Die Tür des Sanktums hatte keinen äußeren Griff. Wer hineinging, tat es, weil der Fels es erlaubte — und der Fels erlaubte es nur einem.
Hipo saß am Schreibtisch. Kein Thron, kein Podest — ein einfacher Tisch aus schwarzem Holz, die Oberfläche glatt poliert von Jahren, in denen nur eine Hand hier geschrieben hatte. Vor ihm: Pergament, schwere Tinte, eine Feder, die er nicht benutzte. Stattdessen führte er die Schrift mit den Fingerspitzen — die Tinte gehorchte, kroch über das Pergament wie ein lebendiges Ding, formte Buchstaben, die kein Mensch so gleichmäßig hätte setzen können.
Die Wände spiegelten sein Gesicht. Schwarzer Stein, poliert wie dunkles Glas. Kein Fenster. Kein Licht außer dem violetten Puls, der durch die Adern des Felsens zog — langsam, stetig, im Rhythmus seines Herzschlags.
Er schrieb.
Oben auf das Pergament setzte er den Titel. Zwei Worte. Dann darunter, kleiner: Betrachtungen aus den Hallen der Seelen. Niedergeschrieben von Hipo Chryl, Herr der Toten, im Sanktum des Fels des Zorns.
Dann der erste Satz — und er kam ohne Zögern, als hätte er lange genug gewartet.
Was hier steht, ist kein Dogma. Keine Lehre. Kein Gebot. Es ist das, was ich gesehen habe. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Wer diese Zeilen liest und glaubt, eine Wahrheit gefunden zu haben, irrt bereits. Wer sie liest und anfängt, Fragen zu stellen — der hat verstanden, warum ich sie geschrieben habe.
Die Tinte kroch weiter. Hipo hob die Hand nicht vom Pergament. Die Worte kamen, eines nach dem anderen, als würden sie sich selbst befreien.
In den Hallen der Seelen — dort, wo die Toten übergehen, wo das Fleisch nichts mehr bedeutet und der Geist aufhört, sich an einen Namen zu klammern — liegt ein See.
Kein Wasser. Kein Licht auf seiner Oberfläche. Keine Ufer, die man greifen könnte. Er ist einfach da — grenzenlos, still, und so alt, dass das Wort „alt" ihn beleidigt.
Er hielt kurz inne. Nicht weil er nach Worten suchte — sondern weil die Erinnerung an den See ihn für einen Moment einholen musste. Er hatte lange dort gestanden. Länger, als er zugeben wollte.
Ich habe ihn betreten. Nicht mit Füßen — man betritt ihn nicht. Man steht vor ihm, und er steht vor einem, und irgendwann begreift man, dass die Grenze zwischen einem selbst und dem See dünner ist, als man wahrhaben möchte.
Der See ist das Ganze. Alles, was jemals gelebt hat und gestorben ist, geht in ihn ein. Jede Seele — ob sie einem Schwert diente oder einem Pflug, ob sie tötete oder gehorchte, ob sie stark war oder schwach — jede Seele wird am Ende ein Tropfen. Und jeder Tropfen geht auf in der Masse.
Individualität löst sich auf. Erinnerungen, Leidenschaften, Schwüre, Sünden — alles geht in das Ganze ein. Was bleibt, ist nicht der Einzelne. Was bleibt, ist der See.
Und der See schert sich nicht darum, was du warst.
Die Tinte zog eine dünne Linie. Trennung. Neues Kapitel. Seine Finger bewegten sich weiter.
Der Umkehrschluss ist ebenso wahr. Wenn ein Wesen in die Welt tritt — ein Körper entsteht, Fleisch und Knochen, bereit für den ersten Atemzug — dann nimmt der See etwas von sich und gibt es her. Ein Tropfen wird entnommen. Er füllt den Körper. Er wird zur Seele.
Dieser Tropfen ist leer. Frei von Erinnerungen, frei von Bindungen, frei von Zugehörigkeit. Er füllt sich erst mit dem Leben selbst — mit jedem Schritt, jedem Schmerz, jeder Entscheidung, die der Träger trifft.
Und doch: ganz leer ist er nie.
Der See ist eine Masse. Wenn man einen Tropfen daraus entnimmt, ist er nicht rein. Er trägt Spuren — Rückstände von tausend anderen Seelen, die vor ihm aufgegangen sind. Fragmente, die nicht ihm gehören. Erinnerungen an Orte, die er nie betreten hat. Gefühle, die keinen Ursprung im eigenen Leben kennen.
Die Lebenden nennen es Ahnungen. Eingebungen. Träume von Orten, die sie nie gesehen haben. Das Gefühl, etwas schon einmal erlebt zu haben, ohne zu wissen, wann oder wo.
Es sind keine Eingebungen. Es sind Rückstände. Echos aus dem See, die im Tropfen hängen geblieben sind, als er entnommen wurde.
Manche tragen stärkere Spuren als andere. Wer im Leben das Gefühl hat, für etwas bestimmt zu sein — eine Waffe, eine Gabe, einen bestimmten Weg — der täuscht sich vielleicht nicht. Vielleicht ist es nicht Bestimmung. Vielleicht ist es ein Echo von jemandem, der diesen Weg schon einmal gegangen ist.
Er lehnte sich kurz zurück. Die violetten Adern in den Wänden pulsierten. Ein Herzschlag. Sein Herzschlag. Er beugte sich wieder vor.
Der See verlangt Gleichgewicht. Nicht das simple Gleichgewicht, das Prediger beschwören — nicht die tröstliche Vorstellung, dass auf jede Nacht ein Morgen folgt. Etwas Roheres. Der See muss voll genug sein, um zu geben, und leer genug, um zu empfangen. Zu viele Seelen, die nicht zurückkehren, stören ihn. Zu wenige Seelen, die entnommen werden, stören ihn ebenso.
Und er reagiert. Nicht mit Zorn. Nicht mit Strafe. Sondern mit Verschiebung. Wenn das Gleichgewicht kippt, verändert sich die Substanz des Sees — und damit die Substanz jedes Tropfens, der aus ihm entnommen wird. Generationen werden geboren, die anders fühlen, anders denken, anders handeln als die vor ihnen. Nicht weil die Welt sich verändert hat. Sondern weil der See sich verändert hat.
Kriege, Seuchen, die großen Katastrophen — sie alle hinterlassen Narben im See. Nicht sichtbar. Aber spürbar, über Generationen hinweg.
Es gibt keinen Plan dahinter. Keine lenkende Hand. Der See ordnet sich nicht — er verschiebt sich, formt sich neu, reagiert auf das, was in ihn einfließt. Wie Wasser, das man nicht leiten kann. Wie Chaos, das seinen eigenen Gesetzen folgt — Gesetze, die kein Gelehrter niederschreiben könnte, weil sie sich im Moment der Niederschrift bereits verändert hätten.
Wer darin etwas Vertrautes erkennt, dem geht es wie mir.
Seine Finger verlangsamten sich. Nicht aus Erschöpfung — aus Gewicht. Was jetzt kam, war schwerer. Er hatte lange darüber nachgedacht, ob er es schreiben sollte. Dann hatte er aufgehört, darüber nachzudenken, und angefangen.
Nicht jede Seele geht in den See.
