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Landru
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#51

Beitrag: # 53478Beitrag Landru »

Wer denkt nur weil etwas ruhig und leise ist und lange nicht gesehen war, es wäre vorbei, irrt. Vielleicht war es einfach der Wunsch für eine Weile zu verschwinden. Sich im Schatten der Nacht zu verbergen und unauffällig zu bleiben. Der Clan war keine Bedrohung mehr für die weltlichen Mächte, jegliche einzelne Kreatur aber schon. Möglicherweise. Es war stets das gleiche Lied das er verfolgte und das ihn amüsierte. Das Lied von Krieg, Launen und Missverständnissen. Als wäre niemals jemand müde darum, niemals jemand weise genug daraus zu lernen. Etohs Ausbruch war seinem 'kleinen' Spion nicht entgangen und eigentlich könnte es ihm scheiss egal sein, was ein weißer Priester antreibt. Wie ihm auch die Schwarzen egal waren. Aber irgendwas versprach Unterhaltung und vielleicht reichte dieses bisschen aus um am Abend nach Sonnenuntergang den Kontakt zu suchen und auch er so still geworden ist, er hatte Ziele und Pläne. Normale Wachen waren kein Hindernis, noch nie gewesen und magische Barrieren sind meist auf Magie fokussiert oder Angriffen, er tat weder das eine noch das andere. Er schickte ihm eine Botschaft wie ein Traum, ein Flüstern in der Nacht, dass einlud, es schlich sich in seinen Kopf als er emotional am instabilsten war, wie als wären es eigene Gedanken, waren sie aber nicht und das merkte er. Nur konnte er nicht verhindern das die Gedanken gedacht wurden in diesem Moment.

"Wenn ich etwas wittere ist es Angst oder Zorn. So deutlich das wir reden sollten. Ihr kennt mich, auch wenn es lange her ist. Mir scheint.. die Zeiten haben sich gewandelt. Die Konflikte sind die gleichen, aber nicht länger die Lösungen. Vielleicht sollten sich Wege weiten. Der Blickwinkel.. öffnen. Auch manche Tat für den hellen Gott benötigt ein wenig grau. Meint ihr nicht? Vielleicht könnten wir uns gegenseitig helfen? Ist das nicht eine Tugend Artherks... Hilfsbereitschaft.. wenn ja, ladet mich ein.. und ich werde erscheinen. Wenn nicht.. sei es so.. ich finde andere Wege nur wird es dann nicht euch von Nutzen sein. "

Die Stimme vergisst man nicht. Das halbe kratzende unmenschliche Sprechen einer Kreatur die schon lange existiert, aber einfach sich weigert zu sterben. Jetzt war es an ihm die Einladung auszusprechen oder einfach zu ignorieren.
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Etoh
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#52

Beitrag: # 53480Beitrag Etoh »

Mitten während des Schreis der seiner Wut Platz machen sollte brach Etoh unvermittelt ab. Eine Stimme Manifestierte sich in seinem Kopf.
Knarrzig, rauh, einem flüstern gleich, mit dem Versuch Vertrauen zu erzeugen. Etoh hielt mit jeder Bewegung inne und lauschte in sich hinein. Er kannte diese Stimme, welche er viele Jahrzehnte schon nicht mehr hörte. Selbst sollte er noch ein junger Mann gewesen sein als er diese das letzte mal vernahm.
Noch während die Stimme zu ihm spricht verengen sich seine Augen. Ein leises Schnaupen der Verachtung stößt er aus seine aufgeblähten Nasenflügel.

"Raus aus meinen Kopf" schnaupt er laut vor sich hin, was seine Emotionen noch weiter Aufkochen lies, sich der Fokus seiner Wut jedoch verlagerte.
Suchend geht sein Blick instinktiv zum Fenster, ob er Landru dort draußen auf seiner Veranda schon stehen sehen würde. Wieder zuckte ein Blitz über den Himmel der den Garten kurz erhellte. Nichts war zu sehen. Doch sicher sein konnte er sich auch nicht. Stets war sein Heim vor unliebsamen Blicken geschützt gewesen. Doch jeh länger Samoel abwesend war um so mehr bekam sein Schutzzauber Brüche und Risse. Mit ein Grund warum Etoh so erpicht darauf war den Faktotum wieder in seinem Haus zu wissen.

"Mit Sicherheit werde ich euch nicht in mein Haus einladen." Ein weiterer Vampir in seinem Haus das konnte Etoh beim besten Willen nicht brauchen. Dazu noch Lord Landru selbst. Noch einmal sieht er zum Fenster in die Nacht hinaus. Der Regen prasselte unaufhörlich, als ob er die ganze Welt verschlingen wollte. Sturmböen rissen an den Bäumen in seinem Garten und die ersten Blätter wirbelten durch die Luft.

Langsam wollte sich der Priester wieder beruhigen. Er hörte noch einmal in sich hinein, ob er die Stimme Landrus noch einmal vernehmen würde.
Doch Stille herrschte in seinem Inneren. Etoh setzt sich an seinen Schreibtisch und starrt auf das Loch in der Holzvertäfelung an der Wand welches sein Fluggeschoss hinterlassen hatte. Als die Ruhe in ihn zurück kehrte ließ Etoh die Worte des Vampirs Revue passieren. Was meinte er damit die Wege sollten sich Weiten und der Blickwinkel öffnen?

Was ihr könnt Landru, das kann ich auch. Zieht euch warm an wenn ihr einem Mann gegenüber tretet der bereits eine Einladung erhalten hatte. Entschlossen steht Etoh auf und wendet sich der Türe zum Keller zu. Der Keller war Samoels Refugium, sein Reich in dem er seine Experimente und Zauber ausführen konnte ohne gesehen oder gestört zu werden.
Von ihm hatte Etoh auch die Kunst der Gedankenübertragung gelernt. In der Regel wand er diese nur mit seinen Kindern an. Es war einfacher das eigene Blut anzurufen als sich in die Gedanken Außenstehender einzunisten.

Um in Landrus Gedanken eindringen zu können nutzt Etoh ein Hilfsmittels in Form eines Pentagramms das Samoel vor langer Zeit in den Steinboden des Kellers in Handarbeit ausgeschlagen hatte. Feine Rillen überziehen den Boden und bilden einen perfekt gezogenen Kreis. In der Mitte eine Kompassrose die mit 4 großen und 4 kleineren Pfeilen eines Sterns in alle 8 Himmelsrichtungen zeigt.
Vom Regal an der Wand nimmt er ein Fläschchen heraus und schwenkt den Inhalt ein wenig im Kreis, ehe er die Flasche öffnet und die zähe rote Flüssigkeit vorsichtig in den Rand des Kreises goss. Mit dem berühren des Bodens beginnt die Flüssigkeit sich wie in einem erweckten Eigenleben in der Furche am Boden zu verteilen, bis der Kreis geschlossen ist. Anschließend gießt Etoh den Rest des Inhalts auf die Pfeile in der Mitte des Kreises. Den letzten Tropfen platziert er sich auf den Finger, ehe er die Flasche bei Seite stellte.

Vorsichtig bewegt er sich über die Rose hinweg und setzt sich selbst in die Mitte des Kreises. Mit einer Nadel sticht sich Etoh durch den Tropfen Blut auf seinem Finger in selbigen, so dass sich sein Blut mit dem fremden vermengt. Er legt den Finger auf seine Geschlossenen Lippen. Tief atmet er ein und wieder aus. Jeden anderen Gedanken ausblendend konzentriert er sich auf die Stimme Landrus die er in seinem Kopf hörte.

"Ich nehme an ihr wusstest genau in wessen Gedankenwelt ihr eingedrungen seid, Lord Landru Vykos.... Ja ich kenne euren Namen, also überlegt euch Wohl welches Angebot ihr mir unterbreiten wollt.... Das ihr in meinem Haus nicht Willkommen seid dürfte euch einleuchten. Was auch immer ihr für einen Blickwinkel öffnen wollt, wobei auch immer ihr glaubt Hilfe von mir erwarten zu können, dies geschieht auf neutralem Boden. Ich nehme an diese Zeit kommt euch sehr gelegen. So trefft mich in einer Stunde auf der Insel der freien Gedanken, eine halbe Stunde Nördlich von Sturmkante"

Zu gerne hätte Etoh Landrus Gesicht gesehen wenn er plötzlich die klare Stimme eines menschlichen Seraphens in seinem Kopf vernahm. Etoh wischte sich das Blut von den Lippen. Magie die durch Blut verstärkt wurde war nicht seine bevorzugte weiße, doch war sie die Wirkungsvollste. .....

Noch immer regnete es als Etoh das Haus verließ. Lediglich das Gewitter war weiter gezogen. Er verzichtete auf einen magischen Regenschutz oder einen Mantel. Binnen kürzester Zeit war er bis auf die Knochen Nass, sein weises Haar zum Teil zusammen gebunden zum Teil offen, hing ihn in nassen Strähnen über den Rücken.
Knapp 10 Minuten vor der Zeit erreicht er die kleine Brücke die zu der kleinen Insel führte.
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Landru
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#53

Beitrag: # 53481Beitrag Landru »

So bedient sich der lichte Prediger einer Magie die vielleicht nicht so gern unter den seinen gesehen war. Ihm war es gleich. Es gab weit aus mehr als das schwarz und weiß das alle so vehemend versuchen zu schützen. Er selbst verstand sich sogar nur wenig auf Magie, eher andere Dinge, aber hin und wieder nutzte er kleine Wissensbrocken die er von Mutter oder Schwester erfahren hatte. Das es gelungen war, war rein Etohs kurzer unbedachter emotionaler Wut zu verdanken. Er selbst würde ihn vermutlich ziemlich enttäuschen, was seine Reaktion betraf, denn Etoh war der nicht der erste der so antwortet, noch überraschte die harsche Abwehr. Er war es gewohnt abgelehnt zu werden. Eher hätte es ihn überrascht wäre es genau anders rum gewesen. Eine Anwort erhält Etoh auf diesem Wege der Gedanken jedoch nicht. Immerhin reichte es um die Neugierde in dem Prediger zu schüren und ein Treffen in Erwägung zu ziehen. Das war doch immerhin etwas.

Er strich über den Kopf des jungen Mannes der unglücklicherweise seinen Weg gekreuzt war. Ein liebliches Lächeln auf den Lippen, berauscht vom Kuss und doch elendig blass, dass man meinen könnte er erlebt den Sonnenaufgang nicht mehr. Vielleicht tut er das auch nicht. Sein Biss war nicht infektiös wie mancher glaubte von daher ließ er den Burschen zurück und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt. Er bevorzugte die Luftlinie und das schwirren von ledrigen Flügeln rauschte über die Waldkuppe. Er war sich ziemlich sicher, dass der Priester versuchen wird keine Blöße zu geben. Sie tanzen trotzdem auf den Hochzeiten wie es ihnen beliebte und drehten es so wie es passte. Verachtung, ja nur zu. Wenn es irgendwas gab was er seid seiner Kindheit gewohnt war, war es genau dieses. Verachtung. Die schwang deutlich mit. Er hätte fast vergessen wie es sich anfühlte, diese Hochform der Anerkennung von Hass und Abneigung war fast lieblicher als dieses trügerische und verlogene Gefühl der Liebe. Er dachte einen Moment darüber nach. All diese Erfahrungen, all diese Werte und die Wege die er beschritten hatte, sowohl auf einem als auch auf dem anderen Weg führten doch am Ende zur Anerkennung, in Form von Verachtung. Ja, ein wenig war es fast wie früher, wo mancher Pakt geschlossen wurde obgleich man sich nicht leiden konnte. Wo macher Kampf entbrannte, nachdem der Pakt erfüllt war auf eine oder andere Weise. Erinnerungen an die vielen kleinen Klüngeleien, die später brav unter den Teppich gekehrt wurden. Nur keinen Fleck auf die schwarze oder weiße Weste fallen lassen. Er fand es immer noch amüsierend.

Um den Gast in Etohs Haus war er nur bedingt im Bilde, er wusste jemand war dort und genau dieser jemand wird auch ein Thema sein. Ob es Bedeutung erlangte wird sich wohl zeigen müssen. Die Schwingen angelegt wartete er geduldig auf den hellen Prediger. Ohne jegliche Vorwurfshaltung oder Abneigung, eher einer wie eh her gewohnte sachliche Neutralität. So manche kurze Begegnung mit den Schergen Artherks war kurzweilig gewesen, selten wirklich lang. Er vermochte sich an einige Diskussionen mit Sajin erinnern oder war es jemand anderes? So genau weiß er das nicht mehr. Am Ende war es gleich, sie waren selten einer Meinung. Ebenso wenig wie mit dem schwarzen Klerus. Die haben aber wenigsten sowas wie Spass gebracht. Ein Krieg hier, ein Blutvergießen dort, für ihres gleichen fiel genug ab. Heute waren es die Vasallen die ihnen immer noch dienen und schützen. Aber der Clan war nie fort nur ruhig. Trügerisch ruhig, möglicherweise.

Er selbst spürte die Kälte nicht wirklich, wesenwegen er mit einfacher Garderobe erschienen war. Bewaffnet schien er nicht zu sein. Kein Bogen in der Nähe, kein Köcher, nicht mal eine Klinge zierte die Gestalt. Natürlich zierte ihn die Dunkelheit und auch wenn die Schwingen einst mal schwarze Federn trugen waren diese mittlerweile wieder ihrem ledrigen Grau gewichen. Sobald er Etoh nahen hörte und er hörte ihn und roch ihn bevor er ihn sah, wandte er sich der Richtung zu. Schwieg aber noch. Der Regen hatte ihn ebenfalls durchnässt, aber auch das war für ihn kein Problem, er wurde nicht mehr krank. Die grauen Iriden lenkten sich auf die Gestalt aus dem Dunkel. Allzu lange warten musste er nicht. Der Wind zerrte an den nassen Haaren und den Astlaub der Baumkronen, entfernt donnerte es noch als er die Arme ausbreitet. "Wundervolles Wetter .. schön das ein 'Ort der Neutralität' immer gut dazu dient. Wie gut das es solche Orte gibt, meint Ihr nicht auch?"

Scheinbar war Etohs Nachricht angekommen, sonst wäre er wohl kaum hier und wüsste von der Ablehnung. "Ich gebe zu es leuchtet mir persönlich nie ein, wieso mir so mit Abscheu begegnet wird, aber ich kenne die Gründe, die sich ebenfalls nicht erschließen. Es kommt wohl sehr auf die Sichtweise an. Ich halte mich stets für einen höflichen Gastgeber und einen angemessen Gast, die wenigsten haben es jedoch versucht." Es klang halb entrüstet, aber man merkte ein wenig, dass diese gespielte Getroffenheit nicht wirklich ehrlich war, denn gewiss weiß er das seine Moral in einigen Dingen niemals mit denen der anderen Vorstellungen übereinstimmte. "Immerhin seid ihr erschienen und bereit für ein Gespräch auch wenn .. Hilfe mh.. nicht zwingend das richtige Wort. Ich würde es eher als.. Handel bezeichnen." Er legte den Kopf schief und ließ den Priester erstmal ankommen. Dabei beäugte er den durchnässten Prediger eindringlich. Machte sogar ein zwei Schritte in seine Richtung, um dann stehen zu bleiben und ihn zu studieren. Irgendwie kannte er das Gesicht, es war gealtert und nicht mehr so jugendhaft von einst. Die Zeit ist so unerbittlich. Vielleicht war sogar eine Narbe dazu gekommen oder war sie immer schon da? Er war sich nicht sicher. Dafür hatte er dem weißen Prediger lange keine große Beachtung geschenkt. Zeiten sind unerbittlich und Zeiten ändern sich. So wie ein weißer Prediger Blutmagie verwendete um Gedanken zu schicken, kann viel Grau in der Welt geschehen. Nicht mal frevelhaft. "Vorweg Prediger, ich habe nicht vor euch zu bekehren oder zu verderben, so reizvoll es wäre diese weiße Leinwand.. einwenig zu färben, nein... also keine Sorge, es ist weder eine Falle noch eine List." Ein unscheinbar schmales Lächeln huschte über die leicht fratzenhaften Zürge des Unholds. Natürlich durch und durch vertrauenserweckend, oder?
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Etoh
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#54

Beitrag: # 53483Beitrag Etoh »

Es gab einige Dinge die in der Kirche Artherks als eher Unorthodox angesehen wurden derer der Priester pflegte sich zu seinem eigenen Vorteil, doch meist zum Schutz anderer, zu bediente. Die einen mochten es vielleicht als eine Lüge empfinden, für Etoh war es viel mehr eine Frage des eigenen Wohlbefindens, dass er stetig einen Zauber aufrecht erhielt der sein Äußeres dem seines jüngeren makellosen Ichs entsprach. Er hatte sich selbst schon so sehr an den Zauber gewöhnt das es für ihn fast schon eine Anstrengung darstellte diesen Fallen zu lassen um sein Wahres Gesicht und Alter zu präsentieren.
Der Tzimiske ihm gegenüber schien diesen Zauber zu durchschauen oder nicht wahr zu nehmen. Wenn dieser ihn ansah konnte er einen Mann sehen der vom Alter und seinen Erfahrungen gezeichnet war. Die Narbe die ihm als junger Mann bereits, bei einer seiner Predigten auf dem Marktplatz, zugefügt wurde, ist tief in seine Haut auf der linken Wangen eingewachsen. Eine Entzündung ist ihm bis ins Auge gewandert, welche das grün seines linken Auges mit einem milchig weißen Film überzog. Als Heiler hätte Etoh sich durchaus dieses Makels annehmen können. Jedoch hatte er sich dazu entschieden diese Einschränkung für sich selbst, immer als Mahnung für seine Opferbereitschaft zur Wahrung seines Glaubens, zu erhalten.
 
Es trennte sie nur wenige Schritte und Etoh stand aufrecht im strömenden Regen vor Landru. Seine rechte Hand umfasst das Handgelenk seiner linken, während Etoh seinen gegenüber von oben bis unten musterte. Es war das erste mal das er Landru so offen und nah gegenüber stand. Die ledernen Schwingen trug sein gegenüber einen Umhang gleich um seine Schultern während dieser ihn einer Theateraufführung gleich mit offenen Armen begrüßte. Wobei eine Formelle Anrede dabei natürlich keine Erwähnung fand. Es sollte ein Theaterstück werden. Landru der Akteur, Etoh der Kritiker. So mochte es für einen Außenstehenden aussehen, wenn diese beiden Gestalten in diesen Moment beobachtet werden würden.
 
