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Samoel
Bauer / Bäuerin
Beiträge: 21
Registriert: Mo 17. Jul 2023, 18:25

#176

Beitrag: # 54241Beitrag Samoel »

Es war ein seltsames Gefühl für Samoel wieder vor der Gemeindehalle zu stehen. Es sollte für ihn normal sein diese zu betreten, zugleich war er auch vorher schon meist nur aus Pflichtbewusstsein hier. Gerne hielt er sich im Hintergrund auf. Erledigte stumm in der Halle die gleichen Aufgaben wie im Hause Lucis selbst auch. Doch nun war er mit Cordula hier. Nun konnte und durfte er nicht mehr Stumm sein. Er würde für die die Führung mit übernehmen müssen.
 
Im Ersten Moment in dem sie das Gebäude betraten war die Halle verwaist. Niemand schien anwesend zu sein, so das Samoel Zeit hatte Cordula fürs erste alles zu zeigen. Er erklärte den Sinn eines runden Tisches der in der rechten Mitte des Raumes stand. Ein runder Tisch an dem alle gleichberechtigt sein sollten. Priester wie Tempeldiener und jeder Gast hatten an diesem Tisch die gleichen Rechte. Das Wort eines jeden hatte gleich viel Gewicht.
 
In gewisser weiße war Samoel erleichtert Etoh nicht sofort in die Arme zu laufen. Was hätte er ihm sagen sollen? Auf der anderen Seite hatte Etoh ihn mit einem Auftrag hinaus geschickt. Nicht das erste mal. Es war auch nicht das erste mal das er erst nach geraumer Zeit zurück kam. Dennoch war es diesmal anders. Noch nie zuvor wurde ihm so deutlich erklärt das sein Herr sich sorgen um ihn machte das er auch bereits schon auf der Suche nach ihm war. Er hatte aber auch noch nie selbst den Gedanken gehabt Etoh verlassen zu wollen, nein vielmehr hatte er das Gefühl das er es sogar musste.
Es war gut das sie am Abend als erstes auf den älteren Priester gestoßen sind.
 
Ihm haben sie die Dokumente gezeigt, welche sie dabei hatten, erklärten ihm ihre eigenen Erkenntnisse und der Priester versprach sich der Sache anzunehmen. Sajin kam jedoch nicht umhin Samoel noch einmal darauf hinzuweisen das es wohl angebracht wäre wenn er sich baldmöglichst bei Etoh sehen lassen würde.
Das Gespräch mit dem Metropolit lies in Samoel selber wieder mehr Hoffnung aufkeimen, dass sie den Antworten näher kommen würden, damit Cordula selbst mit den Quälenden Fragen der Vergangenheit abschließen konnte und somit vielleicht endlich frei war für ein freieres Leben. Ein Leben ohne wiederkehrende düstere Gedanken. Ein Leben indem nicht mehr die Hoffnungslosigkeit regierte sonder der Mut zu neuen Pfaden. Doch beschlich ihn das Gefühl das Cordula den Worten des Priesters kein Vertrauen entgegen bringen wollte. Sie drohte wieder den Mut zu verlieren.
Es kostete ihn auch ein wieder Überzeugungsarbeit die junge Frau zu einem nächtlichen Aufenthalt im Gemeindehaus zu bewegen.
Auf der einen Seite konnte er ihr Unwohlsein durchaus verstehen und Nachvollziehen. Ging es ihm selbst oft nicht anders. Wobei die Gründe die dieses Gefühl erzeugten in ihrer beider Fall ähnlich gelagert waren. Selber hatte er auch immer wieder die Angst entdeckt zu werden und mit dem Entdecken auf Ablehnung zu stoßen. Auch er musste einst durch Etoh in gewisser Weiße dazu gezwungen werden sich im Kreis der Gemeindemitglieder zu bewegen.
Nachdem er ihr Versprach weiter an ihrer Seite zu bleiben und sie in diesem Haus nicht alleine zurück zu lassen, willigte sie ein und Samoel zeigte ihr seine Kammer im ersten Stock. Er überließ ihr wie immer das Bett, während er selbst den Sessel zum ruhen für sich wählte.
 
