicht wieder. Worte, die sie ihm immer sagen wollte, wenn sie ihn fand - Futsch, einfach weg, als hätte der Wind ihr Hirn durchpustet. ~
„Wir nehmen sie mit, sie wird unser Gast... das bin ich ihr Schuldig... Das und so vieles mehr...“
~ entschlossen aber mit einem Glanz in den Augen dreht er sich wieder zu seiner Totgeglaubten Schwester zurück. ~
„Du wirst uns doch begleiten ... oder?“
~ sagte er verzweifelt unsicher und wendet sich seiner Gemahlin zu, die gerade den Kopf schüttelte, als wolle sie diesen leeren ~
„Möchte mich vielleicht jemand aufklären? Seit wann liegt dir so viel an Leuten, die du nicht kennst? Was ist hier gerade los?“
~ dann erst sieht sie die Spuren der eingesetzten Trauer, wenn es denn Trauer war. Vigi hingegen ließ kaum eine Ablehnung gelten, denn er fiel ihr ins Wort. ~
„nicht hier, Ich verspreche, ich erkläre es dir, aber lass uns bitte aus der Menschenmenge.“
~ Ihm wurde schlagartig bewusst, dass sie immer noch in der Menge des Marktes standen und wollte hier nur noch fort. Er duldete keine Zeitverschwendung mehr und so fanden sich die Drei auf dem Heimweg wieder – schneller getan als gedacht und mit noch sehr viel Redebedarf im Gepäck & einer vergessenen Freundin.~
"Wartet!"

(Fortsetzung folgt)

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#2

Beitrag von Jade »

(Vorgeschichte)
~Das Dorf lag in Schutt und Asche, als die Flammen wie ein wütendes Inferno durch die engen Gassen tobten. Die Strohdächer der Häuser brannten lichterloh, während die restlichen Bewohner in Panik flohen. Die Schreie der Menschen und das Knistern der Flammen erfüllten die Luft, als das Dorf in einem Meer aus Feuer und Rauch versank. Die junge Frau, rannte um ihr Leben, ihre Füße brannten auf dem heißen Boden, während sie verzweifelt nach ihrem Bruder Ausschau hielt.
Stattdessen hörte sie plötzlich eine Stimme hinter sich.
„Jade, hierher!“, es war Kiome, ihre Freundin aus Kindheitstagen. Sie packte ihren Arm und zog sie mit sich, weg von den Flammen und dem Chaos. „Komm, wir müssen hier weg!“ Jade nickte, noch benommen von dem Schrecken und folgte ihr durch die Rauchschwaden.

Das Ziel war der nahegelegene Wald, der vorerst ihre Zuflucht werden sollte. Sie suchten nach der Höhle, in der sie früher schon viel Zeit verbrachten, um ihre Gedanken zu ordnen und Nerven zu beruhigen.
Von dort aus entwickelten sie ihr weiteres Vorgehen. Jade erzählte ihrer Freundin von dem Plan, ihren Bruder zu suchen und ihre Freundin legte gleich los.
„Wir sollten zuerst zum Fluss gehen,“ sagte sie, während sie eine Karte aus ihrem Rucksack holte. An sowas hatte Jade gar nicht gedacht, also rutschte sie zu ihr und sah mit auf den Papyrus. „Wenn er geflohen ist, könnte er dort entlanggelaufen sein.“
Jade nickte, ihre Augen waren fest auf die Karte gerichtet. „Ja, das ist eine gute Idee. Und was ist mit dem Dorf auf der anderen Seite des Flusses? Vielleicht hat er sich dort versteckt?“ Jetzt war es an Kiome zu nicken. „Das ist gut möglich, wir sollten aber vorsichtig sein, wenn wir dort ankommen. Wir wissen nicht, ob Angreifer noch in der Nähe sind.
In dem alten Dorf trafen sie auf eine alte Frau. Sie saß auf einem Holzstuhl vor ihrem Haus, ihre Augen waren tief und Weise, ihre Haut von Falten gezeichnet, die vom Langen Leben zeugten. Sie hatte ein Kopftuch umgebunden, das ihre grauen Haare verbarg, und ihre Hände waren von der Arbeit im Garten gezeichnet. Sie sah Jade und Kiome mit einem Blick an, der durch sie hindurchzusehen schien, als sie ihre Geschichte hörte.
„ja, da gab es tatsächlich Jemanden.“ Sagte die alte Frau, ihre Stimme war leise und bedächtig. „Er war jung und rannte wie ein Verrückter zum Hafen. Ich dachte, er wäre in Schwierigkeiten, aber ich wusste nicht was los war. Er soll das Schiff bestiegen haben, das gerade ablegte. Aber wohin es fuhr, weiß ich nicht. Es war ein Handelsschiff, wenn ich nicht irre.“
Jade und Kiome sahen sich an, ihre Augen waren voller Sorge und Hoffnung. Sie wussten, dass sie schnell handeln mussten, doch dieses Schiff war ausgelaufen.
„Das Schiff, welches ihr sucht, ist wahrscheinlich die Morgenstern.“, sagte der Seemann, während er seine Pfeife stopfte. „Sie fährt regelmäßig nach Norden, um Waren in den Häfen von Nordland zu liefern. Wenn dein Bruder auf dem Schiff ist, wird er wahrscheinlich in Nordland an Land gehen.“
Es war ein derber Rückschlag. Jade und Kiome sahen sich enttäuscht an, jedoch war es nun fort. Irgendetwas in ihr wollte aber nicht aufgeben. Sie waren gerade ein paar Meter von dem alten Seemann entfernt, da kam ein Hafenarbeiter auf die Mädchen zu, der ihnen wohl gelauscht oder das Gespräch aufgefangen hatte. Er erzählte ihnen, dass er das Schiff gesehen hat, auf dem Jades Bruder war. Seine Beschreibung passte haargenau auf Vigiliae. „Ich habe es wirklich gesehen,“ beteuerte er, während er nervös wirkte. „Es war ein dunkles Schiff mit einem roten Segel. Es sah aus, als ob nicht nur er in Eile war und es fuhr nach Osten zu den Inseln.
Jades und Kiomes Augen trafen sich, ihre Mienen waren entschlossen. Sie wussten, jetzt waren sie auf der richtigen Spur. Bei jedem Kapitän frugen sie nach wohin seine Segel ihn tragen würden und wurden bald fündig. Gegen eine großzügige Anzahlung nahm er sie an Bord und versprach das sie auf seinem Handelsschiff nur beste Waren finden würden, die er gedachte an den Mann zu bringen. Mit seinem buschigen Bart begrüßte er sie freundlich und zeigte ihnen ihre Kabine. Die Reise war nicht ohne Gefahren, aber Jade und Kiome waren fest entschlossen. Sie verbrachten ihre Tage an Deck, beobachteten die See und unterhielten sich mit der Besatzung.
Nach einigen Tagen auf dem Wasser sahen sie endlich ihr Ziel – die Inseln in der Ferne. Die Mädchen konnten ihre Aufregung kaum unterdrücken, sie war fast greifbar. „Meinst du, er ist wirklich hier?“ fragte Kiome, in dessen Stimme Hoffnung lag. „Ich weiß es nicht, aber wir werden es sicher bald schon herausfinden.“ Antwortete Jade.

Der Kapitän des Schiffes rief etwas, und die Besatzung begann die Segel zu reffen. Das Schiff näherte sich langsam der Insel und sie konnten die Einzelheiten des Landes sehen. Als das Schiff anlegte, bekam der Kapitän den Rest der gesparten Münzen und sie sprangen an Land. „Wo sollen wir anfangen?“ fragte Kiome während Jade überlegte. Unwahrscheinlich aber … „Im Zentrum der Insel,“ antwortete sie ihr, obwohl sie genau wusste, dass ihr Bruder niemals freiwillig sich in die Menschenmassen begeben würde. Aber genau dort würde er erst einmal kaum auffallen. „Dann gehst du auf dem Marktplatz linksherum und ich rechts. Finden wir ihn nicht, so treffen wir uns in der Mitte, am Brunnen, wieder und sehen weiter.“ … das war der Plan. ~


„Wir können noch nicht gehen.“
~antwortet sie daher der Gattin ihres Bruders, die fragend und verwundert ansah.
~
„Ich bin nicht allein hier.“
~im Arm hielt sie noch immer diesen wunderbaren Stoff. Diese Farbe ließ sie im Arm selbst noch blass wirken. ~
„Kiome.“
~als ob sie sie rufen könnte sah sie sich nach ihr um, schlagartig wurde ihr bewusst, dass sie wie in Trance Vigiliae gefolgt war. Kiome hingegen hatte Jade noch gesehen, einen Moment hatte sie einen Blick über diese herrlichen Stoffe genommen, schaute wieder auf und weg war sie, von den Menschen verschluckt. Sie lief schneller, presste sich durch die Menschen hindurch, blickte suchend umher, wo Jade denn nur stecken könnte. Es war viel zu laut hier, also unterlies sie das Rufen nach ihr - in ihrem Innersten wusste sie, ihre langjährige Freundin war noch ganz in der Nähe~
„Herr Gott wo war sie denn wieder?“
~Sie suchte weiter, irgendwo muss sie ja stecken. Während Jade Namayah und ihrem Gatten das Aussehen Kiomes offenbarte. 3 Paar Augen hielten Ausschau nach der Freundin und wurden auch fündig. ~ „
Dort hinten, ich glaube da ist sie. Kiome!“
~durch die Masse war es gar nicht so leicht sie zu finden, aber Namayah nutzte die Chance, kletterte auf einer der Kisten und war fast lauter als der Markt zusammen. Kiome striff sich durch ihr verstrubeltes Haar, das sie noch niemals wirklich in Form hatte bringen können, fluchte leise~
„verflixt wo bist du abgeblieben?“
~hatte sie eben richtig vernommen? rief da jemand ihren Namen, sie hob die Hand und winkte~
„hier, hier bin ich“
~die Hand war noch in der Luft, denn sie winkte weiter, obgleich sie nicht wusste, wem es galt. Jade hingegen war fasziniert, was für Töne aus Namayah herauskommen konnten. Sie sah gen Vigiliae und drückt ihm die Robe noch einmal in die Hand~
„Bitte geht nicht weg.“
~hin und her gerissen, zurückzukommen und alles war nur ein Traum, würde sie nicht ertragen. Darum sah sie mitten im Weggehen auch noch einmal zurück, eilt dann aber weiter gen Kiome, um sie aufzufangen~
“ich bin hier! Hier, Kio!“

~jetzt sah sie Jade, eiligst rannte sie zu ihr, nahm ihre Freundin in die Arme~ “hab‘ ich dich wieder“ ~flüsterte sie~ „und wohin gehts jetzt?“ ~sah sie neugierig an - hatte Jade ihr etwas zu erzählen, hatte sie ihn gefunden, ihren Bruder? ~
„Er ist es wirklich.“
~ihre Augen strahlten, sie wirkte aufgeregt und umfasst ihre Hände~
„Komm, Ich stell dich ihnen vor.“
~währenddessen half Vigiliae seiner Frau wieder von der Kiste herunter. Geduldig warteten sie, ob Jades Bruder sich noch immer unwohl in der Masse fühlte, doch ohne Jade nun zu gehen, war keine Option mehr. So viele Fragen waren unausgesprochen und die Antworten dazu fehlten ebenso. ~

„Ihr begleitet uns auch?“
~unverblümt sprach Namayah die Frage aus und bekam auch die prompte Antwort~
„Ich lasse doch meine Jade nicht allein, natürlich werde ich mit euch gehen!“
~Kiome wirkte sehr entschlossen und so stiegen sie auf den Wagen, obwohl das Ehepaar Chakai eher zu Fuß den Heimweg antreten wollten, duldeten aber keinen Widerspruch, denn die Mädchen wirkten von der Reise geschafft. Hunger und Not vereinten sich in der Zeit. Froh darüber, nach einer doch anschaulichen Marsch, gab es zuerst nur ein Ziel. ~
„Könntet ihr uns erst das Bad zeigen, bitte?“
~während Jade nämlich mit Hilfe ihres Bruders vom Karren sprang weigerte sich Kiome~
„Komm da jetzt runter.“
~entschuldigend blickt Jade gen Vigiliae und Namayah, doch Kiome hatte andere Pläne. Sie hatte es ein wenig verdrückt, staksig und etwas langsam kam sie vom Wagen herab, blickte sich suchend um - ein Baum, eine Hecke~
„bin gleich wieder da“
~ ihr Bündel ließ sie fallen und rannte flugs hinter die Hecke, wo man dann ein erleichtertes „Ahhhh“ hören konnte. Vigiliaes Schwester’s Blick wandert dezent gen Boden. Ihre Fingerspitzen striffen über die Stirn, sie rieb scheinbar nicht vorhandene Falten fort~
„Hat sich erledigt.“
~kam es nur kleinlaut und so betraten sie das Anwesen der Erstgeborenen Chakai~  



 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#3

Beitrag von Jade »

~die Zeit blieb nicht stehen. Mittlerweile hatte sie sich eingelebt und der Alltag war eingekehrt. Vieles war noch nicht an oder ausgesprochen, doch die Freude sich erst einmal gefunden zu haben, überwog das gemeinsame Schicksal der Geschwister.

An diesem frühen Morgen trat Jade durch das Tor des Anwesen und war bereit die neue Welt zu entdecken. Noch trug sie ihre zerlumpte Kleidung aus Baumwolle. ,
Die Sonne schien auf ihre Haut und der Duft von fremden Blumen erfüllte die Luft. Sie atmete tief ein und aus, fühlt die Aufregung und die Neugier in sich aufsteigen.

Die Landschaft war anders als alles, was sie je gesehen hatte. Die Bäume waren höher, die Farben intensiver und die Geräusche waren ein Chor von Vögeln und Insekten.
Jade fühlte sich wie ein Kind in einem Wunderland, voller Staunen und Entdeckungen.

Sie begann die Welt zu erkunden und bald schon begegnete sie diesen kleinen roten Wesen, die mit ihrer fremden Sprache recht witzig wirkten. Allerdings waren sie nicht sehr freundlich, so dass sie Reißaus nahm, dass allerdings mit einem fröhlichem Lachen und der Ansage das sie sich wiedersehen würden – zur passenden Zeit.
Sie fand einen Bach und den passenden Hof dazu. Manchmal hielt sie auf der Brücke, welche eine Verbindung zur anderen Seite bot, inne und hielt die blanken Füße ins kühle Gewässer. Ihre zerlöcherte Robe bis ans Knie hochgezogen und abgestützt das Gesicht in die Sonne haltend – so ließ es sich aushalten.
Die Neugier zog sie nach gefühlten Stunden weiter und sie folgte diesem Bach, der durch die Landschaft floss und hielt erstaunt den Atem an, als sie einem Wasserfall gegenüberstand.
So etwas Schönes!
Sie kletterte auf die Hügel dahinter und sah die Welt von oben, fühlte die Freiheit und die Weite.

