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Die dunkle Prophezeiung

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Naheniel
Landstreicher / Landstreicherin
Beiträge: 2
Registriert: Mo 27. Mai 2019, 19:18

Die dunkle Prophezeiung

#1

Beitrag von Naheniel » Mo 27. Mai 2019, 19:47

"Mein Lord, meiner Herrscher, ewiger Gott der Dunkelheit und des Untergangs. Hier stehe ich, Euer untergebener Diener und bringe Euch das Opfer meines Leibes dar. Ich werde für Euch sterben, ich werde für Euch wiedergeboren. Prüfungen werde ich durchschreiten, ich werde durch das Feuer gehen und auferstehen um Eure Kunde zu verbreiten."

Mit jedem der im Gebet gesprochenen Worte schlug er sich selbst mit einer ledernen Peitsche auf den Rücken. Tiefe, blutende Striemen hatten sich bereits gebildet. Diese überdeckten aber nur kurze Zeit die zahlreichen Narben, die sich über viele Jahre angesammelt hatten. Jeder Schlag, der anderen Schmerzensschreie entlockt hätte, ermutigte ihn nur dazu, immer weiter zu machen. Unaufhörlich. Den schon lange fühlte er keinen Schmerz mehr. Nein, viel besser noch: Jede neue Narbe war ein Schritt mehr zu ihm. Zu seinem dunklen Fürsten der ihm seine Kunde so deutlich nahegebracht hatte. Es war ein langer Weg, den er bis hierher gegangen war. Nichts konnte ihn aufhalten. Er hatte es gesehen, er hatte es mit jeder Faser seines Körpers gespürt. Seinen Willen hatte er vernommen und er würde alles daran setzen, um ihn mit aller Macht durchzusetzen. Bereits als kleiner Junge hatte er die Bilder immer wieder vor sich gesehen. Das Chaos, den Untergang, den Tod. Und aus diesem war er hervorgetreten, stark und mächtig wie nie zuvor. Eng an seiner Seite waren seine Jünger getreten, erhoben flammende Schwerter, die jedem, der zögerte für seine Sache zu kämpfen, in Asche verwandelten. Als er seinen Eltern von seinen „Träumen“ berichtete, waren sie entzückt gewesen. Sei selbst schimpften ein ums andere mal um über den Verfall der Kirche, über die Lehren, die immer seichter ausgelegt wurden. Und jetzt war es ihr Sohn, ihr eigen Fleisch und Blut, welches neben dem Einen die Ordnung dieser Welt wieder herstellen sollte. Schon früh unterwiesen sie deshalb ihn in den Doktrinen und den Ritualen und schickten ihn zu den Priestern. Bei ihnen sollte er in die Schule gehen, er sollte lernen, einer von ihnen werden. Doch so weit sollte es nicht kommen. 
 Ein zufriedenes Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab, als er an die Worte dachte, die in den Schriften der alten Bibliothek gefunden hatte. Wobei, gefunden hier der falsche Begriff war. ER hatte ihn dorthin geführt. In all seiner Weisheit, hatte er ihn, Naheniel, auserwählt ihm Althea zu Füßen zu legen, damit er es nach Seinen Wünschen formen und gestalten konnte. Und um endlich diese gesamte gottlose Brut von diesem Erdboden zu wischen. Ein für allemal. Denn so stand es geschrieben: 

Brüder sollen sich befehden und einander fällen.
Geschwister wird man sehen, wie sie die Sippe brechen! 
Schwarz wird die Sonne und die Erde sinkt ins Meer,
vom Himmel werden schwinden die Sterne.
Denn der Eine wird kommenund er wird über alle richten.
 