Der nächste Morgen wollte in Samoel sogleich seinen gewohnten Tagesablauf zurück verlangen. Er würde sich, obgleich jeder in der Halle sich selbst versorgen konnte, um das Vorbereiten des Frühstücks kümmern. Cordula wollte noch ihre Morgentoilette vollenden und ihn dann folgen.
Während er also in der Küche stand um die Platten, das Brot und den Kaffee vorzubereiten, hatte er Zeit seinen eigenen Gedanken und Gefühlen nach zu hängen. Er hatte das Gefühl wieder zu Hause anzukommen. Es war die Tätigkeit an sich die ihn Frieden schenkte. Jeder Diente auf seine Weiße.
 
Nach den Vorbereitungen arrangierte Samoel das Frühstück als eine Art Buffet in der Gemeindehalle...
 
 
Traue der Dunkelheit nicht. Die Wahrheit siehst du nur im Licht.

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geboren aus dem Schoß der Schwester, gezeugt vom gemeinsamen Vater, der erste seiner Art.
Von Familie und Clan verstoßen - seiner Berufung folgend
Faktotum seines Herren ?
Beschützer der Familie und des Hauses Lucis


Nichts ist wie es scheint und liegt der Wahrheit doch so nah.
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Seraja
Kräuterkundiger / Kräuterkundige
Beiträge: 14
Registriert: Sa 12. Mai 2018, 14:50

#177

Beitrag: # 54254Beitrag Seraja »

Aufbruch nach Sturmkante

Nachdem sich der rege Betrieb am Hafen gelichtet hatte, war es Zeit an Board zu gehen. Gerne hätte sie noch auf das Gesindel gewartet, welches augenscheinlich seine Pflichten vernachlässigte und die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellte. Aber solange würde das Schiff nicht auf Seraja warten. Einer der Hafenmitarbeiter hatte sich inzwischen den Pferden angenommen und würde sich um deren Wohlergehen kümmern, bis der verantwortungslose Taugenichts auftauchen würde, der es nicht einmal geschafft hatte, rechtzeitig hier zu sein, um die Tiere nach ihrer strapaziösen Reise in Empfang zu nehmen.

Da der Wellengang ruhig war, konnte das Schiff den Seeweg nach Sturmkante recht zügig beschreiten. Am Hafen zu Sturmkante holte die Magierin die Skizze des Fuchses aus ihrer Tasche hervor. Lange Zeit war sie nicht in Sturmkante gewesen und das sagenumwobene, um nicht zu sagen verrufene Viertel, von dem ihr Kadir erzählt hatte, war ihr auch nicht weiter bekannt. Wohl oder Übel müsste sie sich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Der Besucher war aber nicht aus heiterem Himmel in den Hallen der Legion aufgetaucht. Im Auftrag der Priesterin, war jener mit einem bestimmten Ziel zu ihnen gekommen. Außerdem kannte das Dienstpersonal den Fremden, es war also davon auszugehen, dass alles seine Richtigkeit hatte.

Unweigerlich wurde Seraja achtsamer und misstrauischer, als sie dem heruntergekommen und etwas abseitsgelegenen Stadtteil näherkam. Die meisten Häuser hatten ihre besten Zeiten bereits hinter sich. In dem Stadtbezirk, der vom Nachtleben getrieben war, irrten nur vereinzelte, verlorene Seelen herum, die deutlich sichtbar von den Folgen der vergangenen Nacht gekennzeichnet waren.