Sie fühlte sich lebendig, wie ein teil dieser Welt, auch wenn sie noch am Anfang stand. Sie wusste, dass sie noch viel zu entdecken hatte an diesem Tag und freute sich auf die weiteren Abendteuer von denen sie am Abend sicher berichten würde, so sie zurück ins Anwesen kehren würde.

Jade war bereit für die neuen Geheimnisse und Überraschungen – nächstes Ziel das Gebirge – Jarkos Gebirge. ~  

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#4

Beitrag von Jade »

~Jarkos Gebirge,
seine majestätischen Berge ragten in den Himmel, während ihre Gipfel in den Wolken ruhten.
Die Luft war frisch und klar, erfüllt von dem Duft der Tannen und ein paar wenigen Vogelstimmen.
Jade wanderte auf den steinigen Pfaden, auch hier konnte man Freiheit, Stille und die Besinnung finden, wenn nicht ständig wieder diese kleinen roten Wesen sich ihr in den Weg gestellt hätten. Sie war sich sicher, dass man sich wiedersehen würde, dass es dann doch so schnell ging, damit hatte sie nicht gerechnet.
Doch einer Aufgabe nach der anderen stellte sie sich und erreichte schon bald den kleinen See, dessen Oberfläche spiegelglatt war.
Die Berge spiegelten sich darin wider, ein Bild der Perfektion.
Zufrieden setzt sie sich auf einen Felsen am Ufer und betrachtet die Schönheit der Natur.
Sie fühlte sich klein und unbedeutend, aber gleichzeitig auch verbunden mit der Welt um sich herum.


Die Erinnerung an die Flammen war noch frisch in ihrem Gedächtnis.
Sie dachte an die Hitze, die sie umgeben hatte, an die Angst, die sie gefühlt haben und auch an die Flammen, die sich unerbittlich immer weiter genähert hatten. 
Sie erinnerte sich an den Rauch, der ihre Lungen füllte und an die Panik, die sie ergriffen hatten als sie um ihr Leben rannten.


Aber jetzt, in diesem Augenblick war sie froh, genau an diesem Ort zu sein und alles andere würde mit der Zeit in den Hintergrund ziehen.
Die Stille und die Ruhe waren ein krasser Gegensatz zu dem Chaos und der Zerstörung, die die Flammen gebracht hatten.
Die kühle Bergluft eroberte ihre Lunge, so dass sie die Augen schloss und die Sonne auf ihr Gesicht scheinen ließ.
Sie war froh am Leben zu sein und dankbar für die Schönheit der Welt um sich herum.
Die Flammen mochten ihre Vergangenheit geprägt haben, aber sie würden ihre Zukunft nicht bestimmen.


Sie setzte ihre Reise fort, mit jedem Schritt ein bisschen weiserein ein wenig reifer.
Sie zog durch die Berge, durch das Tal und dem Dorf, immer auf der Suche nach neuen Erfahrungen und Erkenntnissen.  
Sie fühlte sich wie ein Blatt im Wind, das von einem Ort zum anderen geweht wurde, aber immer Wurzeln schlug und wuchs.
Sie war eine Reisende und wusste, das das Leben immer eine solche bleiben würde.


So veränderte sie sich mit den Tagen, mit jedem Schritt, den sie machte, jeder Aufgabe die sie erfüllte, fühlte sie sich freier und unabhängiger.
Sie war nicht mehr die gleiche Person, die sie vor Monaten oder Jahren gewesen war. War in sich gewachsen, hatte gelernt, hatte sich verändert und freute sich auf die neue Insel,
Rabenfels war erreicht~

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#5

Beitrag von Jade »

~eines Abends, sie war gerade auf dem Weg in die Taverne, um etwas zu essen, da sah sie ihn zum ersten Mal.
Sein geflochtenes Barthaar, seine eisblauen Augen auch sein geschulterter Bogen war ihr nicht entgangen, doch er hatte sie nicht entdeckt oder gar wahrgenommen.
Warum sollte er auch?
Unzählige Gäste nahmen Platz, redeten und lachten miteinander.
Tranken und sangen während sie nur ihre Mahlzeit wollte.
Sie saß nicht gern in inmitten all den fremden Gesichtern, daher hatte sie einen Platz am Fenster erwischt zur rechten Zeit mit dem Blick hinaus in den Biergarten.
Ertappte sich seitdem oft das sie an ihn dachte, und sich fragte, was er wohl gerade tat.

Manchmal begann sich vorzustellen, wie es wäre, wenn sie eines Tages Hand in Hand durch die Straßen wandern würden, wenn sie gemeinsam die Sterne betrachten würden.
Sie malte sich aus, wie es wäre, wenn er sie in den Arm nehmen würde, wenn sie seine Nähe und Wärme spüren würde.
Dabei fühlte sie sich wie ein Schulmädchen, das ihren Schwarm gefunden hatte, wobei sie nicht einmal eine Ahnung hatte, wann und ob sie sich je wiedersehen würden, aber sie kam nicht umhin, sich Hoffnungen zu machen.
In solch Momenten hatte sie Herzklopfen, ein Lächeln auf den Lippen und bevor sie darüber nachdenken konnte, wie lebendig sie sich dabei eigentlich fühlte, servierte man ihr ihre Suppe, das frische Brot und das frische Wasser dazu und riss sie aus den Träumen. ~

Danke, ich zahle gleich, bevor ich gehe.
~der Wirt nickte und sie begann zu Essen.
Im Tempel der neuen Insel sprach man über einen Barden.
Man verriet ihr, wo sie ihn suchen und finden würde, doch der Weg erwies sich schwieriger als sie dachte.
Sie hörte aufmerksam den Einheimischen zu, die von dichten Wäldern und Spinnen, voller Wunder und Geheimnissen sprachen.
Einige erzählten von Spinnen, die in den Wäldern lebten, von ihren kunstvollen Netzen und der faszinierten Vielfalt.
Neugierig war sie schon, jedoch hatte sie die Erfahrung der Bisse jener Tiere gemacht und überlegte nun, wie sie ihnen besser Ausweichen konnte.
Da half es ihr nicht zu träumen und sie zu beobachten, wie flink sie ihre Beute jagten und ihre Netze im Sonnenlicht ihre Pracht entfalteten.

Sie taten weh und das musste geändert werden.
Nur wie?
Schließlich waren sie auch für die Natur wichtig, für das Gleichgewicht des ganzen System, ein Teil der Nahrungskette für wiederum andere Tiere.
Es nutzte nichts, sie brauchte diese wichtigen schützenden Zauber, bis sie einen Ausgleich gefunden hatte.
Es musste doch möglich sein.

Während sie aß, schwirrten die Gedanken nur so durch ihren Kopf. ~
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#6

Beitrag von Jade »

~Jade bezahlte was sie gegessen und getrunken hatte mit einem Goldstück und nahm ihre Tasche.

Ihr Ziel, erneut dieser Wald mit Spinnen, denn irgendwo in diesem sollte eine Krypta liegen oder gar das Mausoleum.
Auf einer Karte konnte man es deutlich sehen, allerdings durfte sie sich den Weg nur einprägen, da es eine eigene Skizze war und man sie ihr nicht überlassen wollte.

Sie trat aus der Taverne in die Sonne und fühlt den Wind auf ihrem Gesicht.
Die Stadt war lebendig an diesem Mittag und voller Menschen, die hasteten und eilten.
Nachdem sie tief ein und ausgeatmet hatte, setzt sie sich in Bewegung.
Hinaus durch das Tor Silberstreifs auf den Weg der ihn ihrem Kopf geblieben war.

Es waren maximal ein paar Schritte und sie sprach gerade noch rechtzeitig ihre wenigen, aber schützenden Zauber, da wurde sie auch schon angegriffen.
Blitze flirrten auf sie zu, kleine Feuerfunken aus einer anderen Richtung, dann aber auch schon wieder Stille, denn sie wusste sich mittlerweile deren zu schützen und entgegenzuwirken.
Wenige Schritte weiter rannte eine Wache wie von einer Tarantel gestochen auf sie zu, aber auch jene wusste sie auszuweichen und ihr den heilenden Trank abzunehmen.

Was war denn hier nur los?

Unruhe ergriff die junge Frau, während sie die kunstvollen Netze im Sonnenlicht betrachtet und ihre Weberinnen, die sich mit ihren acht Beinen schnell und präzise bewegten. 
Aus einer innerlichen Mischung aus Neugier und Faszination ging sie weiter, folgte dem Weg auf diese Weise bis zur ersten Gabelung.
Hinauf, oder geradeaus?

Sie war stehen geblieben, musterte die Umgebung, bis ihre Augen an einem grünen Wesen auf zwei Beinen lagen.
Es sah sie genauso ungläubig an, als ob sie verrückt geworden wäre, sich ihm in den Weg zu stellen.
Sein Blick schien sie regelrecht zu durchbohren, einzuschätzen, ob Jade wirklich so verrückt sei, doch die sprach ganz ruhig erneut ihre schützenden Zauber, ergriff den Stab etwas fester, so das er Halt in ihrer kleinen Hand fand und hob auffordernd das Kinn.
Sie fühlte den Schauer über ihren Rücken laufen, aber sie blieb stehen und ließ ihn den ersten Schritt machen, der auch kam.

Zwei Wesen aus unterschiedlichen Welten, mit den verschiedensten Zaubern lieferten sich einen magischen Kampf, bis Jade den Halt verlor, ausrutschte und sich bald schon verwirrten Kopfes im Tempel zu Silberstreif wiederfand.
Weiße Kutten hasteten eiligst um sie herum, während dieser schmerzende Kopf ihr sowieso schon die Sinne vernebelte.

Wie war sie nun hierhergekommen? ~
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#7

Beitrag von Jade »

~Die Herren der weißen Kutten halfen ihr auf und setzten sie behutsam auf eine Bank des Tempels. Ordentlich wurde sie untersucht, wobei man ihr immer wieder versicherte, dass sie nicht die Einzige sei, der das geschieht. Immer wieder landete an dieser Stelle Unwissend oder gar ehrgeizige Wesen, die sich ihrer Sache zu sicher gewesen seien.
Allerdings war Bruder Thorkas so nett und nahm sich die Zeit, um ihr zu erklären, wie dieser magische Wald funktionierte und man vielleicht unbeschadet, Stück für Stück weiterkam. Natürlich bot er ihr auch an, ihre Wunden, sollte sie welche davontragen, immer wieder hier heilen lassen zu können. „Einer von uns ist immer ansprechbar,“ sagte er.

Nachdem sie die kleine Flasche einsteckte, welche er ihr mit auf den Weg gab, macht sie sich auch auf genau diesen. Erneut stand sie am Tor zu Silberstreif und spricht die schützenden Zauber. Ihr Blick fokussiert auf den Weg vor sich, als ob es keinen anderen gäbe, und so zog sie erneut los. Bereit sich jeglicher Form der Magie und den Wesen dieser Welt zu stellen.
Irgendwer (Henry Ford 😊) sagte einmal: "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist." 

Ihr Blick bekam diesen Glanz, der immer dann auftrat, wenn sie neue Ideen hatte oder aber etwas im Schilde führte. Dort wo sie herkam, da brachte man schon jungen Mädchen bei, Situationen für sich zu nutzen die sich ergeben, aber niemals, um sie auszunutzen oder böswillig zu sein, nur wenn sie zu ihrem Vorteil waren. Und auch wenn sie äußerlich unschuldig wirkt, so sah es innerlich schon das ein oder andere Mal anders in ihr aus, denn sie musste überleben.

Hier würde sie nun den Rat der Brüder nutzen und tatsächlich stand sie bald schon vor dem Gebirge und brauchte nur noch den Eingang finden, wobei die Bäume mit ihrem magischen Blitzen sie daran hindern wollten. Dem ein oder anderen konnte sie ausweichen, wobei der Nächste dann auch schon wieder traf.
Doch dann, …da war er.

Sie hatte ihn lange gesucht und nun schlupft sie durch den niedrigen Eingang. Die Höhle wirkt dunkel und still, aber man konnte Anwesenheiten spüren. So richtet sie sich wieder auf und horcht hinein. Ihre Schritte hallten von den Wänden her wider. Im ersten Raum war nichts von dem Barden zu sehen, wäre ja auch zu einfach gewesen. Also folgt sie dem Weg und den Ecken, die ihr den weiteren Weg wiesen.

An der nächsten Kreuzung traf sie auf ihn. Er saß angelehnt an der Wand dort, und seine Hände strichen über die Seiten seiner Harfe. Die leise Musik klang durch die Höhle und Jade fühlte, wie sie ihre Seele berührte. Er öffnete die Augen und sah sie an. Seine Augen waren tief, voller Weisheit und sie entspannte sich unter seinem Blick. Der Barde lächelte und seine Musik wurde leiser, bis sie schließlich verstummte.
„Willkommen, Jade“, sprach er, seine Stimme war tief und warm. „Ich habe dich erwartet.“

Und so erzählte er ihr von dem Ast der Weisheit und dem Brunnen, sie solle nach den Dingen Ausschau halten, dann würde er ihr verraten wie sie zum und in dieses Mausoleum gelangen würde. Er deutet kurz nur den Weg hinauf und herunter und schickte sie los.

Der alte Mann hielt sein Wort, als sie zurück kam, lächelte und widmete sich wieder seiner Musik, die Jade begleitet, als sie die Höhle mit einem kleinen, neuen Erfolgserlebnis wieder verließ…~
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#8

Beitrag von Jade »

~Nachdem sie nun den Weg auch zum Mausoleum herausgefunden hatte, machte sie sich auf den Weg.
Der Herr Barde war so nett und beschrieb ihn ihr, doch zuerst wurden die kleinen grünen Flaschen in ihrem Rucksack aufgefüllt, sie bezahlte Boreas und mit dem neuen schützenden Zauber machte sie sich auf den Weg. Dieses Mal nutzt sie die Tafel der Runen, indem sie ihre Farben nach einem Schema nutzt und bald schon den Runenkreis auf Rabenfels erreicht. Jedes Mal war ihr schwindelig durch den Sog, so dass sie einen Augenblick verbleibt und schon die ersten magischen Bäume abwehren muss. Geschickt windet und schlängelt sie sich durch den Rest des Waldes, doch die Nachklingen und Wespen am großen Gebirge hatte sie überschätzt.
Zum ersten Mal spürt sie sowas wie Angst.
Verunsichert, aber auch mit kleinere Blessuren läuft sie in die falsche Richtung und findet sich bald schon in den Armen unzähliger Skelette wieder. Sie spielten mit ihr, wie mit einem Ball. Der eine schoss etwas auf sie zu, so dass sie zurückwich und dem anderen entgegentrat. Dunkle Zauber trafen sie mit einem ebenso düsterem Lächeln, das sie bald schon mit dem Rücken an eine Felswand stieß, und damit ihr Urteil gefällt war. Fünf skelettierte Figuren auf einen Streich sollte dann doch nicht funktionieren und so fand sie sich wieder auf dem Tempelboden wieder. ~


„Wieder zu voreilig gewesen, junge Dame?“, Bruder Thorkas kam ihr schon entgegen, er lächelte, aber nur bis er die dunklen Male auf ihrem Arm erkannte. „Ihr solltet aufmerksamer werden, mit wem ihr euch abgebt, Lady“, fügt er in der Sekunde an und tuschelt gleich darauf mit dem anderen Bruder.

