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Ein Zirkus in der Stadt (offen)

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Jeremias Rabenherz
Bürger / Bürgerin
Beiträge: 373
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#76

Beitrag von Jeremias Rabenherz » So 25. Mär 2018, 12:30

Tatsächlich war er stark in eigenen Gedanken und Sinnen versunken. Er versuchte zu verstehen, abzuwägen und diese Situation irgendwie mit dem zu vereinbaren, was er für kostbar hält. Glaube war nicht gebunden an weltliche Berufe oder Schichten. In dem Punkt haben sie recht. Zirkusleute konnten ebenso aufrichtig dienen wie ein Krieger des schwarzen Herrn. Natürlich war es erstmal viel für ihn. Befreit von der Fessel des weißen Raben schien sein Verstand langsam wieder zu funktionieren und doch fühlte er sich wie an den Anfang zurück geschleudert. So viel Arbeit und Mühsal. Doch war es nicht immer so? Gerade wenn man glaubte das Ziel erreicht zu haben, beginnt ein neues Bewährungsfenster? Gerade wenn man glaubt.. Glaube. Noch hatte er weder Joceline noch Gawjn bemerkt, dazu war er einfach zu sehr mit seiner Sortierung beschäftigt. Natürlich wirkte er gerade wie einer der einfachen Leute. Nichts erinnert an den momentanen Geistlichen der er einst gewesen war. Nichts äußerliches zumindest. "Vielleicht war es nicht ihre Bestimmung, irgendwann mein Erbe anzutreten." Murmelte er gen Lyvia und ob er sich erinnerte? Schwer zu sagen, dass Gesicht kannte er selbstverständlich, aber wie weit reichte die Erinnerung an die Begegnung? Momentan schien das nicht sonderlich relevant. "Vermutlich ist es mehr meine eigene Enttäuschung darüber als.. wirklich darüber das sie hier leben. Ich kann und werde niemanden zwingen ein Leben zu führen, dass sie nicht wollen. Das mindert nur eine Überzeugung und ja.. ihr habt Recht, Dinge ändern sich." Nach einer Pause fügte er allerdings hinzu. "Manche aber auch nicht.. und das nennen wir Tradition. Rituale, Gebete.. feste Abläufe geben Sicherheit. Allerdings.. wäre ER doch hocherfreut über das zweifelsohne chaotische Zusammentreffen, nicht wahr? Also wollen wir ihm diese Freude lassen." Er schmunzelte ein wenig. "Ich weiß allerdings, dass es nicht meine Bestimmung ist. Was meint ihr? Ist ihr Wunsch dieses Leben zu führen wahrlich aufrichtig? Oder ist es nur eine Flucht vor den alten Geistern der Vergangenheit. Vor dem alten Namen, der so viel Verantwortung mit sich brachte. Sie wirken.. glücklich, zufrieden und ausgelassen." Scheint als würde er alleine in den Dom heimkehren. Alleine, aber Dinge ändern sich, nicht wahr? Wer weiß welche Veränderungen noch auf einen warten.
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Vayne deAdor
Kräuterkundiger / Kräuterkundige
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#77

Beitrag von Vayne deAdor » Di 27. Mär 2018, 18:03

er erwiederte den blick von Licia mit einem breiten grinsen auf den lippen ..

ich glaube da möchte jemand das ihr hier bleibt

kurz wandert sein blick Zu den beiden schwestern ..nachdenklich und hilfe suchend
dann seufzt er ..blickt wieder zu Licia ...

sagt was ist so schlimm an diesen ort Lady Licia ?..so ist es doch ein ort der freude
des spiels ..der guten laune und der geschichten...

eine seiner pranken legt sich sanft auf ihre schulter ....sein grünes auge mustert sie
sie freundlich ....

so wäre es doch der richtige ort ..für eine geschichte oder meinst du nicht ?

er beugt sich zu ihr runter ..und flüstert leise in ihr ohr ...

verzeihen fängt immer mit einem ersten schritt an Lady Licia ...

seine stimme war sanft und freundlich ...sie hatte noch familie ..nicht so wie er ..und er
konnte sich selber nicht verzeihen und vergeben ....
wieder blickt er zu den beiden schwestern ...verdammt nochmal sie wahren eine familie ..
zeit das sie es auch zeigten oder nicht ....

bevor wir es vergessen ..wir sollten den affen zurück bringen oder nicht ?

sanft drücke er nun Licia in die richtung aus der sie gekommen waren ..wieder zurück zum feuer
 
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-Freya-
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Registriert: Mo 5. Feb 2018, 19:11

Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#78

Beitrag von -Freya- » Mi 28. Mär 2018, 10:58

Na wenn der wieder kam, dann war's ja gut. Nicht dass der Samu am Ende noch Schimpfe bekam. Das wollte sie nicht. Immerhin war das ja mal ein netter Junge und der hatte das sicher nicht verdient.

Freya musste unweigerlich kichern, als die kleine Affendame sich an ihren Finger schmiegte. Leicht ließ sie diesen über das kleine Köpfchen fahren, während sie den kleinen Pelzgeist mit großen Augen ansah. „Hallo Leila.“

Sie reichte ihr noch eine kleine Nuss und war fasziniert wie schnell diese in der Backe verschwand. „Du hast das echt gut, Samu.“ schmunzelte sie ehrlich, während ihr Blick kurz über das muntere Treiben auf dem Platz glitt. Man lachte hier, aß und trank. Es war alles so unbeschwert und sie schienen jeden in ihrer Mitte willkommen zu heißen. Na ja fast alle waren unbeschwert. Der alte Mann wirkte nur irgendwie am falschen Ort und der Riese war auch traurig geworden.

“Du hast bestimmt schon viel von der Welt gesehen, oder Samu?” fragte sie neugierig, um sich abzulenken, bevor auch sie trübe Gedanken einholen konnten. Sicherlich hatte er schon viel gesehen. Orte, Menschen, während sie nur die Straßen von Lichthafen kannte. Er hatte Familie und kam bestimmt viel herum, während ihr kleines monotones Leben an diesen Ort gebunden war.. Und sowie sie ihn einschätzte, hatte Samu auch einige spannende Geschichten zu erzählen. “Du und Deine Familie...” Freya setzte sich zusammen mit der Affendame im Schneidersitz auf den Boden und kraulte das Köpfchen des kleines Pelzgeistes, während ihre Augen neugierig Samu anstrahlten.
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Die Dunkelheit, ich höre sie in meinen Träumen. Spürbar berührt sie meine Gedanken.
Ganz sanft, frohlockend und doch Verdammnis bringend.
Er wird kommen.


Ravenna
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#79

Beitrag von Ravenna » Fr 30. Mär 2018, 11:38

Noch steht sie dort neben Vayne und Licia - abwartend, ihre kleine Schwester vielleicht doch noch einlenken wird. Die hilfesuchenden Blicke des Hünen quittiert sie mit einem Lächeln. Wer weiß, ob es ihm nicht doch gelingen wird, dem überforderten Mädchen eine andere Sichtweise der Dinge zu ermöglichen. Zumindest sorgt das Äffchen für eine kleine Auflockerung der Situation, als es in Licias Kapuze kriecht. Sanft greift sie nach dem kleinen Ausreißer, der sich kurz mit leisem Schnattern zur Wehr setzt. Wenig später jedoch sitzt er friedlich auf ihrem Arm und lugt neugierig in die Runde. Angst scheint er nicht zu haben. Das ist Nuro, der Chef der Affenbande. Sie lacht leise, als das Äffchen bei der Nennung seines Namens aufmerkt. Er tut keinem etwas zu leide. Möchtest du ihn mal streicheln, Licia? Es ist ein Friedensangebot - ein letzter Versuch, ihrer kleine Schwester zu zeigen, dass sie zwar ihren Namen und ihr Umfeld geändert hat, nicht aber ihre Liebe zu ihr.

Die Worte Wynters klingeln ihr noch in den Ohren. Ja, einst waren sie genau so - Unbekanntes war der Feind. Doch sie selbst hat immer schon ihren Horizont erweitert und ist andere Wege gegangen. Wenn auch stets im Rahmen des Erlaubten und Schicklichen. Meistens. Das eine Mal, als sie gänzlich vom üblichen Weg abkam - nämlich als sie sich bei der Schlacht gegen die Untoten des Clans eines Ungläubigen als Hilfsmittel und Verbündeten bediente - hat sie im Nachhinein sehr teuer bezahlt. Die Folgen sind längst nicht unter -aus Schaden wird man klug- zu verbuchen.
Ihr Blick folgt Wynter, als sie ans Feuer zurückkehrt. Ich werde mich wieder zu den anderen gesellen. Lässt sie Licia und Vayne wissen - während der kleine Nuro seine Arme nach ihrer kleinen Schwester ausstreckt, als wolle er zu ihr hinüber wechseln. Er spürt, dass du traurig bist. Sagt sie leise und lächelt dazu aufmunternd.

Die Feierlichkeiten haben inzwischen einen ihrer Höhepunkte erreicht. Nachdem Gawjn sich in den Kreis begeben und zu Klatschen begonnen hat, stehen immer mehr Zirkusleute von ihren Plätzen auf und tun es ihm gleich. Die Musik wird ungezügelter, wild und aufregend, während Zyrdon regelrecht über sich hinaus wächst und die anmutige, verschleierte Dame schwungvoll im Kreis dreht. Narita umtänzelt die Beiden mit funkelnden Augen und die kleinen Glöckchen an ihren Handgelenken und Knöcheln klingeln im Rhythmus der Klänge von Trommeln und Flöten.