„Wo bin ich hier nur gelandet?“ Wisperte die Magierin mehr für sich selbst, als sie für einige Augenblicke stehen blieb und ihre Umgebung mit jener auf der Karte nochmals abzugleichen. Doch leider handelte es sich nicht um einen schlechten Scherz. Das, was Kadir ihr aufgezeichnet hatte, konnte sie in diesen trostlosen Straßen eindeutig wiedererkennen. Das eine Magd der Legion in dieser Gegend herausstechen würde, zweifelte Seraja keinesfalls an.

Aber jene sollte nicht der Hauptgrund sein, weshalb sie nach Sturmkante gereist war. Es gab aktuell Wichtigeres zu tun, als sich um den Verbleib einer Magd zu kümmern, welche Schande über Legion gebracht hatte. Zumal jene vermutlich nicht auf offener Straße darauf warten würde, dass sie für ihre Missetaten zur Verantwortung gezogen wird. Vorrangig wollte Seraja erstmal herausfinden, was es mit dem Schlüssel auf sich hatte, der ihr ausgehändigt wurde. Sollte ihre Zeit es zulassen, könnte sie im Nachgang immer noch Erkundigungen über die vermisste Hausangestellte einholen.
 
Ob der Fremde ihr bewusst eine Karte ausgehändigt hatte, die sie über eher abgelegene fragwürdige Pfade sandte oder es lediglich keine Alternativen gab, konnte Seraja aufgrund fehlender Ortskenntnisse nicht benennen. Aber glücklicherweise sollte es nicht lange dauern, bis sie den Ort fand, den der Fuchs mit einem Kreuz gekennzeichnet hatte und zudem der Schlüssel in ihrer Tasche passen sollte.

"Ob nun Tanuri, Ihr selbst, Anemone, oder jemand anderes aus der Legion das Haus zu dem dieser Schlüssel passt aufsucht: Ich gehe nicht davon aus, dass dort die Antworten sind, die gesucht werden. Die Priesterin gab meinem Meister den Auftrag, mehr über das Verschwinden der Adeptin der dunklen Kirche herauszufinden. Aber nur weil man nach etwas sucht, heißt es nicht, dass man es direkt findet." 

Die Worte des Fremden hatte die Magierin noch genau im Ohr. Ob sie ihr jedoch nur als zweckdienlicher Hinweis oder eine Mahnung dienen sollten, würde sie nur herausfinden, wenn sie sich hineinwagte. Die Karte in ihrer Händen ließ sie wieder in ihrer Tasche verschwinden und nachdem sie sich nochmals verstohlen umgeblickt hatte, um herauszufinden ob sie beobachtet wurde, versteckte sie geübt und unauffällig einen Dolch in dem Ärmel ihres Mantels, bevor sie mit der anderen Hand den Schlüssel fest umgriff und die letzten Schritte zur Haustür überwand. Entschlossen drehte sie dem Schlüssel in dem dafür vorgesehenen Loch und öffnete die knarzende Tür, nachdem das Schloss knackenderweise den Weg hinein freigegeben hatte. Auf der Schwelle der Tür verweilte sie noch kurz, um ins Innere des Gebäudes hineinzuhorchen.

„Na dann wollen wir doch mal schauen, welches Geheimnis sich hinter diesen Mauern verbürgt.“
 

Tochter von Nostrada Miyaka
Mitglied der Legion des Schattens
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~Loyalität ist nicht käuflich, sondern resultiert aus ehrlicher Wertschätzung~
Kevin
Kräuterkundiger / Kräuterkundige
Beiträge: 10
Registriert: Mo 26. Dez 2022, 22:04

#178

Beitrag: # 54291Beitrag Kevin »

Gerade noch rechtzeitig hatte er es geschafft, den Hafen zu erreichen, als das Schiff bereits angelegte hatte und der Anker ausgeworfen wurde.
Es sollte nicht lange dauern und die kostbare Fracht, wurde ihm übergeben. Ein paar Kamele des Handelspartners aus der Stadt Felsriff.
Omar Amana Ben Abul Abbas hatte wirklich nicht zu viel versprochen.