Jade sah ihnen nur zu, noch benebelt von dem Vorfall und erhob sich dann, wieder auf die Bank, bis der Schrecken und sie sich gefangen hatte.

Wie meinte er das? Er sah so besorgt dabei aus, als er die Worte sprach. Sie musste doch, laut der Skizze, an diesen Skeletten vorbei um zum Eingang der Höhle zu gelangen, vielleicht sogar dort noch eine weitere Kerbe zu entdecken.

Es nutzte nichts, sie durfte nicht aufgeben. Nach einem herzhaften Schluck Wasser aus der kristallklaren Flasche, erhob sie sich und packt erneut ihren Rucksack. Sie schulterte ihn gerade wieder, als Bruder Aquinos sie aufhielt und ihr etwas in die Hand schob. Ganz still, ohne ein Wort, nur ein Blick. Fragend sah sie ihn an, verstand es aber, diese Frage nicht auszusprechen.

Erst wieder am Tor zu Silberstreif, sie ging auf Nummer sicher, sah sich sorgfältig um traut sie sich und öffnet ihre Faust.
Er hatte ihr einen Stein in die Hand gedrückt. Er schimmerte in den schönsten Farben, die sie je gesehen hatte. Von Flieder bis rosaviolett, leichtem blau bis hin zu einem dunklen blau, alles war vertreten. Er funkelt in ihrer Hand und zum ersten Mal hatte sie das Gefühl einen wahren Schatz zu besitzen. Dabei bemerkt sie nicht, wie dieser Stein sie in seinen Fokus nimmt und seinen Sog um sie legt. Im Gegenteil, er nutzte seine schönste Seite, um sie zu locken. Ihre Finger, um ihn zu berühren, ihre Handfläche, um ihn zu wenden. Ihren Blick, der wie gebannt auf diesen Farben ruh und schien sie zu leiten.


Magie .. ~wenn man Jade vielleicht noch gerade dort am Tor stehen gesehen hatte, so war sie plötzlich fort und sie fand sich wieder, … an einem eiskalten Ort. ~
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#9

Beitrag von Jade »

~Jade stand vor der Eisberg-Höhle, fasziniert waren ihre Augen auf die glitzernden Eisformationen gerichtet. Ein Wunder schlechthin, ein Ort an dem die Schönheit der Natur in all ihrer Pracht zum Ausdruck kam.
Sie trat ein und die kalte Luft umgab sie sofort. Die Eiswände glitzerten im Licht, und sie fühlte, wie sie sich in der Pracht der Höhle verlor. Vor ihr tauchten Schamanen auf. Sie bewegten sich majestätisch, waren maskiert, aber auch angriffslustig und fast schon hätten sie sie mit ihrer Magie gelegt. Goblins, da waren sie wieder, ihre Körper durchsichtig und glitzernd. Ihre Bewegungen wirkten hypnotisch, anziehend und doch auch sie waren nicht erfreut sie hier zu sehen. Es kam der Verdacht in Jade auf, das es in dieser Höhle etwas geben musste, was es zu verteidigen gab. So trat sie weiter durch die Gänge und fand bald schon den ersten Steinkreis. Er stand inmitten eines der Räume, seine Steine ragten in die Höhe, die Oberflächen rau und verwittert. Jade fühlte, wie die Magie des Kreises sie anzog. Sie schritt auf jenen zu, nahm die Kälte gar nicht mehr wahr, welche barfuß kaum zu ertragen sein sollte. Eher war es der Bann, der sie in Besitz nahm und gerade als sie gedanklich taumelt, stand er vor ihr.
Doppelt so groß, ein Blick, der durch Mark und Bein ging, fast ein Schmunzeln auf den fiesen Lippen und Pranken, groß wie ein Bär, doch es war keiner – ein Yeti stand vor ihr und zögerte nicht mehr eine Sekunde weiter. Ein Grollen klang durch den Raum und es holte Jade aus den Tagträumen in die Wirklichkeit zurück. Sofort sprach sie ihre schützenden Zauber und ließ Ranken aus dem Boden wachsen, um diese Bestie von sich zu halten und zu legen. Sie musste raus hier, dringend, denn noch einmal würde sie in dieser Höhle nicht überleben. So schnell ihre Füße sie trugen, rannte sie zum Eingang zurück, durch den Bogen des Eingangs und schlupft in Sicherheit.
Wie lange sie an der Felswand gelehnt saß, mag der Wind allein wissen.
-
Jade erwachte hinter dem Mausoleum, die kalte Steinwand im Rücken.
Sie rieb sich die Augen, um die Benommenheit zu vertreiben. Scheinbar arbeiteten die Schamanen in der Höhle mit verschiedenen Düften, welche die Sinne benebeln, und führte zu diesem Rauschzustand in dem Jade sich befunden hatte. Die Sonne schien mittlerweile schon wieder auf die Grabsteine und die Schatten tanzten über den Boden.

Sie stand auf und sah sich um.
Das Mausoleum ragte vor ihr auf und am Eingang stand ein Herr. Also trat sie auf ihn zu, stellte sich vor und der Torwächter des Sanktuariums ließ sie nach einem kleineren Gespräch an sich vorbei treten.

Vigiliae’s Schwester fühlte sich von der Tür wie magisch angezogen. So war es auch die Anziehungskraft, welche Jade dazu brachte die Tür weiter zu öffnen und hineinzugehen.
Drinnen war es still und düster. Sie brauchte einen Augenblick, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, doch dann erkannte sie die Grabinschriften und manch Namen der Verstorbenen. Sie fürchtete sich aber nicht, sondern nahm die tiefe Ruhe in sich auf, als ob der Ort sie umarmte.
Die leisen Geräusche, das leise Flüstern, das von den Wänden zu kommen schien, ließ sie aufhorchen.
Neugierig folgt sie den Stimmen und das Flüstern wurde lauter, bis sie die Worte verstehen konnte.

Sie erzählten von verschollenen und Untoten Predigern, die in verschiedenen Kammern des Labyrinths gefangen waren. Von Legenden, die um die Prediger rankten, und ihrer unheimlichen Macht, ihren Fähigkeiten, die Toten zu beschwören.
Das Flüstern führt Jade durch die dunklen Gänge, vorbei an Kammern, in denen die Prediger ihre Botschaften und Kristallschlüssel hinterlassen hatten. Sie sammelte beides ein, nachdem sie sie erlöst hatte und ließ sich weiterführen. Auf den Wegen lauscht sie den leisen Gebeten und Beschwörungen, bewundert die Schatten, welche an den Wänden immer wieder tanzten. Fühlte sich von der Atmosphäre das Gemäuers angezogen, von der Mischung aus Tod und Mystik, die hier herrschte, während die Stimmen sie immer tiefer in das Labyrinth führten bis zu einem Ort, an dem die Grenzen zwischen Leben und Tod verwischten.
Plötzlich stand sie vor einem Portal, das so unwirklich erschien. Es war alt und verwittert, auch war dessen Schloss rostig und unberührt.

„Geh hindurch,“ flüsterten die Stimmen und Jades Hand erhob sich wie in Trance.

Es war ein kurzer Taumel, dann dieser rote Teppich und ein Anblick, den sie nie wieder vergessen würde.
Am Ende des Ganges, jenseits des Portals im Mausoleum, stand er…
~ Crimsonscale~

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#10

Beitrag von Jade »

~Dieser Drache hatte sie tief beeindruckt. Sie fühlte sich plötzlich verbunden, als hätte dieses Band eine tiefere Bedeutung.
-

Sie hatte sich nach der Begegnung zurückgezogen. Die Sonne begann unterzugehen und der Himmel färbte sich in warmen Orangetönen. Jade saß auf dem Steg,
ihre Füße baumelten im Wasser und sie las in ihrem Buch. Die Worte auf den Seiten verschwammen jedoch vor ihren Augen, als ihre Gedanken zu dem neuen Weg abschweiften.
Weitere Aufgaben warteten und sie mussten gut durchdacht werden, denn dazu gehörte auch, dass sie einen Komplizen brauchen würde. Eine heikle Angelegenheit,
wie sie fand. Noch nie hatte sie einen Überfall geplant, aber sie brauchte diese verdammten Chroniken, um zur nächsten Insel zu gelangen. Auch dieser Bischof musste
seinen Apfel bekommen, allerdings alles zu seiner Zeit.


Sie dachte an die Möglichkeiten, die vor ihr lagen, an die Herausforderungen, die sie überwinden würde, und an die Menschen, denen sie begegnen würde. Irgendwie
schlug ihr Herz dabei schneller, als sie an die Ungewissheit dachte, die vor ihr lag.


Das Wasser unter ihren Füßen plätscherte leise und Jade fühlte, wie die Ruhe des Sees auf sie überging. Sie atmete tief ein und die frische Luft füllt ihre Lungen.
Doch da war plötzlich das Gefühl nicht mehr allein zu sein. Ihre leichten Sandalen standen fast neben ihr, sie hatte den Stoff der Robe bis an die Knie emporgezogen
und sich zufrieden mit den Händen abstützend zurückgelehnt, als Schritte zu hören waren auf dem knirschenden Holz des Steges.~


„Ein wunderbarer Tag, um die Sonnenstrahlen einzufangen, nicht wahr?“, ~eröffnete er das Gespräch mit einer ruhigen warmen Stimme im Kontrast zu der leichten Kühle,
die er ausstrahlte und der blassen Haut und doch hat seine Stimme etwas entfernt Grollendes.

Seine Aura hatte eine hohe Präsenz. Auch wenn sie sich es nicht anmerken ließ, so richteten sich ihre feinsten Haare auf und hinterließen eine Gänsehaut. Sie lauschte,
ließ das leise Grollen vergehen und antwortete ihm dann ebenso ruhig~

„Durchaus. Möchtet ihr euch zu mir setzen? Auch wenn ich glaubte, allein in den Genuss der Abendsonne zu kommen, so sollte ich es niemandem verwehren.“

~Was anfänglich ein Geplänkel war, stellte sich später als ein angenehmes Gespräch heraus. Sein Name war Martines und er war neugierig, auf eine anziehende
Art und Weise und sie wollte ihre Neugier stillen. So lachten sie viel zusammen, wobei sie herausfand, dass die Alte Ruine am anderen Ende des Sees scheinbar ihm
gehörte und er sie nun wieder herrichtete.

Mit dem Versprechen, dass sie ihn eines Tages dort besuchen würde, endete diese Begegnung dann auch wieder und er verschwand, wie er gekommen war.
Aus dem Nichts – zurück ins Nichts, und es war, als wäre nur seine Stimme zurückgeblieben.

Ihr Buch lag offen auf ihrem Schoss, aber Jade las nicht mehr. Sie sah auf den See hinaus und ihre Gedanken verloren sich in der Weite des Wassers.
Sie wusste, dass sie bereit war, ihren neuen Weg zu gehen, und dass sie die Kraft und Entschlossenheit hatte, ihn zu beschreiten.
In diesem Augenblick blätterte der Wind die Seiten weiter. ~

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#11

Beitrag von Jade »

~nachdem sie sich endlich aufgerafft und den weiten Weg zur Bibliothek auf sich genommen hatte war sie dort auch ein wenig versackt.

Es war beeindruckend. Schon der Weg durch die Räumlichkeiten ließ sie staunen und so manches Mal dreht Jade sich einmal um die eigene Achse.
Begeisterung lag in ihrem Blick, der ihre Wangen ins leichte Rot taucht. Ein Lächeln auf ihren Lippen, beeindruckend lag die große Bibliothek
in all ihrer Schönheit vor ihren Augen.
 Die Regale reichten bis unter die Decke und waren gefüllt mit alten, ledergebundenen Büchern, die in goldener Schrift Titel trugen,
die im schwachen Licht der Kerzen schimmerten. Die Luft war erfüllt von dem Duft alter Papiere und dem leisen Knarren der Holzregale.

In der Mitte der Bibliothek stand ein großer, runder Tisch, auf dem Karten und Schriften ausgebreitet waren. Die Wände waren mit Fresken verziert,
die Szenen aus alten Geschichten darstellten. Ein reiner Ort der Weisheit und des Wissens, wo die Gelehrten und die Nekromanten ihre Studien betrieben.


Man sagte ihr, sie solle in die Oberste Etage. Dort bitte mit dem Bibliothekar reden und er würde ihr erklären, wie sie den Zugang zum Oberen Geschossen erreichen würde.
Gesagt – getan, so sprach sie mit dem alten Mann, der die Geschichte sicher schon hunderte Male erzählt hatte und nahm sein Schreiben an sich,
damit sie sich mit diesen fremden Sprachen auseinandersetzen konnte.


Dos vaneslae navidal – Die Elfensprache
Kadrim lok ungrim dok – Die Zwergensprache
Somalina Oundi Inesora – Die Feensprache

+ Tharrgra nethdrovar – Die Drachensprache.

Sorgfältig steckte sie den Zettel in ihre Tasche und macht sich auf den Weg zu Shadeen.
Gedankenverloren murmelt sie die unbekannten Worte vor sich her, wobei sie sicher nicht so aussprach wie sie klingen sollten.
Elfenhaft,
tief wie die dicken Zwerge so sprachen,
zart, feenhaft wie ein Hauch Wind, der durch die Blätter des Waldes fegt,
und dann hatte sie wieder diese Stimme von See im Ohr. Drachenhaft … und sie lächelte.


Shadeen war tatsächlich schnell zu überzeugen. Sie erzählte ihr von dem Plan den Bischof zu vergiften und erklärte ihr den Weg zur Giftmischerin namens Schwarzrose – wie passend.
Sie solle in Silberstreif ein kleines Häuschen besitzen, aber recht eigensinnig sein. Vorsicht sei geboten, sie versuchte wohl ständig an Zutaten zu kommen und dabei den Ein oder Anderen übers Ohr zu hauen.

Mit den Informationen und einer kurzen Verabschiedung nutzt Jade die Magie und sprach das Wort der Rückkehr, denn so würde der Taumel sie ins passende Lager ziehen.