Es gibt jene, die sich weigern. Die sich an die Ränder klammern, an die Zwischenebene zwischen der materiellen Welt und den Hallen. Hüllen, manche von ihnen. Fragmente, die meisten. Schatten, die an einer Erinnerung festhalten, an einem Namen, an einem Schwur, der nie eingelöst wurde. An Schmerz, der nie vergeben wurde. An Liebe, die nie losließ.
Sie gehen nicht auf. Sie lösen sich nicht. Sie hängen fest — zwischen dem, was war, und dem, was sein sollte.
Manche sind alt. So alt, dass sie vergessen haben, woran sie sich klammern. Was bleibt, ist nur noch das Klammern selbst — ein Reflex, ohne Inhalt, ohne Ziel. Leere Hüllen, die etwas festhalten, das längst nicht mehr da ist.
Jede verlorene Seele ist ein Tropfen, der dem See fehlt. Und jeder fehlende Tropfen verschiebt das Gleichgewicht.
Der große Krieg hat viele von ihnen erzeugt. Seelen, die nicht bereit waren zu gehen. Seelen, die gewaltsam aus ihren Körpern gerissen wurden, zu schnell, zu brutal, ohne den langsamen Übergang, den der natürliche Tod gewährt. Sie hängen in der Zwischenebene wie Gestrüpp im Fluss — und der Fluss staut sich.
Ich sage nicht, dass manche von ihnen dort zu Recht hängen. Ich sage nur, dass die meisten dort nicht hingehören. Manch ein großer Krieger — schwarz wie die Nacht, ein Schwert Ogrimars im Leben — klammert sich an seinen Stolz, anstatt aufzugehen. Und manch ein weißer Priester — schwach im Leben, schwach im Sterben — geht widerstandslos in den See, als hätte er nie etwas anderes erwartet.
Das ist weder gerecht noch ungerecht. Es ist einfach.
Ein beträchtlicher Teil meiner Zeit in den Hallen galt ihnen. Dem Zurückführen. Dem Lösen. Manche ließen sich leiten. Manche mussten gebrochen werden. Manche — die ältesten, die leersten — zerfielen einfach, als ich sie berührte, wie Asche, die zu lange darauf gewartet hat, vom Wind genommen zu werden.
Es war keine Barmherzigkeit. Es war Notwendigkeit. Jeder Verlorene, der zurückgeführt wird, stärkt den See. Jeder See, der im Gleichgewicht ruht, stärkt das, was aus ihm geboren wird. Es war Arbeit — die Arbeit des Herr der Toten. Nicht glorreich. Nicht dankbar. Aber notwendig.
Er stand auf. Nicht abrupt — langsam, wie jemand, der lange gesessen hat und den Körper daran erinnern muss, dass er noch da ist. Er ging drei Schritte durch das Sanktum. Die Wände warfen sein Spiegelbild zurück — blass, schwarze Adern, violette Augen. Er sah sich nicht an. Er kannte das Gesicht.
Dann setzte er sich wieder. Die Tinte wartete.
Hier wird es unbequem. Ich schreibe es trotzdem, weil ich kein Feigling bin und weil die Wahrheit nicht davon abhängt, ob sie jemandem schmeckt.
Solange eine Seele an die materielle Welt gebunden ist — im Körper, als Geist, als verlorene Hülle, selbst gefangen in einem Artefakt — trägt sie einen Faden. Einen dünnen, kaum sichtbaren Strang, der sie mit etwas verbindet. Ogrimar. Artherk. Die Götter, die über die Lebenden und die Unruhigen herrschen.
Die Fäden Ogrimars sind dunkel, kräftig, unregelmäßig — wie Wurzeln, die sich ihren Weg durch Fels bahnen. Kein Muster. Keine Ordnung. Jeder Faden anders. Jeder Faden lebendig.
Die Fäden Artherks sind dünn. Gleichmäßig. Vorhersagbar. Sauber gespannt wie die Saiten einer Harfe, die immer denselben Ton spielt. Ordentlich, gewiss. Aber ob Ordnung dasselbe ist wie Stärke — das ist eine Frage, die sich jeder selbst beantworten mag.
Beide Fäden sind real. Beide Götter haben Anspruch auf ihre Diener, solange diese an die Welt gebunden sind. Das ist keine Frage.
Aber der See kennt keine Fäden.
Sobald ein Tropfen aufgeht in der Masse, löst sich auch diese Bindung. Der Faden — ob dunkel oder hell, ob Ogrimar oder Artherk — endet am Rand des Sees. Was danach kommt, gehört keinem Gott. Es gehört dem Ganzen.
Seine Finger hielten inne. Einen Herzschlag lang. Zwei. Die Tinte wartete, reglos, als würde sie spüren, dass das, was jetzt kam, nicht leicht war.
Das war der Moment, in dem ich zum ersten Mal etwas spürte, das ich nur ungern beim Namen nenne. Ich bin Ogrimars Diener, und ich sage das ohne Einschränkung und ohne Scham. Die Vorstellung, dass Ogrimars Macht eine Grenze haben könnte, schmeckt bitter für jemanden, der sein Leben in seinen Dienst gestellt hat.
Aber ich bin auch kein Narr.
Und je länger ich vor dem See stand, desto mehr veränderte sich mein Widerstand. Nicht in Akzeptanz — Akzeptanz ist etwas für Leute, die aufhören wollen, Fragen zu stellen. Sondern in etwas anderes.
Der See ist Chaos. Reines, ungezähmtes, formloses Chaos. Er gehorcht keinen Regeln, keiner Ordnung, keinem geschriebenen Gesetz. Er verschiebt sich. Er formt sich neu. Er entzieht sich jeder Kontrolle — meiner eingeschlossen, und ich bin der Herr der Toten.
Ich kenne nur eine Kraft in dieser Welt, deren Wesen das Chaos ist.
Ich sage nicht, dass der See Ogrimar gehört. Ich sage nicht, dass Ogrimar über dem See steht. Das wäre eine Behauptung, die ich nicht belegen kann, und ich schreibe hier keine Gebote, sondern Beobachtungen. Aber ich sage dies: Wenn irgendetwas in dieser Welt dem See ähnelt — in seiner Natur, in seiner Unberechenbarkeit, in seiner Weigerung, sich in Formen pressen zu lassen — dann ist es nicht der Lichterträger mit seinen Harfensaiten. Es ist das, was wir seit jeher verehren.
Ob das Zufall ist, Wunschdenken oder die Wahrheit — ich weiß es nicht. Und wer behauptet, er wüsste es, lügt.
Das nächste Kapitel. Das schwerste. Er hatte es in seinem Kopf dutzende Male formuliert und wieder verworfen. Jetzt schrieb er es, und es kam anders als alle Versionen davor.
Jedes Kind kennt die Geschichte der Dreizehn Lichter. Wie sie aus der Dunkelheit kamen. Wie sie heller strahlten als jede Sonne. Wie sie die Welt formten, feste Materie schufen, Sterne und Stein. Wie das dreizehnte Licht sich abwandte und zur Quelle der Finsternis wurde. Wie die Götterdämmerung sechs der Zwölf vernichtete. Wie die Verbliebenen zerstritten, geschwächt und doch mächtig genug, um über unsere Schicksale zu herrschen.
Das ist die Geschichte, die wir kennen. Die Geschichte der Götter.