Wynter Marcar
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 22
Registriert: Sa 3. Feb 2018, 20:12

Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#80

Beitrag von Wynter Marcar » Sa 31. Mär 2018, 22:12

Still starrte sie in die tanzenden und Funken sprühenden Flammen hinein. Dem Krug in ihrer Hand schenkte sie dabei keine Beachtung. Erinnerungen und Gesichter aus vergangenen Tagen stiegen in ihr auf, die sich ihren Weg suchten. Da waren Sceada, Nethanael, Licia und ihre Schwester Belinda in der alten Wüstenfeste. Jene, in die sie einst halb verdurstet gestolpert war. Wer hätte gedacht, dass daraus einmal Familie erwachsen würde? Wenn natürlich nicht völlig frei von dem einen oder andren Tiefschlag. Dann gab es da Erinnerungen an die Dynastie der Lilie, an Irek, ihren Mentor, Freund und das für sie, was einem Vater wohl am Nächsten kam. Was würde sie dafür geben, auch ihn hier zu sehen? Aber wahrscheinlich würde er es ebenso wenig verstehen, wie Licia oder Jeremias, dass Ravenna und sie sich diese neue Art zu Leben ausgesucht hatten. Auch Jeremias und Joceline, der kleine Rabe Cian wanderten durch ihre Gedanken. Schöne Erinnerungen an Zeiten im alten Felsendom und über zerschellte Totenköpfe. Ein Lächeln legt sich bei diesen Gedanken auf ihre Lippen und sie setzt unbewusst den Humpen an, trinkt einen ordentlichen Schluck.

Gerade mitten im Schlucken, vernimmt sie schließlich Jocelines Stimme, die sich tatsächlich zum Tanze hat auffordern lassen und von Zyrdon wild übers nicht vorhandene Parkett gewirbelt wird. Ein kurzer Blick fällt auch auf Gawjn, der nun nah bei ihnen steht und schon bald mit den andren Zirkusleuten gemeinsam klatscht und tanzt, während das kleine Fest seinen Höhepunkt erreicht. Mitten in diesem Wirbel wandert ihr Blick auch zu dem Hühnen und zu Licia hinüber. Doch die beiden scheinen noch immer ins Gespräch vertieft, auch wenn Vayne sich wohl bemühte, Licia wenigstens zum Zuhören aufzumuntern. Ein leichtes Lächeln sendet sie ihrer jüngeren Schwester, aufmunternd und tatsächlich auch etwas, wie ein Friedensangebot. Ehe sie leicht neben sich auf die Bank klopft, auffordernd sich doch zu setzen. Vielleicht nahm sie diese kleinen Gesten ja sogar wahr, ließ sich tatsächlich darauf ein. Dann schaut sie zu Jeremias und einer ihr fremden Dame hinüber, die ebenfalls in ein Gespräch vertieft waren. Bis sich Ravenna wieder zu ihr gesellt und sie ihr ein Lächeln schenkt.Na was meinst du? Dürfen wir unsere Geschichte erzählen oder nicht? Jedenfalls scheinen mir nicht alle hier Anwesenden so ganz abgeneigt zu sein... Leicht hebt sie ihre Augenbrauen, zuversichtlich. Sie würden sehen was sich ergab.

Na klar, wir kommen ja ordentlich herum! Sprachs der Junge und strahlte Freya freimütig an. Dann ganz kurz hält er inne, überlässt den kleinen verbliebenen Äffchen ein paar Nüsse. Leise schnatternd und zufrieden krabbeln sie wieder auf seine Schultern und fressen das Futter. Dann grinst er zu Freya. Also einmal, da waren wir in einer Stadt. Mensch! Da war ganz schön was los! Da gab es einen riiiiiiesen großen Markt! Mit Theaterstücken, Feuerspuckern und gaaaaanz vielen Ständen voller leckerer Naschereien! Es gab sogar Ritterspiele! Seine Miene strahlt geradezu vor Begeisterung, während er in den Erinnerungen schwelgt und sogleich weiter spricht. Da waren Ritter - als so richtige Sirs in Rüstung! -, die haben mit Schwert und Schild zum Spaß gegeneinander gekämpft... Also für Ruhm und Ehre sagten sie natürlich... Und bestimmt auch für Gold! Und andere saßen auf Pferden und haben sich mit einer soooooo langen Stange... Dabei breitet der Junge die Arme weit aus. ...gegenseitig vom Pferd geschubst! Das war wirklich ein lustiges Schauspiel! Frag mal Ravenna, einer von denen wollte sogar betrunken um ihre Hand anhalten! Der Junge lacht und grinst breit. Doch dann wird er etwas ernster und schaut sich aufmerksam um. Ehe sein Blick sich auf das Mädchen vor ihm richtet und sie nachdenklich mustert. Ungewöhnlich ernst für sein sonst so sonniges Gemüt. Hm... Warum eigentlich nicht...? Dann wandert sein Blick zu dem tanzenden Zyrdon hinüber. Wenn du magst, können wir ja fragen, ob du bei uns bleiben darfst! Ich passe auch auf dich auf! Dann erleben wir die nächsten Abenteuer zusammen! Aber es ist nicht nur Spaßig bei uns. Jeder hier muss etwas zum Zusammenleben beitragen und sei es noch so wenig! Und natürlich sind wir viel auf reisen... Das ist spannend, aber auch anstrengend! Sich selbst bestätigend nickt sein Kopf auf und ab, während die Augen vor Begeisterung geradezu funkeln. Na das wäre doch was, wenn die Freya sich ihnen anschließen würde!
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alias
~ Und wenn wir uns zur Musik im Kreise dreh'n... Fängt die Welt an einen kleinen Moment lang still zu steh'n ~

Licia
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#81

Beitrag von Licia » So 1. Apr 2018, 21:14

Da stand sie, still schweigend und den Blick auf das kleine Affentierchen gerichtet.
Keine Frage, niedlich war das Tierchen und es war schon spannend mal ein solches so nah,
ja sogar anfassen zu können.
Sie hörte den sanften Ton ihrer Schwester.. spürte deutlich wie sehr sie sich freuen würde
wenn sie zurück zum Feuer kommen würde, Ja sogar Wynter's Geste entging ihr nicht und dennoch schüttelte sie leicht den Kopf.

Hätten sie früher all ihre Pinzipien über Bord geworfen? Selbst bei geliebt abtrünningen Familienmitgliedern ?

Erneut schüttelt sie den Kopf, dieses mal etwas kräftiger.

Nein, ich kann das nicht. Und so wandert der Blick hoch zu dem Fremden Herrn, hinüber
zu ihren Schwestern, kurz zu der Tanzenden und Schließlich zum Priester der sich mit einer weiteren Person unterhielt um dann am Ende wieder auf Vayne zu landen.

Es geht nicht, nicht hier, nicht dieser Ort. Aber tut euch keinen Zwang an und berichtet den anderen von Eurer Geschichte.

Damit raffte sie ihren Rock und drehte sich herum. Sie würde gehen, auch wenn ihr Herz
schmerzte. Aber das hier, ging gar nicht.

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Lyvia
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#82

Beitrag von Lyvia » Mo 2. Apr 2018, 12:39

Sie schweigt, während sie unvermindert das Geschehen auf dem Platz verfolgt. Ihr hier und da sogar ein leichtes Lächeln über die Lippen huscht.
Ist es nicht das was unser Leben ausmacht. Jene Dinge die unveränderlich unser Dasein begleiten und uns die Sicherheit geben, um Veränderungen die Hand zu reichen.
Sie mustert den alten Priester von oben bis unten, bevor sie fast verschmitzt lächelt. Nun...ich kann mir den Blick Vargus' vorstellen, so ihr in dieser Aufmachung versuchen die Predigt abzuhalten Sie kichert leise. In gewissen Dingen war Vargus sehr auf Konventionen bedacht. Sie wird wieder ernst Und doch ...ihr seid der Priester ...immer...ob nun mit standesgemäßer Kleidung oder ohne. Wichtig ist doch nur der Glaube in uns drinnen, und nicht jener den wir nach außen tragen. Das wir seiner Doktrin folgen. Wo, in welcher Aufmachung oder auch in welcher Gesellschaft, dürfte IHN sicher nicht interessieren. Sie schmunzelt erneut. Ob ihr Wunsch aufrichtig ist? Nun...das müssen sie für sich selber entscheiden, doch dafür mussten sie es erst einmal kennenlernen...dieses Leben. Und....sie blickt zum Feuer, wo man immer ausgelassener wird, die Musik lebhafter. Ich muss zugeben, dass dieses Leben da sicher auch gewisse Vorzüge aufzuweisen hat. Das zarte helle Schellen der Glöckchen der Tänzerin zieht ihre Aufmerksamkeit in ihren Bann. Fast versunken beobachtet sie die geschmeidigen lockenden Bewegungen. Und ihr? Kehrt ihr heim in den Dom? Sie grinst, weil sie ahnt, in welche hektische Aufgeregtheit das den sonst so ruhigen Vargus versetzen wird. Zumindest wenn sie davon ausgeht, wie er bei ihrer Rückkehr, wie ein aufgeschrecktes Huhn durch den Dom wuschte um ihr ihre alte Kammer herzurichten und ein Mahl aufzutischen. Zu seiner Ehrenrettung muss sei sich allerdings eingestehen, das Vargus ihr gegenüber fast so etwas wie eine Vaterrolle übernommen hatte, und ihr zustand nicht gerade als vorbildlich, nun gut..vermutlich eher als jämmerlich, bezeichnet werden konnte, als sie in den Dom zurückgeschickt wurde.
Ein wenig nachdenklich folgt ihr Blick dem jungen Mädchen welches nun Anstalten macht, den Festplatz verlässt. Aber nicht jeder kann mit Veränderungen umgehen oder diese akzeptieren. Zweige die sich im Sturm nicht auf das Spiel mit dem winde einlassen und ich biegen und nachgeben, werden brechen. Und Veränderungen gleichen nur zu oft einem Sturm. Sie kommen ebenso wie jener, ohne dass wir auch nur das geringste dagegen tun können. Nur jene Dinge, die fest verankert sind, Traditionen, der Glaube...sie sind die Wurzeln des Baumes, denen kein Sturm etwas anhaben kann.
Sie seufzt leise. Predigten sind nun mal so gar nicht ihr Ding, aber manches durfte man, und schon gar nicht sie, sich nicht aussuchen. Viel lieber würde sie nun auch ausgelassen um das Feuer hüpfen. Eine Vorstellung, welche ihr ein Lachen entlockt, hell und klar, fast so wie der Klang der kleinen Glöckchen der Tänzerin.
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Vayne deAdor
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#83