Es erschauderte ihn genüsslich, als er an die Worte zurückdachte. Doch nicht nur waren es Worte gewesen, schon Jahre bevor er auf die Schriften in der alten Bibliothek gestoßen war, hatte er diese Szenarien in seinem Kopf gehabt. Immer und immer kamen sie bei Nachts und später auch bei Tags. Einst war er sich sicher gewesen, dass dies der Ruf der dunklen Priesterschaft gewesen sein musste. Er sollte an ihrer Seite die Kunde des einen Gottes verkünden und über die Inseln tragen. Gelehrig lauschte er jedem einzelnen Wort derer, die sich als die Reinen ausgaben. Er war sich zu jener Zeit sicher gewesen, dass sie es verstehen würden, dass sie die Bilder deuten könnten. Doch nichts davon geschah. Im Gegenteil. Hinter seinem Rücken wurde getuschelt, er wäre nicht ganz bei Sinnen.
Wieso sollte der dunkle Lord denn ausgerechnet zu einem Jüngling wie ihm sprechen? Nein, das wollte und konnte man sich nicht vorstellen. Es musste sich um einen Verrückten handeln. Einem der vielen, die dachten, sie wären die Auserwählten. Es stellte sich Schlussendlich bei einer genaueren Prüfung solcher Personen immer wieder heraus, dass es sich nur um Phantasteleien handelte, ohne Hand und Fuß.
Doch was sollten sie nun mit ihm tun? Zu Anfang hatten sie ihn noch gewähren lassen und ihm seine angebliche Nähe zu Ogrimar gegönnt. Die Priesterschule hatte er mittlerweile fast bis zum Ende durchlaufen, aber sie konnten ihn unmöglich diese Ehre zu Teil werden lassen, einer von den ihren zu werden und seine wahnwitzigen Ideen in die Welt hinaus zu tragen. Welches Licht würde dies auf sie werfen? Schließlich war das Vertrauen der schwarzen Gemeinde gegenüber der Priesterschaft schon seit längerer Zeit etwas angespannt!
Für sie stand fest, dass er kein Priester werden konnte. Vielleicht wäre er als Krieger für ihre Sache geeignet, doch auch das schien ihnen zu gefährlich. Schließlich konnte man nie sagen, wem er seine seltsamen Phantasien noch mitteilte.Deshalb ließen sie ihn vorerst noch weiter in der kleinen Schule gewähren, schlossen ihn aber nach und nach aus gewissen Seminaren aus, die ihn zum Abschluss seines Priesterstudiums bringen sollten.
Doch er vertraute ihnen blind. Denn schließlich waren sie die Priester. Sie waren die Gesandten Ogrimars. Wer war er, dass er an ihren Entscheidungen zweifeln würde? In seinem Eifer war er sich sicher, dass es sich hier nur um eine Prüfung handelte. Er setzte alles daran, seine Lehrer zufrieden zu stellen, er verinnerlichte jedes einzelne Wort der Doktrin immer und immer wieder. Bis er eines Nachts einen neuen Traum hatte.

Eine vollkommen leere Welt, kein Baum, kein Tier kein Grashalm. Nur Dunkelheit und das Nichts umgab ihn. Als er im Nichts einige Zeit umher gewandert war, sah er ein mächtiges Tor vor sich erscheinen. Reich geschmückt mit dunklen Zeichen, die er nicht entziffern konnte, umgeben von einem wabernden kalten Nebel. Als er das Tor berührte um die mächtigen Flügeltüren zu öffnen, zerschnitt eine dunkle Stimme die Stille. Sie war weder männlich, noch war sie weiblich. Sie war weder von dieser, noch von einer anderen Welt. Und doch war sie hier, zum greifen nah und doch unendlich fern: 


Durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerz,
Täuschung trieb meinen hohen Schöpfer,
geschaffen haben mich die Allmacht Gottes,
seine Weisheit und der erste Krieg.
vor mir ist kein geschaffen Ding je gewesen,
nur Ewiges - und ich muss ewig leben.
Wenn Ihr eintretet … lasst jede Hoffnung fallen.  