Aber jede Geschichte hat einen ersten Satz. Und der erste Satz dieser Geschichte lautet: Am Anfang war das Nichts.
Leerer Raum, gefüllt mit Dunkelheit. Und aus dieser Dunkelheit heraus begannen die Lichter zu leuchten.
Die Götter brauchten ihre eigene Essenz, um Leben zu schaffen — Drachen, Elfen, Zentauren, Zwerge, uns. Ein Teil von ihnen ging in jede Schöpfung ein. Das wissen wir. Aber die Seelen? Die Substanz, die einen Körper erst lebendig macht — woher kommt sie? Die Lichter gaben Essenz. Aber hat ihre Essenz die Seelen geschaffen? Oder waren die Seelen schon da — in der Dunkelheit, im Nichts, das vor den Lichtern war — und die Götter haben Gefäße gebaut, die sie aufnehmen?
Ich behaupte nichts. Ich stelle die Frage.
Der See fühlt sich an wie etwas, das nicht geschaffen wurde. Nicht von den Göttern. Nicht von irgendjemandem. Etwas, das einfach ist — so wie die Dunkelheit einfach war, bevor die Lichter kamen.
Vielleicht ist er ein Teil von Ogrimar, der so tief liegt, dass selbst Ogrimars Fäden ihn nicht erreichen — so wie ein Ozean seinen eigenen Grund nicht berührt. Vielleicht ist er die Quelle, aus der Ogrimar selbst seine Kraft schöpft. Vielleicht ist er etwas, das ich mit den Begriffen, die ich kenne, nicht fassen kann.
Ich weiß nur, was ich gesehen habe: Dass die Götterfäden an seinem Rand enden. Und dass das keine Schwäche der Götter bedeuten muss — sondern vielleicht nur, dass es Dinge gibt, die älter sind als die Ordnung, in der wir denken.
Was das für uns bedeutet — für die Lebenden, für die Sterbenden, für die, die nach dem Tod über Seelen herrschen — das ist die Frage, die ich nicht beantworten kann. Aber sie nicht zu stellen, wäre feige. Und das bin ich nicht.
Die letzten Zeilen. Er schrieb sie schneller als den Rest — nicht aus Eile, sondern weil sie schon fertig waren, bevor die Tinte sie fand.
Ich bin der Herr der Toten. Ich herrsche über Seelen, die an die materielle Welt gebunden sind — die Verlorenen, die Gefangenen, die Wandernden. Mein Stab hält sie. Mein Wille lenkt sie. Das ist meine Macht, und sie ist real.
Aber der See gehorcht mir nicht.
Ich stand vor ihm. Ich habe in ihn hineingesehen. Ich habe gespürt, was er ist — diese unbegreifliche Masse aus allem, was jemals war und jemals sein wird. Und ich habe begriffen, dass ich ihn nicht beherrschen kann. Nicht lenken. Nicht formen. Nicht einmal wirklich verstehen.
Mein Stab greift in den See wie eine Hand in einen Ozean. Ich kann nehmen, was an der Oberfläche treibt. Ich kann die Verlorenen fangen, die sich an den Rändern festklammern. Aber das, was darunter liegt — die Tiefe, die Substanz, das Eigentliche — entzieht sich mir.
Was ich hier niedergeschrieben habe, sind Beobachtungen. Schlussfolgerungen. Thesen, geboren aus langer Zeit an einem Ort, an dem Zeit keine Bedeutung hat. Manche davon mögen falsch sein. Manche davon sind es mit Sicherheit.
Ich veröffentliche sie nicht als Wahrheit. Ich veröffentliche sie als Anfang.
Wer diese Betrachtungen nehmen will, um sie zu zerreißen — der soll es tun. Ich habe sie nicht geschrieben, damit sie jemand an die Wand hängt. Ich habe sie geschrieben, weil Fragen, die man nicht stellt, verfaulen.
Und ich lasse nichts in meinem Kopf verfaulen.
Hipo setzte den letzten Punkt. Die Tinte kroch zum Stillstand.
Er lehnte sich zurück. Der Stuhl knarrte nicht — schwarzes Holz, schwarz wie alles hier, so alt, dass es aufgehört hatte, Geräusche zu machen. Die violetten Adern in den Wänden pulsierten gleichmäßig, als hätte die Festung ihm beim Schreiben zugesehen und sei nun zufrieden, dass er aufgehört hatte.
Das Manuskript lag vor ihm. Keine Korrekturen, keine durchgestrichenen Sätze. Nicht weil der erste Entwurf perfekt war, sondern weil die verworfenen Fassungen in seinem Kopf geblieben waren, wo sie hingehörten.
Er stand auf. Trat an eine schmale Nische in der Wand — verborgen, bündig mit dem Fels, nur sichtbar für jemanden, der wusste, dass sie da war. Darin: leere Pergamentrollen, gebundene Ledereinschläge, Siegel der Familie Chryl. Xathuls Arbeit, damals. Der Junge hatte an alles gedacht.
Hipo legte das Manuskript auf den Tisch. Daneben drei leere Einschläge. Die Abschriften würden entstehen — nicht durch seine Hand. Dafür gab es Leute. Die Tinte gehorchte auch anderen, wenn man ihr den Befehl gab.
Er trat aus dem Sanktum in den Ratssaal. Die schwere Eisentür glitt hinter ihm zu — lautlos, als hätte der Berg sie geschluckt.
Im Ratssaal war Havardur.
Hipo blieb stehen. Nicht überrascht — man überraschte ihn nicht im eigenen Fels. Der Schlussstein hatte den Schützen gespürt, noch bevor er die letzte Treppe genommen hatte.
Auf dem steinernen Ratstisch lagen drei gebundene Abschriften. Die Tinte war noch feucht. Das Siegel der Chryl auf jedem Einschlag — nicht das Wappen der Vollstrecker. Dies war persönlich.
»Unter dem Schleier.«
Hipo nickte in Richtung der Abschriften.
»Was ich in den Hallen gesehen habe. Aufgeschrieben, damit es nicht in meinem Kopf verrottet.«
Er schob eine der gebundenen Schriften über den Tisch, in Havardurs Richtung.
»Nimm eine. Lies sie, wenn du willst. Oder gib sie weiter. Mir ist gleichgültig, wo sie landet — solange jemand anfängt, die richtigen Fragen zu stellen.«
Er lehnte sich an den Ratstisch. Die Arme verschränkt. Schwarz auf schwarz — Robe, Stein, Tinte unter den Fingernägeln, die violett schimmerte wie verdünntes Blut.
Er wartete.
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Unter dem Schleier - Die Halle der Seelen
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- Hipo Chryl
- Dorfältester / Dorfälteste
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#1

═══════════════════════════════════════
◆ Herr der Toten ◆
Oberhaupt der Dunklen Vollstrecker und der Familie Chryl
═══════════════════════════════════════
»Wir bitten nicht. Wir nehmen.«
»Es lebe die Finsternis. Es herrsche das Chaos. Sanguis vincit — Chryl.«
- Havardur
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#2
Havardur nahm die Schrift ohne Hast an sich.
Seine Hand legte sich langsam auf den Einband, als prüfe er zunächst nicht das Pergament, sondern das Gewicht dessen, was darin stand.