Und ach wie sonderbar und fremdländisch muteten diese Tiere an! Ihm blieb hier und jetzt jedoch nicht die Zeit sie genauer zu studieren.
Als er die Kamele mit einem Seil aneinander band, um sie in einer Art Karawane zu den hiesigen Stallungen zu führen, bemerkte er im
Augenwinkel eine Frau, die ihm irgendwie vertraut erschien. Ihre Aufmerksamkeit lag jedoch ganz auf ein paar abgehalfterten
Kläppern, die wahrlich ihre besten Tage hinter sich hatten.


Etwas an der Erscheinung der Dame ließ ihn näher hinschauen, doch als er sich mit den Kamelen im Schlepptau in Bewegung setzte
und unmittelbar an jener Dame vorbeikam, wandte sie sich ab, übergab die Zügel der Pferde an einen Hafenmitarbeiter und war in der
Menge verschwunden, bevor er das Wort an sie richten oder sich gar versichern konnte, dass es die war, für die er sie hielt.


Stirnrunzelt blieb er stehen und versuchte sie angestrengt unter den vielen Leuten erneut auszumachen, doch sie war fort. Von
hinten rempelte ihm eines der exotischen Tiere die Schnauze in den Rücken und einige Leute blieben neugierig stehen,
um sie zu bewundern. Kevin hatte Mühe die Menschen davon abzuhalten, die ihm anvertraute Fracht anzufassen oder gar mit etwas
Unverträglichem zu füttern. Auch er hatte solche Wesen noch nie zuvor gesehen, er konnte die Gaffer also durchaus verstehen.
Doch er hatte einen Auftrag zu erfüllen und die wertvollen Geschöpfe gehörten nicht ihm. Er sollte also nicht länger hier herumstehen
und Hirngespinsten nachjagen, sondern seiner Arbeit nachkommen.


Da der Papierkram bereits erledigt war, schritt er voran, schupste mit unfreundlicher Mine gar zu aufdringliche Leute beiseite und zog
die Kamele hinter sich her, erneut durch die Straßen Lichthafens. Die Frau jedoch sollte ihm nicht aus dem Kopf gehen.
Hatte er sich vielleicht doch geirrt und es war jemand fremdes gewesen? Doch wenn es Seraja gewesen war, wohin wollte sie?


„Vergiss sie, sie kann auf sich selbst aufpassen.“ Brummte er missmutig zu sich selbst. Dennoch nahm er sich fest vor, bei nächster
Gelegenheit einmal in den Wald zu gehen und wenigstens nach ihrem kleinen Freund Ausschau zu halten und dort nach dem
Rechten zu sehen.
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Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd.
Ein Reiter ohne Pferd ist nur noch ein Mensch.
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Kenna de Vil
Schmied / Schmiedin
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#179

Beitrag: # 54295Beitrag Kenna de Vil »

In einem Haus der Gemeinde Artherks in Lichthafen

Als die Tür hinter dem Priester ins Schloss fiel, erlaubte sich Kenna einen Moment der Schwäche. Ihre Schultern sackten in sich zusammen und kraftlos schloss sie die Lider. Es war nun nicht mehr nötig, den Anschein zu wahren. Stärke und Stolz, welche aufrechtzuerhalten, ihr alle noch verbleibende Kraft geraubt hatten, solange Etoh zugegen gewesen war. Doch jetzt kehrte endlich Stille ein in dem Raum.
Ein unkontrolliertes Zittern erfasste ihr gebrochenes Bein und sie packte es mit beiden Händen, um es ruhig zu halten. Die Vibration übertrug sich über ihre Arme und sie drohte zu hyperventilieren und die körperliche Schwäche drohte erneut sie zu überwältigen.

Niemand würde kommen. Endlich begriff sie.