„Ich hätte euch auch bei schönsten Sonnenschein Empfangen. Doch schien mir das in Abwägung eures Daseins nicht angebracht.“ erwidert Etoh trocken, der sich selbst auch nicht die Mühe gemacht hatte seine Hausgarderobe zu wechseln. Ein einfaches Leinenhemd und eine Leinenhose klebten an seinem Körper. Von seinen drei Paar weißen Schwingen waren nur ein Paar zu sehen. Selbst diese hatte er nahe an seinen Körper angelegt. „Natürlich ist es gut das es diese Orte gibt, darum habe ich ihn auch für dieses Gespräch gewählt!“
 
Etoh geht an Landru vorbei und wandert mit langsamen Schritten um ihn herum um sich seine Erscheinung genauer anzusehen. Es war eine gewisse Neugierde die den Priester übermannte was die Gestalt Landrus betraf. Während er dem einladenden Gast im Rücken steht, gibt er ihm über dessen Schulter hinweg eine Antwort auf die nicht gestellte Frage. „Ich nehme an das liegt ganz allein an eurer unnatürlichen Daseinsform. Wo euresgleichen geht werden schnell einmal die Leute vermisst. Ich weiß die Meinen aber gerne in Sicherheit.“ Er beendet seine Runde um Landru herum und bleibt direkt vor ihm stehen um ihn in die Augen zu sehen. Seine Miene verändert sich nicht. Etohs Gesichtsausdruck bleibt unbeeindruckt neutral. „Um welche Art von Handel soll es sich dabei drehen? Was habt ihr was mich Interessieren könnte. Und noch viel wichtiger, was glaubt ihr von mir bekommen zu können?“
 
Als sich das Gesicht seines Gegenüber zu einer unnatürlichen lächeln ähnlichen Grimasse verzog, erwidert Etoh selbiges genau so schmal. „...keine Falle noch eine List, sprach der Skorpion zum Frosch, auf dessen Rücken er saß, bevor er ihn stach und beide im See untergingen...“
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Landru
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#55

Beitrag: # 53486Beitrag Landru »

Möglicherweise lag es daran, dass Schönheit in seiner Welt eine Variable war, die andere Maßstäbe setzte. Oder es lag an der Möglichkeit Illusionen zu durchblicken, manche gut, manche weniger. Er selbst wüsste es ja nicht mal, da er Etoh dann nie anders gesehen hatte, als wie er gerade wirklich gewesen war. Aber damit sah er wenigsten auch einen Mann, der durchaus schon das ein oder andere geopfert hatte und erlitten. Nur sah es sonst niemand und damit auch nicht seinen Versuch diese Erfahrungen zu verbergen hinter einer 'jüngeren' Maske. Aber gerade diese von Etoh überschminkte Wahrheit war es was der Unhold wiederrum als schön empfinden könnte. Er selbst machte sich keine Mühe seine Natur zu verbergen. Hatte er nie. Vom Menschen von einst war nicht mehr viel übrig. Der ledrige Kampfrock war an der Hüfte mit ihm wahrlich verwachsen, knöchrige Platten brachen durch die Haut, fast Horn nur war es das nicht. Sporen aus den Ellenbogen und Schlüsselbeinen, wie am Rückgrad entlang. Es ist davon auszugehen, dass er sie als Waffe zu nutzen weiß. Das Haar war weiß und lang, ein wenig widerborstig. Die Züge scharf und er strahlte Kühle aus. Die Nägel waren eher klauenartig, aber nicht so stark das er damit nicht greifen kann. Vielmehr wirken die Nägel nicht wie aus Kalk sondern Horn oder Knochen. Wer weiß das schon. Die Haut selbst wirkte rau und schuppig, nein, wahrlich mit einem Menschen verwechselt zu werden, wird ihm so schnell nicht passieren. Vielleicht befriedigte es ein wenig Etohs studierende Neugierde. Das Thema kam schnell auf den Tisch.

"Gut. Freya. Ich nehme an ihr kennt sie und ihre Mentorin gut genug." Da sich Etoh entschied nicht lange zu warten, sagte er gerade heraus was er will. Warum und wieso war seine Sache und Etoh müsste wohl sehr geschickt vorgehen um heraus zu finden warum. "Ach ja, der Skorpion. Mh.. ihr könnt immer noch ablehnen und ich finde jemand anderen. Also Freya. Ich habe ihre Geburt erlebt, ihre Kindheit verfolgt und jetzt.. ist sie fast erwachsen. Ein Wimpernschlag von Zeit für mich. Normalweise habe ich keine Probleme zu bekommen was ich will, in dem Fall gestaltet sich das schwierig. Sie fast ständig umgeben von irgendjemanden. Aber wie das Schicksal spielt, ist sie Novizin der Kirche hörte ich. Keine Ahnung was das bedeutet, aber es klingt als würde sie bald vielleicht auch Priesterin sein. Es wäre ein leichtes für euch, sie um einen kritischen Austausch unter vier Augen zu bitten. Neutraler Boden, ein paar Debatten.. vielleicht. Nur eine Einladung, sie wird nie .. ankommen. Ihr müsst nur einen Brief schreiben, glaubhaft, damit sie alleine reist. Mehr nicht. Ihr seid der Herr der Predigen also dürfte das euch leicht fallen oder?" Das klang weder viel in seinen Augen, noch anstrengend, aber so einfach war das sicher nicht. Immerhin hatte Etoh die falsche Flügelfarbe, aber ein Fanatiker Ogrimars oder einen Söldner zu finden, dauerte länger. Also wieso nicht mit dem einfacheren beginnen.

"Ein Gefallen ist es also. Lockt sie aus ihrem Haus, alleine und weckt ihren Stolz. Danach könnt ihr euch zurück lehnen und wissen, dass ihr einen Gefallen bei mir einfordern könnt. Vielleicht falls mal etwas mit eurem Mitbewohner passiert. Oder was auch immer. Natürlich muss ein gewisses Maß an Verhältnis zu dem stehen was ich von euch erhalten habe." Er nickte langsam und überlegte ob er irgendwas vergessen hatte. "Ich weiß was ihr in eurem Haus wohnen lasst. Die Frage ist Prediger, ihr wollt einen Krieg endgültig entscheiden, dann löscht den Klerus aus, in ihrer Jugend. Überlasst mir das Mädchen und Tanuri müsste sich neues suchen. Das dauert Zeit. Einst waren die Kirchen äußerst stark, aber heut zu Tage.. überlegt nur was das Verschwinden dieses Kindes für euch zum Vorteil hätte. Eine schwarze Gemeinde verliert ihre Nachkommenschaft, jene die sich gerne selbst zerfleischen um überhaupt was zerfleischen zu können und dann genügt ein gutes Gerücht, dass es möglicherweise einer der eigenen Reihen gewesen wäre. Ihr seid der Prediger malt es euch aus, wie schön die Intrigen da singen können. Oder ist Politik und Intrigen schlimmer wiegender als mögliche Dehnungen, die ihr bereits erbracht habt?" Er musterte ihn Interessiert. Wer weiß welche Reaktion er nun zu erwarten hatte. Von der Prediger geht einfach und lässt ihn stehen bis hin zu das Potential im Handel erkennen alles möglich. Auch das er möglicherweise jene warnen wird zog er in Betracht. Aber wer weiß schon was der Unhold vor hat, vielleicht will genau das? Oder doch was ganz Anderes? Einfach ein Mädchen entführen um es umzubringen wäre allerdings ohne jeglichen Nährwert. Es gab wohl einen Plan. Nur würde Etoh teil davon sein oder nicht, war noch offen.
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Etoh
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#56

Beitrag: # 53488Beitrag Etoh »

Kurz zucken seine Augenbrauen nach oben, als Landru den Namen Freyas aussprach. Was um alles in der Welt wollte der Lord von dem Mädchen? Auf der anderen Seite, war seine verderbte Seele nicht doch näher beim Gott des Chaos und der Dunkelheit?
Für einen kurzen Moment schließt der weiße Priester die Augen um Landru im nächsten Augenblick reaktionslos und emotionslos anzusehen. Ruhig hörte er sich die Worte des Unholds an. Etoh hatte durchaus auch schon seine eigenen Pläne mit Freya gehabt, doch zielten diese in eine gänzlich andere Richtung ab, als sie Landru verlauten ließ. Etoh war ein guter Zuhörer und wenn man seinen Gegenüber lange genug reden ließ konnte er durchaus das eine oder andere Ziel heraus hören. Selbst wenn versucht wurde so Rätselhaft wie möglich zu sprechen. Was er auf jeden Fall heraus hörte war, das Landru Freyas Ernennung zur Adeptin wohl verschlafen haben musste. Auch wenn diese keine 24 Stunden her gewesen sein dürfte.
 
Erst in dem Moment indem der Tzimiske seinen 'Mitbewohner' erwähnte erzeugte es eine Reaktion in Etoh. Augenblicklich spricht er einen Verbergungszauber. Um Landru und ihm selbst schloss sich ein Schutzschirm, einer Glocke gleich. Fremde Augen würden sie auf diese Weiße nicht mehr sehen, fremde Ohren nicht mehr hören können.
Innerhalb der Glocke hörten sich nun alle Geräusche die von Außen herein drangen sehr dumpf an. Der Regen um sie herum wurde zwar nicht abgehalten, doch deutlich weniger.
Etohs grüne Augen verengen sich zu schmalen Schlitzen während er ihn fixierte. Was wisst ihr über meinen 'Mitbewohner'? raunt er leise. An seiner Reaktion alleine konnte der Vampir vor ihm erkennen das ihn diese eine Frage wichtiger zu sein schien als die Fragen die sich im Zusammenhang mit Freya stellen würden. Der Krieg ist beendet, die Blutschuld bezahlt. Erklärt er entschlossen. Zumindest der eine für den er zuletzt verantwortlich war ihn aber jederzeit genau so wieder heraufbeschwören würde. Priester des Lichten Gottes hin oder her, oder genau deshalb...
Warum sollte ich einen Krieg herauf beschwören indem ich für 'euch' den Lockvogel für das Mädchen der schwarzen Priesterin spiele? Jeh weiter er spricht und sich dem Thema Freya näherte um so ruhiger und besonnener wurde seine Stimme wieder. Seine Gesichtszüge nehmen wieder eine neutrale undurchschaubare Miene an. Außerdem hat eure Forderung einen Haken. bemerkt er spitz Egal welche Worte ich wählen würde, warum, glaubt ihr, sollte sie daraufhin alleine zu diesem Gespräch erscheinen? gibt er zu bedenken. Selbst wenn dies der Fall sein sollte. Das Mädchen meiner Bitte folgen, um euch in die Hände zu laufen. Es gäbe noch immer einen Brief der alle Spuren zu mir führen würde. Etoh schüttelt den Kopf und muss kurz spöttisch auflachen. Nein Lord. Auch wenn es mir eine Freude wäre zu sehen wie sich die dunkle Brut gegenseitig zerfleischen würde. Im Moment sehe ich dort zu viel Stärke, Einigkeit und Vertrautheit. Etoh dreht sich um und geht zwei Schritte. Kurz hält er inne um Nachzudenken. Warum das Mädchen... er macht eine kleine Pause und nicht die Priesterin selbst? Fragend sieht er den Unhold an Wäre es nicht Sinnvoller dem Huhn den Kopf abzuschlagen als ihm nur das Ei zu stehlen? So lange Tanuri Priesterin ist, hat diese Gemeinde auch eine starke Führung. Und glaubt nicht das die Priesterin es einfach so auf sich sitzen lassen würde wenn ihre wohlbehütete Novizin auch er betitelt Freya mit ihren vorangegangenen Ausbildungsstand von heute auf morgen einfach so verschwunden ist.
 
Über die Worte Landrus nachdenkend wendet er sich von ihm wieder ab und geht ein paar Schritte im Kreis. Seine Kleidung klebte noch immer klatsch nass an seinem Körper und er begann etwas zu frösteln. Mit einem kleinen Luftzauber blähte er seine Kleidung schlagartig von innen her auf, so dass der Regen aus den Fasern heraus gedrückt wurde und in abertausend Tropfen zu allen Seiten von ihn herabfiel. Er steht etwa 5 Schritte von Landru entfernt als er sich wieder umdreht. Seinen Finger legte er noch einmal nachdenklich an seine Lippen ehe er ihn die nächste Frage stellte.
 
Was glaubt ihr über mich zu Wissen?
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Landru
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#57

Beitrag: # 53489Beitrag Landru »

So er sich im Stande sah heraus zu hören sollte er das glauben, was er meinte zu hören. Am Ende war es doch nur Etohs eigene Spekulation. Manche Dinge waren ihm egal, wie irgendwelche Titel der Kirchen oder Ernennungen. Fast schon mit einem verschmitzem Lächeln registrierte er die eher verhaltene Reaktion, eine die sich scheinbar änderte als er den Mitbewohner ansprach. Bei Etoh löste es mehr aus. Magie wurde gewirkt und er selbst war so magisch wie ein einfacher Stein. Selbst eigene Fähigkeiten waren eher anderen Bereichen zu zuordnen als wirklich Magie. Kurz schlossen sich die Augen und ein hörbarer unnötiger Atemzug entweicht den fahlen Lippen, ehe er die Lider wieder aufschlug. Ein kurzes zuckendes Rot in den Iriden. Welche Art Magie das war vermochte der Unhold nicht zu sagen.

Im ersten Moment überging er die Frage nach dem Mitbewohner einfach. Er betrachtete den Priester vor sich. Ein ungewöhnlicher Weg von seiner Seite aus, wohl wahr. Scheinbar auch nicht sonderlich produktiv. Hatte er sich geirrt? "Die Blutschuld ist bezahlt mh, daher ist der Krieg vorbei." Er nickte langsam. "Eure persönliche Fedhe wohl... aber der Krieg ist nie vorbei solange die Götter euch hin und her schieben wie sie es wünschen." Er wiegte den Kopf und nickte dann langsam. "Scheint als habe ich .. mich getäuscht und ich sollte es lieber in die eigenen Hände nehmen. Ich habe nie behauptet das meine Idee zur Lösung meines Anliegens vollkommen ist. Ihr seid der Priester, ihr kennt die Priester oder alles was dran hängt. Dachte ich. Ihr seid der Redner. Meine Stärken liegen woanders. Doch sehe ich ein, dass ihr wohl nicht der Richtige seid für ein solches Unterfangen. Wie schade."

Der Blick glitt zur Seite weg und er drehte sich leicht ein. "Ihr missversteht mich. Ich habe überhaupt keine Ambitionen der Priesterin zu schaden noch möchte ich was von ihr, ich wollte euch nur die Möglichkeiten aufzeigen, die damit einher gehen könnten. Es gab mal eine Zeit da war es noch richtige Unterhaltung, wenn die Kirchen einander uneins waren. Ich bin der neutrale Abschaum, schon vergessen? Dann nützlich, wenn es einer Partei in den Kram passt, aber immer das verhasste Übel, wenn es... Frieden gibt." Er hob leicht die Hände. "Ich tue euch unrecht und möchte nicht den Frieden stören, Prediger." Es klang durchaus bitterböse Ironisch, wobei weniger das ihn stören, als das Wort Frieden. Wenn er gute Ohren hatte hörte er auch das dezente vor sich hergemurmelte: "Wie lang er wohl diesmal dauert... oft sinds die Kleinigkeiten." Er hob einen Moment den Kopf als wollte er feststellen ob diese merkwürdige Barriere eine Gefahr darstellte oder nicht. Es sah ein wenig aus als würde er wittern.

Erneut wirkte der Prediger Magie und es zerrte an seinem Gemütszustand diese für ihn ungreifbare Energien zu fühlen. Im Gegensatz zu Etoh genoß er sogar ein wenig den Regen. Es hatte was lebendiges. "Über euch? Nichts. Das macht euch so gut wie jeden anderen den ich fragen könnte. Sagen wir ich wollte es mal versucht haben. Mit den Jüngern Artherks hatte ich so wenig zu tun." Er machte eine kurze Pause streckte die Schwingen leicht. Tatsächlich könnte Etoh durchaus merken, dass diese Idee, eher eine Laune war, eine Gelegenheit als wirklich ein Plan. Es gab sicherlich ein Ziel, nur der Plan dahin war eher wohl ein spontaner Einfall. "Ich bezweifel auch das ihr mehr über mich wisst als Gerüchte oder Tratsch, sonst würdet ihr diese Frage nach eurem Mitbewohner nicht stellen." Erst jetzt griff er diese Frage wieder auf. "Dieses Land und die Kinder des Clans sind schon ewig verbunden. Wenn ein Wolf in ein fremdes Revier eindringt, werden die Heimischen es schnell merken." Der Mundwinkel zuckte fast ein wenig enttäuscht. "Aber dieses Kind des Blutes ist euch wichtig oder? Welch' ein Jammer. Sagt nicht er ist der Grund das ihr wütend ward? Jetzt werde ich ja fast neugierig." Zumindest wenn man bedenkt das er in dessen Haus wohnt, ein Finger legte sich an die Lippen. Er schien zu überlegen. Gefallen für Gefallen und momentan fiel ihm nicht ein was Etoh noch für einen Nutzen hätte oder umgekehrt. "Nun ich habe euch zu viel Möglichkeiten bezüglich des Mädchens zu gemessen, scheint mir. Oder? Dann war das wohl verschwendete Zeit." Er drehte den Kopf zum Prediger. "Mit eurem Mitbewohner werde ich dennoch mal sprechen müssen, bei Zeiten. Ihr könnt ihm das gerne ausrichten. Es ist bereits überfällig." Es schien nicht mehr so als erhoffte sich gerade noch eine Übereinkunft. Das schien eher unwahrscheinlich, es sei den Etoh lenkte um.

"Was beschäftigt euch Prediger... ? Vielleicht braucht ihr mal einen Seelsorger?"
Eine Frage auf die er eigentlich keine Antwort erwartete. Er war jetzt nicht derjenige mit denen die Leute ihre Sorgen teilten und doch, vielleicht genau der Richtige. Neutral, verachtet.. gleichgültig im Glaubenskrieg. Er schmunzelte über sich selbst und den Gedanken daran. Je länger er darüber nachdachte um so amüsanter es was sich im breiten wölfischem Lächeln zeigte. Aber auch um so abwegiger erschien es ihm und das war irgendwie erheiternd.
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#58

Beitrag: # 53490Beitrag Etoh »

Versuchte der Unhold ihn eben bei seiner Ehre zu packen indem er ihn Aufzeigte welch Redner er doch sei? Sprach er ihn eben genau jenes ab? Etoh fühlte sich geehrt und gekränkt zugleich. Doch so einfach würde er es dem Lord der Nacht auch nicht machen. Schlimm genug das er sich mit diesem Gottlosen Wesen überhaupt getroffen hat. Sein Mentor würde ihn dafür mit Sicherheit Aufknüpfen lassen, vierteilen, erschießen und in die tiefste der sieben Höllen hinabstoßen.... oder zumindest die nächsten 4 Wochen in das Kloster der Einkehr schicken, mit einem Schweigegelübde betrauen und Kelche polieren lassen....was dem anderen ziemlich gleich kam....
 
Was glaubte sein Gegenüber eigentlich wer er sei? Er würde rufen und Etoh vor Begeisterung darauf anspringen?
 
Wir haben zuletzt gesehen was passiert wenn eine Kirche plötzlich ohne Führung da steht. Damit spielt er auf das plötzliche Verschwinden der Priesterin an, dass sich wie ein Lauffeuer herum gesprochen hatte. Wer weiß, vielleicht würde sich ein solches Ereignis ja wiederholen und es wäre tatsächlich eine Überlegung die junge Adeptin frühzeitig aus den Weg zu schaffen?
Auf der anderen Seite hatte er selbst noch Pläne mit dem Mädchen. Jedes Gespräch, jedes Erlebnis würde seine Spuren an ihr hinterlassen, sie womöglich nachhaltig beeinflussen.
 
Selbstverständlich könnt ihr nicht Verstehen was ein Wesen mit einem tiefen Glauben dazu bewegen könnte den Ruf der Götter zu folgen. Ich denke es wäre auch Müßig euch dies zu erklären oder beibringen zu wollen. Natürlich wird es niemals einen Frieden in Einigkeit geben, doch einen Waffenstillstand. Euch dürfte doch auch der Satz, 'Der Feind meines Feindes ist mein Freund' geläufig sein. Es wird eine Zeit geben zu der man Verbündete brauchen kann. Und welcher Verbündete eignet sich nicht besser wie der Feind den man bereits kennt? Und wie ihr schon sagt, manchmal genügen Kleinigkeiten. Abschätzend fährt sein Blick über Landrus Gestalt. Er hatte Recht mit seiner Feststellung das es durchaus Dehnungen gab. Auf der andere Seite konnte man jeder Handlung auch einen positiven Aspekt abgewinnen.
 
Über euch Landru weiß ich so gut wie gar nichts. Gerüchte vielleicht, Flüstern und Ahnungen. Lange sah und hörte man nichts von euch. Ich dachte schon ihr seid endgültig Entschlafen. Ich frage mich, seid ihr der Feind meines Feindes? Es war eher eine rhetorische Frage welche keiner Antwort bedarf.
 