Sein Blick glitt über das Siegel, dann hob er das Manuskript an, schlug es auf und ließ die ersten Seiten mit der Ruhe eines Mannes durch seine Finger gleiten, der weder Ehrfurcht heuchelte noch Gedanken fürchtete, die andere lieber verbrannten, als sie auszusprechen.
Je weiter er las, desto unbewegter wurde er.
Kein Spott lag in seinem Gesicht, kein offener Widerspruch, aber auch kein blinder Beifall.
Es war die starre, kalte Aufmerksamkeit eines Mannes, der jedes Wort nicht nur verstand, sondern daran maß, ob es tauge, im Feuer stehenzubleiben.
Erst als er geendet hatte, schloss er die Schrift wieder und legte sie mit kontrollierter Ruhe auf den steinernen Tisch zurück.
Dann hob er den Blick zu Hipo.
„Es ist gefährlich“,
sagte Havardur schließlich mit tiefer, fester Stimme.
„Nicht, weil es schwach wäre. Sondern weil es stark genug ist, im Kopf eines denkenden Mannes Wurzeln zu schlagen.“
Er strich mit zwei Fingern über den Rand des Einbands, mehr nachdenklich als zögerlich.
„Die meisten, die von Tod, Seele und den Göttern sprechen, reden wie Priester zu Kindern. Sie geben Antworten, wo keine sein dürften, und nennen es Wahrheit, nur damit niemand wagt, weiterzufragen.
Du tust das Gegenteil. Du schreibst nicht, um zu trösten. Du schreibst, um aufzureißen. Das gefällt mir.“
Ein flüchtiger Schatten von Härte trat in seine Züge.
„Der Gedanke vom See… dass alles zurückkehrt, dass selbst Schwur, Stolz, Schuld und Name am Ende in etwas Größerem aufgehen… das widerspricht vielem, was einfache Gemüter hören wollen. Viele wollen glauben, dass Stärke sich ewig selbst erhält. Dass ein Diener Ogrimars auch nach dem letzten Atemzug noch mit derselben Faust durch die Finsternis geht, unverändert, ungebrochen, als wäre der Tod nur eine weitere Tür in derselben Festung. Dein Text stellt diese Bequemlichkeit infrage.“
Er machte eine kurze Pause.
„Gerade deshalb halte ich ihn nicht für ketzerisch, sondern für prüfenswert.
Denn Ogrimar ist nicht der Gott der Schwachen, die sich an süße Gewissheiten klammern. Wer ihm dient, sollte nicht daran zerbrechen, dass eine Wahrheit härter ausfällt als gewünscht. Wenn der See existiert, dann verschwindet Ogrimar dadurch nicht. Dann bedeutet es nur, dass seine Schöpfung tiefer reicht, als Prediger es mit ihren kleinen Zungen erfassen können.“
Havardur richtete sich ein wenig auf, seine Stimme wurde rauer, schwerer.
„Was ich daran achte, ist dies:
Du stellst keine Behauptung als Gesetz hin. Du kniest weder vor dem Zweifel noch vor einer fremden Ordnung. Du beobachtest. Du ziehst Schlüsse.
Du benennst Grenzen, selbst dort, wo es deine eigene Macht betrifft. Das tun nur wenige. Die meisten Männer reden von Grenzen nur dann, wenn sie sie anderen auferlegen wollen.“
Sein Blick verengte sich leicht.
„Und doch wird genau darin das Gift für manche liegen.
Nicht in deinen Worten über Artherk.
Nicht einmal in dem, was du über verlorene Seelen schreibst.
Sondern in dem Satz, dass die Fäden der Götter am Rand des Sees enden.
Viele werden darin keine Frage sehen, sondern eine Beleidigung.
Nicht weil du Ogrimar schmälerst, sondern weil sie zu klein sind, zwischen Grenze und Schwäche zu unterscheiden.“
Er legte eine Hand auf die Schrift, als würde er sie damit für einen Moment fest in der Welt verankern.
„Ich sage dir offen: Ich halte diese Gedanken für wertvoll.
Nicht für abgeschlossen.
Nicht für unfehlbar.
Aber wertvoll.
Sie zwingen den Leser, sich selbst zu prüfen.
Wer danach nur Zorn empfindet, hat vermutlich weniger Angst um den Glauben als um seine eigene Bequemlichkeit.“
Dann trat für einen Augenblick etwas Düsteres, fast Kühles in seinen Ausdruck, das an einen Mann erinnerte, der bereits weiterdachte als bis zum nächsten Satz.
„Mich würde interessieren“, sagte er langsamer, „was die hiesige Kirche Ogrimars dazu sagen würde.“
Er ließ die Worte kurz im Raum stehen.
„Ob sie darin die Arbeit eines Mannes erkennt, der tief genug in den Tod geblickt hat, um Fragen auszusprechen, die andere nicht einmal zu denken wagen.“
Seine Stimme wurde härter.
„Oder ob sie wie so oft den leichteren Weg nimmt und alles verdammt, was nicht in ihre sauberen Formen passt.“
Havardur zog die Schrift wieder ein kleines Stück zu sich heran.
„Denn wenn sie klug ist, wird sie sich damit befassen müssen.
Und wenn sie dumm ist, wird sie versuchen, es zum Schweigen zu bringen.
Beides wäre aufschlussreich.“
Sein Blick blieb auf Hipo ruhen.
„Ich würde es nicht verbrennen.
Ich würde es nicht verstecken.
Ich würde sehr genau beobachten, wer es liest… und wer davor zurückschreckt.“
Seine Hand legte sich langsam auf den Einband, als prüfe er zunächst nicht das Pergament, sondern das Gewicht dessen, was darin stand.
Sein Blick glitt über das Siegel, dann hob er das Manuskript an, schlug es auf und ließ die ersten Seiten mit der Ruhe eines Mannes durch seine Finger gleiten, der weder Ehrfurcht heuchelte noch Gedanken fürchtete, die andere lieber verbrannten, als sie auszusprechen.
Je weiter er las, desto unbewegter wurde er.
Kein Spott lag in seinem Gesicht, kein offener Widerspruch, aber auch kein blinder Beifall.
Es war die starre, kalte Aufmerksamkeit eines Mannes, der jedes Wort nicht nur verstand, sondern daran maß, ob es tauge, im Feuer stehenzubleiben.
Erst als er geendet hatte, schloss er die Schrift wieder und legte sie mit kontrollierter Ruhe auf den steinernen Tisch zurück.
Dann hob er den Blick zu Hipo.
„Es ist gefährlich“,
sagte Havardur schließlich mit tiefer, fester Stimme.
„Nicht, weil es schwach wäre. Sondern weil es stark genug ist, im Kopf eines denkenden Mannes Wurzeln zu schlagen.“
Er strich mit zwei Fingern über den Rand des Einbands, mehr nachdenklich als zögerlich.
„Die meisten, die von Tod, Seele und den Göttern sprechen, reden wie Priester zu Kindern. Sie geben Antworten, wo keine sein dürften, und nennen es Wahrheit, nur damit niemand wagt, weiterzufragen.
Du tust das Gegenteil. Du schreibst nicht, um zu trösten. Du schreibst, um aufzureißen. Das gefällt mir.“
Ein flüchtiger Schatten von Härte trat in seine Züge.