Fakt war, sie brauchte sowas wie einen Komplizen oder eine Komplizin, denn nach dem Gift war vor dem Überfall.
Sie dachte an eine Person, der sie im Mausoleum begegnet war. Einen Bogner der im Laufe des Weges behauptete sie sah Jemandem ähnlich den er kannte.
Während sie sich so unterhielten, fiel ihr das Wappen auf, welches unverkennbar dasselbe war, dass auch ihr Bruder trug. Sie gab sich aber nicht zu erkennen,
lächelte es sanft weg und versuchte das Gespräch auf etwas anderes zu drehen und es gelang ihr auch. Es war keine böse Absicht, und doch wollte war die Zeit wohl noch nicht reif genug,
das Vigiliae sie der Familie vorstellen wollte. Bis dahin wollte sie einfach frei ihren Weg gehen und so viel entdecken, wie es nur gehen könnte.

So in Gedanken war sie auf dem Weg zum Brunnen und wäre fast mit einer Lady zusammengestoßen. Auch sie trug einen Bogen und warf ihr einen strafenden Blick zu. ~

„Verzeihung, ich will ins Schloss.“, so erklärte sich Jade der Frau, „und war in Gedanken.“
Die Bognerin nickte verstehen und dann kam plötzlich leise: „soll ich Euch helfen?“
~völlig irritiert sah Jade in das Gesicht der Dame, dabei runzelte sich sogar ihre Stirn, als könne sie nicht glauben das sie den Pfeil ins Schwarze geschossen hatte. ~
„Ihr wisst doch gar nicht was ich da will?“, doch die Bognerin lachte nur und zwinkert sogar verschwörerisch ihr zu. „Man sieht es euch an der Nasenspitze an,“
erwiderte sie ihr und striff kurz mit dem eigenen Finger über die eigene Nase.
Sie trat näher und erklärte Jade den Plan.
Damit das alles funktionierte musste einer von Beiden Talon Eisenblick ablenken und eine solle mit Menark sich beschäftigen. Vorher aber brauchte sie das Gift,
das in einen Apfel gegeben wurde, damit der Bischof außer Gefecht gesetzt war und keinesfalls seine Wachen rufen konnte.
Mahaba erklärte ihr, das Menark die Chroniken bei sich tragen würde und sie ein gewisses Geschick haben müsse, um sie ihm zu entlocken.


Und so stand der Plan.
Jade ging ins Schloss, die Lady aus dem Hause Chakai widmete sich dem Tresor.
Wenn sie nun eine Meisterdiebin war, so würde es schnell gehen, wenn nicht, dann auch…aber in den Kerker des Schlosses. ~
Zuletzt geändert von Jade am So 14. Sep 2025, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#12

Beitrag von Jade »

~Jades Haltung veränderte sich, als sie ins Schloss ging. Sie richtete ihre Schultern auf, ihre Schritte wurden sicherer und ihre Bewegung flüssiger. Sie strahlte eine neue Sicherheit aus, die sie zuvor nicht gehabt hatte.
Ihre weiche Haltung war nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Sie fühlte sich freier und unabhängiger,
als ob sie endlich ihre wahre Identität gefunden hatte. Sie war bereit diese neue Herausforderung anzunehmen
und das eigene Ziel weiter zu verfolgen.


Als sie durch die Schlossgänge ging, bemerkte sie durchaus die Blicke der anderen. Manch einer betrachtete sie,
als ob sie zum ersten Mal hier ein und aus ging, aber sie lächelte innerlich, dass der Plan scheinbar funktionierte.

Sie gab ihnen die Zeit, indem sie einfach einen Augenblick innehielt. Doch plötzlich hörte sie eilige Schritte hinter sich.
Geschmeidig, aber auch neugierig wendet sie ihren Blick und sah den Kerl auf sich zu steuern.
„Kann ich ihnen helfen, Mylady?“, fragt er und sie lächelte. „Ich bin auf der Suche nach Menark.
Können sie mir vielleicht den Weg zeigen?“


Der Herr brachte sie sogar bis in die erste Etage, denn dort sollte Menark sein Zimmer haben.
Er erklärte ihr dann, dass sie nur noch zur Linken Seite gehen solle, den schmalen Weg folgen und dann rechter Hand
wäre er auch schon zu finden.

Sie bedankte sich, beugt sacht ihr Knie und schenkt ihm noch ein Lächeln, bevor sie weiter ihres Weges ging,
natürlich mit der Sicherheit als zuvor.

Dieses Schloss war so düster. Überall standen nur Ständer mit Kerzen umher. Die einen mehr abgebrannt als die anderen
und Schatten tanzten an den Mauern. Die Wände waren mit alten Gemälden und Teppichen geschmückt, die die Geschichten
des Schlosses und seiner Bewohner erzählten.
Es gab hohe Decken, aber kaum Sonnenlicht. Die Luft war erfüllt vom Duft alter Bücher und ab und an war das leise Knarren
der alten Holztüren zu hören. Sie sah die Porträts des Königs an den Wänden und fragte sich, was er wohl schon alles erlebt hatte.
Wenn man den Gerüchten glauben konnte, so sollte er ja schon seit Jahren nur noch in seinem Zimmer leben und man hatte ihm den Spitznamen „Schnarchnase“ gegeben.

Doch das war nicht ihr Ziel.
Menark, am Ende des Ganges war sein Zimmer und sie steuerte selbstbewusst darauf zu.
Nur das Ticken der alten Uhren und das Murmeln der Bediensteten war zu hören. Sie fühlte sich wie in einem Traum,
als sie Schritt für Schritt auf das Zimmer zu ging, auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen.


Vor seinem Zimmer atmet sie noch einmal tief durch. Richtet ihr Haar und streift über die Hüften den Stoff der Robe glatt.
Nichts sollte nun mehr unsicher wirken, damit der Plan auch funktionierte.
Innerlich hofft sie das der Meisterdiebin nichts Unverhofftes in die Quere kommen würde, doch das war ihr Auftrag.
Jades Auftrag bewegte sich hinter der Tür.


Sie klopfte und trat ein.
Hocherhobenen Hauptes und das schönste Lächeln im Blick das sie besaß. Natürlich frug er sofort, was sie wolle, doch sie durfte nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen. Sie brauchte, egal wie, diese Chroniken!

Daher erzählt sie ihm zuerst irgendwas und versucht ein Thema zu finden, welches Mahaba etwas Zeit verschaffen sollte.
Sie wusste, dass sie seine Aufmerksamkeit von dem Raub ablenken musste, daher begann sie seine Körpersprache zu studieren und bemerkt, dass er eine Narbe über seinem linken Auge hatte. Sie fragte sich wie er wohl dazu gekommen sei und plötzlich hatte sie eine Idee.


„Hey Menark“, sagte Jade, ihre Stimme weiter ruhig und selbstsicher. „Was ist mit ihrer Stirn passiert? Sieht aus, als hätte man versucht euch etwas anzutun?“ Es funktionierte, denn seine Augen verengten sich für einen Moment, bevor er antwortete. „Das ist eine alte Geschichte“, sagte er. „Ich habe sie mir in einem Kampf zugezogen. Es war ein harter Kampf, aber ich habe ihn gewonnen.“
Jade nickte, ihre Augen waren auf ihn gerichtet. „Ich kann es mir vorstellen, dass es nicht leicht war“, sagte sie. „aber es scheint, als hättet ihr daraus gelernt.“ Menark lächelte leicht, seine Augen wurden für einen Moment weicher.
Jade wusste, dass sie ihn hatte und begann ihn weiter abzulenken.


Gefühlt vergingen Stunden, er redete und redete und sie versuchte in keinem Augenblick gelangweilt auszusehen.
Doch plötzlich ging alles ganz schnell. Wie aus dem Nichts hallt das abgesprochene Wort durch den Gang.
Es war laut, wie ein Schrei: „JETZT!“ – und Menark war für Sekunden abgelenkt, panisch und eilt zur Tür.
Seine Chroniken lagen auf dem Tisch, sie brauchte nur zuzugreifen und zu verschwinden. Doch als sie ihre Hand an dem Buch hatte, sah Menark zu ihr zurück und warf ihr wütend ein paar Flüche um den Kopf. Jade packte gerade noch das Gebundene, drückte es an ihren Köper und spürte dann nur noch den Ruck, der sie mit sich riss.

Er hatte sie, samt den Chroniken des Untergangs, in den Kerker geschickt.

Aber! ~ Ziel erreicht. ~

(danke Mahaba 😊)  




 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#13

Beitrag von Jade »

~in einer der hintersten Ecken und dem staubigsten Boden kam sie wieder zu sich.
Ihre Robe war ein wenig zerrissen, ihr Haar hatte sich strähnen Weise gelöst, doch das Buch hielt sie umklammert wie ihr Leben.
Erschrocken sah sie sich um, blickt auf kalte und vermoderte Wände, aber auch Wachen, die ihre Arbeit leisteten. Hier kam sie nur
auf einer Weise raus. Um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, greift sie vorsichtig in ihre Rocktasche und tastet mit den Fingerspitzen
nach ihrer Tafel und sprach leise die fremdartigen Worte und …Schwups… landete sie im Runenkreis zwischen den ganzen Bäumen.


Sie nahm ihre Füße in die Hand, noch immer fest die Chroniken an ihren Leib gedrückt und rannte los. Den Weg ins Gebirge und dann
ziemlich tief hinein, bis Zhakars Turm rechter Hand schon zu sehen war. Sie wusste von dort aus müsste sie linker Hand sich orientieren,
damit sie zur Wüste kam.


Auch innerhalb der Wüste hatte sie gelernt auf ihre Umgebung einzulassen und Orientierungspunkte zu schaffen, um sich zurecht zu finden.
Sie hatte die Positionen der Sterne studiert, die Formen der Dünen beobachtet und auch die Gerüche der verschiedenen Pflanzen wahrgenommen.

Mit der Zeit ergab es alles ein mentale Bild, das es ihr ermöglichte, sich ziemlich sicher zu bewegen. Sie wusste, wo sie Wasser
finden konnte, wo gefährliche Tiere lauerten, aber auch wo es schöne Plätze zum Rasten gab.

Im Laufe der Zeit und ihren Ausflügen hatte Jade gelernt ihre Sinne zu schärfen, um die kleinsten Veränderungen in ihrer Umgebung wahrzunehmen. Sie konnte die leisen Sandstürme hören, den schwachen Geruch von Rauch riechen und die kleinsten Veränderungen
der Temperatur spüren.

So war es ein Leichtes die Oase zu finden und somit auch den Eingang zur Höhle der Illusionen. Nun hieß es sich nicht ablenken
zu lassen und den Ausgang zu finden, damit sie zu Tyrans Schloss gelang, um Shadeen endlich die heiße Ware zu übergeben.


Jade fühlte sich beobachtet, als sie das Schloss betrat. Auch als sie die Treppe in den Keller hinabstieg, sah sie immer wieder
über die Schulter hinweg nach oben. Ihre Schritte wurden schneller, denn sie kannte ja den Weg und die Gänge.
Sie konnte nicht genau sagen warum, aber sie spürte eine Präsenz hinter sich, die sie nicht sehen konnte. Noch einmal beschleunigt sie ihre Schritte, doch das Gefühl blieb. Manchmal drehte sie sich um, doch da war niemand. Die Gänge waren leer, bis auf die Nachtkriecher und Fledermäuse, vielleicht war sie auch einfach nur nervös wegen der Tat zuvor.


Das letzte Stück rannte sie schon fast, um bloß diese verfluchte Chronik loszuwerden und damit auch hoffentlich das unheimliche Gefühl.
An der letzten Ecke hielt sie an, auch den Atem um lauscht in den Gang. Waren da Schritte? Sie erstarrte, ihre Sinne waren auf höchste Alarmbereitschaft. Sie machte sich bereit, sich zu verteidigen und dann hörte sie das leise Atmen hinter sich. Ruckartig dreht sie sich um und schaut in das lächelnde Gesicht Shadeens.


„Hallo Schätzchen!“

Jade sah die Nachtklingen-Prinzessin mit einem wütenden Blick an, ihre Augen blitzten vor Zorn.
Shadeen allerdings stand vor ihr, ihre Mine war ruhig und selbstsicher.
„Nenn mich nicht so“, antwortete Jade ihr,
ihre Stimme war scharf und drohend.
„sonst werde ich dich irgendwann noch töten dafür.“

Die Prinzessin antwortete nicht, dafür sah sie Jade an, als ob sie ihre Gedanken lesen wollte. Sie fühlte sich unter dem Blick nicht wohl,
aber Jade wich auch nicht zurück. Sie stand aufrecht vor ihr und hielt die Chroniken des Untergans in den Händen.

„Ich habe, was ihr gefordert habt. Sagt mir nun, wie ich nach Rabenfels komme und was ich benötige, sonst verbrenne ich es auf der Stelle."
Shadeens Lachen war durch den ganzen Gang zu hören, aber sie hielt ihr Wort. Sie erzählte Jade was sie wissen wollte
und gab ihr sogar noch etwas dazu.


„Ohne die kommst du nicht weit, frag Monsignore Damien danach.“, und reicht ihr eine silberne Feder.
Gerade hatte Jade sie in der Hand nahm Shadeen das Buch an sich und verschwand.


Nachdem sie die Feder sorgfältig verstaut hatte, trat sie also den nächsten Weg an. Sie hatte Damien schon einmal getroffen als sie die Kerben der Nexus gesucht und studiert hatte. Auch jetzt empfand sie ihn als angenehm, doch ihr Gespräch hielt nicht lange an.
Hinterrücks griffen Shadeens maskierte Killer an. Sie waren plötzlich da, ihre Gesichter hinter schwarzen Masken verborgen, ihre Augen kalt und mitleidslos. Doch sie hatten keine Chance. Jade reagierte instinktiv, ihre Ausbildung und Erfahrung halfen ihr, sich schnell und effektiv zu verteidigen. Sie wich den Angreifern aus, schlug zurück und kämpft mit all ihrer Kraft. Die Killer waren gut trainiert und bewaffnet aber Jade und Damien waren entschlossen sie in die Flucht zu schlagen. So nutzten sie die Umgebung, um seinen einen Vorteil zu verschaffen und schlugen ihre Gegner mit aller Präzision.
Der Kampf war nur kurz, aber intensiv, doch sie schafften es. Als der letzte Angreifer zu Boden fiel standen sie atemlos und angespannt da, ihre Augen suchten noch nach weiteren Gefahren, doch es blieb ruhig, so das sie wieder zurück ins Gespräch kamen und Damien ihr den weiteren Weg erklären konnte.

Sie versprach ihm sich davon nicht abbringen zu lassen und danach ging alles relativ schnell voran.  
Jade führte viele Gespräche, wurde immer wieder gern als „Besuch“ betitelt und behandelt, und erklärte ihr wer noch davon wissen konnte. So zog die Zeit ins Land und erschöpft plant sie den Gang zu diesem blinden Menschen in die Höhle, in der er leben sollte.