Beitrag von Vayne deAdor » Do 5. Apr 2018, 03:59

er seufzte leise bei den worten von Licia ..nun sie würde nicht bleiben wollen
warum ..nun das wollte er ergründen ..war so viel vorgefallen ? ..
so viel das man seinen schwestern nicht verzeihen wollte ..oder konnte ?...

sein grünes auge musterte Licia ..
er wollte sie nun nicht einfach so davon schleichen lassen ...traurig einsam und alleine ...

so griff er sich den affen ..setzte ihn zu boden ..na geh schon flüstert er
scheuchte ihn dann mit der hand ....ein stück in die richtung von der er gekommen war ....

dann blickte er wieder zu Licia ...verneigt sich dann formvollendet ...

dann lasst mich euch auf einen becher in die nächste taverne einladen ?

er mustert sie ..ein leichtes lächeln was sich unter seinem bart versteckt ...sein grünes auge funkelt sie freundlich an .....
sollte sie dem zustimmen würde er noch einmal zu den schwestern blicken ...eine geste der entschuldigung machen ...
sie wussten sicher wo sie zu finden sein würden ..wollten sie also dazu kommen ...
so reichte er dann Licia seinen mächtigen unterarm ...

darf ich bitten Lady Licia ...

so würden sie nun die nächste taverne aufsuchen ..sich einen ruhigen tisch suchen ...und etwas zutrinken bestellen ..
Zuletzt geändert von Vayne deAdor am Do 5. Apr 2018, 18:03, insgesamt 1-mal geändert.
 
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-Freya-
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#84

Beitrag von -Freya- » Fr 6. Apr 2018, 10:52

Freya klebte geradezu an Samus Lippen. Klar hatten er viel gesehen, aber echte Ritterkämpfe, das war schon was tolles. Davon hatte sie nur in Geschichten gehört, die man ihr irgendwann, irgendwo einmal erzählt hatte. Diese Märchen unterschieden sich da gewaltig zu den in schimmernden Rüstungen herumlaufenden Männern aus Lichthafen. "Echte Ritter... ui.. " flüsterte sie leise, um ihn nicht davon abzuhalten, weiter zu erzählen. Der kleine Mund stand leicht offen und ihre Augen waren riesig geworden vor Bewunderung, während er begeistert von den Ritterkämpfen und dem Heiratsantrag berichtete. ".. und sie hat nicht 'ja' gesagt?" Die Frage war schon fast überrascht, immerhin so ein Sir und Ritter war doch etwas besonderes. Und bestimmt hatte er ein Schloß und viele schöne Dinge und man hätte da gelebt wie eine echte Prinzessin oder etwa nicht? Kurz schaute sie zu jener Frau, von der sie annahm es sei besagte.

Als Freyas Blick, der noch immer überrascht war über die Tatsache, dass jemand nicht die Prinzessin eines Sirs sein wollte, zurück zu Samu glitt, bemerkte sie die Veränderung auf seinem Gesicht. Leichte legt sich ihr Kopf zur Seite, als er so ernst wurde und folgte nun seinem Blick in die Richting des ihr unbekannten Zyrdon. Freya ahnte, dass irgendwas in ihm vorging, doch was konnte sie noch nicht erahnen. Unbeabsichtigt und eben so unbemerkt rutschten ihre dunklen Locken dabei vor die Affendame, als sie ihren Kopf abtupt bewegt hatte. Etwas, dass Leila nicht gefiel und welche ihr Missfallen umgehend damit kundtat, indem sie leicht in den Haaren zupfte. "Hey.. autsch..." kicherte sie und strich sich, nachdem sie die Haare aus den kleinen Händen der Pelzgeistermutter befreit hatte, mit gekrauster Nase die Strähnen hinter ihr Ohr. "... das macht man nicht."

Moment mal. Was war das da gerade. Hatte der Samu da jetzt echt gefragt, ob sie bleiben wollte? Na sicher würde sie das wollen. Glaubte sie zumindest. Alles war besser als das Waisenhaus. Und hier schien es im Gegensatz dazu freundlich und geradezu aufregend und toll zu sein. Alle waren fröhlich und Arbeit, nun Arbeit scheute sie nicht.

Freyas Mund stand leicht offen und für einen Augenblick schien es ihr die Sprache verschlagen zu haben. "Meinst Du das wirklich?" antwortet sie ihm fast schon etwas zögerlich. Samu war so nett und ihn als den weltbesten Beschützerer zu haben, wäre vermutlich toll. Aber seine Eltern würden bestimmt nein sagen. Daher verbot sie sich selbst, sich vorschnell zu freuen. Sowas hatte sie im Waisenhaus schon oft genug mitbekommen. Wie schnell kehrten Kinder von selbst zurück auf die Straße oder waren nur eine Woche später wieder da, wenn es den Erwachsenen nicht mehr in den Kram passte. "Das werden die bestimmt nie erlauben..." fügte sie hinzu, während ihr Blick musternd auf Samu ruhte und sie die Begeisterung in seinen Augen wahrnahm. Ein kleines Lächeln huschte über ihre Züge. Toll wäre das bestimmt. Aber wahrscheinlich war das einfacher dahingesagt, als am Ende getan.
Zuletzt geändert von -Freya- am Fr 6. Apr 2018, 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Er wird kommen.


Ravenna
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#85

Beitrag von Ravenna » So 8. Apr 2018, 19:11

Erinnerungen sollte man sich nur leisten, wenn man sie verkraften kann. Sie hat diesen Ort unterschätzt - und das sehr. Jetzt weiß sie es, obwohl es ihr vor ein paar Tagen, als Zyrdon den nächsten Spielort bekannt gab, noch wie ein Wink des Schicksals vorkam. Sie stellte sich vor, dass ihre Ankunft beinahe so sein würde, wie damals, als sie mit ihrer Mutter Lothessa und Licia auf Arakas ankam. Alles war neu und unbekannt. Das riesige Wüstenpalais der Familie, Sceada, ihr Bruder, ein Ausbund an Ogrimartreue - der schon bei einem falschen Gruß aus dem Häuschen geraten konnte. Und der immer seine gestopfte Knochenpfeife am Mann hatte. Der Angriff der Blutsauger und die daraus resultierende Schlacht - bei der sie sich die Truppen eines Verräters zunutze machte, um den Clan der Vampire endgültig zu zerschlagen - oder zumindestens so zu schwächen, dass er die Familie dauerhaft in Ruhe lässt.
So viele Erinnerungen. Volgo, ihr Gemahl, der eines Tages das Weite suchte. Hier in Lichthafen hat sie ihn zum ersten Mal gesehen - als sie ihm sturzbetrunken vor die Füße fiel.

Ihr Blick gleitet zu Wynter hinüber - und richtet sich dann voller Bedauern auf ihre kleine Schwester. Wenn du denkst, dass es das Richtige ist zu Gehen ist, Licia... Abtrünnig. Wie sie dieses Wort inzwischen hasst. Zwar hat Licia es nicht ausgesprochen, aber es ist ihr ganz deutlich in den Augen abzulesen. Abtrünnig von was oder wem? Sie zuckt die Schultern und hebt das schnatternde Äffchen auf den anderen Arm. Früher hätte sie den Hünen ermahnt, gut auf ihre Schwester aufzupassen - heute jedoch nickt sie ihm lediglich zu und wendet sich ab, um zurück ans Feuer zu gehen. Neben Wynter angekommen, greift sie den nächstbesten Humpen und nimmt einen großen Schluck Bier. Ich glaube, niemanden interessiert unsere Geschichte. Raunt sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Alle interessiert nur, wer wir waren - und heute nicht mehr sind.

Sie schaut zu Jeremias hinüber, der sich sichtlich müht, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Doch es gelingt ihm nur schwer. Vielleicht kann ihn die fremde Dame an seiner Seite dazu bewegen, noch etwas zu verweilen. Dabei verlangen wir nichts und würden im Gegenzug gerne etwas geben. Flüstert sie dabei Wynter zu, die ebenso nachdenklich wirkt, wie sie selbst. Schade, wirklich schade.

Und bevor sie total im Trübsinn versinkt, nimmt sie noch einen Schluck Bier - drückt dann ihrer Schwester das Äffchen in den Arm und steht auf. Frohsinn! Mit schnellen, rhythmischen Schritten nähert sie sich dem Kreis um die Tanzenden, reiht sich neben Gawjn ein, lächelt ihm zu und beginnt ebenfalls zu klatschen. Diese ersten Nächte in einer neuen Stadt sind für alle Zirkusleute eine Gelegenheit zum Ausruhen, Entspannen und Feiern - bevor am nächsten Tag die Arbeit beginnt. Bisher hat sie diese Zeit immer genossen. Und ist fest entschlossen, das auch heute so zu handhaben.