„Der Gedanke vom See… dass alles zurückkehrt, dass selbst Schwur, Stolz, Schuld und Name am Ende in etwas Größerem aufgehen… das widerspricht vielem, was einfache Gemüter hören wollen. Viele wollen glauben, dass Stärke sich ewig selbst erhält. Dass ein Diener Ogrimars auch nach dem letzten Atemzug noch mit derselben Faust durch die Finsternis geht, unverändert, ungebrochen, als wäre der Tod nur eine weitere Tür in derselben Festung. Dein Text stellt diese Bequemlichkeit infrage.“
Er machte eine kurze Pause.
„Gerade deshalb halte ich ihn nicht für ketzerisch, sondern für prüfenswert.
Denn Ogrimar ist nicht der Gott der Schwachen, die sich an süße Gewissheiten klammern. Wer ihm dient, sollte nicht daran zerbrechen, dass eine Wahrheit härter ausfällt als gewünscht. Wenn der See existiert, dann verschwindet Ogrimar dadurch nicht. Dann bedeutet es nur, dass seine Schöpfung tiefer reicht, als Prediger es mit ihren kleinen Zungen erfassen können.“
Havardur richtete sich ein wenig auf, seine Stimme wurde rauer, schwerer.
„Was ich daran achte, ist dies:
Du stellst keine Behauptung als Gesetz hin. Du kniest weder vor dem Zweifel noch vor einer fremden Ordnung. Du beobachtest. Du ziehst Schlüsse.
Du benennst Grenzen, selbst dort, wo es deine eigene Macht betrifft. Das tun nur wenige. Die meisten Männer reden von Grenzen nur dann, wenn sie sie anderen auferlegen wollen.“
Sein Blick verengte sich leicht.
„Und doch wird genau darin das Gift für manche liegen.
Nicht in deinen Worten über Artherk.
Nicht einmal in dem, was du über verlorene Seelen schreibst.
Sondern in dem Satz, dass die Fäden der Götter am Rand des Sees enden.
Viele werden darin keine Frage sehen, sondern eine Beleidigung.
Nicht weil du Ogrimar schmälerst, sondern weil sie zu klein sind, zwischen Grenze und Schwäche zu unterscheiden.“
Er legte eine Hand auf die Schrift, als würde er sie damit für einen Moment fest in der Welt verankern.
„Ich sage dir offen: Ich halte diese Gedanken für wertvoll.
Nicht für abgeschlossen.
Nicht für unfehlbar.
Aber wertvoll.
Sie zwingen den Leser, sich selbst zu prüfen.
Wer danach nur Zorn empfindet, hat vermutlich weniger Angst um den Glauben als um seine eigene Bequemlichkeit.“
Dann trat für einen Augenblick etwas Düsteres, fast Kühles in seinen Ausdruck, das an einen Mann erinnerte, der bereits weiterdachte als bis zum nächsten Satz.
„Mich würde interessieren“, sagte er langsamer, „was die hiesige Kirche Ogrimars dazu sagen würde.“
Er ließ die Worte kurz im Raum stehen.
„Ob sie darin die Arbeit eines Mannes erkennt, der tief genug in den Tod geblickt hat, um Fragen auszusprechen, die andere nicht einmal zu denken wagen.“
Seine Stimme wurde härter.
„Oder ob sie wie so oft den leichteren Weg nimmt und alles verdammt, was nicht in ihre sauberen Formen passt.“
Havardur zog die Schrift wieder ein kleines Stück zu sich heran.
„Denn wenn sie klug ist, wird sie sich damit befassen müssen.
Und wenn sie dumm ist, wird sie versuchen, es zum Schweigen zu bringen.
Beides wäre aufschlussreich.“
Sein Blick blieb auf Hipo ruhen.
„Ich würde es nicht verbrennen.
Ich würde es nicht verstecken.
Ich würde sehr genau beobachten, wer es liest… und wer davor zurückschreckt.“

⚜Aus der Essenz eines Kriegers wurde er erschaffen. Durch die Hand Ogrimar´s wurde er wiedergeboren⚜
⚜Mit Körper und Seele Dunkler Vollstrecker⚜
- Hipo Chryl
- Dorfältester / Dorfälteste
- Beiträge: 119
- Registriert: Mo 23. Aug 2010, 19:00
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 7 Mal
#3
Hipo sah Havardur an. Nicht überrascht — die Frage war die einzige, die es sich zu stellen lohnte. Dass ausgerechnet der Schütze sie stellte, war sein ausgezeichneter Instinkt.
Er löste sich vom Ratstisch. Ging ein paar Schritte zum Fenster — dem großen, magisch gehärteten Glas, das den Blick über Felsriff freigab. Die Stadt lag unter ihnen, rauchend, lebend, ahnungslos.
Er sprach, ohne sich umzudrehen.
»Die Kirche.«
Ein Laut, der hätte ein Lachen sein können, wenn Hipo je dazu neigte.
»Welche Kirche?«
Stille. Dann drehte er sich um. Langsam. Die violetten Augen fixierten Havardur — nicht feindlich, nicht prüfend. Nachdenklich. Als würde er überlegen, wie viel er sagen wollte. Und dann entschied er sich, alles zu sagen.
»Du fragst, was die Kirche zu dem hier sagt —«
Ein Nicken in Richtung der Abschriften.
»— und die Antwort ist: Das steht nicht drin, weil es nicht reingehört. Das Buch handelt von dem, was ich gesehen habe. Was jetzt kommt, ist das, was ich denke. Und das sind zwei verschiedene Dinge.«
Er machte eine Pause. Nicht für Dramatik — sondern weil das, was er sagen wollte, ihm etwas bedeutete. Mehr als die meisten Dinge.
»Ogrimar ist Chaos.«
Einfach. Endgültig. Wie eine Tür, die zuschlägt.
»Nicht das Chaos, das Kinder fürchten. Nicht das Chaos, mit dem Prediger drohen. Sondern das echte Chaos — formlos, unberechenbar, lebendig. Es gehorcht keiner Regel, weil Regeln sein Gegenteil sind. Es folgt keinem Plan, weil ein Plan Ordnung ist. Und Ordnung —«
Ein kurzes Heben der Hand, als würde er ein Wort in die Luft legen.
»— Ordnung ist das, was der Lichterträger seinen Schafen predigt. Nicht das, was unserer predigt.«
Er stieß sich von der Fensterbank ab. Ging langsam durch den Ratssaal, vorbei an den steinernen Thronen, die leer standen wie offene Gräber.
»Und trotzdem — trotzdem haben Kirchen Ogrimars über Jahrhunderte genau das getan. Gebote geschrieben. Verbote erlassen. Verzeichnisse angelegt, in denen stand, was ein treuer Diener Ogrimars zu tun hat und was nicht. Inquisitionen gegründet, die Ketzer richteten — und das ist nicht das Problem. Richtet Ketzer, wenn ihr wollt. Aber richtet sie nicht anhand von Schriften, die Menschen verfasst haben und Ogrimar in den Mund legen.«
Seine Stimme war ruhig. Aber die Worte hatten Kanten.