Aber…erst morgen. ~


  





 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#14

Beitrag von Jade »

~Der Mann lebte in einer Höhle, die tief in den Bergen verborgen lag.
Schon der Weg dahin sollte steinig und „untot“ werden. Über die magische Tafel sollte sie die zweite Rune nutzen. Auf der Karte konnte sie deutlich erkennen,
dass sie sich in die Richtung der Eishöhle orientieren sollte. Sie kannte den Weg und erinnert sich gut an die ersten Hexenmeister, auf die sie dort traf und während
der Blick auf dem Papier blieb murmelt sie leis den Zauber der Vertreibung vor sich her. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, denn beim ersten Mal hatte sie ihn
spontan vergessen, während das Gelächter vor Ort sehr hämisch war.


Von der Höhle selbst gab es ebenso eine Karte.
Sie hatte beides aus der Bibliothek geholt. Dabei war ihr aufgefallen, dass die fremden Sprachen wie ein leises Flüstern
durch die Räume glitten. Es war noch unerledigt, und sie hatte noch keinen Weg gefunden sie zu entschlüsseln, aber das war dann eine Aufgabe, der sie sich später widmen würde.

Jetzt hieß es erst einmal so schnell wie möglich diesen blinden Mann zu finden. Erst dann war sie dem Ritual wieder einen Schritt näher.

Konzentriert studiert sie die Karte der Höhle. Immer wieder fährt sie mit dem Zeigefinger die schmalen Gänge und großen Kammern nach.
Vermutlich waren sie nur von Fackeln und Kerzen schwach erleuchtet. Jeden Winkel, den sie dort gezeichnet vor sich hatte, prägt sie sich ein, denn sich in dieser Höhle
zu verlaufen würde sie womöglich in den Wahnsinn treiben.

So hieß es Ruhe bewahren und den Weg erst einmal hinter sich bringen. Ganz sicher würde sie vor Ort einen Augenblick finden um das Labyrinth der Gänge, samt der Karte abzulaufen.
So trat sie den Weg an.

-
In dieser Höhle lebte er also, der blinde Mann.
Die untoten Wachen hatten es ihr nicht leicht gemacht, jedoch schien es, als wenn das Untote vertreiben, Jade leichter fiel. Machte es die Erfahrung?
Je öfter sie den Zauber sprach? Oder hatte sie mittlerweile so viel Selbstsicherheit, dass manch einer lieber Reißaus nahm?
– egal wie, sie stand innerhalb der Höhle am Eingang und sofort wurden die Ratten auf sie aufmerksam.
Jade warf ihnen ein Stück Brot entgegen und wendet ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Karte.

Die ganze Höhle schien tatsächlich ein einziges Labyrinth zu sein.

Vor ihr lagen unzählige Gänge und ihr wurde bewusst, es ist ähnlich wie im Leben.
Viele Wege führten zum Ziel, aber nur einer davon war der Richtige.
Sie musste sich entscheiden, naja eher die Entscheidung treffen, ob sie der Karte Vertrauen schenken sollte oder auch das nur eine Kritzelei war,
die sie in die falsche Richtung leiten solle.


Jade begann sich durch die verwinkelten Gänge zu kämpfen.
Neben den unzähligen Ratten hörte sie das Stöhnen und Knurren der Untoten, die die Höhle bewachten, und wusste instinktiv, dass sie vorsichtig sein musste.
Je tiefer sie in den Berg vordrang, sah sie die Kreaturen, die sich langsam und schwerfällig bewegten. Jade zog ihren Zauberstab und legt den Fokus auf den Kampf,
dem sie sich sicherlich stellen musste. Sie kämpfte sich durch die Reihen der Untoten, schnell und präzise. Schließlich erreichte sie seine Kammer.


Da war kein Thron, seine Augen waren verschlossen, obwohl er durch den Gang lief. Er schien tief in seinen Gedanken versunken zu sein, daher nutzt sie die
Gelegenheit und betrachtet ihn. Unsicher, was sie nun erwarten würde.

Doch plötzlich und unerwartet dreht er sich zu ihr und öffnet die Augen, obwohl er nichts sehen konnte.
„Willkommen“, sagte er mit einer tiefen, ruhigen Stimme.
„Ich habe dich erwartet.“ Überrascht begann Jade dem Mann zu erklären, was sie vorhatte. Der Blinde sah sie mit einer Intensität an,
dass eine Gänsehaut sich über ihren ganzen Körper legte. Sie war angespannt und doch sprach er mit einer tiefen Weisheit mit ihr, als ob er es alles schon gewusst hatte.

„Was muss ich tun, um Felsriff zu erreichen?“, und ihre Stimme klang voller Erwartungen.

Der Blinde lächelte, ein leichtes Lächeln, das seine Lippen umspielte.
„Felsriff ist nicht leicht zu erreichen.
Der Preis dafür ist hoch – sehr hoch. Bist du denn bereit ihn zu bezahlen?“

Nachdem sie ihm bestätigte, dass sie bereit sei, und entschlossen das Kinn hob, fuhr er fort, er zögerte scheinbar. „Der Preis ist ein Teil von dir selbst,“
erklärt er. „Ein Teil den du nie wieder zurückbekommst. Bist du dir wirklich sicher, dass du bereit bist, diesen Preis zu zahlen?“
Jade dachte nach, bevor sie ihm antwortete. Sie wusste das dieser Preis hoch sein würde, aber sie war entschlossen, Felsriff zu erreichen. „Ich bin bereit“, sagte sie schließlich.
„Was muss ich opfern?“
Der Blinde sah sie an, seine leeren Augen schienen direkt in ihre Seele zu blicken.
„Du musst deine Erinnerung an deine Vergangenheit opfern“, sagte er mit seiner ruhigen Stimme.
„Alles, was du je erlebt hast, alles, was du je geliebt hast. Es wird verschwinden, und du wirst nie wieder daran denken können.“

Erschrocken sah Jade den Mann vor sich an. Alles vergessen? War das sein Ernst? Ihr blieb die Luft weg, das war einfach unvorstellbar – gerade Jetzt!
„Sagt mir bitte, dass es noch einen anderen Weg gibt.“ Ihre Stimme klang wie ein leises Flehen.
„Gibt es,“ als hätte er auch die Antwort erwartet verzogen sich seine Lippen zu einem schmalen Lächeln und er griff in seine Roben Tasche.
Hervor zog er einen Dolch, den er ihr auf seiner geöffneten Hand entgegenhielt.
„Töte Shadeen!“~  





 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#15

Beitrag von Jade »

~Jade sah den blinden Mann fassungslos an, ihre Augen waren weit aufgerissen vor Entsetzen.
„Alles Vergessen oder töten?“, wiederholte sie, ihre Stimme war kaum lauter als ein Flüstern.
„Meine Erinnerungen, meine Vergangenheit, Alles? – oder töten?“
Der Blinde nickte langsam, seine Miene war ruhig und unbewegt. „Ja, alles oder töten,“ sagte er. „Du wirst nicht mehr wissen, wer du bist,
woher du kommst, wen du geliebt hast. Es wird alles verschwinden, als ob es nie existiert hätte."


Jade fühlte, wie ein kalter Schauer über ihren Rücken lief.
Vergessen waren die Untoten in dieser Höhle, oder gar das sie sich ständig beobachtet vorkam. Sie dachte nur an all die Menschen in ihrem Herzen,
an all die Erfahrungen, die sie gemacht hatte. Konnte sie wirklich alles aufgeben? Sie sah den Mann vor sich an, mustert ihn
und spürt dann das Gewicht der Klinge in ihren Händen.
Sie hatte sie fest in ihrem Griff und es fühlte sich an, als würde sie mit ihr reden. Noch suchte sie nach einem Ausweg, nach einer Alternative.


Jades Gedanken rasten, während sie den Preis abwog, den sie bezahlen musste. Aber je länger sie darüber nachdachte, desto klarer wurde ihr,
dass es keinen anderen Weg geben würde. Er ließ ihr eine Wahl und sie musste die Entscheidung treffen, wenn sie ihr Ziel erreichen wollte.

Entschlossen streckt sie das Kinn, hob den Kopf und nickte langsam.
„Ich werde sie töten!“, rief sie ihm nach, plötzlich war ihre Stimme fest und entschlossen.

Er lief nämlich seinen Weg, als hätte er es nicht anders erwartet.
Ihre Augen waren auf den Boden gerichtet, während sie einen Plan entwickelte. Sie wusste das sie es nun ausführen musste,
aber sie wollte die Sicherheit, dass sie Felsriff auch tatsächlich erreichen würde.

„Wie soll es ablaufen? Shadeen zu töten werde ich hinbekommen, aber was geschieht danach?“, sie war ihm ein Stück nachgegangen
und versucht die aufkommenden Fragen für sich zu klären.

Der blinde Mann lächelte.
„Es gibt ein Ritual, wenn alles erledigt ist“, sagte er. Er erklärte ihr alles Schritt für Schritt.
Dabei hatte er ihre ganze Aufmerksamkeit, denn sie wusste das sie alles genauestens befolgen musste, wenn sie Erfolg haben wollte.

„Nehmt ihre Ohringe an Euch und bringt sie zu Damien," endete er.

Ich verstehe,“ sagte sie und nickt. „Ich werde es genauso tun, wie ihr es sagt.“
Jade verbeugte sich leicht vor dem Blinden.
Sie war irritiert, was hatte Monsignore nun mit all dem zu tun? Trotz allem war ihr Blick voller Dankbarkeit.
„Danke,“ sagte sie daher, denn er konnte es ja nicht sehen.
„Für die Hilfe und Eure Weisheit.“ Er lächelte. „Möge dein Weg dir gewogen sein,“ sagte er, seine Stimme tief und ruhig.

So wandte sie sich zum Gehen und trat den Rückweg an. Sie wusste was sie zu tun hatte, um die nächste Insel zu erreichen, auf der sie hoffte auch das Orakel endlich anzutreffen.
Als sie die Höhle verließ, fühlte sie die kalte Nachtluft auf ihrer Haut. Sie atmete tief ein und sah zu den Sternen hinauf.
Es stand eines der schwersten Wege für sie an, denn niemals zuvor hatte sie Jemanden töten müssen.
Wie ging man sowas an? Einfach zack und tot?
Wie kam man danach mit seinem Gewissen klar? – wenn man eines hatte?

Mit den Gedanken schaffte sie es gerade bis zur Oase und ließ sich für die Nacht dort nieder. Das Rauschen der Palmen beruhigte sie ein wenig, so wie die Wachen, die dort herumschlichen.
Jade nahm ein Stück Brot aus ihrem Rucksack, brach es und stillte den aufgekommenen Hunger.

Sie musste es schaffen. Irgendwie.~

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#16

Beitrag von Jade »

~Jade saß still, ihre Augen waren auf einen Punkt in der Ferne gerichtet. Sie dachte an all die Ereignisse, die sie erlebte, an den Brand, der ihre Heimat zerstörte.
An die Suche nach ihrem Bruder, die sie durch die Lande geführt hatte.

Sie fühlte eine tiefe Unsicherheit in sich aufsteigen.
Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich ratlos, wusste nicht, was sie tun sollte. Der Preis, den sie bezahlen musste, um Felsriff zu erreichen,
war hoch und sie fragte sich, ob er es wirklich wert war.


Wenn man, wie sie, viel durch die Gassen schlenderte, so fing man die eine oder andere Geschichte über die Insel auch auf. Sie wusste,
dass die Insel ein Ort der Heilung sein sollte,ein Ort, an dem die schwersten Wunden geheilt werden konnten.
Sie dachte an die Menschen, die dort lebten, an die weisen Frauen und Männer, die die Geheimnisse der Insel kannten. Man sagte sich, das Felsriff ein Ort war,
an dem würde man nicht nur körperliche Wunden heilen, sondern auch seelische.
Ein Ort, an dem man Frieden finden, aber auch seine Seele baumeln lassen konnte.


Was die Geheimnisse anging, war es schwieriger etwas herauszubekommen, aber auch da fing sie einiges über die Gefahren auf.
Sie hörte von Sir Mordenthals Keller, einem Ort der Finsternis und des Schreckens. Von Chaosmonstern, die die Insel heimsuchten, und von riesigen Würmern,
die durch die Erde und die Gewässer der Insel krochen. Unter diesem gab es aber einen besonderen Wurm.
Einem Monster, das sein Unwesen trieb und Angst und Schrecken verbreitete. Die Menschen sprachen von ihm mit einer Mischung aus Furcht und Ehrfurcht
und Jade wusste, dass sie sich auch dort auf eine nicht nur besinnliche Reise machen würde, sondern ebenso gefährliche.


Trotzdem war sie entschlossen, Felsriff zu erreichen. Sie wollte diese Dinge selbst erleben und entdecken, unbedingt.
Allerdings sah sie in diesem Moment zu den Sternen hinauf, die langsam am Himmel erschienen.
Die Nacht war hineingebrochen, und der nächste Schritt musste wohl überlegt sein. Sie brauchte einen Plan, um Shadeen erneut zu begegnen,
ihr ihre Ohrringe abzunehmen und sie zu töten, vielleicht in anderer Reihenfolge, aber es änderte nichts an der Tatsache.

Sie erhob sich noch einmal, setzt sich an eine der Palmen, zog die Knie an die Brust und dachte weiter nach.

Shadeen war ein mächtiger und gefährlicher Verbündeter, sie musste vorsichtig sein.

Noch in diesen Gedanken schloss sie die Augen und konzentrierte sich auf ihre Atmung. Sie dachte an die Worte des blinden Mannes, an die Rituale und die Opfer,
die sie bringen mussten. Wenn sie Erfolg haben wollte, so musste sie Shadeen überzeugen, ihr ihren Schmuck einfach zu überlassen.

Ihre Atmung wurde langsamer, ihre Muskeln entspannten sich. Die Sterne schienen auf sie herab, und die Nacht umgab sie mit ihrer dunklen Stille.
Sie schlief tief und fest ein. Ihre Träume waren voller Bilder von Felsriff und Shadeen, von dem Ritual und dem Preis, den sie bezahlen musste. ~
  





 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#17

Beitrag von Jade »

~Jade warf sich in ihrem Schlaf unruhig hin und her, ihre Träume waren voller Angst und Unsicherheit. Sie sah sich selbst auf dem Weg zu Shadeen,
aber merkwürdige Gestalten tauchten auf, die sie verfolgten und versuchten, sie aufzuhalten.

Die Gestalten waren gesichtslos und hatten lange, krallenartige Finger, die nach ihr griffen. Sie versuchte, vor ihnen fliehen, aber ihr Füße waren schwer
und langsam. Sie hörte die Gestalten flüstern und lachen, und sie wusste, dass sie ahnten, was sie vorhatte.

Sie fühlte eine tiefe Angst in sich aufsteigen, und versuchte, sich aus dem Traum zu befreien. Aber die Wesen waren überall, und sie konnte nicht entkommen.
In der Ferne konnte sie Shadeen schon sehen, aber noch war sie unerreichbar, während diese fürchterlichen Wesen immer näherkamen.