Ein Gefallen gegen einen Gefallen also? Welche Möglichkeiten ihn dieses Angebot noch einbringen könnten, konnte Etoh in diesen Moment noch nicht sagen. Doch vielleicht würde sich daraus noch eine lohnende Gelegenheit ergeben. Mag es einem Pakt mit dem Teufel gleich kommen. Bliebe die Frage offen, wer hier der Teufel für wen sein konnte.
Etoh geht die Schritte die ihn vom ihm trennen auf Landru zu um kurz vor ihm stehen zu bleiben. Mit festen Blick sieht er den Unhold eine Weile tief in die Augen. Dann reicht er ihm den Arm dar, das sie sich gegenseitig den Unterarm des anderen Packen konnten.
Einverstanden. Ich sorge dafür das ihr die Gelegenheit bekommt an das Mädchen heran zu kommen. Und ihr werdet mir 'jeden' Gefallen einlösen den ich von euch fordere!
Scharf sieht er Landru dabei an. Seine Miene und sein Blick lassen keinen zweifel darüber das er es ernst meinte.
Nachdem der Handel besiegelt war hielt Etoh den Arm des Unholds noch etwas länger und drückte dabei etwas fester zu um seine folgenden Worte zu unterstreichen. 'Mein' Mitbewohner wird dann zu euch kommen, wenn 'ich' es ihm sage.
 
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#59

Beitrag: # 53492Beitrag Landru »

Natürlich nicht. Im Grunde war es ein Abklopfen von Möglichkeiten. Ein antesten und sehen wie Etoh reagierte. Ja, gewiss versuchte er ihn zu triggern, sei es Ehre, Stolz, Kreatität oder was auch immer. Der eigentlichen Frage wich Etoh aus. Kurz zuckte der Mundwinkel. Es hat funktioniert, dass war alles was zählte oder? Jetzt war es der Unhold der sich um den weißen Priester bewegte, wie der Teufel um den Engel. Von Etohs Plänen mit Freya weiß er nichts, er hatte ja seine eigenen Ziele. "Mhm.." Meinte er nachdenklich und die Lippen schürzen sich einen Moment. "Es ist erstaunlich. Jeder von euch egal ob schwarz oder weiß spricht einem neutralen den aufrichtigen Glauben ab. Nur weil die Gottheit nicht Ogrimar oder Artherk heißt. Weil sie .. farblos ist. Oder falsch, sie hat eine Farbe, rot. Wir sind keine Ungläubigen nur anders. Ich verstehe also durchaus was .. aufrichtiger Glaube bedeutet. Wisst ihr Prediger... " Ob Etoh es zuließe? Einen Moment war er ziemlich nahe, er kann die Kälte die von ihm ausgeht fühlen. Knöchrige Finger wollen sich auf Etohs Schultern betten, nicht packend, eher wirklich legend. "Einst war ich ein Kind Artherks, aber verratet es niemanden.. das schadet meinem Ruf. Ich trug seine Insignien, habe ihm gedient.. Prediger, aber als die Zeit des Zweifels kam, war keiner von euch da um mich zu aufzufangen, zu helfen, zurück zufinden. So gesehen." Er näherte sich seinem Ohr. "Ward auch ihr .. oft zu bequem in euren Kirchen und habt das Leid geschehen lassen." Er straffte sich wieder und sollte Etoh ihn nicht weg gestoßen oder sich entzogen hatte, drückten die Finger leicht zu ohne das die spitzen klauenartigen Nägel ihn zwar verletzten, aber spürbar. Dann ließ er wieder los.

"Die einzige Frage die nie einer stellt der Fanatisch ist, ist das warum. Menschen werden Mörder.. obwohl sie ihr leben lang gütig waren. Warum? So viele hat es nie interessiert, zu beschäftigt mit ihren eigenen Sorgen." Er hob leicht die Schultern. "Keine Sorge mir geht ausgezeichnet .. aber nur ein kleiner Einblick Prediger, dass ein Klerus oft mit ein winziges bisschen Schuld trägt, wenn die Schäfchen fallen." Er lächelte schmal. Die so nahe konnte Etoh auch die feinen dunklen fast schwarzen Adern unter der fahlen Haut erkennen. Schwer vorstellbar das diese Kreatur jemals ein 'lichter' Mensch gewesen sein soll. Er musste leise lachen. "Entschlafen?" Er wiegte den Kopf. "Oh keine Sorge, ich entschlafe nicht im Greisbette.. ich ruhe vielleicht mal.. ein paar Jahre." Er musterte den Mann vor sich. So gezeichnet. Die Hand streckte sich einen Moment aus, als war er versucht dieses Gesicht zu berühren, aber sie tut es nicht. Die Hand schließt sich wieder und senkt sich.

"Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Sie sind nicht direkte meine Feinde, aber auch keine Freunde. Um meine Ziele zu erreichen verbünde ich mich mit jenen die ihre Chance darin erkennen können. Ja, ihr helft mir, egal wie diese HIlfe aussehen mag, dass Mädchen zu bekommen und dafür gebe ich euch einen Gefallen zurück, der ähnlich schwer dem wiegt was ihr für mich tatet, nicht jeden begingungslos, Freund. SO ist der Deal. Wir arbeiten zusammen auf Augenhöhe. Überlegen uns zusammen wie das Ziel erreicht werden kann. Brief scheidet aus.. wie ich festgestellt habe." Er betonte manche Dinge stark. Das er keine schwarzen zur Rate zieht sollte aber selbst für Etoh auf der Hand liegen. Die Adeptin zu entführen ihrer eigenen Kirche könnte schwierig werden, schwieriger als einen weißen Priester zur Zusammenarbeit zu bewegen. Bevor der Priester am Ende zurück zog schlug er ein sofern er mit einem Nicken die Eingrenzung des Gefallens bestätigte. Er könnte schwer sein Wort halten sich selbst zu vernichten oder Dinge die seinem Instinkt absolut konträr gehen. Oder wahrlich über die Gewichtung hinaus gingen.

"Ich seid sehr konzentriert darauf die Kontrolle zu demonstrieren, ihr entscheidet.. ihr sagt.. wir werden sehen. Nur wenn er nicht gerade eurer Sklave ist, schadet ihm das mehr als nützen. Er ist der fremde Wolf und wenn ihr  ihn schützen wollte sollte er sich mit dem Clan einig werden. Ich denke aber solange wir ein Bündnis haben und er sich benimmt, kann ich getrost darüber hinweg sehen das er existiert. Aber früher oder später wird er mit mir reden und das alleine, weil es Dinge gibt, die nur die Kinder der Nacht was angehen und keine lichten Priester. Wenn er eurer Sklave ist, ist er ...minderwertig und seiner Existenz und den Segen des Blutes nicht würdig, aber dann wäre er eurer Eigentum und ich würde mit euch darüber reden wie ihr eurer Haustier ernährt." War ja alles möglich. Er hatte schon verrückteres gesehen.

"Prediger noch mal, ich will euch weder demütigen, so gerne ich es täte und auch nicht herabsetzen. Aber versucht es auch nicht anders herum mir euren Willen aufzuzwingen." Diese Worte kamen ein wenig unwirsch. "Ich bin kein Sklave. Ich habe eine Krone unter meinesgleichen getragen und habe im Dreck an Ketten gelebt, ich weiß wie es ist zu knien und zu dienen und auch wie es ist zu herrschen und befehligen. Also Prediger lassen wir diese Kindereien für jene die es brauchen, ja?" Er legte den Kopf schief.
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#60

Beitrag: # 53497Beitrag Etoh »

Ruhig bleibt Etoh stehen als Landru nun seinerseits um ihn herum wanderte. Den Kopf drehend sieht er den Umhold nach, bis dieser hinter ihm zum stehen kam. Etoh spürte die Hände Landrus auf seinen Schultern. Für einen kurzen Moment schließt er seine Augen. Beim festen Griff Landrus steigt ein gefährlicher Cocktail an Gefühlen durch Etohs Körper. Einerseits war es ein wohlig warmes Gefühl der Vertrautheit und des sich Fallen lassen wollens, auf der anderen Seite schrillen alle Alarmglocken. Das Landru von seiner Vergangenheit spricht, dass er selbst einst ein Kind des Lichts war, ließen in ihm ein Gefühl der Verbundenheit, noch mehr jedoch des Bedauerns aufkommen.
Bei allem was dieser Unhold durchleiden musste, jede Ablehnung die er erfahren hatte, Etoh wusste, er hätte versucht ihn einen anderen Weg aufzuzeigen. Es lag in seiner Natur, er konnte nicht aus seiner Haut raus. Doch diese Zeit war für Landru vorbei, er würde Landru nicht mehr helfen können, das wusste der Priester. „Der Klerus kann nur dort seine helfende Hand anbieten wo sie gefordert und erwünscht ist. Ihr seid Alt Lord Landru Vykos und ich im Vergleich zu euch wohl noch ein Kind. Also bitte macht mich nicht für eure eigenen Versäumnisse oder derer Anderer verantwortlich.“
 
Nachdem Landru ihn aus seinem Griff wieder entlassen hatte wendet Etoh seinen Kopf wieder um die weiteren Schritte seines Verhandlungspartners zu verfolgen. „Ich war noch ein Kind als ich meinem eigenen Vater den Weg zurück zu Artherk zeigte. Darum bin ich Priester geworden. Keine Seele sollte allein gelassen werden.“ Landrus Hand näherte sich seiner Wange. In dem Moment erkannte Etoh das Landru sein wahres Gesicht sehen konnte, die Illusion des Makellosen nicht wahr nahm. Diese Hand, klauenhaft wie sie war, oder war es die Aura Landrus die einen Einfluss auf Etoh nehmen wollte, hegten in ihm einen undefinierbaren Wunsch seine Wange in diese zu legen. Zu seiner Erleichterung zog Landru seine Hand jedoch wieder zurück.
 
Als Landru seine Forderung zum Handel noch einmal betont nickt Etoh es ab. „Freya ist ein Mensch und auch wenn sie die Dunkelheit in sich trägt und ihre junge Seele bereits an Ogrimar verschrieben hat, so wandert sie gerne des Tags am Strand entlang. Wie bereits erwähnt, habe ich bereits einen gewissen Kontakt zu ihr. Sollte sich eine Gelegenheit ergeben, werde ich es euch Wissen lassen.“
 
Nachdem dieser Teil nun klar war und es wieder um Samoel ging straffte sich seine Gestalt wieder. Landru würde erkennen das Etoh in Bezug auf ihn keinen Spaß verstehen würde. Um seine eigene Ruhe zu behalten schließt er für einen kurzen Moment die Augen und atmet tief ein. „Er lebt in meinem Haus, er hat seine Aufgaben und ich versichere euch, Lord, er 'wildert' mit Sicherheit nicht in fremden Gebieten. Sobald ich die Möglichkeit habe ihm eure Bitte um ein Treffen zu übermitteln, werde ich dies nicht versäumen. Ob er mit euch alleine spricht, in meinem Beisein oder ob ihr gleich mit mir sprechen wollt bleibt sich gleich, letzten Endes werde ich es eh erfahren.“
OB Landru sich darauf einlassen würde? Wie tief würden der Packt greifen den sie beide gerade im Stande sind einzugehen?
Etoh richtet seinen Blick zum Horizont. Das der Regen aufgehört hatte haben sie während ihrer Verhandlung nicht so recht mitbekommen, das jedoch der Morgen langsam dämmerte sollten sie vielleicht nicht ignorieren.
 
„Vielleicht wollt Ihr beim nächsten mal mich zu euch einladen?“
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#61

Beitrag: # 53498Beitrag Landru »

Er lächelte matt. "Ich mache euch gewiss nicht verantwortlich. Ihr ward damals noch nicht geboren. Ich mache auch dem Priester von einst nicht verantwortlich, aber ich zeige auf, dass das Warum manchmal von bedeutung ist." Für eine 'Rettung' war es ohnehin zu spät. Vermutlich würde er es nicht mal mehr als eine Empfinden. Die ganzen kleinen Schicksalswege, Emotionen und Wendungen, all das was ein prägt und lehrt. Einst war er nicht die Sorte Mensch gewesen, die um Hilfe bat obwohl er sie gebraucht hätte. Aber all das war notwendig um an dem Punkt zu sein, wie sie nun voreinander stehen. Wäre es anders, wäre er ein anderer und Etoh auch. So viele Möglichkeiten. "Mhm am Ende ist es so wie es ist." Es klang nicht so als bereute er seine Entscheidungen oder stellte sie in Frage.

"Wenn er sich entschließt euch davon zu erzählen ist es seine Entscheidung. Ich empfinde es nur nicht als sonderlich respektvoll, wenn ihr für ihn entscheidet. Ich habe nicht vor ihm was zu tun, sofern er mich nicht dazu zwingt." Alles andere soll er machen wie ihm beliebt. Wenn er Etoh erzählen will, dann tut er das. "Er wildert schon seid er auf diesem Land weilt oder ernährt er sich von der Illusion von Blut? Hat er sich bei einem des Rates vom Clan vorgestellt? Würde mich wundern. Aber ja." Etoh scheint das nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen. "Tut das. Richtet ihm meine Aufforderung aus. Höflich und mit Respekt, aber bestimmt, Prediger." Keine Bitte, es war eine Tradition die lange überfällig war.

Der Blick ging an dem Priester vorbei. "Ihr habt euch geweigert mich einzuladen. Deswegen stehen wir hier im Regen oder standen. Aber.." Er machte eine bedeutungsvolle Pause mit einem animalischen Lächeln auf den Lippen. "... ich habe kein Problem damit euch meine Gastfreundschaft anzubieten. Seid mein Gast, Priester, nächstes mal. Ihr könnt bei Halam eine Nachricht für mich hinterlassen, wenn ihr.. nun ja Zeit findet meine Einladung anzunehmen." Damit wandte er sich um, noch keinen Ort genannt, aber immerhin eine andere Adresse wo der Priester Kontakt aufbauen kann mit ihm. Dann breiten sich die Schwingen aus und er erhob sich in die Luft. "Ich urteile nicht nach Schwingen, denn unter den Federn und Gesinnungen sind alle gleich rot. Alle bluten gleich und damit sind alle gleichgestellt vor mir. Wenn ihr also euch auf etwas verlassen könnt, dass ich stets im Sinne des Clans und im Sinne meiner Existenz handeln werde." Damit verschwand er im Dunkel der Bäume, bevor sich die Sonne gänzlich erheben würde. Zurück blieb ein kalter Hauch, der langsam verflog.
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#62

Beitrag: # 53502Beitrag Etoh »

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#63

Beitrag: # 53503Beitrag Etoh »

Am späten Nachmittag des 5. Tages wandert Etoh durch sein Arbeitszimmer. Es war bereits die vierte Nacht vergangen, die er vergeblich auf die Rückkehr des Ausgesandten wartete. Langsam beunruhigte es ihn, nichts über den Verbleibt zu wissen oder zu erfahren.
 
Die Blutschuld wurde erbracht...
 
prangten die Worte auf dem bereits zerknüllten Pergament vor sich. Er greift danach und steckt es in seine Tasche. Es war genug, er hatte lange genug gewartet. Samoel hat die geforderte Schuld erbracht. Blutschuld, dass hieß, er ließ sein Leben. Warum also wurde sein Leichnam noch nicht frei gegeben? Warum wurde er noch nirgends gefunden? Oder hatte man ihn doch irgendwo abgeladen und die Mittagssonne hatte bereits ihr übriges getan? Doch auch dafür gab es noch keine Beweise oder einen Anhaltspunkt. Ein noch viel schlimmerer Verdacht machte sich in seinen Gedanken breit. Was wenn das stets gut gehütete Geheimnis heraus gekommen ist?
 
Für Etoh galt es keine Zeit mehr zu verlieren. Bereits in einfacher priesterlicher Gewandung gekleidet, steckt er sich noch einen Dolch in die Gürtelschlaufe. Das Pergament in der Hand gab es für ihn erst einmal nur ein Ziel. Der dunkle Dom. Jener Ort zu dem er Samoel schickte um seinen Auftrag auszuführen.
 
Es war bereits früher Abend als er endlich am Dom der schwarzen Kirche angelangt ist. Etoh scherte sich noch nie darum alleine zu reisen. Zum einen sorgte er sich zu sehr um die Sicherheit seiner Begleiter, zum anderen war er hier in einer persönlichen Sache unterwegs. Außerdem konnte er auf diese Weiße demonstrieren das von ihm keine Gefahr ausgehen würde.
Am Eingang des Domes kam eine der Wachen auf den Priester zu und und wollte ihm natürlich, so wie es seine Aufgabe ist, den Einlass verwehren.
„Ihr seht das ich alleine hier bin und vor euch stehe. Wenn ihr nur einen Funken Anstand und Ehre habt, dann werdet ihr erkennen das ihr einen Priester vor euch habt. Ob ihr nun meinen Glauben teilt oder nicht. Solltet ihr dennoch so viel Respekt haben mich meine Angelegenheiten vortragen zu lassen.“
Etoh ließ in Wort und Haltung keinen Zweifel offen das er seinen Willen durchsetzen würde. Kurz zögerte die Wache. Ließ den Priester dann aber passieren. Sollte dieser doch im Dom in sein Verderben laufen.
 
Im Dom angekommen sieht er sich erst einmal um ob zufällig die von ihm gesuchte Person anwesend wäre. Als er Kenna jedoch nicht sehen konnte, nimmt er das Pergament aus seiner Tasche und hält es hoch. Dabei geht er durch den Mittelgang auf den Altar zu. Mit lauter Stimme ruft er sein Gesuchen aus.
 „Ich suche KENNA DE VIL. Ein jeder weiß um den Krieg der vorherrschte. Die BLUTSCHULD ist erbracht. DIESER Krieg ist beendet. Doch sie hat noch etwas das ich gerne zurück haben wollte. Gibt es hier jemanden, der den Mut hat ihr dies auszurichten?“
 
Mit eiligen Schritten war es Vargus der an den tönenden Priester herantrat und ihn mit gedämpfter Stimme anzischte.
 „Ihr glaubt also die Kriege seien beendet, nur weil euer Lakai sich bereitwillig der Jägerin als Opfer zur Verfügung stellte? Ihr wisst doch genau das die Kriege niemals enden werden. Mit Leuten wie euch spreche ich in der Regel erst gar nicht. Doch werde ich versuchen eurem Gesuch nachzukommen. Aber haltet euren Mund in diesen Hallen und macht nicht solches Aufsehen. Folgt mir.“
Damit winkt Vargus den Amtskollegen mit sich und führt ihn in einen Gang im Seitenschiff des Doms. Vargus wies Etoh an auf einem der Stühle platz zu nehmen und dort zu warten bis jemand auf ihn zukommen würde.
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Lorena
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#64

Beitrag: # 53514Beitrag Lorena »

In den Hallen der Legion

Noch während der Schilderung der Ereignisse des Vorabends, in denen Lorena der Priesterin ausführlich dargelegt hatte,
was nach der Weihe geschehen war und welche Konsequenzen das   möglicherweise mit sich bringen könnte, hatte sich
Adrian zu ihnen gesellt. Einen verhaltenen Moment wägten die Anwesenden ab, inwiefern sie ihre Informationen offen
untereinander austauschen sollten. Die vergangenen Monate hatten ihre Spuren hinterlassen. Dennoch stand außer Frage,
das in einer solchen Situation vorbehaltlos zusammengehalten wurde. Also ergänzte Adrian ihre Ausführungen hier und
dort um weitere Eindrücke, die er gesammelt hatte.


Ebenso wie Lorena waren auch Adrian diverse Unstimmigkeiten aufgefallen, die am Ende des Tages dafür gesorgt hatten,
dass jener nicht einfach nur dem Auftrag der Gastgeberin nachgekommen war, sich des Kadavers zu entledigen, nein im
Gegenteil, er hatte ihn mit auf das Anwesen der Legion gebracht. Der Grund dafür lag auf der Hand, er wollte Antworten.
Antworten, die er wohl oder übel den Überbleibseln des Opfers entlocken musste.  Der übliche Weg diese über den Einsatz
seiner nekromantischen Fähigkeiten, mittels Körperkontaktes zu erlangen, war jedoch fehlgeschlagen. Den ein Wesen,
dem man bereits vor langer Zeit die Seele geraubt hatte, vermochte es nicht auf herkömmliche Art und Weise zu sterben.
Demnach war der kalte, leblose Leichnam, wohl auch nichts anderes als eine fleischliche Hülle. Zwar wusste die Magierin
noch nicht, wie sie zu mehr Informationen gelangen sollten, doch vielleicht verbargen sich in seinen Taschen ihres Opfers
nützliche Hinweise, die Aufschluss über seine Beweggründe seines Handels geben würden.