Ohne ein Geräusch öffnete sich das Tor, selbst seine Schritte auf dem polierten Marmor hinterließen keinen Ton. Er betrat einen großen schwarzen Saal, kein Kerzenlicht erhellte den Raum, dennoch erkannte er eine mächtige, jedoch leere Tafel. Selbst der kunstvollste und größte Sitzplatz war leer. Eine tiefe Enttäuschung machte sich in seinem Herzen breit. Er war überzeugt gewesen, dass dies es sich um die Hallen des großen Herrschers handeln musste. Doch wie es schien, war es heute doch nur ein Traum, der ihn in die Irre geführt hatte. Hatte er wirklich geglaubt, der dunkle Lord würde ihn an seine Tafel holen? Ihn? Naheniel? Fast schon musste er laut loslachen. Was war er nur für ein Tor. Er hatte wirklich gehofft...
Plötzlich riss er die Augen auf. Die Stimme, was waren ihre Worte gewesen? Wenn Ihr eintretet … lasst jede Hoffnung fallen. Mit einem Mal brachen tausende Geräusche über ihn herein, Seufzer, Wehklagen, Schreckenslaute, Worte voller Schmerz und hoher Geschrei des Zorns. Verschiedenste Sprachen drangen an sein Ohr, wie sie bittend, flehend und tränenerfüllt nach Erlösung suchten. Hinter ihm versank das Tor, durch das er eben noch getreten war, in einem dunklen Nebel und löste sich in diesem auf. Je lauter, je drängender, je zornerfüllter und verzweifelter die Stimmen wurden, desto gieriger umschloss dieser Nebel nun ihn. Körperlos und kalt. 


Sieh sie Dir an, die Feinde, die Ketzer, die Unwürdigen.
Sie Dir an, die Schatten, die von ihnen geblieben sind.
Sie sie Dir an, diejenigen die sich feig verweigerten dem einzig Wahren. 
Und er sah sie, blutige tränenverzerrte Gesichter, die voller Verzweiflung zu ihm aufblickten. 
Wäre der Geist der lebenden Geschöpfe nicht getrübt von Machtgelüsten, so würden sie aus so vielen Zeichen heraus, den Willen des einen Gottes erkennen. 
Doch die Wege die derzeit gegangen, unterscheiden sich vom göttlichen soweit, wie Eure Erde es von der tiefsten Hölle tut. 
Deshalb stehst Du hier.
Du wurdest geboren, um seinen Willen auszuführen.
Du wurdest erkoren, um ihm zu dienen.
Du wist das Schwert sein, dass die Ungläubigen vernichtet. 


Nachdem die Stimme geendet hatte, öffnete Naheniel seine Augen. Das Nichts und der Nebel waren verschwunden, er befand sich in seinem Zimmer in der Priesterschule. Sein Herz raste und sein Atem ging schnell, als er zurück an die Worte dachte, die soeben zum ihm gesprochen worden waren. Er wurde geboren, um seinen Willen auszuführen...

Eilig zog er sich seine schwarze Robe über und hastete die von Kerzen erleuchteten Flure entlang, bis zu den Räumlichkeiten des Hohepriesters, der sich dann und wann für einige Zeit in die Schule zurückzog, um innere Ruhe zu finden und seinen Geist von den Eindrücken der vollen Städte zu reinigen. Wie es der Zufall wollte – oder konnte es sein, dass es gar kein Zufall war – war er derzeit zugegen. Naheniel pochte mit seiner Faust immer und immer wieder gegen die Türe, bis sie nach einer halben Ewigkeit endlich geöffnet wurde und der Hohepriester ihn verschlafen und verärgert ansah. Aufgeregt drängte Naheniel ihn in den Raum hinein, er konnte jetzt nicht auf Sitte und Gepflogenheiten achten, zu wichtig war das, was er ihm zu sagen hatte. Fast schon überschlug er sich mit seinen Worten, als er erzählte, was er gesehen und gehört hatte. Die Miene des Hohepriesters verfinsterte sich zunehmend.