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Jeremias Rabenherz
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#86

Beitrag von Jeremias Rabenherz » Mo 9. Apr 2018, 09:09

Wie wahr. Tatsächlich sieht sie ihn nun lächeln, ein kleines Lächeln und durch die vielen Brandnarben verzerrt, aber es war ein Lächeln. "Vargus würde schimpfen.. nicht wegen weil ich aussehe wie ein Vagabund, sondern weil ich mir so lange Zeit gelassen habe." Ob es gut war je den Dom verlassen zu haben? Vielleicht hätte er dort sterben sollen? Gedanken verloren legte er eine Hand auf seine eigene Schulter. Als würde er etwas vermissen. Oh, ja er vermisste die Insignia. Der Blick schweifte zum Feuer und er glaubt zu erkennen, dass es nichts ändert wo sie lebten. Nein, so lange sie es aufrichtig tun, war es gleich. "Der Name einer Familie kann eine Bürde sein." Oh er wusste wovon er redete. Auch wenn die Familie selbst stets an zweiter Stelle stand für ihn und zuerst sein Dienst gegenüber seinem Herrn. "Macht ein Familienname den Glauben aus? Nein.. ich habe einige Namen gesehen, die großen Ruhm und Ruf erlangten und am Ende.. hatten auch sie ihre Dunklen Flecken. Man kann darauf achten, dass der Name unbefleckt bleibt, aber es gelingt selten, daher habe ich aufgehört nach den Namen zu gehen, sondern nach dem Handeln des einzelnen." Namen waren bedeutungslos im Angesicht des Herren waren sie doch alle nur winzige Variablen seines Willens. Bevor sie was sagen konnte zu dem Thema fuhr er fort. "Wann ist ein Glaube rein? Wann ist er aufrichtig.. treu.. loyal? In Laufe meiner Zeit im Klerus bin ich immer wieder darüber gefallen. DIE reine Familie.. DER treue Name,. bedeutungslos. Es sind nicht die Namen die es auszeichnen.. und es ist keine Kunst noch ein besonderes Privileg aus dem Schoss einer Mutter zu fallen, die zufällig einen Namen trägt der bekannt ist. Oh nein.. es sind die Taten und Entscheidungen jeden einzelnen." Wie viele Tribunale gab es aufgrund von gegenseitigen Anklagen der Ketzerei. Des Verrats.. "Dabei sollte man meinen, dass sie eher die .. Taubenplage dezimieren. Die Neutralen zu unserem Herrn führen.. manchmal scheint mir das sie lieber untereinander streiten." Die Finger reiben seine Schulter, als säße dort ein Schmerz, der eigentlich nicht da sein dürfte. "Ich werde sie für ihre Entscheidung nicht verurteilen, aber sie .. werden für mich immer Guinya und Belinda bleiben. Ich brauche Zeit um mich an diese neuen Namen .. zu gewöhnen. Aber es sind nur Namen, ihre Person ändert sich nicht. Nur weil man ein Pferd als Gaul benennt, wird es kein Esel." Er schmunzelte. Er dachte an den Dom. "Ja. Sobald ich mich dessen wieder würdig erwiesen habe. Mir scheint er prüft erneut... meinen Willen und meine Festigkeit. Aber dann.. kehre ich zurück. Und ihr? Werdet ihr euch dieser.. bunten Truppe anschließen?" Er wirkte langsam aber sicher wieder gefestigt und nicht mehr so impulsiv. Der erste Schock war verdaut und je länger er darüber nachdachte, um so unbedeutender wurde dieser Umstand. Sie haben sich entschieden, aber änderte es was? Nicht, wenn sie aufrichtig weiter den Glauben teilten.
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Licia
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#87

Beitrag von Licia » Di 10. Apr 2018, 21:51

Einen kurzen Moment betrachtet sie erst die eine Schwester und dann die andere.. schließlich lässt sie ihren Blick noch mal über all das vor ihr wandern.

Nein, egal wie sie es drehte, es passte nicht mit dem überein was sie gelernt und bisher gelebt hatte. Klar, sie drehte sich einiges auch mal zurecht.. aber gleich das gesamt gelebte Leben umkrämpeln und dann hoffen das andere das sofort akzeptieren würden ?
Hätten sie es damals getan? Akzeptiert?

So schüttelt sie traurig den Kopf, wendet sich herum und versucht sich eines Lächeln als sie den den Fels von einem Mann neben sich anblickt, recht hoch musste sie den Kopf heben um ihn überhaupt ansehen zu können.
Es waren Sekunden die ihr wie Minuten vor kamen während sie überlegte, dann schließlich nickt sie und legt ihre Hand auf seinen angebotenen Arm.

Über zu wenig Kraft könnt ihr Euch wohl nicht beschweren was ? Und sehr gern. Ich glaub etwas stärkeres kann ich heute mal gebrauchen.

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Lyvia
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#88

Beitrag von Lyvia » Mi 11. Apr 2018, 09:51

Sie lacht leise, weil sie sich diese Szene gerade nur zu gut vorstellen. Ein aufgebrachter Vargus der seine Schimpftirade auf den schuldbewusst dastehenden Priester los lässt. Ein geradezu köstliches Bild.

Doch dann wird sie still, hört sie einfach zu, vielleicht auch, weil sie die gleichen Ansichten hegt und zu den gleichen Schlüssen gekommen war. Nur hier und da zeigt sich ein kurzes, fast zufriedenes Lächeln, während sie das lebensfrohe und ausgelassene Treiben beobachtet.
Einen Moment sieht sie ihn angesichts seiner Frage sichtlich verblüfft an, bevor sie erneut lacht...ein fröhliches Lachen.
Ich mich ihnen anschließen? sie schüttelt den Kopf während ihre Augen vergnügt aufblitzen. Nein, meine Bestimmung liegt woanders, auch wenn ich sicher sehr erfolgreich wäre mit meiner nun....Gabe...Ein rascher Blick streift zu ihrer rechten Hand, welche von einem Handschuh umhüllt wird und einen Moment hebt sie diese und dreht sie leicht, als wolle sie sie von allen Seiten betrachten, bevor sie leise gluckst...für wahr...ich wäre wohl eine Attraktion.... Mit leicht zur Seite geneigtem Kopf sieht sie ihn für einen Moment an, immer noch sichtlich vergnügt, bevor sie erneut zum Feuer blickt, zu dem lebhaften dem Tanz, lauscht den Klängen der Musik. Aber ich kann die beiden verstehen...sie nickt leicht Es ist ein fröhliches Volk, trotz des harten Lebens. Sie jammern nicht oder wehklagen. Sie nehmen es wie es kommt, und doch feiern sie, haben Spaß, wann immer sich die Möglichkeit bietet. Eine Familie in die man nicht hineingeboren wird, sondern die man findet. Die nicht verlangt oder fordert, sondern akzeptiert. Fast beneidenswert.
Doch...nun blitzt der Schalk in ihren Augen auf Wie steht es mit euch? Vielleicht sagt euch dieses Leben zu? Sie grinst schelmisch Nun ja...zumindest gibt es da keinen schimpfenden Vargus. Und das klappern alter Knochen passt sicher hervorragend zum Klang der Glöckchen. Erneut erklingt ihr fröhliches Lachen. Sie ist keineswegs respektlos...im Gegenteil. Gegenüber dem Hohepriester verspürt sie den größten Respekt überhaupt, während Vargus für sie fast so etwa wie eine Vaterfigur geworden ist. Aber Respekt hin oder her...auch ein Hohepriester ist nur ein Mensch. Und kein Mensch sollte sich so ernst nehmen, das ein kleiner gut gemeinter Scherz für Missstimmung sorgt. Die Fähigkeit über sich selbst zu lachen, erleichtert vieles. Auch wenn man, wie sie, das Lachen erst mühsam lernen musste.
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Wynter Marcar
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#89

Beitrag von Wynter Marcar » Mi 11. Apr 2018, 17:55

Ihr Blick war Ravenna gefolgt, die es sich offensichtlich nicht nehmen lassen wollte diesen ersten Abend in einer neuen Stadt und nach langer Reise gebührlich mit den anderen Zirkusleuten zu feiern. Sie konnte es ihr auch kaum verdenken. Diese einfachen Menschen waren ein wildes, freies Völkchen. Und genau das machte das Leben mit ihnen so angenehm. Sie nahmen alles, wie es kam und machten das Beste daraus. Ohne sich länger, als nötig, den Kopf darüber zu zerbrechen oder ihr Leid zu jammern. Während sie zusieht, wie auch Ravenna mit den anderen klatscht und lacht, legt sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Doch schließlich starrt sie wieder ins Feuer hinein. Allein mit sich, vielen Gedanken, die ihr durch den Kopf wirbeln, dem Humpen Bier und dem kleinen frechen Äffchen, das sich in ihrem Arm eingerollt hat und mit winzigen Fingern die offenen Haare verzwirbelt. Nach Tanzen stand ihr erstmal nicht so recht der Sinn.

Risa schließlich war es, die sich zu ihr gesellte. Eine ganze Weile schon hatte sie dieses Treiben, die fremden Leute und die beiden Schwestern beobachtet. Und während sie mit Zufriedenheit beobachtet, das Ravenna sich Tanz und Musik anschloss, war ihr Blick auf die andere der beiden gefallen. So saß die kräftige ältere Frau nun neben Wynter und schaute sie aus fröhlich blitzenden aber weisen Augen an. Du kannst den Geistern der Vergangenheit den Rücken zukehren oder du gehst auf sie zu. Aber hier sitzen, ins Feuer starren und Bier trinken wird sicherlich zu nichts außer einem dicken Schädel morgen früh führen. Und da brauchen wir dich klaren Verstandes. Und mit diesen Worten hatte Risa ihr den Humpen aus der Hand genommen und den Inhalt ins Feuer geschüttet, das den Alkohol zischend schluckte. Dann legte sie ihren Arm um die Schultern Wynters, schenkte ihr einen kleinen Moment der Wärme. Wynter lehnte den Kopf an den der alten Frau, schloss kurz die Augen und genoss diesen Moment der Wärme. Sie machte sich nicht die Mühe zu fragen, woher diese ihre Gedanken erraten hatte. Die Ältere hatte ein Gespür für solche Dinge.