Da die Bognerin meist nie weit entfernt zu sein schien, wenn Adrian zu gegen war, überraschte es die Inquisitorin auch nicht
sonderlich, dass sich kurz darauf auch Kenna ihrer Unterredung anschloss. Auch ihre Worte fanden entsprechend Gehör.
Doch im Gegensatz zu den Erläuterungen ihrer Vorredner, war ihre Deutung der Umstände des Vorabends seltsamerweise
eine vollkommen andere. Bei Gelegenheit sollten sie wohl diesbezüglich unbedingt auch noch einmal mit Freya sprechen,
was diese wahrgenommen hatte. Es war immerhin nicht vollkommen auszuschließen, dass gewisse Anzeichen nur von Adrian
bzw. Lorena gedeutet werden konnten. Immerhin war sein Spezialgebiet die Nekromantie und sie selbst war inzwischen dazu
übergegangen, die übersinnlichen Fähigkeiten ihres Untermieters für sich zu nutzen. Auch wenn jener Untermieter bislang ein
gut gehütetes Geheimnis war, welches sie vor ihren Gildenschwestern und – Brüdern verbarg.


Wie sollte sie auch erklären, was nicht zu erklären war? Ein sadistischer Geist, der Vorzeit, der mit ihrer Seele eine Symbiose
eingegangen war, sie zum einen schützte und ihr Informationen zuspielte, die sie so vermutlich niemals erlangt hätte.
Auf der anderen Seite aber ein diebisches Vergnügen dabei hatte ihr seine Erkenntnisse zu offerieren, indem er ihr Schmerzen
zufügte. Unterm Strich war es eben ein Bündnis, welches er eingegangen war, um sein Überleben zu sichern. Dennoch würde er
wohl immer mal wieder versuchen, die Oberhand zu gewinnen. Doch je länger ihre Seelen miteinander verbunden waren,
umso besser lernten sie eben auch einander zu deuten und zu verstehen. Daher gab es in letzter Zeit eben auch immer mal wieder
Momente, indem sie ihm gestattete sich in den Vordergrund zu drängen. Ging dies ohnehin schneller, als wenn er erst Lorena alles
haarklein erklärte, damit diese es dann ihren Verbündeten erläuterte. Dennoch musste sie aufpassen, dass dies nicht zu häufig
passierte, immerhin wollte sie am Ende nicht, dass er dauerhaft das Sagen über ihren Körper und Geist erlangte. Zudem war es
eben auch riskant, ihm die Kontrolle zu überlassen, da ihre Stimme dann immer eine ein wenig andere Klangfarbe annahm.


Aber dies sollte nun nicht ihr Hauptproblem sein. Stattdessen war es an der Zeit, sich darum zu kümmern, herauszufinden,
was oder wer dort unten im Keller verweilen sollte. Nachdem sich alle gegenseitig auf den aktuellen Stand gebracht hatten,
war dies wohl unausweichlich. Dennoch schlossen sich nicht alle dem Vorhaben, ihrem Opfer abermals einen Besuch
abzustatten, an. Es verwunderte Lorena zwar, dass die Jägerin trotz der Schilderungen ihrer Verbündeten keine Notwendigkeit
sah, den Unstimmigkeiten auf den Grund zu gehen, doch möglicherweise waren die dargelegten Argumente für Kenna letztendlich
einfach nicht überzeugend genug gewesen, sich ihrer Sache anzuschließen.


Stattdessen begaben sich nur Tanuri, Adrian und Lorena selbst auf den Weg durch die verwinkelten Kellergänge des Anwesens der
Legion. Im einem abgelegenen, eigentlich nicht mehr genutzten Trackt, in dem es nur so vor Ratten zu wimmeln schien, öffnete Adrian
ein Verlies, welches durch Schutzzauber zusätzlich gesichert war. Kaum hatten sie den Kerkerraum betreten, registrierte Lorena
abermals diese seltsame Aura, derer sie sich schon am Vorabend nicht entziehen konnte. Womit auch immer sie es hier zu tun hatten,
eines war für sie nun unwiederbringlich klar, dieses Geschöpf war kein gewöhnlicher Mensch.


Dieser Eindruck sollte sich auch nur wenige Augenblicke später bestätigen. Den nachdem die Priesterin mit Hilfe ihrer Magie für
ausreichend gute Sichtverhältnisse gesorgt hatte, ergab eine Musterung ihres Opfers, dass lediglich die von blutbesudelte Robe ein
Zeuge der vergangenen Nacht zu sein schien. Die Wunde, die seinen Hals zieren sollte, war einer feinen Narbe gewichen. Es erweckte
fast den Anschein, als wäre sie nicht mehr als ein Überbleibsel einer alten Kriegsverletzung. Doch wie war das möglich? Lorena hatte
selbst mit eigenen Augen gesehen, wie man diesem Geschöpf die Kehle aufgeschnitten hatte.


War letztendlich am Ende doch alles vollkommen anders, als man ursprünglich gedacht hatte? Eine Frage, die sich wohl nicht mal so
einfach eben innerhalb weniger Stunden klären lassen sollte, sondern wohl doch eher ein paar Tage und diverse aufschlussreiche
Gespräche erfordern würde.

 

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~ Großinquisitorin der dunklen Kirche~
~ Mitglied der Familie Zar ~



❖Wer sich auf dünnes Eis begibt, sollte sicher sein, dass er gut schwimmen kann, andernfalls wird er vom ewigen dunklen Meer verschlungen.❖
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#65

Beitrag: # 53516Beitrag Samoel »

Die erste Nacht im Kerker der Legion:

Winzige Aerosole von Schweiß, Blut und Tränen hingen im Raum in dem Samoel langsam wieder zu sich kam. Er spürte wie das Bewusstsein in seine Gedanken zurück kroch und damit auch die Erkenntnis das es für ihn wohl doch nicht so leicht zu sein schien aus diesen Leben zu treten. Vollkommene Dunkelheit umfing ihn weiterhin, doch konnte er gedämpft Stimmen hören, das öffnen einer Türe und im nächsten Moment blendete ihn ein grelles Licht. Seine Augen schmerzten und am liebsten hätte er laut Aufgeschrien, doch blieb sein Schrei ungehört. Nach einer Weile konnte er schließlich drei Personen aus machen die um ihn herum standen. Zwei die er im Keller von Kenna bereits gesehen hatte und eine Dame, deren Kälte und Geringschätzigkeit ihm gegenüber direkt ins Gesicht stand. Auch lies sie an Haltung und Worten keinen zweifel daran das sie sich in der Regel mit Leuten wie ihm nicht abgab. Dafür hatte diese Frau Personal.
 
Fragen schwirrten alsbald durch den Raum, nach seinem Wesen und was für ein Geschöpf er doch sei. Doch Samoel befand sich noch in einer Art Todesstarre. Unfähig sich zu bewegen oder zu Antworten, versuchte er durch Blickkontakt den Kontakt in den Gedanken seiner Besucher zu suchen.
Adrian dreht ihn seinen Kopf mit dem Fuß zur Seite um die verschlossene Wunde an seinem Hals genauer zu sehen. Verwunderung machte sich in den Gesichtern der Anwesenden breit. Ebenso wieder die Fragen nach dem was er wohl sein. Samoel suchte als ersten den Blick von Adrian und beschwor ihn in Gedanken etwas zu unternehmen um ihn mehr Kraft zu geben.
 
Zwischen den Drei Legionären blieben die Antworten nach dem Nutzen Samoels aus. Die Frage ob er Antworten liefen könnte oder welchen Nutzen er darüber hinaus noch haben könnte. Plötzlich durchfuhr eine eisige Kälte seinen eh noch tauben kalt gewordenen Körper. Lorena hatte einen Eiszauber über ihn gesprochen, als Vorsichtsmaßnahme. Man glaubte tatsächlich das er einfach so aufspringen könnte und ihnen allen an den Kragen gehen. Geschockt davon weiteten sich seine Augen und er fixierte als nächstes Lorena. Auch ihr lies er seine Gedanken zukommen und versprach ihr Antworten, Wissen und daraus resultierende Macht, wenn sie ihm etwas warmes bringen würde.
 
Adrian und Lorena ließen beide im ersten Moment nicht durchblicken ob sie seine Worte vernommen hatten. Vielmehr wurde noch einmal in der Runde diskutiert was als nächstes geschehen sollte. Man wollte diese Frage jedoch der Priesterin überlassen.
'Priesterin!' hallte es in seinem Schädel wieder. Die dritte Person im Bunde war also die Priesterin. Vielleicht wäre es klug sich direkt an diese zu wenden. Er versuchte ihr in Gedanken die ausgesprochenen Worte Adrians noch einmal zu bestätigen (Es ist eure Entscheidung, Priesterin). Im gleichen Moment in der er versuchte in Tanuris Geist vorzudringen, merkte er jedoch das er bei ihr wohl keinen Fruchtbaren Boden finden konnte.
 
Es war Adrian der als erstes auf seine Bitte nach etwas warmen, sich ihm zuwendet. Samoel fixierte den Dunkelmagier wieder und legte alle Anstrengung in seine Gedanken. Diesmal waren sie fordernder und entschlossener. Er forderte Adrian auf ihm frisches Blut zu geben, oder in das finsterste Loch das er finden konnte zu vergraben. Erster Wunsch ließ ihn an der Hoffnung fest halten dadurch genügend Kraft zu erlangen um sich gegen seine Entführer zur Wehr setzen zu können. Letzterer folgte dem drängenden Wunsch nach ewiger Ruhe und der Illusion des Vergessens.
 
Der Dunkelmagier drängte sich in eine dunklere Ecke des Kerkers und bückte sich um etwas aus dem Schatten aufzuheben. Als Adrian sich wieder umdrehte konnte Samoel eine Ratte in seinen Händen sehen. Angewidert zieht es ihn innerlich alles zusammen. Ist diesem kaltschnäuzigen Dunkelmagier nichts besseres eingefallen als ihm eine Ratte anzubieten?
Zum ersten mal fiel das Wort 'Wiedergänger'. Samoel hasste dieses Wort, es erzeugte in den Köpfen und Vorstellungen der Leute immer ein ganz eigenes Bild. Am Blick der Priesterin konnte er auch ablesen was sie von seines Gleichen dachte oder hielt. Dennoch musste er erst einmal zu Kräften kommen, egal auf welche Art und Weise. Er starrte die Ratte an und sendet noch einmal als Bestätigung an alle Anwesenden seine Gedanken.
 
Drei Tropfen Blut. Mehr gönnte man ihm nicht. Es war nicht mehr wie ein Tropfen auf einen heißen Stein. Und doch wollten sich seine Lebensgeister daran ergötzen. Wer leben will muss Demut zeigen, das hatte er schon früh in seinem Leben gelernt. Adrian mahnte ihn noch einmal keine falschen Bewegungen zu tätigen, wohingegen die Priesterin ihm zu verstehen gab, das er mit ihr wohl nicht verhandeln wollen würde. Sie war die Priesterin und somit in seinen Augen in dieser Runde am Ranghöchsten. Dennoch wollte er einen weiteren Versuch sie in Gedanken zu erreichen nicht mehr wagen.
 
Seine Bitte nach mehr Blut wurde von Lorena kaltschnäuzig abgewehrt. Sie verlangte eine Gegenleistung für ihre 'Gastfreundschaft' wie sie es nannte. Was glaubte diese Person wer oder was er sei? Ein paar Tropfen Blut und er wäre Stehaufmännchen? Sie würde er gerne einmal sehen wenn sie eben dem Tode entronnen ist, wie schnell sie auf den Beinen wäre. Sicherlich mag eine Regeneration bei ihm schneller von statten gehen als bei gewöhnlichen Menschen. Als er die nächsten Tropfen fallen sah öffnete er seinen Mund etwas weiter. Alle die um ihn herumstanden und ihn beobachteten, würden erkennen das er keine Vampirtypischen spitzen Eckzähne hatte. Um genau zu sein waren dort Lücken, die davon zeugten das ihm diese Ausgerissen wurden. Das Blut rann ihm die Kehle herunter. Wieder regte sich Bewegung in seinem Körper. Diesmal ein Schütteln des Ekels. Doch so viel Ekel wie das Blut der Ratte mit sich brachte, brachte es Samoel auch Informationen. Die Erinnerungen der Ratte gingen durch das Blut auf ihn über. Vor seinem inneren Auge machten sich Plötzlich die Gänge der Katakomben des Legion für ihn breit. Wieder leckt er das Blut und zerdrückt es an seinen Oberkiefer. Dabei bewegt er langsam seine Schultern um die steifen Gelenke in Bewegung zu bringen.
 
So wie neues Leben in Samoel sichtbar wurden, sollten auch schon die nächsten Fragen und Forderungen auf ihn einprasseln. Diesmal fiel die Bezeichnung 'Wesen aus der Untoten Welt' für ihn.
Mit ruhiger Stimme klärte er die Anwesenden darüber auf das er weder ein Ding sei, ein Wiedergänger oder ein Wesen aus der Untoten Welt. Selbst bezeichnete er sich als 'Geborenen'. Eine Missdeutung aus der Zeit seiner Schöpfung. Doch hielt er es nicht für Nötig die Anwesenden weiter darüber aufzuklären. Vielmehr drängte es ihm Lorena, auf ihre Forderungen und ihrem Hinweis ihrer 'Gastfreundschaft'. mit ablehnender Stimme zu erklären das er nicht darum gebeten hatte von ihnen hier her gebracht zu werden. Er sah sich in keinster Weiße in einer Art Bringschuld.
 
Noch immer lag Samoel auf dem Boden, hatte die drei Gesichter über sich. Einer nach dem anderen stellte seine Vermutungen auf und legte eine Frage hinterher. Samoel hörte sich jede einzelne an, ehe er seine Antworten dazu geben konnte.
 
Lorena war die erste und legte alle Erfahrung als Inquisitorin in ihre Stimmlage:
-Eure Worte ergeben keinen Sinn, eine Kreatur eurer Abstammung, mit Fähigkeiten, die weit über das übliche Maß an Magie hinausgehen, soll nichts weiter sein als ein untergebener Lakai der weißen Brut sein? Noch dazu tragt Ihr das Familienwappen des Götzenpriesters. Wie passt das alles zusammen?-
 
Die Priesterin ließ auch weiterhin keinen zweifel daran was sie von ihm hielt:
-Ihr scheint nicht nur ein ungöttliches Wesen zu sein, sondern noch dazu ziemlich mitteilsam. Innerhalb nur weniger Minuten, die wir hier gemeinsam verbringen, habt ihr ziemlich viel über Euch verraten. Ist das so gewollt oder ein Versehen, geschuldet Eurem Alter, wenn Ihr doch einer der Ersten seid, wie Ihr behauptet? -
Auf seinen Protest hin nicht mit den vorangegangenen Bezeichnungen Betitelt zu werden bietet Tanuri ihn eine andere Ansprache an.
-Sagt, Lucis - passt Euch diese Ansprache besser? -
mit all der in ihr lebenden Überheblichkeit beugte sie sich noch weiter hinab und ein zynisches grinsen verzerrt ihr doch recht ansehliches Antlitz.
-Hat Euch Eure Unterkunft bei den de Vils mehr zugesagt? Bot sie Euch mehr Komfort und Abwechslung in Eurem Speiseplan? Nur keine falsche Scheu. Wir stehen Verbesserungsmöglichkeiten doch offen entgegen.-
 
Während die Damen ihn mit Fragen überhäuften, weckte das frische warme Blut nach und nach jede Zelle seines Körpers. Er spürte jeden Muskel in seinem Körper. Er hält mit seinen lockernden Bewegungen inne und sieht von einer zur anderen, unschlüssig welcher er zuerst Antworten sollte. Der Priesterin, weil sie in der Hierarchie die Ranghöchste war, oder Lorena, welche die erste Frage stellte? Egal wie oder was, er musste Zeit schinden. Zeit um sich sammeln zu können. So lenkte er seine Aufmerksamkeit erst Tanuri zu -'Lucis' ist gut, ja so könnt ihr mich nennen.- bestätigt er ihre Ansprache ihm gegenüber. -Von Abwechslung im Speiseplan konnte dort nicht die Rede sein. Ich war nicht dort um zu speisen.- Dann wendet er seinen Blick Lorena zu -Sagen wir es so, der Priester hat seine eigenen Methoden zu überzeugen. Mehr müsst ihr dazu nicht wissen.-
 
Natürlich war man mit seinen Antworten nicht zufrieden und wieder wurde nach seinen Absichten gefragt. Samoel konnte nichts anderes sagen, als noch einmal auf die Blutschuld zu verweisen, welche von seiner Person gefordert wurde. Über sein Dasein erklärte er hingegen nur das er nicht gefragt wurde ob er Geboren werden möchte. Jeden anderen Schritt in seinem Leben hat er bewusst selbst so gewählt und auch seinen Preis dafür zahlen müssen.
Während er weiter Verhört wurde ließ man ihn wohl gewähren das er das Leben in seine Glieder zurück finden lies. Langsam erhob er sich mit seinem Oberkörper um kurz darauf sich auf die Knie umzudrehen. Er beugte sein Knie der Priesterin gegenüber. Allein der Tatsache geschuldet das sie Priesterin war und er dieses Amt durchaus anerkannte. Auch wenn sein Gott ein anderer war als der Ihre.
 
Mit den geneigten Haupt der Demut gibt er ihr eine weitere Antwort:
-Der Vorteil die Worte der Wahrheit zu sprechen, Priesterin besteht darin das sie oft so unwahrscheinlich klingen, das diese manch einer nicht glauben mag. Ich habe gelernt Demut zu zeigen wo es angebracht ist.-
 
-Der Grund spielt eine Rolle-. Adrians Stimme war Ruhig und gefährlich zugleich -Euresgleichen ist nicht gerade dafür bekannt sich aufopfernd für einen Gott hinzugeben.-
 
Samoel dreht sich zu Adrian um der ihm im Rücken stand. Lange sieht er ihn mit seinen rehbraunen Augen an. Kurz zuckt ein lächeln über seine Lippen, war es Spott oder so etwas wie Erheiterung das ihn dazu bewog?
-Stellt sich hier nicht die Frage, wer oder was für einem ein Gott ist? Warum folgt ihr einem Herrscher den ihr niemals zu Gesicht bekommt? Was spricht dagegen jenem zu Folgen der einen Schutz bietet, einen der euch nimmt wie ihr seit und wie jeder andere Gott auch nur eine einzige Bedingung hat? Loyalität! Und diese bekommt mein Gott, so lange auch er mir dienen kann.- erklärt er seine Lebensweise weiter mit dem Wissen das dies noch mehr Fragen aufwerfen würde, so lange sie ihn nicht verstehen
 
-Nun kommen wir der Sache näher -bemerkte Adrian noch immer unbeeindruckt, als sein Blick den von Samoel auffing. Leicht nur zog sich ein Mundwinkel in die Höhe -Artherk schützt Euch? Oder ist es am Ende nur der Prediger? Und wenn, wovor, dass Ihr euch zum Sterben ausliefert? -
 
Samoel bemerkt das er schon wieder zu viel geredet hatte. War dies nicht mit einer der Gründe warum ihn sein Vater mit Jahrzehnte langem Schweigen gestraft hatte? Er sieht an sich herab. Sieht sein eigenes getrocknetes Blut auf seiner Robe. Langsam hebt er seinen Blick wieder. Mit leisen Worten entgegnet er Adrian -Ich habe es gern getan und ich würde es wieder tun. Ihr würdet es verstehen, wenn ihr so einen Herrn hättet, der euch nicht nur fordert, sondern auch liebt.-
 
Adrians Mundwinkel zuckten ehe er ein paar Schritte durch den Raum ging - Nun angenommen es wäre so, dann würde ich für meine Überzeugung eher kämpfen, als mich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen zu lassen und zu opfern.- sinnierte dieser für sich, ehe er in seinen Schritten innehielt und sich mit einem durchdringenden Blick Samoel zuwandte Und ein Wesen wie Ihr, da fehlt es mir an Vorstellungskraft
 
 
Ein Wesen wie ich? *seine Stimme klang sinnierend ob der Worte.* Ich nehme euch eure Kleingeistigkeit nicht übel. Eure Unfähigkeit über euren Tellerrand hinaus zu schauen und die Hingabe eines anderen zu erfassen.
er nimmt sich die Freiheit heraus ein paar Schritte um Adrian herum zu Lorena zu gehen um auch sie genauestens von oben bis unten zu studieren
Aber sagt, ist es denn nicht so, dass auch ihr für einen Gott gestorben seid? Ist es nicht so das ihr jeden Tag aufs neue für ihn sein Leben geben würdet? Ist es nicht so, dass ihr gar nicht wisst ob eure Taten auch wirklich dem Willen eures Gottes entsprechen, oder ob ihr nicht doch einfach nur eure Taten als den Willen euren Gottes Interpretiert um nicht selbst die Verantwortung übernehmen zu müssen?
 