„Schweig!“ herrschte er ihn an. „du bist nicht mehr nur nicht bei allen Sinnen, Du... Du bist geisteskrank! Wie kannst Du es wagen, den dunklen Lord damit zu beleidigen, zu denken, Du kleiner Wurm wärst von ihm erwählt worden, das Chaos über das Land zu bringen? Du bist nicht einmal ein ausgebildeter Priester. Du wirst auch niemals einer werden! Ein Dümmling bist Du, verzogen von reichen Eltern die meinen, etwas besseres zu sein! Sie hatten wohl gehofft, mit Dir an der Leiter noch ein Stück weiter emporklettern zu können und haben Dich in Deinen dummen kindlichen Phantasien unterstützt. Aber mich, mich täuscht Du nicht. Du bist ein Nichts. Und Du wirst niemals jemand sein. Auch nicht mit deinen ausgedachten Geschichten. Ein Mönch kannst Du werden, das Schweigegelübde ablegen und Dich auf ewig in den Kellern verstecken und über Deine Vergehen und Deine Lügen nachdenken. Mehr wirst Du niemals sein.“
Der Hohepriester begann schallend zu lachen, als er in die wütenden Augen Naheniels blickte. „Du hast doch nicht wirklich gedacht, dass wir Dir die Priesterweihe zu Teil werden lassen? Dass Du diese Ehre erfahren wirst? Ein Lügner wie Du es bist, hat nichts in unseren Reihen verloren.“ Naheniel schluckte schwer bei den Worten, die der Hohepriester vor ihm ausspuckte. Wut machte sich in ihm bereit. Er hatte den Priestern vertraut, ihnen von seinen „Träumen“ erzählt und gehofft, dass sie ihn verstehen und unterstützen würden. Dabei war das Gegenteil geschehen, sie hatten ihn getäuscht.

Da kam es ihm. Der Hohepriester, er hatte Angst. Er hatte Angst, seine Macht über die Priesterschaft und über die Inseln zu verlieren, jetzt da es jemanden gab, der die Worte des großen Herrschers direkt vernommen hatte und sich nicht nur auf alte staubige Bücher berief. Er erinnerte sich an die Worte, die die Stimme zu ihm gesprochen hatte. Wäre der Geist der lebenden Geschöpfenicht getrübt von Machtgelüsten, so würden sie aus so vielen Zeichen heraus, den Willen des einen Gottes erkennen. 
Ein düsteres Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. Machtgelüste waren es, die den Hohepriester befallen hatten. Es würde Zeit werden, ihn dorthin zu schicken, wo auch all jene waren, die über ihren eigenen Egoismus vergaßen hatten, wem sie eigentlich dienten. Mit einem gekonnten Satz trat er an den Priester heran und legte ihm seine starken Finger um den alten faltrigen Hals und drückte diesen, so fest er konnte, zu. Nur kurz war der Kampf gewesen, zu alt und zu verbraucht war der Priester schon, zu fett gefressen von den weltlichen Gelüsten. Als der letzte Lebenshauch aus seinen Augen wich, flüsterte Naheniel ihm noch leise zu: „Grüßt den dunklen Lord von mir. Aber wer weiß, vielleicht landet Ihr jetzt auch beim Gott der weißen Ketzern, nachdem Ihr seinem Willen nicht folgen wolltet.“ 

Naheniel sah sich noch in dem Zimmer um, ob er noch einige wertvolle Bücher darin entdecken konnte und ließ diese schnell unter seiner Robe verschwinden. Man wusste nie, wer um diese Zeit in den Gewölben unterwegs war. Doch er hatte Glück, niemand begegnete ihm auf seinem Weg nach draußen. Ein letztes Mal sah er sich um zum dem Ort, der ihm die letzten Jahre ein zu Hause gewesen war. Ein trügerisches und verlogenes, wie sich heraus gestellt hatte. Der Zorn und die Wut beherrschten ihn immer noch, als er leise flüsternd einen Feuerregen heraufbeschwor und über die Schule niedergehen ließ. Dann drehte er sich um und ging, ohne sich noch einmal umzublicken, davon. Im Hintergrund hörte er die ersten verzweifelten Schreie und Schmerzenslaute. Doch das einzige was sie in ihm hervorbrachten, war Genugtuung. Chaos soll das Land regieren. Und dies war der erste Schritt.
Der Machtgier der Priester sollte endlich ein Ende gesetzt werden. Die Enttäuschung über deren Verlogenheit würden sie alle bezahlen müssen.
Er würde sie ausmerzen. 
Jeden. einzelnen. von. ihnen. 


Seit diesem Abend waren einige Jahre vergangen, er hatte sich zurückgezogen um den einen alles entscheidenden Kampf vorzubereiten. Doch die Stimme hatte nicht mehr zu ihm gesprochen und er hatte auch keine Bilder mehr gesehen. Aber Naheniel war nicht enttäuscht darüber gewesen. Er wollte nicht der Arroganz erliegen, wie es bereits andere getan hatten, dass nur er der einzige war, der die Aufmerksamkeit des Einen bekam! Deshalb widmete er sich ganz dem Gebet und tat was er konnte, um ihm aufrecht zu dienen und seinen Doktrinen folge zu leisten. Gerade als er sich eine graue Robe über seinen vernarbten Rücken werfen wollte, zog es ihm den Boden unter den Füßen weg und er stand wieder in der alles vereinnahmenden Schwärze, dem Nichts.