»Da saßen Männer und Frauen — sterblich, fehlbar, begrenzt — und haben behauptet, Ogrimars Willen zu kennen. Haben ihn niedergeschrieben. In Leder gebunden. Mit Siegeln versehen. Und dann haben sie andere Menschen an diesen Schriften gemessen. Du glaubst nicht richtig. Du dienst nicht richtig. Du bist ein Ketzer, weil du das dritte Gebot auf der zweiten Tafel nicht befolgst.«
Er blieb stehen. Direkt vor Havardur.
»Chaos. Lässt. Sich. Nicht. In. Schriften. Fassen.«
Jedes Wort ein Hammerschlag.
»Wer das versucht, hat Ogrimar nicht verstanden. Wer den Dienst an Ogrimar in Regeln presst, denkt nicht wie ein Diener des Chaos. Er denkt wie ein Diener des Lichterträgers. Er borgt sich nur Ogrimars Namen.«
Er wandte sich ab. Ging zurück zum Fenster. Die Stadt unter ihnen glühte im Abendlicht — oder was immer für Licht durch die Wolken über Steinbergen fiel.
»Es gab einen, der das begriffen hat. Pydacor.«
Der Name hing im Raum wie Weihrauch.
»Pydacor und das Dunkle Konzil. Sie haben verstanden, was hundert Inquisitoren vor ihnen nicht verstanden haben — dass der Dienst an Ogrimar nichts ist, das man abschreiben kann. Er ist individuell. Er ist persönlich. Er ist so einzigartig wie der Mensch, der ihn leistet. Kein Katechismus kann das abbilden. Keine Schrift. Keine Prüfung.«
Eine Pause. Kürzer diesmal.
»Wir waren auch nicht von Anfang an das, was wir heute sind. Die Chryls, die Vollstrecker — wir haben unseren Dienst an Ogrimar nicht aus einem Buch gelernt. Wir haben ihn uns erarbeitet. Durch Blut, durch Fehler, durch Nächte, in denen nichts klar war. Niemand hat uns eine Schriftrolle in die Hand gedrückt und gesagt: Lies, gehorche, und du bist ein guter Diener. Wir haben unseren eigenen Weg gefunden. Und genau das — genau das ist Chaos. Nicht die Abwesenheit von Sinn. Sondern das Finden von eigenem Sinn, ohne dass jemand anderes dir sagt, wo du suchen sollst.«
Er schwieg. Sah hinaus über Felsriff.
Dann, leiser:
»Seit meiner Rückkehr ist es still geworden. Von der Kirche. Ob das Weisheit ist oder ob es dort nichts mehr gibt, das eine Stimme hat — ich weiß es nicht.«
Er drehte sich um. Sah Havardur an.
»Aber das sind Gedanken für einen anderen Abend.«
Er stieß sich von der Fensterbank ab und ging Richtung Sanktum. An der Tür blieb er stehen, ohne sich umzudrehen.
»Gute Frage, Jäger.«
Die Eisentür glitt auf. Und zu.
Er löste sich vom Ratstisch. Ging ein paar Schritte zum Fenster — dem großen, magisch gehärteten Glas, das den Blick über Felsriff freigab. Die Stadt lag unter ihnen, rauchend, lebend, ahnungslos.
Er sprach, ohne sich umzudrehen.
»Die Kirche.«
Ein Laut, der hätte ein Lachen sein können, wenn Hipo je dazu neigte.
»Welche Kirche?«
Stille. Dann drehte er sich um. Langsam. Die violetten Augen fixierten Havardur — nicht feindlich, nicht prüfend. Nachdenklich. Als würde er überlegen, wie viel er sagen wollte. Und dann entschied er sich, alles zu sagen.
»Du fragst, was die Kirche zu dem hier sagt —«
Ein Nicken in Richtung der Abschriften.
»— und die Antwort ist: Das steht nicht drin, weil es nicht reingehört. Das Buch handelt von dem, was ich gesehen habe. Was jetzt kommt, ist das, was ich denke. Und das sind zwei verschiedene Dinge.«
Er machte eine Pause. Nicht für Dramatik — sondern weil das, was er sagen wollte, ihm etwas bedeutete. Mehr als die meisten Dinge.
»Ogrimar ist Chaos.«
Einfach. Endgültig. Wie eine Tür, die zuschlägt.
»Nicht das Chaos, das Kinder fürchten. Nicht das Chaos, mit dem Prediger drohen. Sondern das echte Chaos — formlos, unberechenbar, lebendig. Es gehorcht keiner Regel, weil Regeln sein Gegenteil sind. Es folgt keinem Plan, weil ein Plan Ordnung ist. Und Ordnung —«
Ein kurzes Heben der Hand, als würde er ein Wort in die Luft legen.
»— Ordnung ist das, was der Lichterträger seinen Schafen predigt. Nicht das, was unserer predigt.«
Er stieß sich von der Fensterbank ab. Ging langsam durch den Ratssaal, vorbei an den steinernen Thronen, die leer standen wie offene Gräber.
»Und trotzdem — trotzdem haben Kirchen Ogrimars über Jahrhunderte genau das getan. Gebote geschrieben. Verbote erlassen. Verzeichnisse angelegt, in denen stand, was ein treuer Diener Ogrimars zu tun hat und was nicht. Inquisitionen gegründet, die Ketzer richteten — und das ist nicht das Problem. Richtet Ketzer, wenn ihr wollt. Aber richtet sie nicht anhand von Schriften, die Menschen verfasst haben und Ogrimar in den Mund legen.«
Seine Stimme war ruhig. Aber die Worte hatten Kanten.
»Da saßen Männer und Frauen — sterblich, fehlbar, begrenzt — und haben behauptet, Ogrimars Willen zu kennen. Haben ihn niedergeschrieben. In Leder gebunden. Mit Siegeln versehen. Und dann haben sie andere Menschen an diesen Schriften gemessen. Du glaubst nicht richtig. Du dienst nicht richtig. Du bist ein Ketzer, weil du das dritte Gebot auf der zweiten Tafel nicht befolgst.«
Er blieb stehen. Direkt vor Havardur.
»Chaos. Lässt. Sich. Nicht. In. Schriften. Fassen.«
Jedes Wort ein Hammerschlag.
»Wer das versucht, hat Ogrimar nicht verstanden. Wer den Dienst an Ogrimar in Regeln presst, denkt nicht wie ein Diener des Chaos. Er denkt wie ein Diener des Lichterträgers. Er borgt sich nur Ogrimars Namen.«
Er wandte sich ab. Ging zurück zum Fenster. Die Stadt unter ihnen glühte im Abendlicht — oder was immer für Licht durch die Wolken über Steinbergen fiel.
»Es gab einen, der das begriffen hat. Pydacor.«
Der Name hing im Raum wie Weihrauch.
»Pydacor und das Dunkle Konzil. Sie haben verstanden, was hundert Inquisitoren vor ihnen nicht verstanden haben — dass der Dienst an Ogrimar nichts ist, das man abschreiben kann. Er ist individuell. Er ist persönlich. Er ist so einzigartig wie der Mensch, der ihn leistet. Kein Katechismus kann das abbilden. Keine Schrift. Keine Prüfung.«
Eine Pause. Kürzer diesmal.