-Ja,wir starben für den Lord und jeder würde es wieder tun. Aus Überzeugung und im Kampf. Aber gut, wenn Ihr nichts von Interesse habt und Eure Worte nur hohle Phrasen..- der Dunkelmagier schien eine Art Erheiterung gefunden zu haben. Zumindest zeigte er zum ersten mal eine Regung. Um sogleich auch schon wieder ein gewisses Desinteresse zu signalisieren.
 
Lorena, welche eine ganze Weile geschwiegen hatte verfolgte das Gespräch mit eigenen Gedanken, welche sie dazu bewogen tiefer zu graben und mit ihren eigenen Unterstellungen nach zu fragen.
-Seit ihr sicher, dass eure Taten ein Ausdruck tiefer Verbundenheit und Zuneigung waren? Immerhin habt ihr euch sehr vertrauensvoll in Kennas Umarmung geschmiegt und davon gesäuselt, dass aus euch so viel mehr hätte werden können. War letztendlich sie eure Herrin und ihr habt euch lediglich ihrer Blutgier hingegeben ? Ist das Geschwafel über die Hingabe zum Glauben letztendlich nur ein Trugschluss, was verbergen soll was ihr eigentlich getan habt? Sicher ist ein jeder von uns bereits mehrfach für unsere Überzeugungen und den Glauben gestorben, wir sind vor Ogrimar getreten und wurden wieder geboren, doch jenen Weg habt ihr in der letzten Nacht wohl kaum beschritten.-
 
Wäre die Vermutung nicht so grotesk wie amüsant hätte Samoel beinahe auflachen müssen. Doch der junge Mann beschränkt sich voll und ganz auf ein schmales lächeln. Er bleibt direkt vor Lorena stehen und lächelt sie Gewinnbringend an -Nun, wer weiß das schon so genau?- er wollte einen Vorstoß wagen und sehen wie standhaft und selbstsicher Lorena bleiben würde. Langsam beugt er sich etwas zu ihr vor, die Hände im Rücken verschränkt, zieht er ihren Duft vom Hals durch die Nase. Leise säuselt er in ihr Ohr -Es wäre euch doch eine Genugtuung wenn dem so wäre. Oh ja....für 'sie' hätte ich so viel mehr sein können... -er zieht sich wieder von ihr zurück und sieht sie dann geringschätzig an  -Ihr hingegen seid von weniger Interesse-
Geschwind dreht er sich zu Adrian um und sieht den Magier in die Augen - -Vielleicht solltet ihr anfangen die Richtigen Fragen zu stellen?-
 
Die Antwort Lorenas sollte mit einem zynischen Unterton folgen.
-Nun ich bin untröstlich, dass ich nicht euer Wertes Interesse erhaschen konnte. Doch dann klärt uns doch gerne auf, wäre die Antwort auf die Frage was sie für euch hätte sein können doch sicher für uns alle von Belang.-
 
Lorena hatte einen Fehler in ihrer Fragestellung begangen. Samoel griff diesen Fehler sofort auf und gab ihr die Korrekte Antwort auf ihre eben gestellte Frage. Was sie für mich hätte sein können? Er nahm jeden Glanz aus der Stimme Das Verderben, der Tot, die Erlösung. Dies ist die Antwort auf eure eben gestellte Frage. Doch nicht die Antwort auf meine Worte.
Einerseits war er hier ein Gefangener, auf der anderen Seite war er frei von jeglichen Ketten. Sollte Ihnen seine Antworten nicht gefallen, könnten sie es gerne noch einmal versuchen sich seiner zu Entledigen.
 
Adrian und Lorena zeigten sich demonstrativ unbeeindruckt von seinen Worten. Vielmehr, so hatte Samoel das Gefühl das andere Antworten erwartet wurden. Doch welche Antworten sollte er geben wenn nicht die richtigen Fragen gestellt wurden? Man würde ihn mit Sicherheit nicht einfach gehen lassen. So weit konnte Samoel voraussehen. Doch sah er auch durch sein letztes Gedankenspiel, das sich die Mitglieder dieser Gemeinschaft gegenseitig nicht trauten und jeder für sich seine Geheimnisse behielt. Das wurde ihm klar als die Anwesenden es nicht zustande brachten sich gegenseitig darüber auszutauschen was der jeweilige in Gedanken gehört hatte. Er wollte einen zweiten Vorstoß wagen. Nun wo seine Kräfte langsam gefestigter wurden schenkte er jeden den gleichen Gedanken. Um zu sehen wer von ihnen als erstes folgen würde (Kommt alleine wieder und sagt mir was ihr begehrt und braucht.)
 
Ohne ein weiteres Wort verließ die Delegation den Kerker wieder. Mit ihnen ging auch das Licht und die Dunkelheit hielt wieder Einzug. Samoel konnte nichts weiter tun, als sich zurück auf das Stroh zu legen und zu warten bis der nächste zu ihm eintreten würde.
 
 
Traue der Dunkelheit nicht. Die Wahrheit siehst du nur im Licht.

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Samoel
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#66

Beitrag: # 53517Beitrag Samoel »

Die Dunkelheit hatte etwas ganz eigenes an sich. Etwas beruhigendes, fokusierendes. Man hatte ihn verschleppt und aufgeweckt. Ihm Fragen gestellt und man war mit den Antworten nicht zufrieden. So ließ man ihn allein in dieser Finsternis zurück. Für die dort oben war er nicht mehr als ein Ding, eine Abartigkeit zwischen Leben und Tot. Ein Etwas, das in ihren Augen nicht existieren durfte. Und doch existierte er und der quälende Hunger der ihn überkam, ließ ihn selbst wissen das er sehr wohl mehr Lebendig als Tod war.
Der Keller in dem er nun eingesperrt war, war um einiges schmutziger als sein vorheriges Gefängnis. Es roch nach Moder und Exkremente von Mäusen und Ratten. Man könnte meinen das ein dunkler Raum ohne Fenster, tief im Keller eines Gebäudes nichts als Stille beherbergen würde. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Samoel konnte die kleinen Füße der Ratten und Mäuse hören, wie sie durch die Ritzen in den Wänden sich bis in seine Kammer durch zwängten.
Er konnte genau hören wo sie waren, und selbst wenn er sie nicht sehen konnte, so hörte er das Rauschen ihres Blutes ganz genau. Jene Tiere die nicht wussten was sie vor sich hatten und so tollkühn waren um seine Füße herum zu schleichen oder gar auf ihn herum zu krabbeln, machten es Samoel besonders einfach. Er schnappte sich ein Tier nach dem anderen, riss ihnen mit den blanken Händen die Köpfe ab und saugte ihnen wie ein Verdurstender das Blut aus ihren kleinen Körpern.
Es war widerlich und es ekelte ihn, doch gierte es ihn nach dem Blut. Fünf oder Sechs Tiere hatte er erwischt, deren Kadaver nun mit abgerissenen Köpfen um ihn herum lagen.
Nachdem er nicht wusste wann ihn das nächste mal jemand 'besuchen' kam, ergab er sich erst einmal wieder seinem Schicksal und legte sich auf das Stroh am Boden. Er schloss die Augen und versuchte zu schlafen.
 
 
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Lorena
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#67

Beitrag: # 53526Beitrag Lorena »

Kaum hatten sie das Kerkerverlies hinter sich verschlossen, hing jeder von ihnen noch einen Moment seinen Gedanken nach. Erst nachdem sie außer Hörweite waren, begannen sie sich untereinander auszutauschen. Doch welches Resümee sollten sie aus der Befragung ziehen? Sicher es hatte sich die eine oder andere Frage geklärt, doch gab es nun unendliche viele neue Variablen, wie die Geschicke zusammenpassen sollten.
Egal ob geplant oder nicht, sie mussten den Gegebenheiten auf den Grund gehen. So war es also, noch bevor sie die verwinkelten Kellergemäuer verlassen hatten, beschlossene Sache, dass es an Adrian war, im Laufe des Tages abermals das Verlies aufzusuchen, während die Priesterin ebenso wie Lorena selbst anderen Angelegenheiten nachgehen würden.

Allerdings schien besagte Unterredung nicht vom gewünschten Erfolg gekrönt zu sein. Denn nur wenige Stunden später traf Lorena den Dunkelmagier erneut auf einem der weitläufigen Flure des Anwesens. In knappen, doch recht mürrisch gehaltenen Worten, erläuterte er ihr also, was sich im Keller, bei seinem zweiten Besuch, zugetragen hatte. Für derlei Gedulds- oder gar Machtspielchen hatte Adrian offensichtlich nichts übrig. Er bevorzugte es, wenn seine Fragen möglichst prägnant und ohne Umschweife beantwortet wurden. Daher verwunderte es Lorena auch nicht wirklich, dass er es vorzog keinen weiteren Abstecher in die modrigen Gemäuer zu unternehmen.

Doch auch Lorena selbst war nicht gewillt, umgehend diesen Weg erneut anzutreten. Zum einen hielt sie es nicht für sonderlich klug ihrem „Besucher“ an einem Tag so immens viel Aufmerksamkeit zu schenken und zum anderen wollte sie vorerst noch weitere Informationen über ihn und seines Gleichen zusammentragen. Daher sollte es letzten Endes knapp drei Tage dauern, bis sie in der großen, im Anwesen doch recht abgelegenen, Bibliothek alle Werke nach Wiedergängern durchforstet hatte. Es gab unzählige Sagen und Mythen, doch leider glich sich nichts mit dem, was sie unten im Verlies vorgefunden hatten. Also blieb Lorena letzten Endes nichts anderes übrig, als ebenfalls noch einmal in die Totengruft hinabzusteigen. Da sie derart in ihre Recherchen vertieft gewesen war, sollte sie auch nichts von dem mitbekommen, was in der Zwischenzeit an anderen Schauplätzen innerhalb der Hallen vor sich ging.

Noch auf dem Weg zu ihrem Gefangenen, vernahm Lorena, die wohlklingenden, verzweifelten und in Teilen hysterischen Schreie aus der versteckliegenden Arrestzelle. Manche mögen den Gemütszustand des Zelleninsassen beängstigend oder verstörend finden, doch nicht so Lorena. Es erquickte die Inquisitorin regelrecht, sich an der misslichen Lage des Lucis zu ergötzen. Anscheinend war die Jagd nach unnützem Getier eher von geringerem Ertrag gewesen, denn der Häftling war des Wahnsinns nah. Im Gegensatz zu dem bisherigen Aufeinandertreffen erweckte es den Anschein, dass er nun kooperativer war. Zwar wollte er nach wie vor entweder um dringend benötigten Lebenssaft oder aber um seine Freiheit feilschen, dennoch hatte er wohl erkannt, dass ihm beides nicht einfach in den Schoß fallen würde. Erst versuchte er die Magierin mit derselben Geschichte zu ködern, wie bereits Tage zuvor Adrian, doch da die gelieferten Informationen zu lückenhaft und dürftig waren, als dass sie ihr Interesse erwecken könnten, drehte Lorena stattdessen den Spieß spaßeshalber um und befragte ihn zu dem Verhältnis zwischen dem Götzenprediger und einem Geschöpf seiner Natur.

Hierbei erlangte sie einige nützliche Informationen, die ihrer Sache sicher irgendwann einmal dienlich sein könnten. Da die Inquisitorin bereits viele Verhöre geführt hatte, gelang es ihr durch präzise gesetzte Spitzen und Provokationen an der ein oder anderen Stelle Informationen erhaschen, die ihr Gegenüber sicher nicht preisgeben wollte. Damit niemand ihr nachsagen konnte, sie würde mit unfairen Mittel kämpfen oder ihre Versprechen nicht einhalten, wollte sie ihm zum Ende ihrer Unterredung durch die Durchreiche in der Tür eine Flasche Kranierblut zukommen lassen. Zudem interessierte es sie besonders nach dem gerade geführten Gespräch, wie er darauf reagieren würde. Jener Lebenssaft wurde jedoch rüde verschmäht und an der Türe zerschlagen. Offenbar lieferte er ihm nicht das was er sich erhoffte.

Sei es Eingebung oder ein Wink ihrer Schattenseele gewesen, irgendetwas hielt sie davon ab, die Durchreiche umgehend wieder zu schließen. Stattdessen hatte sie jene lediglich mit einem ihrer Eiszauber versiegelt. Im Grunde war so nun ein Sichtfenster ins innere des Gemäuers entstanden. Doch was sie kurz darauf erblicken sollte, veranlasste sie tatsächlich dazu einen Moment innezuhalten. Die entstellt wirkende Fratze, mit blutunterlaufenen Augen die ihr aus wahnsinnig wirkenden Augen entgegenstarrte, hatte nichts mehr mit jenem wohlgenährten Objekt zu tun, welches sie nur wenige Tage zuvor in Kennas Reich vorgefunden hatten. Allerdings waren es nicht jene Augen, die sie in Aufruhr versetzten, nein viel mehr waren es die Reizzähne, die ihr entgegenblitzen. Die Inquisitorin war sich sehr sicher, dass an den Stellen, wo nun diese spitzen Hauer verweilten, Tage zuvor Lücken geklafft hatten. Zahnlücken, die davon zeugten, dass man ihm seinen Trumpf gewaltsam entrissen hatte. Doch was wusste sie schon, über solch ein altes Geschöpf, wer konnte schon sagen, wie lange sowas lebt und ob man ihm seiner Zeit, vielleicht nicht einfach nur die Milchzähne entrissen hatte, wenn es denn so etwas bei einem Vampir gab.

Zwar zeigte Lorena ihrem Gegenüber nichts von dem, was in ihr Vorging, doch alleine der Umstand, dass sie es ihrem Gefangenen gestattet hatte, sich nach nur wenigen weiteren Worten zur Ruhe zu legen und dass sie sich ebenfalls am Folgetag nicht sicher war, ob sie am Ende ihrer Unterhaltung die Durchreiche wieder ordnungsgemäß verschlossen hatte, zeugten davon, dass er sie zumindest für den Moment überrumpelt hatte. Damit ihr niemand der Anderen vorwerfen konnte, nachlässig zu sein, schickte sie eine der eher unnützen Mägde mit einer Wegbeschreibung in die Kellerräume, um sich zu versichern, dass die Durchreiche verschlossen war. Sie selbst hatte immerhin wichtigeres zu erledigen, als solch lästige Botengänge.

Stattdessen wollte sie sich auf den Weg zum Felsendom begeben, Vargus hatte ihr als Inquisitorin einen eiligen Raben zukommen lassen, dass weißes Gesindel den Dom okkupiert hatte und der Meinung war Forderungen aufstellen zu können. Jener Dreistigkeit musste man entgegenwirken. Sicher inzwischen war fast eine ganze Woche vergangen, doch was war die Erwartungshaltung, dass man dem Prediger seine Toten zu Grabe trägt? Bestimmt nicht! Natürlich hätte die Magierin sich des Wortes der Rückkehr bemächtigen können, um auf direktem Wege durch ein Portal in den Dom zu gelangen, doch da sie ohnehin zuvor noch etwas mit Antonian zu besprechen hatte, wählte sie den beschwerlicheren Weg über die Runensteinkreise.

Kaum war sie jedoch dort angekommen, berichtete ihr Antonian, dass ein Schwarm weißes Gesindel seine Räumlichkeiten aufgesucht hatte, da auch Nymeria die Tochter der Priesterin, unter ihnen verweilen sollte, verschob Lorena jedoch ihr Gespräch und begab sich ebenfalls dorthin, um nach dem Rechten zu sehen. Zu ihrer Überraschung befand sich jedoch auch der Götzenprediger unter den anwesenden Weißherzen, die jedoch eilig die Räumlichkeiten wieder verließen, nachdem sie hinzugekommen war. Als sie sich davon überzeugt hatte, dass das Balg unversehrt war, beschloss sie mit jenem im Schlepptau die Heimreise anzutreten, schien der Weg in den Dom nun ohnehin überflüssig. Doch kaum waren sie aus der Tür getreten, lauerte ihnen das weiße Pack bereits wie erwartet auf.

Es folgte ein Gespräch mit vielen Forderungen und unterschwelligen Drohungen. Ähnlich wie der Lucis, den sie in ihrem Verließ beherbergten, schienen alle Beteiligten eher ungeduldig und gereizt zu sein. So war es regelrecht ein Fest für die Inquisitorin, dass sie auch hier ihre altbewährte Methode nutzen konnte und Mittels Provokation weitere nicht ganz uninteressante Informationen erlangen konnte. Hier und da gab sie dem Pfaffen einen Wink, der durchblicken lassen sollte, was sie wusste und jenen durchaus dazu veranlasste weiter auszuholen, um unwissentlich ihren Horizont zu erweitern.

In Erwartung in einen Hinterhalt zu geraten, sobald sie auf die offene Straße traten, hatte sie aus ihrer Lagerkiste einen Gegenstand entwendet, dem sie den Weißlingen als die Überreste ihres Verbündeten, verkaufen wollte. Hatte sie doch die Hoffnung gehabt, dass sie das unscheinbar wirkende Glas mitnehmen würden und letztendlich Etoh derjenige sein würde, der es öffnen würde. Den selbstredend befanden sich in dem Gefäß keine sterblichen Überreste, sondern Asche, die mit einem besonderen Zauber und einigen Tropfen ihres eigenen Blutes versetzt waren. Zwar wusste sie noch nicht, ob dieser Zauber glücken würde, immerhin nutze sie ihn zum ersten Mal, doch ihr Schattendämon hatte ihr versichert, dass er höchst wirksam ist. Laut seiner Beschreibung konnte sie einen kaum wahrnehmbaren Teil von ihm, beziehungsweise inzwischen wohl eher ihnen, mittels Blutopfer an einen Gegenstand bannen und sobald ein Feind sich diesen aneignete, glitt besagter Teil unmerklich in dessen Geist. So könnte sie für wenige Stunden alle Sinneseindrücke wahrnehmen, die auch ihr Wirt registrierte. Doch ungünstiger Weise war es nicht Etoh, der das Glas öffnete, sondern sein ungeschicktes törichtes Gör, welches sich vor ihrem Abgang noch so auffällig verhalten hatte, fast als hätte sie bemerkt, was sie da befallen hat. Nun blieb ihr also nichts anderes übrig als abzuwarten, ob und wie dieser Zauber seine Wirkung entfalten würde.