Plötzlich durchbricht die Stille ein entsetzter Schrei.
Sie schrie auf, und war wach. Aufrecht an der Palme gelehnt, ihre Atmung schnell und ihre Haut schweißbedeckt.
Hektisch war ihr Blick, aber die Nacht war still und ruhig. Tief zog sie die kühle Nachtluft ein und versuchte sich zu beruhigen.
Es war nur ein Traum – sagte sie sich immer wieder, aber das Herzklopfen blieb noch eine Weile.


Ein wenig Zeit verging, doch dann stand sie auf und ging langsam ans Wasser der Oase. Ihre Schritte waren leise auf dem sandigen Boden,
die Palmen ragten über ihr auf, die Blätter raschelten leise im Wind. Die Luft erfüllt vom dem Duft nach Feuchtigkeit und Erde.

Sie fühlte eine Verbindung zu diesem Ort, eine Verbindung zu alten Kräften, die hier wirkten, auch wenn sie sich fürchtete.
Die Oase schien ein Portal zu sein, ein Übergang zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Götter.


Nachdem sie noch einmal die Augen schloss und tief die Energie des Ortes in sich einströmen ließ, trat sie ans Wasser.
Sie zog ihre Kleidung aus und trat langsam in den See.
Jade wusch sich gründlich, spürte das Nass über ihre Haut laufen und fühlte, wie es ihre Muskeln anspannte.
Langsam trat sie Schritt für Schritt tiefer und bald schon schwamm sie das erste Stück. Sie fühlte sich klarer und vor allem fokussierter.


Nach einigen Bahnen kehrt sie ans ‚Ufer‘ zurück. Die Oase lag noch immer still und friedlich da, die Palmen ragten in den Himmel, und die Sterne schienen auf das Wasser herab.
Plötzlich aber, war es, als wenn ein Flüstern einfach aus dem Dunkel heraus auf sie zu kam.
Die Stille wurde unterbrochen und Vigi’s Schwester presst ihre Kleidung fest an sich, die sie lieber schon am Körper getragen hätte.
Sie konnte niemanden sehen. Das Flüstern schien überall zu sein, selbst aus der Erde war ein leises Murmeln zu hören. Doch sie konnte es nicht verstehen.


Jade runzelte die Stirn, ihre Sinne waren auf höchster Alarmbereitschaft. Sie spürte, dass etwas nicht stimmte, das die dunklen Gestalten aus ihrem Traum
vielleicht doch nicht nur ein Produkt ihrer Einbildung waren. Eine Gänsehaut überzog ihren Körper, ihre Haut prickelte vor Unbehagen. Ihr war klar, dass sie nicht allein war,
dass Etwas oder Jemand sie beobachtet. Ganz langsam zog sie endlich ihre Kleidung an.
„Wer ist da?“ fragte sie laut, ihre Stimme fest und bestimmt.
Da hörte das Flüstern abrupt auf, doch dann wurde die Stille plötzlich erdrückend. ~
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#18

Beitrag von Jade »

~Ihre Augen waren noch immer auf die Umgebung gerichtet. Sie kannte die Erzählungen über die Schatten, die als Boten zwischen den Welten galten.
Es waren mysteriöse Wesen, die Nachrichten und Botschaften zwischen den Göttern und den Sterblichen überbrachten.

Jade fragte sich, ob diese Schatten, die sie spürte, Boten von Shadeen waren, oder ob sie eine andere Bedeutung hatten. Man erzählte sich,
dass sie nicht immer freundlich gesinnt waren, dass sie auch als Vorboten von Gefahr oder Veränderungen auftreten konnten.


Sie atmete tief ein und aus, ihre Sinne waren noch immer auf höchste Alarmbereitschaft. Auf der einen Seite musste sie vorsichtig sein, auf der anderen
auch wieder Vertrauen haben, aber sie war neugierig und wie in einem Bann. Die Bewegungen aus ihren Augenwinkeln hatte sie wahrgenommen,
etwas löste sich aus der Dunkelheit, etwas Gesichtsloses, das auf sie zu kam. Still sah sie diesem Wesen entgegen.

Ihre Augen waren auf die dunkle Gestalt gerichtet. Sie fühlte eine Mischung aus Furcht und Entschlossenheit in sich aufsteigen.
Der Schatten sprach mit einer Stimme, die wie ein leises Flüstern klang, aber dennoch eine tiefe Autorität und Macht ausstrahlte.


„Ich werde dich begleiten und unterstützen“, sagte er. „Wir werden gemeinsam durch die Schatten gehen und Shadeen treffen.“ Jade nickte langsam.
„Ich hoffe, es wird leichter sein, denn ich habe noch nie Jemanden getötet.“ Ihre Stimme war leise und nachdenklich. „Aber, ich brauche diese Ohrringe, um Felsriff zu erreichen.“
Der Schatten nickte, seine dunkle Gestalt bewegte sich mit einer Leichtigkeit, als ob er ihre Entschlossenheit bestätigen, aber auch nutzen würde.
„Mit meiner Unterstützung wirst du Erfolg haben,“ sagte er. „Aber danach wird alles sehr schnell gehen. Sei bereit für die Konsequenzen.“

Es klang wie eine Drohung, aber sie war sich des Risikos durchaus bewusst. „Ich bin bereit“, sagte sie fest und bestimmt. „Und werde tun was nötig ist!“

Gemeinsam setzten sie den Weg fort, und dann sollte er Recht behalten. Kaum war Shadeen aufgetaucht begann der Schatten auch sofort auf sie einzureden.
Ein hitziges Gespräch entfachte, kampflos wolle sie sie auf keinen Fall herausgeben. Jade hörte die mächtigen Zauber plötzlich im Raum erschallten und geriet fast in Panik,
da sie selbst ungeschützt an Shadeens Truhe stand. Als allerdings es drohte zu eskalieren, erinnerte sie sich an den Elfenbann. Schnell war der gezückt und letzten Endes genutzt.
Sie verteidigte den Schatten so lange, bis Shadeen zu Boden ging. Dann sah sie zu wie der Schatten nicht zögerte, die Ohren vom Kopf trennte und als ob es das normalste
der Welt wäre, die Ohrringe abnahm und sie Jade reichte. Sie nahm sie entgegen, fühlte ihre kühle Oberfläche in der Hand, und wusste, dass sie nun einen Schritt näher an
ihr Ziel gekommen war.


„Bring sie rasch zu Damien. Sag ihm das ich dich geschickt habe, er soll dir das Pergament für Zhakar aushändigen. Lauf! Und sieh dich nicht um.
Jetzt heißt es schnell sein, bevor das Blut trocken an dem Metall ist!“
Damit sprach er einen Zauber und Jade fand sich auf dem Stückchen Gras wieder,
auf dem Monsignore Damien seine Position verteidigte.  Außer Atem und mit abgebrochenen Worten, berichtete sie ihm was geschehen war,
öffnet die Hand und streckt ihm den Schmuck entgegen.


„Gebt mir das Pergament für Zhakar. Ich habe alles bei mir, was ich für das Ritual benötige“, bat sie ihn und bekam das Papyrus, damit sie verschwand.
Sie konnte es ihm ansehen, dass er sie loswerden wollte, bei solch heißer Ware.

Und sie? – sie beeilte sich in den Turm Zhakars zu kommen, um noch pünktlich zu diesem Ritual zu gelangen.~  




 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#19

Beitrag von Jade »

~Das Ritual, das Zhakar durchführen musste, war ein komplexes und nicht ungefährliches Unterfangen.
Er hatte erfahren das sie die Ohrringe überbracht hatte und schien zufrieden, dass der Schatten sie unterstützt hatte. Er spürte die tiefe Verbindung zu den dunklen Kräften
und so sollte sie sich in einem bestimmten Kreis positionieren, der mit Symbolen und Zeichen versehen war, die die dunklen Kräfte beschworen.

Er bat sie, ein Schmuckstück, welches er ihr reichte, anzulegen und sich auf die Energie zu konzentrieren, die durch das Geschmeide floss.
Zaghaft kam sie seiner Aufforderung nach und kaum lag es auf ihrer Haut, schien reine Magie sie zu erfassen. Das Amulett begann zu leuchten,
sie zu erwärmen und das Herzklopfen zu steigern. Sie war nervös.


Der Schatten stand neben ihr. Wie versprochen gab er acht und begleitete sie. Er würde selbst die dunklen Kräfte lenken, und die Verbindung herstellen.
Die Luft wurde von einer unheimlichen Energie erfasst, Jade gelang nach und nach mehr in einen Zustand der Trance, um die Botschaften zu empfangen, die man ihr sandte.


„Ich werde jetzt eine tiefe Verbindung zwischen Dir und Mir herstellen“, erklärte das Wesen ihr in seiner tiefen Stimme. „Es ist nicht ungefährlich.
Lass dich auf die Macht der dunklen Seite ein, wenn sie dich rufen. Ansonsten wird es gefährlich, denn an den Ort, wo du dann hingelangen wirst, kann ich dich nicht retten.“


Tief sog sie den Atem ein. Es war Zeit erwachsen zu werden. Ganz viele Bilder aus vergangener Zeit kamen in ihre Gedanken.
Ihr Bruder und sie beim Verstecken spielen, oder wie sie gemeinsam die Tiere das Hofs gefüttert hatten. Dabei selbst den ein oder anderen Apfel aßen
und die anschließenden Bauchschmerzen ertrugen. Sie sah das Gesicht ihrer Mutter vor sich, als wenn sie irgendwo noch auf ihre Kinder warten würde,
nahe der Düne mit dem Blick aufs Meer. Ihren Rock, der im Winde zur Seite weht und ihr Haar, welches sie immer wieder zur Seite schob, obwohl es, wie Jades,
stets geflochten war. Wenn man es öffnete, dann fielen sie wie ein Wasserfall seinen Abhang herab, über die Schultern, bis zur Hüfte.


Kurz zog sich ihr Brustkorb zusammen. Ein süßer Schmerz, eine süße Trauer, doch es gab kein zurück.

Zhakar und der Schatten begannen das Ritual zu sprechen. Die Stimmen waren tief und resonierend. Die Worte, die sie sprachenwaren in einer fremden Sprache,
die Jade nicht verstand, aber sie konnte zunehmend die Macht und Energie spüren, die in ihnen lag.

Die Luft um sie herum begann zu vibrieren, und die Symbole auf dem Kreis leuchteten auf. Weit in Trance hörte sie Zhakars Stimme nur dumpf, dabei sprach er laut und intensiv,
baute die Energie um sie herum noch mehr auf. Sie spürte, wie sie gezogen wurde, in die Tiefe der dunklen Kräfte, verbunden mit Visionen und Bildern, die sie nicht verstehen konnte.

Die Worte des Rituals hallten in ihrem Kopf wider, die Kraft der Dunkelheit durchströmte sie.

Und plötzlich war alles still.

Zhakars Stimme wurde leiser, die Energie entlud sich und sie spürte, wie sie aus der Trance erwachte. Sie sah direkt in des Magiers Augen, der sie aufmerksam betrachtete.

„Was hast du gesehen?“, frug er interessiert nach. Sie versuchte es ihm zu erklären, doch schüttelte irgendwann den Kopf, da man dafür keine Worte fand.
Die Visionen werden dir klarer werden“, sagte er. „Aber jetzt wissen wir, dass das Ritual erfolgreich war. Die dunklen Kräfte haben dir eine Botschaft gesandt.“

Und dann war er fort – und sie saß auf dem Boden, auf einem Teppich und sah irritiert in Nissus Gesicht. ~





 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#20

Beitrag von Jade »

~Jade stand langsam auf, ihre Augen waren noch immer auf den Boden des Tempels gerichtet. Sie strich den Stoff ihres lindgrünen Kleides glatt,
dabei bewegten sich ihre Hände langsam und bedächtig.

Der Stoff ihres Kleides war leicht zerknittert von ihrem Aufenthalt auf dem Boden, aber sie glättete ihn sorgfältig, ihre Finger strichen über die feine Seide.
Sie atmete noch einmal tief ein und aus, noch immer sah sie auf den Boden, als ob sie die Visionen und Bilder, die sie gesehen hatte, noch immer vor sich sah.

Langsam hob sie ihren Blick, ihre Augen trafen auf Nissus, der sie aufmerksam betrachtete. Jade sah ihn an, ihr Blick war nachdenklich,
als ob sie versuchte, das alles zu verstehen.


„Was bedeutet es?“ fragte sie schließlich, ihre Stimme leise und fragend. Der Priester sah sie nur an, seine Augen waren dunkel und unergründlich. 
„Die Versionen werden dir klarer werden“, sagte er. „Aber jetzt solltest du dich auf den Weg machen. Die Zeit drängt.“        
Er bat ihr noch an, jederzeit hier Zuflucht vor allem bekommen zu können, aber er erklärte ihr auch den Weg zum dunklen Tempel,
als ahne er, dass die Schatten Jades Weg geebnet hatten.

-

So vergingen die Tage.
Jade sammelte Tag für Tag an Erfahrung, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse wuchsen stetig. Sie lernte, einen kleinen Teil vom Ganzen,
die dunklen Kräfte in sich zu kontrollieren und zu nutzen. Doch der etwas größere Teil war noch immer naturverbundener.
Mit jedem Tag fühlte sie sich sicherer und selbstbewusster, ihre Schritte wurden entschlossener und ihre Stimme fester. Sie begann ihre eigene
Identität zu finden, eine die von ihrer Verbindung zur Dunkelheit geprägt war.


Manchmal führte ihr Weg zu Zhakar. Sie fühlte sich dankbar und er betrachtete sie aufmerksam, als ob er ihre Fortschritte für sich bewertete.
Er gab ihr Ratschläge und Anweisungen, half ihr ihre Fähigkeiten zu verbessern und die Schwächen zu überwinden.

Sie wusste, ohne Ihn wäre sie nicht so weit gekommen.

Die Tage vergingen schnell und mittlerweile war sie so weit, dass sie bereit war eine weitere Herausforderung anzunehmen. Fest entschlossen
ihre Bestimmung zu erfüllen sprach sie mit Sir Mordenthal.

Sie stand vor ihm, ihre Augen waren auf ihn gerichtet, als er ihr die Aufgabe übertrug. Aufmerksam hörte sie ihm zu, als er ihr die Details erklärte.