»Wir waren auch nicht von Anfang an das, was wir heute sind. Die Chryls, die Vollstrecker — wir haben unseren Dienst an Ogrimar nicht aus einem Buch gelernt. Wir haben ihn uns erarbeitet. Durch Blut, durch Fehler, durch Nächte, in denen nichts klar war. Niemand hat uns eine Schriftrolle in die Hand gedrückt und gesagt: Lies, gehorche, und du bist ein guter Diener. Wir haben unseren eigenen Weg gefunden. Und genau das — genau das ist Chaos. Nicht die Abwesenheit von Sinn. Sondern das Finden von eigenem Sinn, ohne dass jemand anderes dir sagt, wo du suchen sollst.«
Er schwieg. Sah hinaus über Felsriff.
Dann, leiser:
»Seit meiner Rückkehr ist es still geworden. Von der Kirche. Ob das Weisheit ist oder ob es dort nichts mehr gibt, das eine Stimme hat — ich weiß es nicht.«
Er drehte sich um. Sah Havardur an.
»Aber das sind Gedanken für einen anderen Abend.«
Er stieß sich von der Fensterbank ab und ging Richtung Sanktum. An der Tür blieb er stehen, ohne sich umzudrehen.
»Gute Frage, Jäger.«
Die Eisentür glitt auf. Und zu.

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◆ Herr der Toten ◆
Oberhaupt der Dunklen Vollstrecker und der Familie Chryl
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»Wir bitten nicht. Wir nehmen.«
»Es lebe die Finsternis. Es herrsche das Chaos. Sanguis vincit — Chryl.«
- Havardur
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#4
Nachdem die schwere Tür des Sanktums sich hinter Hipo geschlossen hatte und dessen letzte Worte noch wie ein dunkler Nachhall im Ratssaal standen, blieb Havardur einen Augenblick allein zwischen Stein, Pergament und Schweigen zurück.
Sein Blick glitt über die verbliebenen Abschriften.
Dann nahm er eine davon an sich.
Nicht hastig, nicht mit der Unruhe eines Mannes, der bloß einen Befehl weiterreichen wollte, sondern mit der ruhigen Entschlossenheit dessen, der bereits wusste, wohin ein Gedanke gesetzt werden musste, damit er Wirkung entfaltete.
Nicht hier unten, wo Worte schnell in Gerede versanken.
Nicht in Hallen, in denen vieles gehört und wenig verstanden wurde.
Sondern an einem Ort, den nur jene erreichten, die bereit waren, sich den Weg dorthin zu verdienen.
Mit der gebundenen Schrift unter dem Arm verließ Havardur den Ratssaal und machte sich auf die Suche nach Djeruna.
Er brauchte nicht lange.
Eine Frau wie sie verlor sich nicht in den Winkeln einer Festung.
Djeruna war keine flüchtige Erscheinung, kein Schatten, der übersehen wurde.
Sie war von jener Art, die in einem Raum nicht durch Lautstärke auffiel, sondern durch Gegenwart.
Unerschrocken, standhaft, aus jener härteren Sorte geformt, die eher an Fels erinnerte als an Fleisch.
Als er sie fand, trat er ohne Umschweife an sie heran und hielt ihr die Schrift hin.
„Ein Auftrag“, sagte er knapp, doch nicht kühl.
Eher in jener sachlichen Schwere, die deutlich machte, dass er ihr die Sache nicht aus Bequemlichkeit überließ, sondern weil er sie ihr zutraute.
Seine Hand blieb noch einen Moment auf dem Einband liegen, ehe er das Manuskript ganz in ihre Gewalt gab.
„Dies ist eine Abschrift von Hipos Worten. Gedanken, niedergeschrieben aus dem, was er in den Hallen der Seelen gesehen hat. Kein Gerede für neugierige Narren und kein Stoff für jene, die sich an frommen Formeln wärmen wollen. Gerade deshalb gehört es an einen Ort, an dem nicht jeder zufällig darüber stolpert.“
Sein Blick ruhte fest auf ihr.
„Hoch oben in den Bergen von Steinbergen liegt der Tempel.
Verborgen, schwer zu erreichen, und nur durch die Skraugfelder der Mondfänger-Skraugs führt der mühsame Weg dorthin.
Genau dort soll diese Schrift hinterlegt werden. Nicht vergraben. Nicht verborgen zwischen staubigen Nischen.
Sichtbar. So, dass jeder, der dort Zutritt hat, sie sehen kann.“
Havardur machte eine kurze Pause.
„Die Wachen dort lassen nur Diener des einzig wahren Ogrimar ein. Das wird dir kein Hindernis sein.“
Ein kaum merkliches Verziehen ging über seine Züge, nicht ganz ein Lächeln, eher der Schatten davon.
„Wichtiger ist Vargus. Der hiesige Bischof im Tempel. Ich will nicht, dass er das Manuskript an sich nimmt, wegsperrt oder nach seinem Geschmack darüber richtet, noch ehe andere Augen darauf gefallen sind.
Er soll nicht offen gegen dich stehen können, aber ebenso wenig soll er Gelegenheit bekommen, es still verschwinden zu lassen.“
Seine Stimme wurde etwas tiefer.
„Also geh klug vor.
Gib ihm nicht mehr, als er wissen muss.
Lass ihn glauben, er sähe genug, während du längst getan hast, weshalb du dort bist.
Ob du ihn mit Worten bindest, mit einem Vorwand beschäftigst oder seinen Blick an die falsche Stelle lenkst, überlasse ich dir.
Entscheidend ist allein, dass die Schrift dort ausgelegt wird, sichtbar, zugänglich für jeden, dem Ogrimars Hallen offenstehen.“
Dann zog Havardur die Hand ganz zurück.
„Es soll nicht wie ein Geschenk wirken. Eher wie etwas, das seinen Platz dort schon immer hätte haben müssen.“
Er musterte sie noch einen Augenblick, als würde er prüfen, ob noch mehr gesagt werden musste, kam dann jedoch zu dem Schluss, dass überflüssige Worte eine Sache selten verbesserten.
„Wenn jemand für diesen Weg taugt, dann du.“
Seine Stimme blieb ruhig, fest, ohne Pathos.
„Bring sie hin.
Lass sie dort zurück.
Und wenn Vargus Fragen stellt, dann gib ihm Antworten, die ihn beschäftigen, aber nicht aufhalten lassen.“
Damit schwieg Havardur.
Die Sache war ausgesprochen.
Der Weg gehörte nun Djeruna.
Sein Blick glitt über die verbliebenen Abschriften.
Dann nahm er eine davon an sich.
Nicht hastig, nicht mit der Unruhe eines Mannes, der bloß einen Befehl weiterreichen wollte, sondern mit der ruhigen Entschlossenheit dessen, der bereits wusste, wohin ein Gedanke gesetzt werden musste, damit er Wirkung entfaltete.
Nicht hier unten, wo Worte schnell in Gerede versanken.
Nicht in Hallen, in denen vieles gehört und wenig verstanden wurde.
Sondern an einem Ort, den nur jene erreichten, die bereit waren, sich den Weg dorthin zu verdienen.
Mit der gebundenen Schrift unter dem Arm verließ Havardur den Ratssaal und machte sich auf die Suche nach Djeruna.
Er brauchte nicht lange.
Eine Frau wie sie verlor sich nicht in den Winkeln einer Festung.
Djeruna war keine flüchtige Erscheinung, kein Schatten, der übersehen wurde.