 
 

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~ Großinquisitorin der dunklen Kirche~
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❖Wer sich auf dünnes Eis begibt, sollte sicher sein, dass er gut schwimmen kann, andernfalls wird er vom ewigen dunklen Meer verschlungen.❖
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Samoel
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#68

Beitrag: # 53528Beitrag Samoel »

Für ihn war da Gespräch beendet gewesen. Lorena hatte ihn mit der Flasche Kraanierblut noch einmal deutlich vor Augen gehalten das sie nicht mehr als Hohn und Spott für ihn übrig hatte. Er würde durchaus Kooperativer mit seinen Geiselnehmern interagieren wenn sie den Verstand besäßen ihm das an Nahrung zukommen zu lassen welche er dringender Benötigte um bei klaren Verstand zu bleiben. Immerhin würde man ihnen auch keine Maden und Würmer zum Essen Servieren, würden diese sich in gegnerischer Gefangenschaft befinden.
Doch gerade im Moment riskierte die von Hass und Misstrauen durchtränkte Legion genau das Gegenteil von ihren eigenen Ansinnen zu erreichen. Auf der anderen Seite sollte es für Samoel auch sein eigener Vorteil sein, dass die hohen Herrschaften nicht verstanden ihn zu Manipulieren. Ihn an sich zu binden und auf diese Weiße sich noch mehr seines Wissens bemächtigen zu können.
 
Noch nie musste Samoel diesen Teil seines Daseins erleben müssen. Noch nie musste er diese Art von Hunger leiden. Sein ganzes Leben lang ist stets dafür gesorgt worden das der Tisch reich gedeckt war. Als man ihn auf seine ersten Missionen ausschickte entwickelte er seine eigene Vorliebe um unerkannt sich das zu holen was er zum Leben brauchte. Erst die Letzte Mission seines Hauses, zu der ihn sein Vater ausschickte, sollte ihm zum Verhängnis werden. Viel Schmerz und Pein sollte ihn diese Einbringen. Doch über die Jahre hatte Samoel gelernt diesen Schmerz Willkommen zu heißen. Er schöpfte neue Energie daraus, verlagerte seinen eigenen Genuss hinein...er fühlte sich dadurch erst Lebendig und hatte das Gefühl sich Menschlicher zu fühlen.
Doch das was er gerade durch machte, war Lichtjahre von jeglicher Lust und Lebendigkeit entfernt. Es schmerzte auf eine andere Weiße, vernebelte seine Gedanken und lies ihn zugleich seine Sinne schärfen. Zum ersten mal spürte er die wahre Gier und er hasste es keine Kontrolle mehr über seinen Körper und Geist zu haben.
 
Lorena verhöhnte ihn, er beschloss sich ihrem Machtspiel nicht weiter hin geben zu wollen. Der Tag würde bald anbrechen und mit ihm der beruhigende Schlaf. Jede weitere Nacht würde noch grausamer werden, dessen war er sich bewusst. Einen letzten Vorstoß hatte er gewagt indem er an die Luke der Durchreiche herantrat und Lorena ein letztes mal in die Augen sah. Auch wenn sie versuchte ihr Entsetzen vor dem was sie sah zu verstecken, Samoel sah an ihrem Blick dass sie in diesen Moment wohl etwas zu sehen bekam womit sie nicht gerechnet hatte. Sie wollte Antworten von ihm, doch hatte er noch immer die Macht zu entscheiden wann er weiter Antworten würde. Ohne sie weiter zu beachten ging er auf sein Lager zurück.
 
Lorena hingegen verließ das Kellergewölbe wohl so Fluchtartig, wie es einem jeden Säugetier gegeben ist wenn es sich bedroht oder unterlegen fühlte, dass sie in ihrer Panik vergessen hatte die Luke seines Gefängnisses wieder zu verschließen. So wie Lorena außer Reichweite war sollte sich ihr Eiszauber, der den Durchguck durch eine Eisscheibe sichern sollte, auflösen.
 
Es sollte auch nicht lange dauern als Samoel erneut Schritte auf seine Kammer zukommen hörte. Man wollte ihm also keine weitere Ruhe lassen. Wollten sich die Nächsten an seiner Raserei ergötzen. Er wendete seinen Blick auf die Luke. Zu seinem erstaunen sollte sich dort das Gesicht einer jungen Frau abzeichnen, welche neugierig einen Blick auf den Gefangenen werfen wollte.
 
Für die junge Frau war der Auftrag Lorenas so etwas wie ein spannendes Abenteuer. Auf den Fluren der Legion hatte es sich bereits herum gesprochen das die hohen Herrschaften einen Artherkling in ihrer Gefangenschaft haben. Selbst das Kind einer Magd, kannte sie nichts anderes als die Kreise der Legion und die ständige Präsenz von Ablehnung und Gewalt. Über Artherklinge wusste sie nicht mehr als die Schauergeschichten welche über diese erzählt wurden. Zu groß war ihre Neugierde auf den Weißling. Wie die meisten Leute beherrschte sie einen einfachen Lichtzauber, den sie durch die Luke in das innere des Raumes schickte.
Einen Augenblick zu lange heftete sich ihr Blick auf den Gefangenen, bestaunte seine weißen Schwingen bis ihr Blick auf seiner blutgetränkten Robe hängen bleibt.
 
Samoel sieht der jungen Frau entgegen. Als diese seine Blutunterlaufenen Augen erblickt schreckt sie kurz zurück und wispert. Also ist es Wahr. Ihr Artherklinge fresst kleine Kinder
Samoel krallte seine Hände in seine Robe. So nah, sie ist so nah. Bleib bei dir, beschwört er sich innerlich selbst. Leise und mit milder Stimme Antwortet er ihr. Ist es das was man euch über sie...uns erzählt?
 
Überrascht von der milde seiner Stimme tritt die Magd wieder etwas näher um sich Samoel noch einmal anzusehen. Langsam nickt sie. Samoel tritt ebenfalls an die Türe heran und kniet sich vor ihr auf den Boden um durch die Durchreiche dem Mädchen in die Augen sehen zu können. Langsam schüttelt er den Kopf. Nein das tun sie nicht...das tun wir nicht. Wir würden niemals einen Menschen verletzen, oder gar Töten, wenn es nicht aus der Not heraus geschehen muss. Das Leben ist Artherk heilig. Somit auch jenen die an ihn Glauben. Ungläubig sieht sie Samoel an, mustert sein erscheinen aber erneut. Was hat man mit euch gemacht das ihr so schlimm ausseht?
Wieder musste er Rede und Antwort stehen. War dies eine neue Masche der Obrigen ihn auszufragen? Doch diese Fragen schienen ihm zu einfältig, nicht so perfide gewählt, einfacher und ehrlicher. Er sah das er vielleicht eine Chance haben könnte, wenn gleich ihn das Mädchen mit Sicherheit nicht raus lassen würde. Man lässt mich Hungern. Eine einfache, ehrliche Antwort, welche ihre Wirkung haben sollte. Die junge Magd nickt verstehend. Das kenne ich. Sie kramt in ihrer Schürze und reicht ein Brot an Samoel durch die Durchreiche. Ich wollte es mit in meine Kammer nehmen. Würde es aber euch überlassen.
Samoel hält ihre Hand fest als er das Brot entgegen nimmt. Dann schmiegt er seine Wange in ihre Hand und wispert leise ein Danke. Als dank küsst er ihren Daumenballen. Ich möchte euch etwas zurück geben. Spricht er leise und noch ehe das Mädchen sich versieht spürt sie erst ein zwicken im Handgelenk und anschließend überkommt sie ein Meer von nie dagewesenen Gefühlen. Verzückt bleibt sie Reglos stehen und lässt Samoel von ihrem Blut trinken.
 
Zu viele Jahre hatte Samoel seine Zähne nicht mehr genutzt um an den lebenspendenden Saft heran zu kommen. Zu lange wusste er nichts mehr von dem Rausch den diese Art der Nahrungsaufnahme für ihn selbst mit sich brachte. Er hatte Hunger und die Gier wollte ihn schon wieder seiner Sinne rauben und nur seine Instinkte des Überlebens anfeuern. Ein toter Mensch ist jedoch einer weniger an dem er sich nähren konnte. So mäßigte Samoel sich selbst, verschloss die Wunde am Handgelenk der jungen Frau und hält ihre Hand noch einen Moment in seinen Händen.
 
Die junge Frau sah Samoel mit einem verzückten lächeln an. Ihr Herz raste und ihr Kopf schien zu explodieren. Doch nicht auf brutale Art und Weiße, sondern viel mehr auf eine wohlige angenehme Art. Zum ersten mal in ihrem Leben verspürte sie Glück und keine Furcht. Samoels Worte drangen gedämpft an ihr Ohr und in ihren Verstand. Behaltet es als unser Geheimnis. Ich würde mich freuen wenn ihr mich wieder besuchen kommt.
 
Sie mochte etwas blass erscheinen und ein leicht entrücktes lächeln sollte sie noch ein paar Stunden begleiten. Ihren eigentlichen Auftrag hatte die Magd jedoch nicht vergessen. Geflissentlich verschließt sie vor Samoels Augen die Luke wieder.
Wenn sie die Möglichkeit hätte, würde sie gerne Samoels Wunsch folgen.

 
 
 
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#69

Beitrag: # 53529Beitrag Themis »

Seit langem vermisste Themis den Hausdiener des Hauses. Ihre Sorge verwandelte sich in Entsetzen, als sie von Ihrem Vater erfahren hatte, dass er jenen mit dem Auftrag losgeschickt hatte, den Krieg zu beenden. Wusste sie doch, dass die Bedingung nach aller Wahrscheinlichkeit Samoels Blut fordern würde. So machte sie sich auf um an der Seite Etohs nach dem Verbleib Samoels zu forschen. Da kam Ihnen die Begegnung mit der Inquisitorin gerade Recht.  Im Laufe des Gespräches in dem sich Lorena aus der Sicht Themis als Aufgeblasene Henne präsentierte, (was sie aber um des Friedens willen für sich behielt) rückte sie dann doch ein Glas mit den ‚sterblichen Überresten‘ Samoels heraus. Auf dieses Glas stürzte sich Themis sofort, um sich vom Wahrheitsgehalt der Behauptung zu überzeugen.

Von dem Zauber, der auf sie überging, spürte sie zunächst nichts. Doch Ihr scharfer Verstand begann sich zu fragen, warum eine Inquisitorin der Dunklen Kirche bei einer Zufälligen Begegnung solch einen scheinbar nutzlosen Gegenstand, wie diese Flasche bei sich trug. Denn dass es sich, wie behauptet um die Überreste Samoels handeln sollte, war eine zu offensichtliche Lüge. Mit einer heissen Welle durchtoste sie die Erkenntnis wie eine Flammenwoge: Nur ein Gift oder eine Arkane Falle würde das Schwarzflügelpack einem ‚Feind‘ überlassen! Schleunigst schleuderte sie das Gefäss von sich und den Stärksten Flammenspeer hinterher, zu dem Sie fähig war. Die Hitze des Speeres traf das Gefäss noch in der Luft um es zu einem unförmigen Klumpen zu verschmelzen.

Der Rest des Gespräches zwischen Etoh und der dunklen Inquisitorin wurde von wachsender Unruhe und Sorge erfüllt. Ein Teil Ihres Geistes war bereits bei den Titeln der Bücher, von denen sie sich Erkenntnis erhoffte. Als das Gespräch auf Samoels Natur kam und Lorena durchblicken lies, dass sie die notwendige Ernährung Samoels kannte, so erschrak sie sichtlich. Auf dem Heinweg durchzogen Fetzen der Erinnerung an Ihren persönlichen, seit Ihrer Zeit im alten Elfentempel, immer wiederkehrenden Alptraum Ihren Geist:

… Vom Licht und Flammen umhüllt ist Ihr Selbst. Ihr Körper nimmt die Hitze, die für andere bereits tödlich wäre, wie in einer sinnlichen Umarmung an. Sie tanzt mit den Flammen. Plötzlich ist dort ein dunkles Loch in den Flammen, saugt sie auf und wirft sie hinein an einen dunklen Ort. Blanke, grob behauene Felsen umgeben sie von allen Seiten. Das erdrückende Gefühl tief unter der Erde zu sein, abgeschnitten von allen, verstärkt Ihre Angst. Der Ort verströmt die Aura des Entsetzens und Macht. Deutlich spürt sie, dass sie nicht allein ist. Im dunklen Bewegen sich Schatten. Scharfe Zähne blitzen. Sie wirbelt herum, Feuer blitzt auf. Die Schatten weichen. Sie flieht, läuft, die Schatten bleiben Ihr auf den Fersen. Immer wieder wirft sie mit Feuer um sich einer der Verfolger wird sogar getroffen und geht mit einem grausigen Schrei in Flammen auf. In einer Sackgasse stellen sie die Feinde. Gerade als sie über sie herfallen wollen, hält ein Herrischer Schrei die Siegesgewiss mit gebleckten Zähnen herankriechenden Monster zurück: "Sie gehört mir und meinem Meister!" Ein großer menschlich aussehender Schatten kopmmt auf sie zu. Und gerade noch kann sie Samoels Gesicht erkennen, wie er sich Ihr mit gierigem Blick und entblößten Zähnen nähert, bevor Ihre Wahrnehmung in einem ekstatischen Gefühl schwindet …

Mehr würde ein Geistiger Spion nicht übermitteln können, denn der Kontakt wird unmittelbar danach durch die Schutzzauber des Hauses Lucis Unterbrochen.
 
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Lorena
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#70

Beitrag: # 53535Beitrag Lorena »

Bereits in den Abendstunden kehrte die Magierin wieder in die Hallen der Legion ein. Aus offensichtlichen Gründen hatte die Rückreise
mehr Zeit in Anspruch genommen, als die Anreise zum Runenkreis wenige Stunden zuvor. Immerhin hatte sie auf dem Rückweg das Gör
der Priesterin im Schlepptau. Zwar wäre es deutlich schneller gegangen, wenn sie das Kind getragen hätte, doch dies lehnte Lorena ab.
Würde Tanuri einen ohnehin nur schellten, wenn man den Spross ihrer Lenden verhätschelte. Wie oder wem, das kleine Monster
ursprünglich entwischt war, kümmerte sie jedoch nicht weiter, nachdem sie den Haupteingang des Anwesens passiert hatten.
Irgendwer würde sich schon bemüßigt fühlen, die Bedürfnisse des Kindes zu umsorgen.


Nicht ohne Grund beherbergte das Anwesen eine umfangreiche Belegschaft. Denn auch, wenn die Legion in der Stadt dafür bekannt war,
ein strenger Arbeitgeber zu sein, der Illoyalität oder respektloses Verhalten nicht tolerierte, so war doch allgemein bekannt, dass die
Angestellten dort gut in Lohn und Brot standen. Der Großteil der Mägde und Knechte war ihnen demnach bereits seit Jahren treu ergeben.
Zwar ging hier und dort mal ein Stallbursche verloren, doch lag das nicht daran, dass man schlecht mit dem Personal umging, sondern eher
daran, dass die Jungspunde noch den Kopf voller Flausen hatten und sich in der großen weiten Welt beweisen wollten.


Daher sah die Inquisitorin auch keine Notwendigkeit zu überprüfen, ob die Magd, die sie damit beauftragt hatte, die Durchreiche im Verließ
zu schließen, ihren Auftrag ausgeführt hatte. Das Mädchen, dass sie geschickt hatte, erweckte zwar den Eindruck vom Gemüt her eher
einfach gestrickt zu sein, glaubte jedes Ammenmärchen, welches man ihr auftischte und steigerte sich ebenso gerne in eben jene hinein,
doch wusste sie am Ende des Tages, wo ihr Platz war.


Letztendlich konnte Lorena nach wie vor nicht sagen, was sie davon abgehalten hatte, selbst dafür sorge zu tragen, die Durchreiche wieder
zu verschließen. Doch ganzgleich, ob es nun daran lag, dass die entstellte Fratze des Lucis sie irritiert hatte, ihre Gedanken längst schon
wieder bei anderen Verpflichtungen waren oder aber ihr Geist versuchte all das Wissen, welches sie zuvor erlangt hatte, in Einklang zu
bringen. Eines jedoch war gewiss. Dem Geschöpf in dem Gemäuer war nicht zu trauen. Sie selbst hatte es am eigenen Leibe erfahren, dass
er seine Persönlichkeit wandelte, wie ein verdammter Schmutzgeier sein Gesicht. Ähnlich wie jenes Getier wirkte er entweder zutraulich
und handzahm oder aber er vermittelte einen vollkommen desaströsen Eindruck. Was davon zu halten ist und ob dieses ganze Verhalten
lediglich eine Frage der Ernährung war, ließ sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht bestimmen.


Aber darüber würde sie sich vorerst auch keine weiteren Gedanken machen, der Wiedergänger war sicher verwahrt und sie traute der
weißen Brut ohnehin nicht zu, dass sie in die Hallen eindringen würden, um sich diesem Wesen wieder anzunehmen. Konnte immerhin alleine
die Verbindung zu solch einer Kreatur sie in den Kreisen der Anhänger Artherks in Verruf bringen. Aber das war ja nur ihre unbedarfte und
persönliche Ansicht zu den aktuellen Begebenheiten. Umso weniger konnte sie nachvollziehen, mit welchem Eifer sie dessen Herausgabe
gefordert hatten.


Es sollte vielmehr noch einige Stunden dauern, bis sich der Magierin, zumindest in Teilen offenbarte, welch fragwürdige Beziehungen zwischen
den Mitgliedern der weißen Sippschaft zu bestehen schienen. Den erst in der Nacht, als ihr eigener Geist zur Ruhe kam, wurde der von ihr
gesponnene Zauber entfaltet und eine mentale Verbindung zu Themis Sinneseindrücken hergestellt. Die Szenerie zeigte eine Rückblende in die
Vergangenheit. Zumindest deuteten die jünger wirkenden Gesichtszüge der Heranwachsenden daraufhin, dass seither schon einiges an Zeit
verstrichen sein musste. Das einfältige Balg tänzelte albern herum, ob dies einem höheren Zweck diente oder sie lediglich versuchte den
Ergebnissen ihrer eigenen Zauber auszuweichen, vermochte Lorena nicht zu beurteilen, schien es für die eigentliche Geschichte auch eher
unerheblich zu sein. Interessant wurde das Ganze für die Inquisitorin erst, als Themis durch einen mystischen schwarzen Strudel zu einem
anderen Schauplatz teleportiert wurde. Kaum war der Weißling dort angekommen, brach allem Anschein nach Panik in der Jungmagierin aus,
verfolgt von Gestalten der Unterwelt, preschte sie ziemlich kopflos, durch verworrene Erdställe. Jeder Versuch sich zu verteidigen scheitere
kläglich, bis sich Themis letztendlich in die Ecke getrieben wiederfand. Ihre Widersacher kamen immer näher, bis letztendlich Samoel derjenige
welcher war, der diesen skurrilen Moment unterbrechen sollte, doch hingegen der ursprünglichen Erwartungshaltung, dass er sie retten würde,
machte er stattdessen seinen Anspruch auf sie geltend und blakte gierig seine Zähne…



Alles, was sich danach womöglich zugetragen hatte, verschwamm in grauem Nebel. Die Ursachen dafür waren mannigfaltig. Sei es der Umstand,
dass es zu traumatisch war, die Geschichte erneut zu durchleben, der Zauber seinen Zweck erfüllt hatte oder weil etwas die mentale Verbindung
zwischen den Magierinnen störte. Am Ende spielte der Grund auch keine Rolle, immerhin hatte sie mit ihrem Zauber erreicht, was sie wollte.
Und so entglitt sie für einige Stunden in einen geruhsamen Schlaf.


Als sie in den Morgenstunden jedoch versuchte, diesen Wust an Informationen im Geiste zu ordnen, stellte die Inquisitorin fest, dass die ganze
Geschichte dafür zu verworren war. Also ging sie an ihren Schreibtisch, griff sich ein Blatt Pergament und notierte alle Informationen, die ihr
bislang zugetragen wurden und ergänzte sie um die eigenen Gedanken.