„Den Schlüssel zu Ogrimars Hallen zu besorgen, wird nicht leicht sein“, sagte er, seine Stimme ernst und warnend.
Du wirst den Schädel, das Blut und die Gebeine besorgen müssen, damit ich den Schlüssel auslösen kann.“
Sie nickte langsam, war sich bewusst, dass die eine der Schwierigsten Aufgaben werden würde, die sie womöglich je antreten würde,
doch sie war fest entschlossen auch diesen Weg zu meistern.
„Wo finde ich die benötigten Gegenstände?“

Er sah sie an und wirkte nachdenklich. „Der Schädel befindet sich in irgendeiner Truhe der Toten“, sagte er.
„Das Blut wird Euch Vargus aushändigen. Es muss von einem bestimmten Baum stammen, der nur unter bestimmten Bedingungen wächst.
Und die Gebeine … Die Gebeine sind die Überreste eines alten Kriegers, der in den Bergen begraben liegt.“


„Ich werde alles besorgen, verlasst euch darauf.“ Sie hatte ihm aufmerksam zugehört. Seine Stimme hatte seine eigene Halle unwirklich erscheinen lassen.
Jades Körper war angespannt, doch als sie einen Schritt zurücktrat, löste sie sich aus den gefühlten Ketten. Stolz hob sie ihr Kinn. ~


„Und ich werde sie begleiten!“
Jade drehte sich erschrocken um und sah den Mann, der plötzlich am Eingang stand. Sie erkannte ihn sofort wieder, denn es war ER,
den sie in Lichthafen schon einmal getroffen hatte. Sie fühlte eine Mischung aus Überraschung und Neugier.

Doch er lächelte nur leicht, als er ihre Reaktion bemerkte.
„Ich sehe, du erinnerst dich an mich“, sagte er, seine Stimme war tief und angenehm.
„Ich bin hier, um dir meine Unterstützung anzubieten. Würde dich gern auf deiner Reise begleiten.“
„Was wisst ihr über diese Aufgabe?“ Sie war vorsichtig, doch da war noch immer das Gefühl ihn ihr.
Ihr Herz klopfte schneller als sonst, es schien wärmer in seiner Nähe zu werden.

Er trat näher, seine Augen waren auf Jade gerichtet.
„Ich weiß genug, um dir helfen zu können“, sagte er.
„Ich kenne die Höhlen der Toten und den Baum, von dem das Blut stammt. Ich kann dir auch helfen, die Gebeine des alten Kriegers zu finden.“

Etwas in ihr ließ sie zögern, doch sie fühlte, dass sie seine Hilfe und Nähe gut gebrauchen konnte. „In Ordnung, sie dürfen mich begleiten.“
Jade fühlte, wie ihr Herz schlug, als sie ihn ansah. Sie erinnerte sich an ihre erste Begegnung in Lichthafen und wie sie ihn nicht aus den
Gedanken bekommen hatte. Als sie ihn jetzt ansah, wusste sie, dass ihre Gefühle nicht nur Neugier oder Interesse waren, sondern etwas Tieferes.
Sie fühlte sich verliebt, genauso wie am ersten Tag, als sie ihn sah.

Der Mann sah sie an, ihre Augen trafen sich, und Jade fühlte, wie ihre Wangen heiß wurden. Sie sah weg, versuchte ihre Gefühle zu verbergen,
aber sie wusste, dass es zu spät war.

„Ich denke, wir sollten los“, sagte er und seine Stimme war leise und sanft. „Wir haben eine lange Reise vor uns.“

In diesem Augenblick wusste Jade, dass sie bereit war, diese Reise mit ihm zu unternehmen, nicht nur, um den Schlüssel zu finden, sondern auch, um herauszufinden, was zwischen ihnen war.~

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#21

Beitrag von Jade »

~Der Himmel war grau und bedeckt, als Jade und ihr Begleiter Jonte ihre Reise antraten. Die Luft war kühl und feucht,
und ein leichter Nieselregen fiel auf die Erde. Sie fühlte eine Mischung aus Aufregung aber auch Nervosität in sich, als
sie losgingen.


„Wir sollten uns beeilen,“ sagte Jonte, seine Stimme klang praktisch und direkt. „Die Höhlen der Toten sind nicht
weit entfernt, aber wir sollten vor Einbruch der Nacht dort ankommen.“


Sir Mordenthal hatte ihr von Ogrimar erzählt.
Ein Gott der Nacht, des Chaos und Schreckens. Er redete von einem Gleichgewicht, das an einer Stelle verloren aber an Anderer
wieder gewonnen wird. Er redete von Makrsh P'Tangh, vom Druck auf die Götter und das sie gegen diese Bedrohung etwas
unternehmen mussten. Scheinbar war Makrsh der elendste der Sterblichen, der alles daransetzen würde,
um seine Macht zu vergrößern.

Er erklärte ihr, dass sie, ohne es zu wissen, der Sache seines Herrn bereits gedient hatte. Wenn sie bereit wäre,
nun einer seiner "Diener" zu werden, so winkten ihr Ruhm und Ehre, dessen war er sich sicher. Es klang verlockend und es konnte
nicht schaden sich weiterzubilden. Also schwor sie ihr Leben auf diesen Eid.
„Solltet Ihr ihn je brechen, so ist Euer Leben verwirkt und er martert Eure Seele bis in alle Ewigkeit.“ Sir Mordenthal warnte sie ausdrücklich vor den Konsequenzen.


Als sie loszogen, fühlte Jade die Last der Aufgabe auf ihren Schultern.
Sie wusste, dass sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für Sir Mordenthal, für ihre Familie, aber auch für Jonte und ihrer
Zukunft unterwegs war. Sie sah zu ihm hinüber, während die Landschaft um sie herum, wild und unberührt war.
Die Bäume ragten hoch in den Himmel und die Felsen aus der Erde.
Sie fühlte sich plötzlich klein und so unbedeutend in dieser riesigen Welt, aber sie war sich bewusst, dass sie diese Rolle spielen musste,
um die Ziele zu erreichen.


„Was denkt ihr, was uns in den Höhlen erwartet?“ fragte sie ihren Begleiter, ihre Stimme war leise, aber neugierig.
„Das weiß ich nicht“, Jonte sah sie an, seine Augen waren nachdenklich. „Aber ich denke, wir sollten auf alles vorbereitet sein.“
Nach ein paar weiteren, schweigenden Schritten spürte Jade seinen nachdenklichen Blick auf sich ruhen.
„Ich bin schon einmal in den Höhlen der Toten gewesen“, sagte er. “Es war eine…interessante Erfahrung.
Die Höhlen sind voller Gefahren“,
fuhr er fort. „Es gibt dort Kreaturen, die man besser nicht trifft.
Und die Atmosphäre ist … unheimlich. Man kann die Präsenz der Toten spüren.“


„Die Präsenz der Toten?“  Jonte nickte langsam. „Ja, es ist, als ob die Höhlen von den Geistern der Verstorbenen durchdrungen sind.
Man kann ihre Stimmen hören, ihre Schreie, ihre Flüche. Es ist ein Ort, an dem die Lebenden nicht willkommen sind."


„Habt ihr den Schädel wirklich dort gefunden?“ hakt sie leise nach.

„Ich habe den Schädel und einiges mehr dort gefunden, dass ich nie wieder loswerden kann“, sagte er.
„Etwas, das mich für immer verändert hat. Seid ihr Euch noch immer sicher, dass ihr diesen Weg gehen wollt?“
Er hatte angehalten, seine Augen waren warm und beruhigend. „Wenn ihr in der Höhle verrückt werdet oder Eure Gedanken
nicht mehr bei euch sind, werde ich da sein“,
versprach er und drückte ihre Hand.
„Ich werde euch nicht allein lassen, Jade. Diese Reise stehen wir gemeinsam durch.“

„Danke.“ Jade sah ihn dankbar an. Sie fühlte, dass sie ihm vertrauen konnte, dass er bei ihr sein würde, egal was passierte.
Und mit dem Wissen fühlte sie sich sicherer, bereit, die Herausforderungen der Höhle anzunehmen.~

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#22

Beitrag von Jade »

Der Schädel – Die Höhle der Toten

~Die Höhle der Toten lag vor ihnen, ein dunkler Eingang in den Berg, der wie ein Maul aussah, das bereit war, sie zu verschlingen.
Die Luft, die aus der Höhle kam, war kalt, feucht und man konnte den Geruch von Moder und Verfall riechen.

„Das ist es“, sagte Jonte, seine Stimme war leise und ernst. „Die Höhle der Toten. Bist du bereit?“ Jade nickte langsam,
ihre Augen waren auf den Eingang gerichtet. Sie fühlte eine Mischung aus Angst und Neugier, als sie auf die Höhle zugingen.

Als sie sie betraten, wurde es plötzlich still. Die einzigen Geräusche waren das Tropfen von Wasser und das Knarren
von alten Knochen. Jade fühlte, wie ihre Haut prickelte, als sie tiefer hineingingen.


Die Wände der Höhle waren mit alten Zeichen und Symbolen bedeckt, die im schwachen Licht der Fackeln tanzten.
Sie sah sich um, ihre Augen auf die Malereien gerichtet.

„Was bedeuten diese Zeichen?“ fragte sie, ihre Stimme war leise und ehrfürchtig. Jonte sah sich um, seine Mimik nachdenklich.
„Es sind Warnungen“, sagte er. „Warnungen vor dem, was in der Höhle lauert“. „Und was ist es?“ hakt sie nach,
ihre Augen waren besorgt. Wieder blickt der Mann vor ihr sie ernst an.
“ Das werden wir gleich sehen“, sagte er.
„Hier existieren Dinge, welche besser nicht existieren sollten. Geister, Monster, Fallen … Es gibt viele Gefahren, die uns auflauern können.“
„Aber wir sind doch nur hier, um den Schädel zu holen“, antwortete sie ihm vielleicht ein wenig zu naiv.
„Was kann denn schon geschehen. Sie brauchen ihn doch nicht mehr.“
Er lächelte grimmig. „In einer Höhle wie dieser kann alles passieren“, sagte er. “Wir müssen auf jeden Fall vorsichtig sein,
jeden Schritt überdenken und unsere Augen offenhalten. Der Schädel ist sicher nicht das Einzige, was wir finden werden.“


Plötzlich hörten sie ein seltsames Geräusch, ein leises Knarren und Schaben. Erschrocken sah Jade sich um, die Augen waren auf die Dunkelheit gerichtet.
„Was war das?“ flüsterte sie. „Ich weiß es nicht. Aber, ich denke, wir sollten weitergehen. Der Schädel ist wahrscheinlich tiefer in der Höhle.“ Sie fühlte, dass sie beobachtet wurden und das Gefühl wurde immer stärker.
Jonte nickte und ging voran, seine Fackel warf unheimliche Schatten an die Wände der Höhle.
„Bleib dicht hinter mir“,
sagte er leise. „Wir wissen nicht, was vor uns liegt und uns erwartet.“

Jade folgte ihm, ihre Augen waren auf den Boden gerichtet, um nicht über Steine oder andere Hindernisse zu stolpern und eine Hand hatte sie immer an dem Saum seines Torsos. Die Höhle schien endlos zu, und die Stille wurde nur von dem Geräusch ihrer Schritte im diesem tropfenden Wasser unterbrochen. Als sie um eine Ecke bogen, sah Jade plötzlich einen schwachen Lichtschein in der Ferne. Sie blinzelte ein paar Male, um sicher zu sein. „Siehst du das auch?“ flüsterte sie und deutet auf das Licht. „Ja, ich sehe es auch. Das könnte der Ort sein, an dem der Schädel liegt.“ Seine Stimme war kaum lauter als ihr Flüstern. Seine Sinne waren angespannt, sah sich immer wieder um.

Das Licht schien aus einer kleinen Kammer zu kommen, die in der Wand der Höhle eingelassen war. Und tatsächlich…
Sie traten langsam ein, ihre Augen waren auf den Schädel gerichtet, der auf einem kleinen Altar lag. Er schien im schwachen Licht zu leuchten, und Jade fühlte eine seltsame Anziehungskraft, die von ihm ausging.

„Das ist er“, riss Jonte‘s Stimme sie aus dem Bann. „Der Schädel des Toten.“

Sie streckte wie automatisch ihre Hand aus, um diesen Schädel an sich zu nehmen, doch Jonte hielt sie zurück. „Warte!“, sagte er. „Wir wissen nicht, was passiert, wenn du ihn berührst.“ Sein Blick war besorgt. „Jade, ich weiß das du den Schädel brauchst, aber wir müssen vorsichtig sein. Wir wissen doch nicht, was für Konsequenzen es haben kann!“

Aber Jade hörte nicht auf ihn.
Sie streckte ihre Hand aus, doch als ihre Haut den Schädel berührt, fühlte sie einen plötzlichen Schock, und die Welt um sie herum begann zu verschwimmen. Jonte nahm jede Regung von ihr wahr. Er sah wie Jade zusammenzuckte und ihre Augen sich verdrehten.
„Jade!“ rief er, sie hörte ihn, aber konnte nicht mehr reagieren.
Der Schädel in ihren Händen begann zu leuchten, und Jonte konnte fühlen, dass etwas nicht stimmt. Er versuchte ihr den Schädel aus der Hand zu nehmen, aber sie hielt ihn fest umklammert.

„Jade, lass los!“ rief Jonte, aber sie schien ihn nicht zu hören.

Und dann war plötzlich alles still. Die Höhle war still, er war allein mit ihr und dem Schädel. Er wusste, dass er etwas tun musste.
Ohne nachzudenken und mit einer gewissen Leichtigkeit nahm er Jade hoch und trug sie in seinen Armen, während er durch die dunkle Höhle rannte. Der Schädel lag noch immer in ihrer Hand und er konnte es nicht nur sehen, sondern fühlen, dass er noch immer leuchtete. Er rannte so schnell er konnte, seine Schritten knarzten auf dem sandigen Boden wieder. Er wusste nicht, was mit ihr los war, aber er wusste, dass er sie so schnell wie möglich aus der Höhle und somit der Gefahr, bringen musste.

Die Wände der Höhle schienen an ihm vorbeizufliegen, während er rannte. Er konnte hören, wie der Schädel in Jades Hand gegen ihre Brust schlug, und er hoffte, dass sie nicht noch mehr Schaden nahm.

Endlich sah er den Ausgang der Höhle vor sich. Die Sonne blendete ihn, als er endlich durch das Maul wieder ins Freie trat. Sofort atmete er tief durch und sah auf die junge Frau in seinem Arm hinab.
Sie war noch immer bewusstlos, aber sie atmete. Der Jäger seufzte vor Erleichterung und trug sie zu einem nahe gelegenen Felsen, wo er sich hinsetzte und sie trotzdem in seinem Armen hielt.
Er strich ihr das Haar aus dem Gesicht und musterte ihr Gesicht.