Du hast Recht. Kommt es schließlich über ihre Lippen und sie schenkt der anderen ein Lächeln. Danach löst sie sich von ihr, verscheucht das freche Äffchen von ihrem Schoß und stand auf. Doch ging sie nicht zu den Feiernden, sondern wandte sich gen der fremden Dame und dem alten Priester. Kurz darauf ließ sie sich einfach bei den beiden nieder und musterte sie. Und habt Ihr den ersten Schock verwunden? Ein Schmunzeln lag dabei auf ihren Lippen, die Augenbrauen fragend angehoben.

Noch ehe Freya weitere Zweifel äußern kann, die er mit einer Handbewegung, die er sich bei den Erwachsenen abgeschaut hatte, hinfort wischt, springt der Junge bereits auf und streckt ihr abermals die Hand entgegen. Na dann fragen wir doch Zyrdon direkt mal! Und ich bin mir sicher, er weiß eine Lösung! Plapperte er geschwind. Würde sie seine Hand annehmen oder ihm folgen, so würden sie sich bereits bald der feiernden Gruppe um das Lagerfeuer nähern. Und Samus Miene erhellte sich deutlich bei diesem Anblick. Kannst du eigentlich tanzen? Ansonsten bringe ich es dir bei!Fragt er noch und wirft dem Mädchen dabei einen gut gelaunten Blick zu. Die Affenbande indes klebte den beiden regelrecht am Fuße. Folgte leise schnatternd und bei den Tanzenden angekommen, würde so mancher kleine Frechdachs sich auf die Suche nach ein paar Leckereien in den Taschen bekannter und unbekannter Leute machen.
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#90

Beitrag von -Freya- » Do 12. Apr 2018, 17:03

Gerade wollte Freya weiterplappern, um sich selbst keine Hoffnungen zu machen. Doch Samu winkte nur ab, fast wie ein echter Mann, so als glaube er das, was er so dahin sagte. Kurz blickten ihre Augen zu Leila, die sie noch einmal am Kopf kraulte, als wolle sie sagen 'Jungs.' Doch Freya musste leicht schmunzeln, als Samu ihr die Hand entgegenstreckte und tatsächlich seinen Worten Taten folgen lassen wollte. Er meinte das wirklich mehr als ernst und das obwohl er sie nicht einmal kannte.

Ihre kleinen Finger schlossen sich um seine Hand und sie rappelte sich ebenfalls auf. "Wenn du das sagst, dann fragen wir... Zyrdon?" Ein kleines Kichern stahl sich über ihre Lippen, so sorgte sein Optimismus wahrlich dafür, dass sie selbst ein wenig Hoffnung schöpfte.

Sie lief beinahe ein wenig hüpfen neben ihm her, während die kleinen Pelzgeister ihnen auf Schritt und Tritt folgten."Tanzen...?" Ein leichtes Strahlen suchte ihre Augen heim, während die Musik lauter wurde. So wirklich hatte Freya das noch nie probiert, also wusste sie nicht wirklich, ob sie es konnte. "... ich weiss nicht... " Ihre kleinen Augen nahmen kurz wahr, wie die Rasselbande von Äffchen sich nach neuen Futterquellen umsah, während ihr Blick sich beobachtend auf die Erwachsenen legte und sie kurz nachdenklich auf ihrer Unterlippe kaute. "Hm..." Langsam drehte sich das Mädchen im Kreis und wackelte im Takt der Musik mit den Hüften. "So?" Beinahe brach sie selbst in einem Lachen aus, wobei ein stolzes Funkeln über ihre Augen huscht, weil sie es wenigstens versucht. Naja vermutlich sah es etwas unbeholfen oder sogar putzig aus und nicht so schön, wie bei den großen Frauen, die genau wussten, wie sie sich zu bewegen hatten, aber Freya versuchte es ihnen nachzuahmen. Munter drehte sie sich im Kreis und lachte.
Zuletzt geändert von -Freya- am Do 12. Apr 2018, 17:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#91

Beitrag von Jeremias Rabenherz » Fr 13. Apr 2018, 10:40

Er musste sich vorstellen, wie er mit den bunten Volk leben würde. Vermutlich würde er als Koch enden. Das war das einzige was er konnte und einem Zirkus helfen würde. Ansonsten lagen seine Stärken wohl eher in der Seelsorge und dem geistlichen Chroniken. Rhetorische Fragen, die in einem Zirkus wohl eher zu kurz kamen. "Ja, sie leben einfach. Manchmal sind es die simplen Dinge, die es einfacher machen. Manche machen sich es wohl viel zu kompliziert mit ihren.. Vorstellungen. Aber so ist das, wir haben alle ein Bild wie etwas zu sein hat und finden uns nur schwer mit anderen Sichtweisen ab. Manchmal durchaus wichtig, manchmal eher hinderlich." Er hatte diese Leute herabgesetzt, dass bereute er durchaus, aber auf der anderen Seite, haben sie ihm indirekt was weg genommen und vielleicht war es ein gewisses Maß an Wut darüber. "Sofern sie dem Herrn dienen sollten sie ihr Leben leben wie sie es für richtig halten. Familie ist immer mit Pflicht und Recht verbunden. Das Recht sich auf einen großen Namen zu stützen und die Pflicht diesen Namen niemals zu verdunkeln. Leider funktioniert das nicht immer. Dann spalten sich Familien, streiten sich darum wer edler, reiner und aufrichtiger ist und sie verlieren das Ziel aus den Augen. Sie haben das Recht sich davon zu lösen und ihren Weg zu gehen. Ich hoffe sie haben sich den Schritt gut überlegt, denn einmal mit einem Namen gebrochen, gibt es selten ein Zurück." Er lächelte bitter. "Vielleicht diene ich als Rassel ganz gut, aber ich denke.. vielleicht für einen Besuch, doch mich zieht es wieder zum Felsendom. Es ist als rufen die alten Steine nach mir und außerdem.. so sehr Vargus schimpft, er hat sich lange genug von seinem Fraß, dass er kochen nennt ernährt. Wird Zeit, dass er wieder was vernünftiges auf den Tisch bekommt." Immerhin hatte er eine unglaubliche Vorliebe für Eintöpfe und Suppen, wie Guinya sicher noch weiß. "Sie wirken wirklich glücklich. Ich bin kein Richter, der darüber befinden darf ob sie glücklich sein dürfen, dass.. obliegt unserem Herren und wenn er es nicht tolerieren würde, wird dieses Volk nicht lange diese ausgelassene Fröhlichkeit frönen. Dann wird er seinen Unmut über sie bringen.. " Davon war er überzeugt.

Der Blick richtete sich auf Wynter und langsam erhob er sich. So einfach gekleidet und nahe zu verwundbar ohne Insignien und ohne die gewohnte Robe, war er das was er war. Ein verwundbarer Diener des Herren, fast brach wie frisch geboren. Statt irgendwas zu sagen, öffnet er die Arme und will sie in den Arm nehmen. Begrüssend, vielleicht auch vergebend, sich und ihr. Und doch flüsterte es leise mahnend in ihr Ohr. "Aber wehe.. ihr lasst euch meine Predigten entgehen. Das würde ich euch wirklich übel nehmen." Es klang erstaunlich ernst, aber auch väterlich.
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#92

Beitrag von Joceline » Fr 20. Apr 2018, 02:05

*wenngleich sie gedacht hatte, es bliebe bei dem einen Tanz, so hatte sie die Rechnung ohne Zyrdon und die Dame gemacht, die eh um das Feuer tanzte und gewiss mit jenem spielte.
Eine weitere Melodie erklang, begleitet vom Rhytmus der Hände. Gefesselt von der ganzen Atmosphäre ließ sie sich mitziehen und gab nach, als er sie um einen weiteren Tanz bat.
Jener, nicht minder schnell war und Joceline schon ein wenig ausser Atem brachte. Schwungvoll wirbelt ihre Robe umher, galant führt Zyrdon sie ums Feuer herum und nutzt die Gunst der Stunde ihr ein paar Worte zu zu flüstern. Sie lachte leis auf, gab ihm aber die Antwort darauf und liess sich weiter im Gesang der Nacht treiben.
Angekommen bei den Gästen sah man deutlich, das sie sich nicht nur einmal nach Gawjin um sah. Stand da nicht auch - nein - oder doch? Zwei , drei Mal wendet sie den Blick, immer wieder zu den Beiden. Guin? War sie es? - ihr Herz setzte fast aus, als der Schein des Feuers die Dame an Gawjin's Seite preis gab und sie bat ihren Begleiter zu stoppen.*

Entschudligt ihr mich?

*Joceline wartete kaum seine Antwort ab, doch sein Lachen, das ihr nach klang, hallte ihr nach, so das sie sich noch einmal zu ihm dreht.*

Und danke!

*sie schenkte ihm ein Lächeln, das mittlerweile sich in ihren Augen wieder spiegelte und sie ebenso aufgewühlt zurück zu Gawjin und der Lady neben ihm kam.*

Das war so erfrischend!