In Kennas Innerem war es keineswegs still. Sie begehrte auf. Sie schrie. Den Schmerz, den sie spürte, konnte man nicht mit Worten beschreiben oder mit Gedanken erfassen. Er füllte sie gänzlich aus. Einerseits bestand jener Schmerz aus der körperlichen Empfindung und andererseits war es die Demütigung. Es nährte ihren Hass und mischte sich wie Gift in ihren Verstand. Ihre Lippen bebten, doch äußerlich blieb sie stumm. Sie durfte die Fassung jetzt nicht verlieren.
Einzig ihr Glaube war unerschütterlich und solange sie atmete, war sie hier noch nicht fertig, das Werk des einen wahren Gottes der Nacht und des Terrors in diese Welt zu bringen. Sie war sein Werkzeug. Seine Dienerin. Sein Befehl stand über allem.

So saß die Bognerin auf jenem Stuhl, auf dem man sie niedergedrückt und erniedrigt hatte. Blutend, schwitzend und mit heißen Tränen verschmiertem Gesicht. Ihre Stirn glühte von einer aufsteigenden Infektion und niemand des weißen Gesindels scherte sich mehr um ihre Gestalt, als die Dunkelheit hereinbrach und die Schatten im Raum länger und länger wurden.

Ein Fehler, der ihnen nicht hätte unterlaufen dürfen. Sie war in diesem Augenblick und an diesem Ort vielleicht am Boden, trotzdem verfügte sie über die nötige Stärke, wieder aufzustehen. Doch in seiner Überheblichkeit hatte der Priester sie unterschätzt. Es glich einem Dominoeffekt, den man nicht mehr aufhalten konnte. War ein Steinchen erst einmal angestoßen und eine Entscheidung getroffen, reihten sich daran immer weitere und weitere.

„Ihr hättet mich besser nicht am Leben lassen sollen, alter Mann.“ Flüsterte sie und mit jedem Wort und jeder Silbe, die Kenna zwischen den bleichen Lippen hervorstieß, schwang ein unmissverständliches Versprechen mit. Die Jägerin würde keine Gnade walten lassen.

                                                                                         ~

Nur wenige Stunden später entfernte sich trabend im Schutze der Dunkelheit ein Reiter eilig vom Gelände der lichten Gemeinde. Dicht über den Hals des schwarzen Pferdes gebeugt und nur schemenhaft zu erkennen, waren es einzig die donnernden Hufe auf dem Kopfsteinpflaster, welche sie verrieten. Kurz darauf kehrte erneut die Stille der Nacht ein und nirgends war ein Licht im Fenster entzündet worden, um nachzusehen wer die Gestalt gewesen war. Nachts blieben die braven Bürger besser in ihren Häusern und erregten nicht unnötig die Aufmerksamkeit. Denn zu diesen Stunden lauerte nur das Böse im Schatten.
Auf dem Rücken des Namenlosen kehrte Kenna unbehelligt heim, in den Schoß ihrer Gildengemeinschaft.



Erst im Morgengrauen sollte das heraufsteigende fahle Tageslicht das ganze Ausmaß ihrer Flucht offenbaren. Eine tote Magd, mit eindeutigen Malen der Strangulation am Hals, die Augen weit aufgerissen. Der Stuhl in jenem Zimmer umgeworfen, ein Wasserkrug zerborsten am Boden, was von ihrem Todeskampf herrühren mochte. Ein weiterer Bursche, tot am Treppenabsatz des Erdgeschosses. Man sah ihm auf dem ersten Blick nicht an woran er gestorben war, lag er mit dem Gesicht nach unten. Aber die enorm große Blutlache unter ihm und die Spritzer an der Wand neben der Treppe, ließen keinen Zweifel daran, dass er sein Leben gelassen hatte. Und schlussendlich der dritte Tote. Ein Stallbursche dessen Kopf eigentümlich weit verdreht schien und der draußen vor dem Eingang auf dem Pflaster lag. Ein paar interessierte Fliegen, krabbelten ihm bereits über die trüben Augen, auf der Suche nach einem geeigneten Platz ihre Eier abzulegen.