„Jade“, flüsterte er. „Wach auf, … Bitte.“
Langsam öffnete sie die Augen. Sie war verwirrt und desorientiert, aber als sie Jontes Gesicht sah, entspannte sie sich. „Was… Was ist passiert?“
Er lächelte erleichtert. „Du bist ohnmächtig geworden, als du den Schädel berührt hast. Ich habe dich hierhergetragen.“

Sofort sah sie auf ihre Hand hinab und erblickt den Schädel, den sie noch immer umklammert hielt.
„Ich denke, ich habe ihn“, lächelt sie schwach. „... wir können gehen.“
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#23

Beitrag von Jade »

Das Blut – Die Bestimmung

~Nach ein paar Tagen der Ruhe, auf die Jonte übrigens bestand, fingen sie an weitere Pläne zu schmieden.
Ihr nächster Ausflug bestand darin das Blut der Bestimmung zu besorgen, damit Ogrimar es anerkannte.


„Dann müssen wir nun jemanden finden, der das Blut mischen kann“, sagte Jonte, als er gerade einen Holzscheit auf das
Lagerfeuer legte. Sie waren nun schon knapp 5 Tage unterwegs und hatten sich eine kleine Unterkunft hergerichtet.
Eine abgelegene Hütte, zwischen vielem Geäst, welches schwer und nass durch seine Blätter geschützt um sie herum ragte.
Das Efeu, am Holz des Hauses, tarnte die Hütte so sehr, dass man entweder wissen musste das sie hier stand oder gute Augen.

„Jemanden, der die alten Rituale kennt und die Macht der Götter. Versteht.“

Jade nickte langsam, ihre Augen waren trotz der Zeit immer noch ein bisschen glasig von der Erfahrung in der Höhle.
„Ich glaube ich kenne da Jemanden“, sagte sie. "Eine alte Frau, die am Rande des Dorfes lebt. Sie ist bekannt für ihre
Kenntnisse der alten Rituale und ihrer Fähigkeit, Tranke zu mischen.“

Der Jäger sah sie an, seine Augen waren interessiert. „Bring mich zu ihr“, bat er sie. Jade erhob sich prompt, ihre
Bewegungen waren noch immer ein bisschen unsicher. Doch unter Jontes prüfenden Blickes machten sie sich gemeinsam
auf den Weg.


Die alte Frau lebte in einer kleinen Hütte, umgeben von einem Garten voller seltsamen Pflanzen und Kräuter.
Jade klopfte an die Tür, sah sich um, ob ihnen auch niemand gefolgt war, da öffnete sich nach einem Moment auch schon
knarrend die Tür.

Die alte Frau sah sie an, ihre Augen waren alt und weise. Ihre Haut gegerbt von den Wetterphasen vergangener Jahre.

„Ah, Jade“, sagte sie. „Ich habe dich erwartet. Und du hast den Schädel mitgebracht.“ Jade sah sie überrascht an.
„Wie hast du das gewusst?“
Die alte Frau lächelte. „Ich weiß viele Dinge“, sagte sie. „Und ich kann dir helfen, das Blut zu mischen,
damit ein Gott zufriedengestellt wird.“


Jonte sah die alte Frau an, seine Augen waren skeptisch. „Wie könnt ihr euch so sicher sein, dass es funktioniert?“ hakt er nach.
Die Greisin sah ihn an, ihre Augen waren ernst.
„Ihr müsst mir vertrauen“, antwortet sie ihm. „ich werde mein Bestes tun,
um das Blut zu mischen, aber es gibt keine Garantie, dass es funktioniert.“

Die alte Frau hielt ihren Blick auf den Besuch vor sich. „Ihr benötigt einige seltene und gefährliche Zutaten.
Ich werde euch eine Liste geben, und ihr müsst sie für mich besorgen.“


Sie lud beide ein, einzutreten und ging selbst auf einen kleinen Tisch zu. Dort begann sie auf ein Stück Pergament zu schreiben.
Die Feder kratzte über das Papier, während sie die Liste erstellte.


„Hier ist, was wir benötigen.“ Sagte sie und reicht Jonte das Pergament. „Das Blut eines Drachen, die Tränen
einer Nixe, das Herz eines Wolfes und die Asche eines Phönix.“


„Das sind gefährliche und seltene Zutaten!“ stellt er entsetzt fest. „Wo sollen wir diese denn finden?“ Seine Stimme
klang entrüstet.


Die Alte sah ihn an, ihre Augen und Mimik blieben ernst. „
Ihr werdet sie finden, wenn ihr bereit seid Risiken einzugehen.
Aber ich muss euch warnen: Die Suche nach diesen Zutaten wird nicht leicht sein. Ihr werdet euch Gefahren stellen
müssen, die euch an die Grenzen eurer Fähigkeiten bringen werden.“

Jade sah Jonte an, ihre Augen waren entschlossen. „Wir werden es tun, oder? Wir werden die Dinge besorgen und
dann das Blut mischen, …ja?“


Die alte Frau nickte langsam und ein süffisantes Lächeln glitt über ihr Gesicht. „Ich wusste, dass ich auf Euch zählen
kann. Aber denkt daran: Die Götter sind nicht zu unterschätzen. Ihr müsst bereit sein, alles zu opfern, um euer Ziel zu erreichen.“

Und somit begann die nächste Herausforderung. Sie wussten, dass die Suche nach den Zutaten nur der Anfang war.
Sie würden vielleicht sich Gefahren stellen müssen, die sie nie für möglich gehalten hätten. Aber sie waren bereit,
alles zu riskieren, um das Ziel zu erreichen.


Die Frage war nur: Würden sie es schaffen? ~ 





 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#24

Beitrag von Jade »

Das Blut – Die Bestimmung


~Das Blut eines Drachens –
Während sie also sich wieder auf den Weg machten, überlegten beide wie sie an die geforderten Zutaten kamen. Zuerst
aber, wollten sie ins Wirtshaus, an der Ecke der Straße in Sturmkante, denn dort gab es die besten Hühnchen ganz Altheas.
Jade hatte Hunger und mit Hunger konnte sie nicht klar denken. Jede Zutat musste zu bekommen sein, sonst hätte die Alte
ihnen es nicht gesagt. Logisch, oder? Denn wie sollte sie das Blut mischen, wenn nichts dafür zu bekommen war?

Das Klirren des Messers auf dem Teller ließ beide erschrecken.
„Ich hab’s!“, sagte Jade und strahlte euphorisch Jonte an.
„Erinnerst du dich, als wir zu Crimsonscale gegangen sind? Er gab mir das Armband und steckte mir heimlich etwas zu.“
Die Worte sprudelten nur so aus ihr heraus, als hätte sie den ersten Schatz gefunden. „Eine kleine Phiole! Sein Blut!“

Zuerst sah Jonte sie ein wenig hilflos an, da er nicht ganz verstand, aber als sie ihm die Phiole beschrieb, wurde auch ihm klar,
dass der erste Schritt getan war.
Ein leichtes Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
„Das ist ja ein Glücksfall“, sagte er.
„Dann haben wir das Drachenblut schon einmal.“ Sie lächelte zurück. „Ich hatte sie ganz vergessen. Sie steht daheim auf meinem
Spiegelschrank, gleich neben der Haarbürste. Ich habe es nicht genutzt, weil ich nicht wusste, was sie bewirkt.“


„Crimsonscale“, erklärte der Wirt ihnen plötzlich, als hätte er gelauscht. „Das ist ein seltener und mächtiger Drache. Daher hält er
sich auch in den Tiefen des Sanktuariums auf. Sein Blut ist wertvoller als Gold.“

„Dann haben wir das erste Stück Deiner Liste abgehakt“, sagte Jonte mit einem Blick gen Jade. „So können wir uns um die Tränen kümmern.“
Der Wirt sah beide an, als würde er wissen wo sie zu bekommen waren. „Fragt den alten Fischer, unten am Strand von Silberstreif.
Wenn er gute Laune hat, dann hilft er euch weiter.“
Dann warf er auch schon sein schmuddeliges Tuch über die Schulter
und schob seinen Bauch wieder hinter den Tresen.


Ein weiterer Hoffnungsschimmer.
Jade sah Jonte an, nachdem der Wirt seinen Auftritt hatte.
„Ich habe schon von ihm gehört,“ sagte er. „Er lebt am See zu Silberstreif
in einer kleinen Hütte und ist bekannt dafür das er mit Meereswesen spricht.“

Jade sah ihn skeptisch an. „Glaubst du, er wird uns helfen?“
Jonte zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Aber wir können es ja versuchen. Wir brauchen Jemanden, der weiß, wo wir diese
Tränen bekommen. Wir haben keine Wahl, Jade.“


Sie machten sich auf den Weg zum Meer, nachdem die Rechnung beglichen war, um diesen alten Fischer zu finden.
Es dauerte eine Weile, und nachdem sie Silberstreif erreicht hatten folgte sie den Weg hinunter zu den alten Fischerhütten. Schon von weitem sah
man die gespannten Netze. Manche waren gerissen, man nähte sie gerade. In anderen hingen noch die Reste vom letzten Fang und es roch immer
mehr nach den Meerestieren. Und dann sahen sie ihn, er saß auf einem der mächtigen Felsen. Seine Augen waren auf die See gerichtet und seine
Angel ruhte ruhig neben ihm.


„Was wollt ihr?“ Er hatte sich nicht einmal umgedreht. Es schien, als hätte er sie schon erwartet. Jades Haut prickelte alarmierend. Sie trat vor.
„Wir brauchen Tränen einer Nixe.“ Jetzt hatte sie seine Aufmerksamkeit, denn er drehte sich prompt zu ihr. „Was bietet ihr im Gegenzug?“ fragte er.
Jetzt band Jonte sich ein.
„Was verlangt ihr dafür?“ fragte er und nahm eine schützende Position neben Jade ein.
Der Fischer lächelte, sein vom Wetter gegerbtes Gesicht wurde fast ein wenig weich.
„Ich verlange eine Geschichte.“, sagte er.
„Eine Geschichte von Mut und Opfer. Wenn ihr mir diese Geschichte erzählt, werde ich die Person, welche sich mit Tränen der Nixen auskennt, bitten,
Euch diese auszuhändigen.“


Jade & Jonte sahen sich an. Sie wussten, dass sie keine andere Wahl hatten. Sie mussten diese Geschichte erzählen, wenn sie den nächsten Haken setzen wollten. Jonte schien zu überlegen und dann ergriff er Jades Hand, nahm sie mit zu einem kleineren Felsen und setzte sich mit ihr.
Der Wind spielte mit ihrem Haar und er begann zu erzählen.


Die Geschichte von Mut und Opfer~



 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Benutzeravatar
Jade
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 31
Registriert: Di 27. Mai 2025, 09:41
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

#25

Beitrag von Jade »

Die Geschichte von Mut und Opfer

~ Jonte sah den alten Fischer an, seine Gesichtszüge wurden ernst.


„Vor vielen Jahren“, begann er, „gab es ein junges Mädchen namens Aria. Sie lebte in einem kleinen Dorf am Fuße
eines großen Berges. Aria war bekannt für ihre Schönheit und ihrer Tapferkeit. Sie war die Tochter eines armen Bauern,
aber sie träumte von einem besseren Leben.“


Der alte Fischer nickte langsam, seine aber auch Jade’s Augen waren auf Jonte gerichtet.

„Als Aria 16 Jahre alt war“, fuhr Jonte fort, „wurde ihr Dorf von einer großen Dürre heimgesucht. Die Ernte verdorrte,
und die Menschen verhungerten. Aria wusste, dass sie etwas tun musste, um ihrem Dorf zu helfen. Sie beschloss,
den Berg zu erklimmen, um die Quelle des Flusses zu finden, der einst durch das Dorf floss.“


Beeindruckt beobachtet Jade den Jäger neben sich. Ihre Augen waren auf ihn gerichtet. Sie kannte die Geschichte nicht,
aber auch sie war gefesselt und wartete darauf, dass er sie weitererzählte.


„Der Berg war gefährlich.“, sagte Jonte. „Es gab wilde Tiere und steile Klippen. Aber Aria war entschlossen.
Sie packte ihre Sachen und machte sich auf den Weg. Sie kletterte den Berg hinauf, trotz Gefahr und Müdigkeit.“


Dem alten Fischer schien es ebenfalls zu gefallen, denn er nickte langsam und ein Lächeln lag auf seinem Gesicht.

„Als Aria die Quelle des Flusses erreichte, fad sie heraus, dass sie von einem Drachen bewacht wurde.
Der Drache war alt und böse,
und er würde niemanden durchlassen. Aria wusste, dass sie kämpfen musste, wenn sie das Dorf retten wollte.
Sie zog ihr Schwert und griff den Drachen an.“


Aufgeregt hielt Jade den Atem an.

„Der Kampf war lang und hart. Aria wurde dabei schwer verletzt, aber sie weigerte sich aufzugeben. Sie kämpfte mit all
ihrer Kraft und tötet schließlich den Drachen. Kaum danach, nach seinem Tod erklang das Rauschen. Deutlich hörte
man das Wasser kommen und der Fluss floss wieder. So war das Dorf gerettet.“


Als Jonte sich entspannte und es deutlich wurde, dass die Geschichte erzählt war, hatten Beide feuchte Augen. Jade so wie auch der alte Fischer.
„Das ist eine Geschichte von Mut und Opfer“, sagte er. Seine Stimme klang dumpf und belegt. „Aria hat ihr Leben riskiert,
um ihr Dorf zu retten. Ich werde Annithae bitten, euch eine Träne zu geben.“


Er stand auf und ging zum Meer. „Annithae Tränenperle“, rief er gegen den Wind an. „Ich habe eine Geschichte für dich.
Eine Geschichte von Mut und Opfer.“


Eine Stimme antwortete aus dem Meer und in diesem Augenblick erfüllte sich die Luft mit purer Magie. Es klang wir Musik,
die weit aus dem Nebel kam.


„Ich höre.“
Der alte Fischer wendete sich zu Jade und Jonte um.  „Erzählt eure Geschichte“, sagte er.
„Annithae Tränenperle wird euch Tränen geben, wenn sie überzeugt ist.“

Gesagt, getan.

Beide sahen sich an und begannen gemeinsam die Geschichte von Aria und dem Drachen erneut zu erzählen.
Als sie fertig waren, surrte die Luft, als wenn Millionen von kleinen fliegenden Wesen im Schwarm unterwegs waren.
Ein Hauch der Magie. Wie aus Zauberhand kam eine kleine Muschel aus dem Wasser und landete auf dem Felsen vor
dem alten Fischer. In der Muschel lag eine einzelne Träne, die im Sonnenlicht glänzte.


„Das ist die Träne von Annithae Tränenperle“, sagte der alte Fischer. „Möge sie euch helfen, Euer Ziel zu erreichen.“

Ob es eine wahre oder aus der Not heraus erfunden Geschichte war, blieb wohl ein Geheimnis. Ehrfürchtig und mit Tränen in den Augen nahm Jade die Träne an sich und hakt in Gedanken den zweiten Punkt ihrer Liste ab.
Ganz sicher, eines der schönsten Momente in ihrem Leben .
Sie hatten sie, - Die Träne der Nixe. ~

 
~Schwester des Vigiliae Chakai~  
Antworten

Zurück zu „Bücherei der Geschichten“