*sie lachte leis , das Tuch um ihre Gesicht flatterte aufgeregt mit ihrer Stimme um die Wette*

Habe ich doch richtig gesehen! Scheinbar hat dieser Zirkus Euch mit zurück gebracht!

*und sie freute sich wahrlich. Es war so viel geschehen, das sie einfach froh war, ihnen hier zu begegnen.
Möge es sein was es wolle, Joceline tat schon immer was ihr gefiel und handelte oftmals aus dem Bauch heraus.
So wie nun auch, indem sie Wynter einfach umarmt und anschliessend Gawjin anstubst.*

Na? Traust du dich ?

*wobei sie deutlich mit dem Kopf hinüber zum Feuer deutet, wo sie eben noch war.*

Schenkst du ihn mir, diesen einen Tanz?

*ja, es möge sein das sich das nicht schickt. Es möge sein, das dies Alles gegen die Regeln eines Gottes sei.
Nein, ihr war es nicht egal und doch war es ein Abend an dem man auch einfach einmal glücklich sein durfte, ...oder?
Sie wusste nicht um die Geschichte , sie hatte Gerüchten noch nie Glauben geschenkt. Es war aber auch innerhalb der Mauern nie ein Gesprächsthema.
Lediglich der alte Priester... ja, der hatte sie verlassen . Nicht einmal...nicht zweimal... und auch wenn sie wusste er musste genesen, hatte sie mit sich selbst ein Problem gerade damit.
Das war aber das Ihre, und gehörte nun nicht ans Lagerfeuer, an dem Gesang und Kinderlachen erklang.
Dafür bliebe sicher später noch Zeit und sie musste abschätzen, wie oft sie ihm vergab und in des alten Herrn Arme kehrte. Später.....!
Jetzt erst misste sie abwarten was Gawjin tun würde. Drückte er sich oder...erfüllte er ihren Wunsch?
Aufgeregter als der Tanz zuvor war dies nun schon, denn...im Schein das Feuers sah er einfach umwerfend aus, so dass sie den Blick ganz kurz senkte...
doch eines Rabenherzens treu, ...wieder voller Stolz hob.*
Zuletzt geändert von Joceline am Fr 20. Apr 2018, 09:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Die Wahl des richtigen Zeitpunkts ist alles. Auf das Wann kommt es ebenso sehr an, wie auf das Wie.
Geblieben sind ihr, Ihre kleinen Raben, Baraj & Cian Rabenherz.

Ravenna
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#93

Beitrag von Ravenna » Sa 21. Apr 2018, 17:30

Während sie im Kreis der Klatschenden neben Gawjn steht - und sich Mühe gibt, das Gefühl der Leichtigkeit in sich aufkommen zu lassen, das sie so schätzen gelernt hat - kann sie nicht umhin, aus den Augenwinkeln das Geschehen zu beobachten. Licia scheint wirklich lieber mit einem Fremden über ihren Kummer und ihre Zweifel zu reden als mit ihren Schwestern. Niemand hier erwartet, dass sie gleich akzeptiert, wie sich ihrer beider Leben verändert hat - aber sie hatte gehofft, ihre kleine Schwester würde sich wenigstens dafür interessieren, was ihre Gründe waren und wie es dazu kam. Immerhin war es ein großer Schritt von der Wüstenfestung zum Zirkus. Aber gut, für heute fällt jegliches Gespräch aus.

Unwillkürlich sieht sie zu Wynter hinüber, die ihren einsamen Platz am Feuer aufgegeben und sich zu Jeremias und der Fremden gesellt hat. Wie seltsam der Priester ohne seine Kutte aussieht - fast könnte man ihn für einen des Fahrenden Volkes halten. Aber er wirkt entspannt, nicht mehr so aufgewühlt wie zu Anfang. Dieser Umstand zaubert ihr ein Lächeln auf die Lippen. Sie hat den alten Mann und seine Weisheit immer geschätzt - auch die Gespräche mit ihm. Wenn sie um das Thema wüsste, würde sie ihm sagen, dass es nicht in erster Linie der Wunsch war, einen traditionsreichen Namen abzulegen. Das taten sie schon vorher mit ihrer Mutter Lothessa zusammen - die die Schmach über Sceadas Verrat am Glauben der Familie nicht ertragen konnte und sich von der Familie lossagte, weil er das Wappen nicht abgeben wollte.
Im Grunde ist es ganz simpel: Sie und Wynter haben nicht ihr Blut verlassen oder ihren Glauben - sondern einfach nur die gewohnten Örtlichkeiten und Sitten. Und während Wynter sich darum kümmert, dass die Zirkusleute rechnen und schreiben lernen, hat sie selbst sie in den Lehren Ogrimars unterwiesen. Dadurch konnte sie schon so manches neues Schäfchen in die Gemeinde aufnehmen - wenn auch manche noch mit sich hadern.

Derart in ihre Gedanken vertieft, bemerkt sie das Ende des wilden Tanzes von Zyrdon und Joceline erst, als diese sie mit erhitzten Wangen und strahlenden Augen in die Arme schließt. Überrascht erwidert sie die Umarmung und lächelt. Sie kennt die Küsterin nur flüchtig - von damals, als sie Taufpatin bei Gawjns Sohn war. Von daher erscheint es ihr etwas ungewöhnlich. Ob Joceline sie vielleicht mit Wynter verwechselt hat? Ja, es ist erfrischend. Antwortet sie trotzdem und sieht dann auffordernd Gawjan an. Du solltest es versuchen. Das Tanzbein zu schwingen ist gar nicht so schwer. Ermuntert sie ihn fröhlich. Gib dich einfach der Musik hin, dann klappt das.

Zyrdon unterdessen hat sich nach einem Klaps auf Naritas wohlgerundeten Po dem nächstbesten Bier-Humpen gewidmet, um sich nach dem schweißtreibenden Tanz mit Jocenine zu erfrischen. Eine Hand in die Hüfte gestützt, steht er am Feuer und beobachtet gutgelaunt die beiden Kinder, die ganz offensichtlich viel Spaß haben. "Dein Junge hat eine kleine Freundin gefunden!" Ruft er Risa zu, die gerade dabei ist, die nächste Runde Eintopf auszuteilen.

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Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#94

Beitrag von Gawjn Rabenherz JdF » Mo 23. Apr 2018, 21:17

*Irgendwann merkte er, dass ihm der Mund offenstand, nachdem Joceline ihn um den Tanz gebeten hatte. In diesem Moment wurde ihm auch bewußt, was in den letzten Minuten vor sich gegangen war. Jene Joceline, die schon gefühlt vor Jahren unter seinem Dach mit ihrem Jungen eine Zuflucht gefunden hatte, nebenbei - g a n z - zufällig die Ehefrau seines Cousins , dieselbe Frau war, die sich im Feuerschein, beim Tanz mit einem Fremden scheinbar in eine seltsam fesselnde Erscheinung verwandelt hatte. Scheinbar nur, wie er jetzt begriff. Es war Joceline. Die treue Seele in seinem Haus, die frag- und klaglos seine Eigenarten ertrug, sogar ein irgendwie fremdes Kind wie ihr eigenes behütete, bekochte und tröstete. Joceline, die all das war und lange schon erfüllte, was er sich von einem veblassenden Schatten namens Fadela einst so sehr gewünscht hatte.
Ihm wurde bewußt, dass er die ganze Zeit nur nicht richtig hingesehen hatte.
Gawjn erwiderte ihren Blick, mit dem sie ihn so ungewohnt ansah und er nickte, als sie den Blick senkte. Er spürte, wie Glut in seine Wangen stieg und beantwortete ihre Bitte mit einem gestammelten ......... J....Ja, natürlich....natürlich, aber.......... ...........

Doch bevor er sich regen konnte, drang Ravenna's Stimme zu ihm vor und sein Blick wanderte leicht hastig zu ihr. Kurz schoben sich seine Augenbrauen zusammen, da er das Gesicht der Dame zu erkennen meinte* " Äh........also....Euch kenne ich.......irgendwie....auch....Moment...." *Eine Hand legt sich für einen Moment grüblerisch über seine Lippen, während darunter ein Schmunzeln erkennbar wurde*
" Wüstenfestung........als wir die Blutsauger verjagt haben........ich glaub, Ihr ward auch dort.......hm...........fällt mir wieder ein....Entschuldigung..."

*Wie ein Tier, dass sich vor lauter Unsicherheit in eine Übersprunghandlung zu retten versuchte, stand er da, um sich dann doch durch Ravenna's Ermunterung in sein ungewisses Schicksal zu ergeben.
Gawjn wandte sich wieder Joceline zu und bereits im Herumdrehen, griff er mit schwitzigen Fingern ihre Hand*

" Ich würde Dir soviele Tänze schenken , wie Du willst, wenn ich das gelernt hätte.....aber gut, auf Deine Verantwortung und die Gefahr hin, dass ich Dich unsterblich blamiere."
*er grinste ihr dann beflügelt entgegen*
" Und auf die Gefahr hin, daß gleich mein Cousin plötzlich hinter der nächsten Ecke auftaucht, ....was mir jetzt gerade aber völlig egal ist!"
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"...Pfeil und Bogen, Messer und Dolch, Gift und Glut !.......
...wachendes Auge...schlummernde Wut...rächende Hand...Zornesblut... !"