Folgte man der Spur des Todes, war es nicht schwer nachzuvollziehen, wie sich Kenna ihren Weg nach draußen gebahnt hatte.
Auch wenn Etoh sie zum Verrotten in dem Zimmer hatte liegen lassen, waren diese Gutmenschen wohl eigenmächtig auf die Idee gekommen ihr zumindest etwas Wasser zu bringen. Eine Gelegenheit auf die die Jägerin nur gewartet hatte. Sobald die Magd mit dem Krug ihr nahegenug gekommen war, hatte sie zugeschlagen. Ein einfacher Lederriemen blitzschnell um den Hals geschlungen, hatte sie sie ganz nah und mit aller Kraft an sich gezogen. Sie konnte ihr Haar riechen und ihren rasenden Herzschlag spüren. Die Frau wollte schreien, doch ihr fehlte die Luft zum Atmen. Sie griff sich panisch an ihren Hals, um sich zu befreien, doch es gelang ihr nicht. Sie schlug voller Verzweiflung um sich, als die Erkenntnis des nahenden Todes unumstößlich wurde, sie trat mit den Füßen aus, bäumte sich auf. Doch die Jägerin ließ nicht von ihr ab. Nach nur wenigen Minuten erschlaffte der Körper in Kennas Armen und lag mit seinem ganzen Gewicht auf ihr. Kenna selbst atmete schwer und Schweiß rann ihr über die Schläfe. Aber es blieb keine Zeit, um auszuruhen.

Das Poltern des Stuhls musste den Burschen aufmerksam gemacht haben, doch als er nachsehen wollte was da los war, war es bereits zu spät. Kenna hatte die Tote achtlos von sich gerollt und sich eine Tonscherbe gegriffen. Sie musste nehmen, was sie bekam - selbstständig aufstehen konnte sie schließlich nicht. Als der Blick des jungen Mannes auf den reglosen Körper der Frau fiel, stürzte er voller Entsetzen zu ihr hin. Auf Knien flehte er, sie möge die Augen öffnen, unfähig zu erfassen, was hier gerade geschehen sein mochte. Den Moment nutzte die Jägerin für sich und hielt ihm die neue Waffe an den Hals. In Todesangst tat er alles, was Kenna von ihm verlangte. So half er ihr gefügig die Treppe hinunter und wies artig einen Stallburschen an, ihr Pferd zu bringen. Immer mit dem Wissen, der scharfen Schneide an seiner Kehle.

Als der Stallknecht ihr das Pferd brachte, machte sie kurzen Prozess und mit einem Gurgeln brach der Mann zusammen. Es war weniger genussvoll, als damals bei Samoel und diesmal durften sie ihren Dreck auch selbst aufwischen.

Der Stallbursche war unterdessen zur Salzsäule erstarrt, unfähig fortzulaufen oder um Hilfe zu rufen. So viel Blut hatte er wohl zuvor noch nicht gesehen. Auf einem Bein nun wieder eigenständig stehend, wies sie ihn an, ihr auf den Rappen zu helfen und als er nicht reagierte, musste sie deutlicher werden. Die blutverschmierte Scherbe war dabei kein unerhebliches Druckmittel. Noch immer ohne Sattel und mit einem lädierten Bein, würde es kein angenehmer Ritt werden. Doch sie war nicht wählerisch. Kaum saß sie oben, warf sie die Scherbe weg und griff beherzt mit beiden Händen den Kopf des Burschen, noch ehe er Abstand von ihr nehmen konnte. Grade, als er die Hoffnung gefasst hatte, der Dienerin Ogrimars doch unversehrt zu entkommen, fand sein Leben ein Ende, kaum dass er geblinzelt hatte.

 
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Dem einen gehorche ich. Dem einen folge ich. Dem einen diene ich.
Doch dir, dir gehöre ich.
Finsternis.
Antworten

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