Sie war von jener Art, die in einem Raum nicht durch Lautstärke auffiel, sondern durch Gegenwart.
Unerschrocken, standhaft, aus jener härteren Sorte geformt, die eher an Fels erinnerte als an Fleisch.
Als er sie fand, trat er ohne Umschweife an sie heran und hielt ihr die Schrift hin.
„Ein Auftrag“, sagte er knapp, doch nicht kühl.
Eher in jener sachlichen Schwere, die deutlich machte, dass er ihr die Sache nicht aus Bequemlichkeit überließ, sondern weil er sie ihr zutraute.
Seine Hand blieb noch einen Moment auf dem Einband liegen, ehe er das Manuskript ganz in ihre Gewalt gab.
„Dies ist eine Abschrift von Hipos Worten. Gedanken, niedergeschrieben aus dem, was er in den Hallen der Seelen gesehen hat. Kein Gerede für neugierige Narren und kein Stoff für jene, die sich an frommen Formeln wärmen wollen. Gerade deshalb gehört es an einen Ort, an dem nicht jeder zufällig darüber stolpert.“
Sein Blick ruhte fest auf ihr.
„Hoch oben in den Bergen von Steinbergen liegt der Tempel.
Verborgen, schwer zu erreichen, und nur durch die Skraugfelder der Mondfänger-Skraugs führt der mühsame Weg dorthin.
Genau dort soll diese Schrift hinterlegt werden. Nicht vergraben. Nicht verborgen zwischen staubigen Nischen.
Sichtbar. So, dass jeder, der dort Zutritt hat, sie sehen kann.“
Havardur machte eine kurze Pause.
„Die Wachen dort lassen nur Diener des einzig wahren Ogrimar ein. Das wird dir kein Hindernis sein.“
Ein kaum merkliches Verziehen ging über seine Züge, nicht ganz ein Lächeln, eher der Schatten davon.
„Wichtiger ist Vargus. Der hiesige Bischof im Tempel. Ich will nicht, dass er das Manuskript an sich nimmt, wegsperrt oder nach seinem Geschmack darüber richtet, noch ehe andere Augen darauf gefallen sind.
Er soll nicht offen gegen dich stehen können, aber ebenso wenig soll er Gelegenheit bekommen, es still verschwinden zu lassen.“
Seine Stimme wurde etwas tiefer.
„Also geh klug vor.
Gib ihm nicht mehr, als er wissen muss.
Lass ihn glauben, er sähe genug, während du längst getan hast, weshalb du dort bist.
Ob du ihn mit Worten bindest, mit einem Vorwand beschäftigst oder seinen Blick an die falsche Stelle lenkst, überlasse ich dir.
Entscheidend ist allein, dass die Schrift dort ausgelegt wird, sichtbar, zugänglich für jeden, dem Ogrimars Hallen offenstehen.“
Dann zog Havardur die Hand ganz zurück.
„Es soll nicht wie ein Geschenk wirken. Eher wie etwas, das seinen Platz dort schon immer hätte haben müssen.“
Er musterte sie noch einen Augenblick, als würde er prüfen, ob noch mehr gesagt werden musste, kam dann jedoch zu dem Schluss, dass überflüssige Worte eine Sache selten verbesserten.
„Wenn jemand für diesen Weg taugt, dann du.“
Seine Stimme blieb ruhig, fest, ohne Pathos.
„Bring sie hin.
Lass sie dort zurück.
Und wenn Vargus Fragen stellt, dann gib ihm Antworten, die ihn beschäftigen, aber nicht aufhalten lassen.“
Damit schwieg Havardur.
Die Sache war ausgesprochen.
Der Weg gehörte nun Djeruna.

⚜Aus der Essenz eines Kriegers wurde er erschaffen. Durch die Hand Ogrimar´s wurde er wiedergeboren⚜
⚜Mit Körper und Seele Dunkler Vollstrecker⚜
#5
Mit einem knappen Nicken,nimmt Djeruna die Abschrift entgegen
Wird erledigt
ein Auftrag ganz nach ihrem Geschmack,
mit einem Schmunzeln im Gesicht,begibt sie sich in ihre Gemächer
und sucht sich ein weites Gewand heraus,
über die Rüstung angelegt, sieht sie aus wie eine füllige Händlerin
Perfekt
teilt sie ihrem Spiegelbild mit
Der nächste Weg führt sie in die Küche,wo sie einen Korb mit Leckereien und Wein bestückt.
So gewappnet,führt ihr Weg sie in den Felsendom
Ohne grosse Umschweife tritt sie an Vargus heran und hält ihm den Korb entgegen,
ein naiver Augenaufschlag,ein leichter Knicks
Für euch,Eminenz, mit der Bitte verbunden,mich in eure Gebete einzuschliessen,
genug für euch und die anderen Herren hier
Gerade als er sie mit einer Handbewegung verscheuchen will,fällt sein Blick auf die Flasche Wein
er nimmt diese an sich, schaut sich kurz um und bedeutet ihr zu warten.
Den Moment,als er die Flasche für sich allein in Sicherheit bringt,
nutzt Djeruna um das Buch im hinteren Teil des Doms,
auf einem Lesepult zu platzieren,als hätte es dort schon immer gelegen.
Als Vargus zurückkommt ist die füllige Händlerin verschwunden
und er muss feststellen,das der Korb überwiegend Stroh enhält
Lediglich eine gerüstete Kriegerin kniet scheinbar im Gebet versunken in einer Bank.
Nach kurzem Verweilen und des sich Erfreuens am verärgerten Gesicht des Priesters,
macht sich Djeruna grinsend auf den Weg zurück zur Festung.
Wird erledigt
ein Auftrag ganz nach ihrem Geschmack,
mit einem Schmunzeln im Gesicht,begibt sie sich in ihre Gemächer
und sucht sich ein weites Gewand heraus,
über die Rüstung angelegt, sieht sie aus wie eine füllige Händlerin
Perfekt
teilt sie ihrem Spiegelbild mit
Der nächste Weg führt sie in die Küche,wo sie einen Korb mit Leckereien und Wein bestückt.
So gewappnet,führt ihr Weg sie in den Felsendom
Ohne grosse Umschweife tritt sie an Vargus heran und hält ihm den Korb entgegen,
ein naiver Augenaufschlag,ein leichter Knicks
Für euch,Eminenz, mit der Bitte verbunden,mich in eure Gebete einzuschliessen,
genug für euch und die anderen Herren hier
Gerade als er sie mit einer Handbewegung verscheuchen will,fällt sein Blick auf die Flasche Wein
er nimmt diese an sich, schaut sich kurz um und bedeutet ihr zu warten.
Den Moment,als er die Flasche für sich allein in Sicherheit bringt,
nutzt Djeruna um das Buch im hinteren Teil des Doms,
auf einem Lesepult zu platzieren,als hätte es dort schon immer gelegen.
Als Vargus zurückkommt ist die füllige Händlerin verschwunden
und er muss feststellen,das der Korb überwiegend Stroh enhält
Lediglich eine gerüstete Kriegerin kniet scheinbar im Gebet versunken in einer Bank.
Nach kurzem Verweilen und des sich Erfreuens am verärgerten Gesicht des Priesters,
macht sich Djeruna grinsend auf den Weg zurück zur Festung.