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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#95

Beitrag von Lyvia » Mi 25. Apr 2018, 08:47

Schweigend lauscht sie seinen Worten, ihren Blick auf das bunte ausgelassene Treiben gerichtet. Müsste man Lebensfreude beschreiben, wäre dieser Anblick der Entsprechenste der ihr einfiele. Und....ein wenig verspürt sie auch Neid, darüber das jenen es gelang sich der Fröhlichkeit so ungehemmt hinzugeben, jedwede negativen Aspekte des Lebens für Augenblick beiseite zu schieben. Und das Leben des fahrenden Volkes birgt vermutlich mehr als genügend Probleme und Sorgen. Und doch haben sie sich diese Freude im Herzen bewahrt. Die Wehmut die einen kurzen Moment in ihrem Lächeln aufflackert, mag nur dem aufmerksamen Betrachter auffallen, bevor sich ihre Aufmerksamkeit wieder dem Priester zuwendet. Vargus ist durchaus geschickt darin zu einem vorzüglichen Mahl zu gelangen, ohne seine eigenen ….Kochkünste...strapazieren zu müssen. Sie lacht leise, bevor sie unversehens ernst wird. Nicht jene sind es die ihm fehlen. Und euer Platz ist im Dom. Ihr seid der Hohepriester Sie deutet mit einer leichten Bewegung ihrer Hand in Richtung des Platzes. Nicht jeder hat die Wahl seinen Platz im leben selbst zu bestimmen. Weder Trauer noch Neid klingt in ihrer Stimme. Es wirkt eher so, als sei es eine unumstößliche Tatsache mit welcher sie sich abgefunden hat. Nunja..genau betrachtet..hatte abfinden müssen. Jene vereinzelten Versuche aus dem Vorbestimmten auszubrechen, hat sie teuer bezahlt....bis auch diese Zeit des Aufbegehrens verstrich und der Akzeptanz den Weg bereitete. Doch dies ist ihre wohl ganz eigene Geschichte, und nicht der Grund ihres Hierseins.
Schmunzelnd beobachtet sie Joceline und Gawjin und auch wenn diese zu weit entfernt sind, um Worte zu verstehen, so ist die Sprache der Körper umso eindeutiger. Sie lacht leise. Ich sehe die Raben bleiben ihren Traditionen und Gewohnheiten treu.
Deutlich ernster richtet sich ihr Blick dann wieder auf ihn. Uns bleibt nur zu akzeptieren und Wege zu ebnen...Türen offen zu halten. Doch jeder entscheidet für sich, ob er dem Weg folgt, durch die Tür geht, oder sich lieber seinen eigenen Weg bahnt. Akzeptanz, Offenheit gegenüber dem Ungewohnten und aus neuem Lernen, über die Herde wachen und jene zu mehren...das obliegt uns. Zur urteilen und zu richten...das obliegt unserem Herrn. Sie schmunzelt. Solange Ogrimar diesen Weg, den sie wählten toleriert...wer bin ich, dies dann nicht zu tun.
Einen Moment schweigt sie nachdenklich. Wer bin ich, euch erklären zu wollen worin unsere Aufgaben liegen. Ihre Stimme scheint tatsächlich so etwas wie Reue durchzudringen. Verzeiht meine Anmaßung...
Ihre Aufmerksamkeit wird durch Wynter abgelenkt. Lächelnd blickt sie jener entgegen und lediglich ein kurzes Nicken dient dem Gruß.
Ein Lächeln, welches sich zufrieden vertieft, in jenem Moment als der alte Priester sich erhebt und seine Arme ausbreitet.
Das vertraute Kribbeln ihrer rechten Hand lenkt ihre Aufmerksamkeit ab und für einen Moment senkt sich ihr Blick auf die, durch einen fein gearbeiteten Lederhandschuh, verborgene Hand. Die Geste mit welcher sie darüber streicht, scheint fast Gewohnheit. Jener Hand, die bereits so oft Gegenstand neugieriger Blicke und wilder Spekulationen war.
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Wynter Marcar
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#96

Beitrag von Wynter Marcar » Do 26. Apr 2018, 09:31

Wynter erwiderte das Nicken Lyvias und ihre wachsamen braunen Augen mustern sie einige Augenblicke von Kopf bis Fuß. Dann jedoch hebt sich ein Lächeln auf ihre Lippen und sie spricht die Fremde freundlich an. Seid Willkommen am Feuer des Zirkus! Und vielleicht wollt Ihr Euch doch die eine oder andere Vorstellung nicht entgehen lassen am morgigen Tag. Ihr Lächeln verwandelte sich in ein Grinsen. Immerhin wollte die Werbetrommel stets gerührt werden, damit Geld in die Kasse floss. Gelassen ließ sie sich schließlich gerade bei den beiden am Feuer nieder, hatte die letzten Fetzen einer Unterhaltung noch am Rande mitbekommen. Ihr sinniert nicht wirklich darüber nach, ob dieses Leben dem Einen nun gefällig ist, oder nicht, mh? Seine Wege sind bekanntlich meist verworren und erschließen sich uns nur selten.

Früher hätte sie sich beim Dazustoßen wohl eher entschuldigt und gefragt, ob sie die beiden im Zwiegespräch störte. Doch hier beim Zirkus waren die Leute solchen Respekts- und Anstandsbekundungen gegenüber weitaus entspannter. Und wenn ein Haufen von Menschen so eng zusammen lebte und arbeite, hielten sich Geheimnisse nur sehr selten aufrecht. Es war geradezu ein Wunder, dass niemand der Leute über Wynters und Ravennas Naturen Bescheid wusste. Und sie hüteten diese Geheimnisse gut vor ihnen.

Ganz ins Hinsetzen kam sie dann aber doch nicht, sondern fand sich vielmehr in einer seltenen aber vertrauten und sehr geschätzten Geste des alten Priesters wieder. Fest erwidert sie die Umarmung mit einem Lächeln, genießt es einen Augenblick und grinst bei seinen Worten. Ich werde keiner einzigen fern bleiben! Und Euch später gern meine Einschätzung berichten, ob Ihr aus der Übung gekommen seid! Dabei lacht sie, wird aber genauso schnell wieder ernster. Und vielleicht sehen wir uns früher im Felsendom wieder, als Euch vielleicht lieb wäre. Immerhin macht Ihr den Weltbesten Eintopf. Und ich kann Euch und Vargus doch nicht zu lang allein lassen... Der gute alte Vargus bekommt sonst noch einen Höhenflug! Dass da wohl auch mehr dahinter steckte, als nur der Eintopf. Das würde er sich sicherlich denken können. Der Felsendom war Ort gemeinsamen Wirkens... Zuflucht... Und ein Teil von ihr gehöre noch immer dorthin, genauso wie ein anderer Teil mit den Jahren zum Zirkus gehörte.

Samu lachte fröhlich, als er Freyas Tanzversuche beobachtete. Und fasste nach einer ihrer Hände, um sie ein wenig im Kreis zu wirbeln, so wie er es bei den Erwachsenen an so manchem Fest schon gesehen hatte. Dabei hüpft er im Takt der Musik um sie herum. Kein strikter Tanz nach festen Schrittfolgen und Regeln. Nein, vielmehr ließen die Kinder sich einfach von der Musik tragen. Viel schöner, so fand der Junge und ein Strahlen auf seinen Zügen reicht bis in die blauen fröhlichen Augen. Auf diese Weise steuerte er schon bald auf das Feuer zu, an dem sich Zyrdon gerade einen Humpen in der Kehle entleerte und war sogleich bei ihm stehen geblieben. Tippte ihm auf die Schulter, machte sich so groß, wie er nur konnte und reckte das Kinn. Geradeso als wolle er sich größer und erwachsener machen. Die Miene war entsprechend ernst geworden. Zyrdon! Ich möchte dir jemanden vorstellen! Das hier ist die Freya! Plappert er bereits und deutet auf das Mädchen neben ihm, während der Mann einen freundlichen Blick auf die Kinder warf. Na, hallo junge Dame! Klang die volltönende Stimme und musterte das Kind vor sich, ehe Samu bereits weiter sprach. Ich glaube sie hat kein so richtiges Zuhause und es gefällt ihr gut hier, kann sie bei uns bleiben? Ich passe auch auf sie auf! Und mit Anpacken kann sie sicher auch, sagt sie! Mit jedem Wort war die Stimme des Jungen höher geworden und die Worte sprudelten immer schneller aus seinem Mund. Na? Merkte man ihm da vielleicht doch die Nervosität etwas an? Dabei würde er aufgeregt Freyas Hand drücken, wenn diese sie ihm nicht entzogen hatte.
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-Freya-
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#97

Beitrag von -Freya- » Fr 4. Mai 2018, 16:52

Herzlich auflachend ließ sich Freya von ihm im Kreis herumwirbeln und drehte sich anschließend noch weiter, während Samu im Rhythmus der Musik um sie herum hüpfte. Ihre Locken hüpften und flogen wild umher, während ihre Augen geradezu strahlten. Noch nie hatte sie so ausgelassen sein können oder gar dürfen, geschweige denn, dass es jemals jemanden interessiert hatte, ob sie es wollte. Samu schien da anders zu sein, nein eigentlich alle. Sie tanzten und feierten ohne irgendwelche schlechten Gedanken. Was richtig schön war.

„Huch...“ gluckste sie leicht überrascht, als Samu plötzlich innehielt und sie offenbar vor Zyrdon standen oder in den sie sich beinahe kichernd hineingedreht hatte.“Tschuldigung... „ Ihre Züge wurden sogleich ein wenig schüchterner und ihre Wangen färbten sich verlegen in ein zartes Rose, während sie Samus Hand kurz losließ, um den Saum ihres Kleidchens zu schnappen und vor dem Mann einen Knicks zu machen. „Hallo..“ kam es leise über ihre Lippen, was bei dem schnellen Geplapper Samus und bei dem Klang der Musik auch gut und gerne untergehen konnte, aber wer sollte auch dabei dazwischen kommen.