Samoel Lucis:

Gehört zur Gattung der Blutsauger:
  • Ein geborener seiner Art
    (Was auch immer das bedeutet)
  • Bezeichnet den Götzenprediger als seinen Meister
    (Wie sind sie alle miteinander verbunden?)
  • Labt sich offenbar innerhalb der eigenen Reihen
    (Themis, Etoh, gibt es wohl noch weitere Opfer ?)
  • Wankelmütige Persönlichkeit
    (Möglicherweise Schizophrenie?)
  • Besteht ausschließlich auf menschliches Blut
  • Ging bereitwillig in den Tot, versucht nun aber
    mit allen Mitteln seine Haut zu retten

Seine Zähne ein Mysterium:
  • Bei Gefangennahme zahnlos
  • Zahnlücken wiesen Spuren von gewalttätiger
    Entnahme auf
  • Nach nur wenigen Tagen waren jene nachgewachsen
    (Zufall oder gar Milchzähne?)
  • In Themis Erinnerung waren sie jedoch vorhanden
    (Hatte die ach so feine Familie Lucis ihren Hausdiener
    gar gefoltert oder gequält?)
Spekulationen:
  • Es ist unklar, ob die ganze Sippschaft von Samoels
    wahrer Identität weiß
  • Der Widergänger ist durchaus redselig
    (Verrat der eigenen Reihen oder gar eine Falle?)

Nachdem sie ihr Werk vollendet hatte, betrachtete sie es einen Moment nachdenklich. Sicher es war eine skandalöse Geschichte,
die für Aufsehens sorgen könnte, doch fehlte ihr definitiv noch der notwendige Tiefgang und Das ein oder andere Detail, welches
sie erzählenswert machte. Nun aber selbstredend wollte sie nicht voreilig sein. Immerhin kannte sie sicher längst nicht alle
Hintergründe und Umstände, die den Ursprung von alledem bildeten. Daher faltete sie das Dokument sorgsam und verstaute es in
einer ihrer Taschen, damit sie es bei nächster Gelegenheit um weitere Informationen ergänzen konnte.



 

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~ Großinquisitorin der dunklen Kirche~
~ Mitglied der Familie Zar ~



❖Wer sich auf dünnes Eis begibt, sollte sicher sein, dass er gut schwimmen kann, andernfalls wird er vom ewigen dunklen Meer verschlungen.❖
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Der Laurer
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#71

Beitrag: # 53581Beitrag Der Laurer »

 
Ein Tag konnte dahinplätschern wie ein Bach oder aber auch so schnell verstreichen, als wäre er von einem heftigen Sturm getrieben. Die Wahrnehmung variierte von Mensch zu Mensch. Das, was jedoch gerade noch die frühen Morgenstunden beschrieben hatte, war nun der Mittagssonne gewichen und erstreckte sich in die nachmittaglichen Stunden hinein.

In den belebten Straßen des Lichthafens herrschte reges Treiben. Frauen und Männer drängten sich durch die engen Gassen, um ihre Einkäufe bei den Händlern zu erledigen und dabei die neuesten Klatschgeschichten auszutauschen. Die Szenerie war geprägt von einer Vielfalt an farbenfrohen Persönlichkeiten. Von der einfachen Küchenmagd, die nach frischem Obst und Gemüse für die Herrschaften suchte, bis hin zum wohlhabenden Kaufmann, der ein besonderes Geschenk für seine Geliebte zu finden hoffte. Vom listigen Stallburschen, der hier und da von den verlockenden Köstlichkeiten naschte und die Damen dabei mit schmeichelnden Worten umgarnte, bis zur hochgeborenen Tochter, die nur ein weiteres edles Gewand für ihren prall gefüllten Kleiderschrank erwählen wollte, um ihrem Vater ein wenig Gold aus der Tasche zu locken und ihn damit zur Weißglut zu treiben.

Ein Markttag also, wie jeder andere, an dem eine einzelne Person inmitten der Mengen kaum mehr auffiel, wie ein Blatt an einem Baum.

Die Straßen waren erfüllt von verführerischen Düften, sei es von frischem Brot und Fleisch oder von duftenden Blumen und Kräutern. Die Menschen drängten sich eng aneinander, während sie ihre Augen nach den gewünschten Waren offen hielten. Inmitten all dem Geschehen wurden auch immer wieder die neuesten Gerüchte aufgeschnappt. Man sprach über Liebschaften, sich anbahnende Konflikte oder auch darüber, ob die eine oder andere Dame vielleicht in freudiger Erwartung war.

So bahnte sich auch Mila ihren Weg durch das Gewirr der Gassen. Ihr Korb war bereits gefüllt mit duftendem Brot, glänzend roten Äpfeln und mehreren Bündeln aromatischer Kräuter. Sie war gerade dabei, sich auf den Heimweg zu begeben, nachdem sie zwar die Auslagen bewundert hatte, aber anstatt sich mit Bekannten zu unterhalten, ihre Gedanken zu beschäftigen schienen. Obwohl ihre freundliche Miene nach außen hin wenig verriet, konnten aufmerksame Beobachter die Anspannung in ihrem Gesicht und die Schatten unter ihren Augen erkennen.

Ihr Blick schweifte immer wieder umher, als ob sie sich beobachtet fühlte oder jemanden suchte. Daher schien es wohl eher ein Zufall zu sein, als sie mit einem jungen Mann zusammenstieß. 
„Verzeihung, meine Dame", sagte er mit einem schelmischen Lächeln unter der Kapuze, bevor er sich jedoch im nächsten augenblick bereits rasch wieder in der Menschenmenge verlor. Ein Zufall? Ein gutgläubiger Geist mochte es meinen. Immerhin stieß auf dem Markt immer wieder einmal an eine Schulter oder einen Arm.

Lachend biss er in einen saftigen, handverlesenen Apfel, während Mila sich verwirrt umdrehte, als er schon längst als einer von vielen Besuchern in der Menge verschwunden war.  

Kopfschüttelnd setzte sie ihren Weg fort, der sie zurück zur Legion führte. Alle Bestellungen waren aufgegeben und die Einkäufe selbst getan. In der Küche entpackte sie ihren Korb: Kräuter, Brot, Äpfel. Und ein Umschlag?
Ihr Blick fiel auf den Namen: "Lorena Zar"

Nachdenklich schob sie den Korb beiseite und betrachtete den Umschlag. Woher kam er?

Vermutlich hätte Mila sich zu einem anderen Zeitpunkt weniger Gedanken darum gemacht und den Brief umgehend übergeben. Doch die Zeiten waren alles andere als normal. Verunsichert betrachtete sie das Wachs, welches jedoch kein Siegel trug, so dass seine Herkunft nicht erkennbar war. Hatte es am Ende etwas mit den Dingen zu tun, die hier geschehen waren? Sollte sie vielleicht direkt die Priesterin aufsuchen?

Nervös blickte sie auf und ließ ihre Augen umherwandern, nur um festzustellen, dass niemand Notiz von dem Umschlag genommen hatte. Tief atmete sie ein, bevor sie das Papierstück beiläufig in ihren Kittel wandern ließ.

„Räume bitte das Brot und das Obst schon einmal weg.“ Wies sie Alma, die junge Küchenhilfe an, bevor Mila ihre Einkäufe zurückließ und sich ohne weitere Umschweife auf die Suche nach der Inquisitorin machte.

 
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Etoh
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#72

Beitrag: # 53583Beitrag Etoh »

Bereits auf dem nach Hause Weg spürte Etoh eine Veränderung in Themis' Wesen. Sie gab ihm nicht nur ganz gegen ihrer Natur überaus pampige Antworten, sondern, so hatte er es im Gefühl veränderte sich auch ihre Stimmlage.
So bald sie das heimische Anwesen in Sturmkante erreicht hatten, verschwanden sie unter dem Schutzmantel der Schutzzauber die ihr ganz privates Anwesen umschloss.
 
Sie hatten das Anwesen noch nicht richtig betreten als Themis auch schon los lief um in ihrer Hauseigenen Bibliothek verschiedene Bücher heraus zu ziehen. Die junge Frau spürte selbst das etwas mit ihr nicht stimmte, konnte es jedoch nicht so recht beim Namen nennen. So hoffte die junge Magistra Antworten in ihren Büchern zu finden.
 
Etoh folgte ihr und beobachtete sie einen Moment in ihrem tun, doch als sie das dritte Buch das sie in der Hand hatte wutentbrannt gegen die Wand schmiss, schritt er als Vater und Priester ein. Er wies Themis an ihn in den Andachtsraum zu folgen. Sie solle erst einmal zur Ruhe kommen und ihren Geist reinigen, ehe sie mit der Suche nach Lösungen fort fuhr.
 
Schon beim betreten des Raumes lies Themis verlauten das ihr der Raum nicht behagen würde und das sie ihn als sehr kalt empfinden würde. Ein weiteres Indiz darauf das irgend etwas Macht über sie ergriffen hatte. Die Begegnung mit Lorena und ihrem ominösen Glas das einfach nur mit Dreck gefüllt schien, sollte wohl ein ganz andere Geheimnis verborgen haben. Diesem Geheimnis hieß es auf die Spur zu kommen. Irgend ein Zauber musste Themis frei gesetzt haben der Besitz von ihr ergriffen hatte. Diesem Geheimnis hieß es auf den Grund zu gehen.
 
Etoh zog alle Register und sperrte Themis im sichersten Raum des Hauses, dem Andachtsraum ein. Hier bewahrte die Familie ihre heiligsten Reliquien auf welche sie nutzten um mit Artherk in Kontakt zu kommen und zu bleiben.
Alles klopfen und schreien konnte den Priester nicht erweichen die Türe wieder zu öffnen. Selber stiegt der Priester in den Keller hinab. Er suchte in Samoels kleinen Refugium nach den Dingen die ihm beim finden der Antworten helfen könnte. Nach kurzen suchen kehrte er mit einer Holzschale, einem Dolch und einer Dose in der Hand in die Andachtshalle zurück.
 
Themis saß mit angezogenen Beinen und verweinten Augen auf dem Boden. Mit einem hilfesuchenden Blick sah sie Etoh an. Sie Verstand nicht was mit ihr los war und das machte ihr Angst, mehr Angst jedoch verspürte sie als sie den Dolch in Etohs Hand sah.
 
Etoh stellte die Holzschale auf dem kleinen Tisch ab, der als Altar diente. Den Dolch legte er daneben. Er ging auf Themis zu und vor ihr in die Hocke. Liebevoll sah er sie an. Immerhin war sie seine Tochter, zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Leicht schüttelt er den Kopf Ich weiß es noch nicht was mit dir los ist. Aber wir werden es heraus finden.
 
Themis fühlte sich kalt an, das Feuer in ihr das sie in ihrem Leben immer begleitet hatte, schien erkaltet zu sein. Doch ihre blauen Augen hoben sich suchend in die Seinen. Zugleich versuchte sie Tapfer Etoh zu folgen, als dieser sie sanft anhob und zu den kleinen Tisch führte. Er erkundigte sich bei ihr ob sie die Oberhand hätte, was sie nach einem kurzen in sich hinein spüren bejahte.
 
Etoh öffnet die kleine Dose und gibt den Inhalt in die Schale. Während seinem tun erklärt er Themis das er vor hätte ihr Blut befragen zu wollen. Wenn gleich es ihm lieber wäre wenn Samoel zugegen wäre und diese Art der Magie anwenden würde. Selber hatte Etoh lediglich Basiswissen, doch hoffte er inständig das dieses Wissen in diesem Fall ausreichen würde.
Als er Themis gegenüber erwähnte das er dazu ihr Blut befragen wollen würde um heraus zu finden was sie befallen hatte, wollte die junge Frau mit Entsetzen fliehen. Ihre Stimme veränderte sich und Etoh konnte heraus hören das es nicht Themis war die sich davor scheute.
Blitzschnell griff Etoh nach ihrem Handgelenk und zog sie zurück an den kleinen Altargleichen Tisch. Ihr fluchen und ihre Beschimpfungen ihn gegenüber als Götzenprediger, ließen den Priester erst recht den Griff nicht lockern. Er drehte sich Themis so vor sich hin das er sie von hinten umschlingen und fest im Arm halten konnte. Dabei drückte er Themis feste an sich. Es schmerzte ihn sie so zu sehen und so mit ihr umgehen zu müssen. Vor inneren Schmerz bebten seine Lippen und er musste für einen kurzen Moment die Augen schließen. Dabei gab er ihr einen Kuss auf die Schläfe Ich liebe dich, Themis. Und genau deswegen MÜSSEN wir das jetzt tun. während er spricht zieht er sie zu der Schale am Altar rüber
Wieder veränderte sich die Stimme von Themis und sie plädierte an ihn das er ihr, seiner Tochter doch keinen Schaden zufügen könne.
Etoh hatte keine Wahl, egal was sein eigen Fleisch und Blut ihn nun anzuflehen versuchte, er musste diesen Schritt gehen. Sollte sich das Übel und das Böse versuchen in sein Haus einzuschleichen, musste er es vom ersten Moment an bekämpfen. Dabei war er gerade erst am Anfang aller Forschung. Mit der freien Hand griff Etoh nach dem Dolch und versuchte Themis trotz aller Gegenwehr nur in den Finger zu schneiden. Doch Themis wehrte sich derart stark gegen diesen Versuch das der Dolch ihr tief in die Hand schnitt.
 
Etoh erschrak selbst, nutzte jedoch den Umstand um ein paar Tropfen ihres Blutes in die Schale zu geben. Sobald ihr Blut das Pulver in der Schale benetzte, zog er seine Tochter vom Altar weg und setzte sich mit ihr auf den Boden. Noch immer hatte er sie fest im Arm gehalten und wiegte sie wie ein kleines Kind. Die Wunde an ihrer Hand versorgte er mit einem einfachen Heilzauber den er über sie spricht. Etoh versprach seiner Tochter das bald alles gut werden würde. Das Mädchen jedoch schien die Kraft zu verlassen und in Bewusstlosigkeit zu fallen. Vorsichtig legte der Priester das Mädchen zu Boden. Er durfte keine Zeit verlieren. Zu Dringend war die Antwort, welche ihm das Blut seiner Tochter geben konnte. Er ging zu der Schale rüber und lies ein entzündetes Streichholz hineinfallen.
 
Aus der Schale stieg eine Rauchsäule auf die zugleich wie getrieben durch den Raum zu stoben begann als ob sie einen Ausgang suchen würde. Ich habe alles gesehen... tönte eine Stimme aus der Wolke, dabei ertönte ein höhnisches Lachen. Augenblicklich hob Etoh seine Hände in die Höhe und verfolgt die Wolke mit seinem Blick. So wie er seine Augen und seinen Mund öffnete erstrahlte ein helles Licht aus seinem Inneren das es den ganzen Raum mit Licht ausfüllte. Das Licht durchdrang dabei jeden Gegenstand, so das es keine Schatten im Raum gab.
"Vergehe im Lichte Artherks. Niemals sollst du hier nur einen Schatten finden in dem du gedeihen kannst.
 
Auch Themis durchdrang das Licht Artherks und sie zuckte noch einmal zusammen, als der Spion ihren Geist und Körper verließ. Aus Ihrem Mund drang ein spitzer Schrei, der überall im Raum gegen hallte als sich der Rauch im Licht Artherks auflöste. Als Themis sich aufrichtet blinzeln Ihre Blauen Augen und sie sah sich um als erwache sie aus einem Schlaf.
 
Einen Moment nachdem der Rauch verschwand behält Etoh das Licht Artherks noch im Raum aufrecht. Erst als Themis ihn ansprach lässt Etoh Artherks Licht verblassen und er ging zu Themis auf die Knie und nahm sie in den Arm. Themis zitterte noch ein wenig, doch schien die Kälte sie wieder verlassen zu haben und ihre wärme kehrte zurück.
 
 
 
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Heiler zum Beruf - Priester aus Berufung
"Du weißt nicht, wie schwer die Last ist, die du nicht trägst"
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Lorena
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#73

Beitrag: # 53586Beitrag Lorena »

Zweifellos hätte Lorena noch weitere Energie investieren können, um herauszufinden, welche Schicksale innerhalb der weißen Zunft miteinander
verwoben oder gar voneinander abhängig sind, was deren Ansinnen ist und welche Motive sie für ihr unorthodoxes Handeln haben. Doch zu welchem
Zweck? Die größte Bedrohung oder besser gesagt ihr schmutziges kleines Geheimnis, befand sich derzeit sicher verwahrt in den Katakomben der
Legion. Zudem hatte sie erst am gestrigen Tage dem Götzenprediger verraten, dass seine heimlichen Machenschaften enttarnt wurden und sich der
Vermisste in der Obhut ihrer Gilde befand. Damit waren nun eindeutig die Weißlinge in Zugzwang und sie selbst konnte sich anderen Aufgaben widmen,
hatte sie diese in der vergangenen Woche immerhin zu Gunsten dieser unnützen Brut vernachlässigt.


Da die Legion nun möglicherweise mit einem Angriff der gegnerischen Fraktion rechnen musste, wollte die Magierin zuvor jedoch die Anderen ins Bild
setzen, damit die eigenen Reihen nicht unvorbereitet überrumpelt wurden. Doch dazu sollte es vorerst wohl nicht kommen. Die Instanz, derer sie
gegenüber ihr Handeln und ihre Erkenntnisse darlegen wollte, war nicht anzutreffen. Stattdessen traf sie nur den stets zuverlässigen und
treuergebenen Haus- und Hofmeister Norbert an. Auf Nachfrage zum Verbleib der Anderen, erläuterte er ihr in knappen Worten, welche Ereignisse
sich in den vergangenen Tagen zugetragen hatten. Ein Umstand, der sicher ihrem Status als Inquisitorin zu verdanken war, denn Norbert war
normalerweise eher ein verschwiegener Zeitgenosse. Da Lorena ihren ursprünglichen Plan somit verwerfen musste, wies sie stattdessen Norbert an
die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen und alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um das Anwesen und den Hof im Falle eines Angriffs zu verteidigen.  


Gerade als sie sich abwenden wollte, um nun ihre weiteren Schritte zu planen, entdeckte sie das Hausmädchen Mila, welches sich unbehaglich im Gang
herumdrückte und sichtlich nervös zu sein schien. Mehr oder minder reflexartig glitt bei diesem Anblick eine ihrer Augenbrauen herausfordernd in ihre
Stirn. Geduld war bekanntermaßen nicht unbedingt ein Tugend Lorenas, daher nickte sie der Magd unmissverständlich zu.
„Na los, sag schon, was ist geschehen?“


Doch statt einer Antwort senkte Mila nur ihr Haupt, griff in ihren Kittel und beförderte einen Umschlag zu Tage. Jenen Umschlag überreichte sie der
Inquisitorin wortlos und wich anschließend direkt wieder einen Schritt zurück. Verwundert musterte die Magierin das ihr übergebene Kuvert, welches
ihren Namen trug. Die Handschrift darauf konnte sie jedoch nicht zuordnen, weshalb sie der Magd weitere Fragen stellte.
„Was soll das? Und woher hast du diesen Umschlag?“


„Jemand muss ihn mir auf dem Markt zugesteckt haben. Ich weiß nicht wer es war, dort waren zu viele Menschen. Aber ich denke es wird kein Zufall sein,
dass Euer Name darauf steht.“
Erwiderte Mila zwar mit leiser, dennoch fester Stimme.


Nachdenklich betrachtete die Inquisitorin daraufhin abermals das Kuvert in ihren Händen, nun letztendlich gab es wohl nur einen Weg herauszufinden,
wer sie auf jenen Weg kontaktieren wollte. Doch da man ihr diesen Umschlag auf solch sonderbare Art und Weise zugestellt hatte, beschloss sie ihn nicht
innerhalb der Hallen zu öffnen. Wer wusste schon, was in ihm verborgen war. Mit einem knappen Nicken und den Worten: „Ich kümmere mich darum.“
steckte sie den Umschlag ein. Nun war es  an der Zeit ihrem Instinkt zu folgen. Grußlos ließ sie die Angestellten zurück und verließ das Anwesen.


Besagter Instinkt führte sie zuerst in den Felsendom zu Steinbergen. Zwar erlangte sie dort keine neuen Erkenntnisse, doch immerhin konnte sie Vargus
dazu anhalten, wachsam zu sein und ihm aufzutragen, dass er ihr einen Raben zukommen lassen sollte, wenn es Neuigkeiten gäbe.

Anschließend durchquerte sie die dichten umliegenden Wälder, um danach einen abgelegenen Pfad, der von zerklüfteten Steinen umsäumt war, zu bestreiten.
Ihr Ziel stellte ein kleines abgelegenes Plateau dar. An ihrem Zielort angekommen, ließ sie ihren Blick einen Moment über ihre Umgebung schweifen. Vor ihr lag
nichts weiter, als die raue See an deren Horizont die Sonne gerade gewillt war unterzugehen. Hinter ihr waren lediglich einige Felsbrocken, die sie dennoch vor
neugierigen Blicken schützen sollten.


Hier hatte sie alles, was sie für ihr Vorhaben benötigte. Sie setze sich ans Ufer zog ihre Schuhe aus und ließ ihre Füße von dem seichten Wasser des Meeres
umspülen.  Um sicherzugehen, dass der Umschlag in ihrer Tasche nicht von schwarzer Magie durchtränkt war, wollte sie sich von der Dunkelheit durchdringen.
Dieser Part in ihr würde spüren, wenn Gefahr bestünde.  Ein Unterfangen, welches jedoch immer ein wenig Heikel war, der Sog der Dunkelheit in ihr war stark,
es war leicht sich in eben diesen zu verlieren. Einst hatte ihr eine junge Magierin genau an diesem Ort gesagt, dass Lorena sich vor den Gefahren des dunklen
Waldes, der das Gebirge umgab, in Acht nehmen sollte. Doch die Dunkelheit, die in ihrer Seele lauerte, war gewiss verzehrender und zerstörerischer, als
irgendwelche streunenden Halbstarken, die sich in den Wäldern verstecken könnten. Daher sollte ihr Element, welches Ogrimar ihr einst in die Wiege gelegt
hatte, als eine Art Anker fungieren, damit sie jederzeit die Kontrolle zurückerlangen konnte, sollte es den von Nöten sein.


Bestimmt zog sie das Kuvert aus der Tasche, schloss ihre Augen, atmete einmal tief durch und erlaubte ihrem Dämon sich in den Vordergrund zu drängen.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis er ihren Körper komplett durchdrungen hatte und sich ans Werk machte, den Umschlag zu untersuchen, damit er anschließend
sein Urteil verkünden konnte. ~Es geht keine direkte Gefahr von dem Gegenstand aus, doch dir wird dennoch nicht gefallen, was drin ist. ~


Überrascht und nicht minder irritiert öffnete sie ihre Augen, da sie keinen Anlass hatte ihrem Untermieter zu misstrauen, wendete sie den Umschlag, löste das
Wachssiegel und holte den darin enthaltenen Brief hervor. Eilig überflogen ihre Augen die wenigen Zeilen, die dazu führten, dass ihr regelrechtdas Blut in den
Adern gefror.




Dem Einen zum Gruße, Lorena

wie viele Monde ist es her? Hast du Deine Suche aufgegeben? Man könnte es fast glauben.

Nur der Form halber sei gesagt, dass unser Vertrag dennoch Gültigkeit behält und im Zweifel würde das Kopfgeld unbedeutend höher ausfallen, um die Schuld einzutreiben.

Vielleicht schaust du zur Vorsicht hin und wieder bei Halam vorbei.

Vielleicht findest ja du Dein Abbild erneut an der Wand, vielleicht lade ich dich aber auch auf ein Glas Wein ein. 
Keine Drohung, sondern ein Versprechen. 

Wir sehen uns, Eisheilige... 
H.



„Wie kann er es wagen?“ grollte sie, während ihre Hände das reißerische Pamphlet leicht zerknitterten. ~Ich sagte ja, es wird dir nicht gefallen, was du finden wirst.
Wenn du mich fragst, sollten wir den Verfasser einfach töten!~
Verkündete in dem Moment ihr Dämon überaus belustigt und mit unterschwelliger Gier in der Stimme. 

„Wenn das nur so einfach wäre.“ Gedankenverloren löste die Inquisitorin eine Hand von dem Brief in ihren Händen und richtete ihr Augenmerk auf die feine Narbe,
die ihre Handinnenfläche zierte. Mit bloßem Auge kaum zu erkennen, doch sie wusste, dass sie dort war.
„Ich bin an ihn gebunden, ob mir das nun passt oder nicht. Daher ist das keine Option.“ Erwiderte sie mit einem genervten Seufzen.

~Doch natürlich, du kannst dir doch nicht einfach was von einem Kerl vorschreiben lassen, überlass mir einfach deinen Körper,du brauchst ihn ja dann nicht mehr.
Ich werde dich auch rächen und seinen Kopf fressen~


Bei dieser Aussage schüttelte die Magierin nur verneinend mit dem Kopf und quittierte sie mit einem Augenrollen. „Ja natürlich, wäre ich so lebensmüde hättest
du meiner Körper längst verzerrt, außerdem denk nach, auch unsere beiden Seelen sind durch deine Aktion in der Waldhütte verwoben. Sterbe ich, tust du es auch.
Seiner Zeit blieb mir keine andere Wahl und im Grunde hat sich nichts an der Ausgangslage geändert, um die Relikte zu finden, brauche ich seine Hilfe.“

War dies doch ein Umstand, mit dem die Inquisitorin bereits seit Monaten haderte, der natürlich aber nicht unkommentiert blieb.

~ Verdammt, du hast Recht. Sicher wird er entzückt sein, wenn er bemerkt, dass die Seele die du ihm angeboten hast inzwischen zweigeteilt ist. Zwei zum Preis von einer,
was ist er doch ein Glückskind. Oder meinst du er ist erbost, wie unachtsam du mit seinem Eigentum umgegangen bist, du widerspenstige Eisheilige?~


Entschlossen schüttelte Lorena ihren Kopf, als würde sie ihre Gedanken klären wollen. Anschließend zog sich sich ihre Schuhe wieder an und stand auf, um sich den Staub von der Robe zu klopfen.

„Alle Spekulationen sind unerheblich. Wie es aussieht holt meine Vergangenheit mich nun ein und es ist Zeit, sich dieser zu stellen. Ich werde mich weder vor ihm,
noch vor sonst irgendwas verstecken. Noch heute werde ich ihn aufsuchen und ihn für seine Unverfrorenheit zur Rede stellen.“
Da sich der Tag jedoch bereits dem
Ende näherte und die Abenddämmerung eingesetzt hatte, holte sie abermals die Sanduhr aus ihrem Rucksack und nutze einen ihrer Eiszauber, um den Sand darin
zu zwingen, langsamer zu rieseln. So konnte sie die Taverne zu Lichthafen noch erreichen, bevor die Nacht endgültig einbrechen würde.

 
Zuletzt geändert von Lorena am Mi 25. Okt 2023, 18:02, insgesamt 1-mal geändert.

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~ Großinquisitorin der dunklen Kirche~
~ Mitglied der Familie Zar ~



❖Wer sich auf dünnes Eis begibt, sollte sicher sein, dass er gut schwimmen kann, andernfalls wird er vom ewigen dunklen Meer verschlungen.❖
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Samoel
Bauer / Bäuerin
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Registriert: Mo 17. Jul 2023, 18:25

#74

Beitrag: # 53588Beitrag Samoel »

Die junge Magd wollte ihr Wort halten das sie Samoel gegenüber nicht ausgesprochen hatte. Nach ihrem letzten Besuch bei ihm war da ein innerer Drang, einem tiefen Wunsch gleich, dieses Hochgefühl noch einmal erleben zu dürfen. Was auch immer dieser Gefangene mit ihr gemacht hatte, sie wollte es noch einmal spüren. Den ganzen Tag schon und auch die halbe Nacht drückte sie sich immer wieder vor dem Kellerabgang herum. Doch niemand kam und schien sich weiter für den Gefangenen zu interessieren. Sie nutzte jenen Augenblick in dem sie sich unbeobachtet wähnte und stieg die Treppen hinab um die Zelle Samoels aufzusuchen.
Seid ihr da? Fragte sie unnötigerweise, dabei horchte sie an der Türe ob sie vom inneren der Zelle etwas hören konnte. Vorsichtig öffnete sie die Klappe der Durchreiche um in das innere zu spähen.
 
Samoel richtete sich auf als er die Schritte vor seiner Zellentüre vernahm. Er geht zu der Türe und legte sein Ohr an diese. Als die Stimme der Magd an sein Ohr drang umspielte ein leichtes lächeln seine Lippen. Wie den Abend zuvor kniete er sich vor die Türe so das er in Augenhöhe der Durchreiche war. Ihr letzter Besuch gab Samoel so viel Kraft zurück, das es ihm möglich war durch einen kleinen, einfachen Zauber den Raum in dem er saß zu erhellen.
Ihr seid zurück gekommen. Stellte auch Samoel unnötigerweise nun seinerseits fest.
Die Magd hatte sich vor der Türe einen Stuhl zurecht gezogen und diesen seitlich an die Türe gestellt. Selbst hatte sie auf diesem Stuhl platz genommen. Ohne lange Umschweife kam das junge Mädchen zum Punkt ihres Erscheinens. Ganz so wie Samoel es mittlerweile von den Mitgliedern der Legion kennen gelernt hatte.
Was habt ihr mit mir gemacht? Wie war das möglich und ich möchte das wieder spüren. Den ganzen Tag hatte das Mädchen sich Gedanken darüber gemacht. Hatte immer wieder ihr Handgelenk befühlt, an dem nicht ein Kratzer zu sehen war.
 
Samoel hatte bereits mit den ersten Schlucken ihres Blutes gespürt das er ihr für einige Zeit jegliche Sorgen und Leid aus ihren Gedanken vertreiben konnte. Es war immer das selbe mit den einfachen Leuten, deren Geist verletzlich und verwundet war. Ein jeder trug eine Sehnsucht in sich und diese konnte sein Gift stillen, ihnen Leichtigkeit bescheren, einen Rausch dem sie sich gerne immer wieder hingeben wollten. Es war ein Geben und ein Nehmen. Seine Opfer schenkten ihn den Saft den er so dringend brauchte um bei klaren Verstand zu bleiben, dafür schenkte er ihnen Stunden der Leichtigkeit und des Vergessens.
 
Er wollte dieses Geschenk das man ihn machte auskosten so lange er die Möglichkeit dazu hatte.
Samoel sah die junge Magd mit seinen rehbraunen Augen gewinnbringend an. Er streckte seine Hand nach ihr aus und auch das junge Mädchen schob ihren Arm durch die Durchreiche. Wie den Abend zuvor liebkoste er wieder ihren Handballen, legte sein Gesicht in ihre Hand. Doch diesmal biss er nicht zu. Der liebevolle Ton seiner Worte sollten sein Versprechen bekräftigen.

Ich kann euch dieses Gefühl der Leichtigkeit wieder geben, doch würdet ihr mir auch einen Wunsch erfüllen? Bitte bringt mir eine Schale mit Wasser und frische Kleidung. Und wenn ihr noch ein Stück Kohle oder Kreide finden könntet, dann würde ich mich sehr über eure Gesellschaft freuen und ich kann euch geben wonach ihr euch sehnt.
 
Erst wollte das junge Mädchen widersprechen. Sie wollte zurück in den Traum der sie den letzten Abend begleitete und sie wollte es sofort. Doch war sie noch immer eine Magd und hatte nicht die Stärke und den Durchsetzungswillen wie jene die in der Hierarchie über ihr standen. Es war eben nicht jeden Vergönnt führen zu können. Manchmal hasste sie sich selbst dafür, doch auf der anderen Seite konnte sie oft einen besseren Handel heraus schlagen wenn sie auf die Wünsche ihres Gegenüber eingegangen war. Und was war schon eine Schale mit Wasser und frische Kleidung. Irgendwie hatte sie einfach das Bedürfnis diesen Fremden zu gefallen, auch wenn er ein Gefangener der Legion war.
 
Ihr versprecht es mir? Fragte sie noch einmal nach ehe sie zögerlich die Hand zurück zog.
Ich verspreche es. Gab Samoel zur Antwort.
 
Die junge Magd verschließt geflissentlich die Luke wieder und machte sich auf den Weg durch die nächtlichen Flure der Legion. Schnell hatte sie aus der Küche die Schale und einen Eimer mit Wasser geholt. Aus dem Kamin hat sie noch zwei Kohlestücke eingesteckt. Die Kleidungsstücke organisierte sie aus dem Waschhaus.
 
Samoel spürte Ungeduld in sich hoch kriechen. Ein Gefühl, das er durch eine harte Schule die er bei seinem Herren durch machen musste, fast schon schon vergessen hatte. Wenn sie nicht wieder kommen würde, wäre sie wieder dahin, seine Konzentration, seine klaren Gedanken und seine Präsenz, ganz zu schweigen von der wieder erstarkenden Magie in ihm. Nein, er musste Geduldig sein. Gerade als er seine Gedanken auf seinen Fixpunkt lenken wollte hörte er wie die junge Frau zurück kam.
Die Luke öffnete sich und Samoel konnte das, noch immer neue, vertraute Gesicht der Magd sehen. Ohne langes zögern reicht sie ihm die Kleidung durch die Luke. Sie legt die Kohlestücke auf die Durchreiche und schöpft anschließend Wasser mit der Schale aus dem Eimer.
Dankbar nimmt Samoel alles entgegen und legt alles vorsichtig neben sich auf den Boden.

Ich habe euch alles besorgt, nun seid ihr dran mit eurem Versprechen. Erklingt ihre Stimme hinter der Türe sehr bestimmend und sie schiebt ihren Arm wieder durch die Luke.
Diesmal lässt Samoel sich nicht lange bitten. Einem Ritual gleich, liebkost er wieder ihre Handflächen, legt sein Gesicht in diese um kurz darauf sich aus ihrem Handgelenk das zu holen das er selbst begehrte. Das Gift seiner Zähne überträgt sich auf das Mädchen. Samoel schenkt ihr den gleichen Traum wieder. Das gleiche Wohlbefinden und den Moment des Vergessens. Wieder Achtet Samoel darauf nicht zu gierig zu sein, was ihn an diesen Abend schon besser gelingen mag. Noch eine ganze Weile nachdem er ihre Wunde verschlossen hatte blieb er bei ihr an der Türe sitzen und hielt ihre Hand.

 
Nachdem das Mädchen gegangen und die Luke wieder verschlossen war, machte Samoel sich daran sich zu waschen und seine mit trockenem Blut verschmierte Robe gegen die frische Kleidung zu tauschen. Auch wenn er noch immer wie eine Ratte in einem Loch saß, fühlte er sich sichtlich wohler. Sollte letztendlich auch die Stärkung durch die Magd sein Übriges dazu beitragen. Er wird Lorena dafür wohl danken müssen... wann immer dies sein sollte, bis dahin musste auch er wieder Vorbereitet sein.
 
So wie die Dunkelheit durch seinen Lichtzauber aus dem Raum gewichen war, so wich sie auch aus seinen Gedanken und seinem Gemüt. Nachdem er sich nun selbst waschen konnte und frische Kleidung an hatte, fand Samoel auch die Kraft und seinen eigenen Anspruch an Reinlichkeit wieder. Auch wenn dies nur einen Kerkerzelle war, so war sie wohl noch für einige Zeit der Ort an dem er zu leben hatte. In Gedanken war er bei Etoh, in gewisser Weise zufrieden mit sich, nicht nur seinem Willen, sondern auch zum Wohl der Gemeinde gedient zu haben. Selbst wenn diesen Umstand wohl die Wenigsten zur Kenntnis nahmen, oder gar zu würdigen wussten.
 
Nachdem er den Dreck mit ein paar Strohwedeln in eine Ecke zusammen gekehrt hatte sah sich Samoel in der Zelle um. Er nahm die Kohle an sich und schrieb an die Wand welche der Türe gegenüber lag einen Satz.
Traue der Dunkelheit nicht, die Wahrheit siehst du nur im Licht.
 
Es sollte Samoel entgegen kommen das die Türe zum Boden einen 3cm Spalt hatte. Er kniete sich vor die Türe und begann einen akkuraten runden Kreis auf den Boden zu malen...
 
 
Traue der Dunkelheit nicht. Die Wahrheit siehst du nur im Licht.

Bild


geboren aus dem Schoß der Schwester, gezeugt vom gemeinsamen Vater, der erste seiner Art.
Von Familie und Clan verstoßen - seiner Berufung folgend
Faktotum seines Herren ?
Beschützer der Familie und des Hauses Lucis


Nichts ist wie es scheint und liegt der Wahrheit doch so nah.
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Landru
Bürger / Bürgerin
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#75

Beitrag: # 53591Beitrag Landru »

Unterdessen im Schloss des Clans

Die Worte des Predigers ließen keinen Zweifel das diese merkwürdige Opferung des 'Freundes' keine Opferung in dem Sinne wie er sie kannte gewesen sein konnte. Das bedeutete dieser Bursche lebte oder existierte noch. Der Prediger hat sich nicht sonderlich darüber ausgelassen und auch wenn ihr Bündnis nicht wirklich funktioniert hat, so sann er auf eigene Pläne. "Es gab also eine Kriegserklärung in Folge dessen er sich opferte?" Die Stimme klang amüsiert. "Nur um kein Opfer zu sein? Wo sind die guten alten Zeiten hin, wo ein Opfer noch das Herz auf den Altar legte?" Es war nicht klar mit wem er sprach.

In dem Raum war es stockdunkel, nur der Schein des Mondes warf sein Licht über die Zinnen und in den Raum. Ließen das fahle Fleisch noch fahler wirken und die Kälte dieser Hallen wurden greifbarer. Die Hand streckte sich aus, nach dem kleinen Kopf der auf dem Tisch sich tummelte, neben vielen anderen felligen kleinen Nagern. Sie alle waren seinem Ruf gefolgt. "Was wäre wenn wir ihm vor dem Priester kriegen? Mh? Er schuldet uns noch seine Aufwartung." Flüstert er der Ratte zu, die sich gerade schnuppernd der bleichen Hand entlang hangelte. Einen Moment funkeln die Augen in einem forschen Rötlichen Schein auf. Es war deutlich eine Art Macht die gewirkt wurde und auf die Tiere übertragen. "Ihr werdet auf die Suche gehen für mich.. ja? Sucht ihn. Sucht nach diesem Samoel. Gerüchte... Tratsch.. was auch immer eure Ohren flüstern. Ein Untoter der nicht zum Clan gehört. Lauscht Kinder des Untergrunds.. und berichtet mir." Der Name war das einzige was er den Tieren geben konnte, sehr dürftig, aber vielleicht hatte er Glück. Die Ratten konnten nichts zum Vergleich anwenden, aber sie konnten hören. Sie konnten Worte aufschnappen in allen möglichen Bereichen. Wenn sie unter den Hausdielen der Wohnhäuser und Tavernen sitzen. Den Namen kennen sie. Sie kennen den Zusammenhang, sie kennen den Namen und wie viele Samoels wird es schon geben, die untot und nicht zum Clan gehören.

Als die fellige Armee sich wieder verteilt hatte und ihn alleine gelassen hatte strich er sich nachdenklich über die Lippen während das Rot in den Augen wieder an Intensivität verlor. Es war Zeit zu jagen, die Blutkraft wieder aufzufüllen, die er gerade an die Tiere verloren hatte. Der Griff zum Bogen ehe er sich hinaus in die Nacht schwang. Die Nager würden eine Weile brauchen und vieles davon werden falsche Spuren sein. Vielleicht sogar alles, aber es war ein Versuch wert.
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Sohn seiner Lordschaft Kain und der Lady Enoia Vykos
"Es widerspricht meiner Moral, mich an eure zu halten!"
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