Freya kicherte abermals, als die Worte von Samu mit immer schneller seinen Mund verliessen und am Ende fast so wirkten, als wären sie ein einziges Wort, ohne Komma oder Punkt. Sanft griff sie wieder nach seiner Hand, war sie selbst sehr unsicher, was sie hier taten oder vielmehr, ob Zyrdon dem einfach so zustimmen würde, wie Samu anfangs gedacht hatte. Den leichten Druck seiner Finger spürend, bemerkte Freya allerdings, dass auch Samu etwas nervös und aufgeregt war und sprang unterstützend an seine Seite. „Klar kann ich das und Samu bringt mir bestimmt auch eine Menge bei und zeigt mir wo ich helfe kann... “ Leicht verstohlen schaute sie zu dem weltbesten Beschützerer der Welt, als wolle sie sagen 'Oder nicht? Klar wollte sie bleiben, aber so ein schöner Traum konnte genauso schnell wie eine Seifenblase platzen. Wer wusste schon wie die Erwachsenen darüber dachten. Hoffnungsvoll wanderten ihre strahlend blauen Augen auf Zyrdon.
Zuletzt geändert von -Freya- am Fr 4. Mai 2018, 16:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Die Dunkelheit, ich höre sie in meinen Träumen. Spürbar berührt sie meine Gedanken.
Ganz sanft, frohlockend und doch Verdammnis bringend.
Er wird kommen.


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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#98

Beitrag von Joceline » Sa 5. Mai 2018, 13:11

*Na, da hatte sie wohl, die Eine mit der Anderen, oder doch die Andere mit der Einen verwechselt? Egal wie, es war passiert .
Noch mehr konnten ihre Wangen nicht erröten, auch wenn es für einen gewissen Moment ihr peinlich war.
Gawjins Hand holte sie zurück und ihr Lächeln blieb.
Viel zu aufregend war dieser Abend und man möge munkeln die Küsterin hatte was getrunken...wer wusste das schon so genau?
Ihr entging allerdings des Rabens Blick nicht. Die Verwirrung die darin lag, das Wechseln des Gefühlschaos ebenso nicht, selbst der Moment des Zögerns blieb erhalten. Manche Menschen lernte man eben erst dann kennen, wenn man die Augen öffnet .
Ihr Lächeln blieb, der offene Blick ebenso, als sie ihn zum Feuer zog.*

Das kann doch nicht so schwer sein.

*Ihr lachen füllte kurz die Umgebung, dann setzte auch schon die Musik wieder ein und sie bemühte sich, ihn ein wenig zu führen,
- was bei einem Raben sicher eine Schwierigkeitsstufe beinhaltet , die einem sturen Bock nahe kam.
Ab und zu spürte sie seine Zehenspitzen auf und nah den Ihren, dann und wann einen Schritt den er wagte, er allerdings kaum passte und doch...
war es einer der schönsten Momente, die er ihr in der Zeit geschenkt hatte, in der es am schwersten war...für beide.
Tarot war schon lange nicht mehr der Mann an ihrer Seite, das wusste sie tief in ihrem Inneren. Er konnt womöglich um die Ecke sehen und sie würde ebenso lächeln, aber es würde mittlerweile anders sein, als während der Ehe.
Mit der Zeit lernte man eben damit um zu gehen .

Jetzt und hier war nur dieser Moment wichtig, der irgendwie zu schnell verging.
Trotz oder gerade wegen dem schnellem Rhytmus verging die Zeit in und an Gawjins Arm - viel zu schnell. Doch die Magie, die in diesem Momenten mit dem Feuer das Knistern übernahm, war so deutlich zu spüren, das ein kühler Windhauch genügte als sie standen, das eine Gänsehaut ihre Arme empor kroch und sie irgendwie still vor ihm stand. *

Es , ... ging doch.

*sie schluckte und wusste nach Sekunden der Ruhe gar nicht wo sie hinsehen sollte.
Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass alle Blicke nun auf ihnen ruhte und das war etwas, das sie noch nie mochte.
Würde er? .... *
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Die Wahl des richtigen Zeitpunkts ist alles. Auf das Wann kommt es ebenso sehr an, wie auf das Wie.
Geblieben sind ihr, Ihre kleinen Raben, Baraj & Cian Rabenherz.

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Gawjn Rabenherz JdF
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Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#99

Beitrag von Gawjn Rabenherz JdF » Di 8. Mai 2018, 20:58

*Ach Herrje.
Gawjn und Tanzen. Gerade der Rabe, der sich mit größten Erfolg in den Jahren des Heranwachsens, vor diesen * Lektionen* hatte drücken können. Als Nesthäkchen war es ihm einst ein Einfaches gewesen, mit dem richtigen Blick und dem passenden Klang in der Stimme, seine vergötterte Mutter Iwanka soweit erweichen zu können, dass er in aller Regel verschont blieb. Er erinnerte sich noch heute an die mißgelaunten und drohenden Blicke seines Vaters in solchen Momenten. Heute dachte Gawjn, wo er angestrengt versuchte, Joceline's Schritten zu folgen,.....hätte, hätte....

Kurz einmal löste er den starren Blick von seinen und Joce's Füßen und sah gehetzt zu den Musikanten -verfluchte Taube! Warum so ein schnellerTakt?!
Er gab sich rechte Mühe, wußte aber: Niemals würde er so erhaben, elegant und sicher zu Tanzen vermögen, wie sein Vater Harad - und niemals würde er so viele bewundernde und gar begehrliche Blicke dabei auf sich ziehen, wie sein glattgeleckter, gutaussehender, arroganter und verflucht-möge-er- sein Bruder Faerghas. Gawjn erinnerte sich daran, mit welchem Gehabe Faerghas die Reigen und Schreittänze förmlich zelebrierte - am liebsten mit seiner Kuckuckskinder-Zwillingsschwester Efghenia - allein um eben dieser mit seiner aufgeblasenen Männlichkeit zu imponieren.

Nein, den Anblick, den Gawjn bot, konnte man eher mit einem unbeholfenen Storch vergleichen oder einer aufgescheuchten, hektisch umherhüpfenden Krähe. Es war ihm egal, irgendwie. Er versuchte seinen offensichtlichen Eindruck zu ignorieren.
Die Musik endete ein weiteres Mal. Sein Blick stieg wieder hoch zu Joceline, mit einem Anflug von Dankbarkeit und Erleichterung, dass es überstanden war. Dann lächelte er, als der Windhauch aufkam und den Schleier einen Moment lang von ihrem Gesicht emporwehte.
Gawjn gewahrte, dass sie scheinbar zu frösteln begann.*

" Oh.....frierst Du ? "

*Er trat einen Schritt auf sie zu und zog sich seine leichte filzerne Jacke von den Schultern.

" Hier....nimm, bitte.....nicht das Du Dich verkühlst..."


*Er umwandt sie mit seiner Jacke und hielt sie offen, so daß Joceline sie um die Schultern legen konnte - so sie denn wollte*

" Mein Herz hast Du ja auch schon, da kann ich die Jacke ganz sicher leicht eine Weile entbehren...." , *raunte er ihr leise zu, da sie nah bei ihm stand.

Nein, er würde nicht. Dass wohl fast alle Blicke auf den Beiden ruhten, schien ihn nicht zu kümmern in diesem stillen Moment, doch es gab gewisse Dinge, die auch ein - vermeintlich- schlecht erzogenes Rabenherz nicht tat. Gawjn hatte wenige, sehr wenige Prinzipien, doch diese waren unzerbrechlich wie Zwergenpanzer *
Zuletzt geändert von Gawjn Rabenherz JdF am Di 8. Mai 2018, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.
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...wachendes Auge...schlummernde Wut...rächende Hand...Zornesblut... !"

Joceline
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Re: Ein Zirkus in der Stadt (offen)

#100

Beitrag von Joceline » Do 24. Mai 2018, 11:30

*es ist schon faszinierend, wie still die Welt in solch Momenten stehen kann.
Kaum ein Blättchen rührte sich, sogar die Stimmen und das Musikgewirr schienen in weite Ferne zu rücken.
Blicke, sagten manchmal so viel mehr als Worte. So wie in diesem einen Augenblick, in dem Joceline sich in seine Jacke mummelte,
ihren Blick gesenkt hielt, verbunden mit einem leisem 'Danke' und sich ganz leicht gegen ihn lehnte.*

Du ahnst nicht, wie glücklich es mich macht.

*gab sie ebenso leis zurück über die Schulter hinweg, bis sie sich zu ihm drehte.
Ja, er war nicht wie alle anderen Raben. Das hatte sie nicht nur im Laufe der letzten Monde erleben dürfen.
Sie war gross geworden unter den strengen Blicken ihrer Mutter, die lange Zeit am Hofe der Rabenherzen lebte.
Sie war gross geworden mit jenen Wesen, die den strengen Regeln das einzig Wahren immer aufrecht erhielten,
... auf ihre Art und Weise.
Sie hatten viel erlebt, nebeneinander und doch entfernt. Erinnerungen sind was schönes, sie zeugen von gemeinsam erlebten Dingen.
Jeremias, Ihr Blick flog zurück zu den Anwesenden und riss sich so aus ihren Träumen.*

Sollen wir den alten Mann endlich begrüssen gehen?

*ein kleiner Anstoss, diesen Moment aufzulösen.
Es war die Zeit und Nacht des 'Lebendig sein' und das wollte sie in vollen Zügen, gerade jetzt, geniessen.
Zwischen sich und Gawjin hielt sie die Hand offen hin, gespannt ob er sie nehmen würde,
um dem alten Priester endlich gegenüber zu treten und dem Fest seinen Glanz zu überlassen.*
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Geblieben sind ihr, Ihre kleinen Raben, Baraj & Cian Rabenherz.

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