Vor Aufregung pochte sein Herz ihm bis zum Halse. Sollte es nun endlich wieder soweit sein? Würde er heute hören, was der Stimme nächster Befehl und Wille war? Aber kein Tor war hier, welches er zu durchschreiten hatte, keine Schmerzenslaute vernahm er. Nur Stille. Beängstigende Stille. Er sah sich um, doch was erwartete er in dem Nichts erkennen zu können? Es kam ihm vor, als würde er Minuten, Tage … Wochen stehen und warten. Warten auf diesen einen entscheidenden Moment. Er versuchte geduldig zu sein, doch fiel ihm das zunehmend schwerer. Nervös strich er sich durch das Haar. War es … war es etwa länger geworden? Mit einer Hand fuhr er sich über das Kinn... ja auch der Bart war gewachsen, merklich. Wie lange stand er hier schon? Wie lange musste er noch stehen? Plötzlich donnerte die Stimme von jenem Tag auf ihn ein. Wie hunderte aufgescheuchter Pferde galoppierte sie über ihn hinweg. 

 
„Das Blut tausender klebt an meinen Händen!
Und Du, Mensch, wagst es mich herauszufordern?
Mein Wort zu verfälschen! Meine von mir erwählten Priester zu töten!
Zweifelst Du etwa an meinen Entscheidungen?“ 

Stille. Naheniel fühlte den Schmerz, den die Worte hinterlassen hatten, an seinem ganzen Körper. Wie tausende Stiche wahnsinniger Wespen hatten sie malträtiert. 
 
„Vernichten sollte ich Dich!
Mein Wort ist Dein Gesetz!
Mein Wort und nicht Deine.
Du wirst Gehorsam und Demut lernen.
Fortan wirst Du gezeichnet sein.
Deine Macht wirst Du teilen bis Du mir den Beweis erbracht hast,
dass du es wert bist, mein Wort zu verkünden. 
Macht für Leben und Blut! 
Und scheint Deine Zeit abzulaufen, wird jenes Wesen, das mit Dir verbunden ist, Deinen Platz einnehmen.

Finde die dunkle Prophezeiung.“ 

Naheniel schnappte gierig nach Luft, als er die Augen aufschlug und sich wieder in seinen Räumlichkeiten befand. Ballast, wie ein schwerer Stein drückte auf seinen Brustkorb. Er war erschöpft, als hätte er tagelang im Stall bei den Bauern gearbeitet und wagte es kaum, sich zu bewegen. Mit seinen Händen tastete er sich ab, so gut es ihm möglich war um zu überprüfen, ob er soweit alle seine Körperteile behalten hatte oder ob etwas gebrochen war. Dabei fühlte er in seinem Nacken ein brennen, als er mit seiner Hand darüber glitt. Blutig waren seine Finger, doch wagte er noch nicht aufzustehen, um das was auf ihn gezeichnet worden war, genauer zu untersuchen. Er schloss voller Erschöpfung die Augen und bevor er in einen traumlosen Schlaf fiel murmelte er tonlos: 

Die dunkle Prophezeiung. 
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So ist denn alles was ihr Sünde, Zerstörung ... 
kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element.
 

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Re: Die dunkle Prophezeiung

#2

Beitrag von -Freya- » Do 30. Mai 2019, 21:03

An einer ganz anderen Stelle, inmitten der Hallen der Legion in Lichthafen, saß das kleine Mädchen an einem Tisch, während sie Abschriften anfertigte von jenen Kapiteln, die der Hüter ihr gegeben hatte.

Auch wenn Freya manche Bücher wirklich spannend fand und so manche Texte ihr bekannt vorkamen, obwohl sie sie niemals zuvor gelesen hatte, so war der Unterricht mit Morrigan doch wesentlich lustiger, als die Lehrstunden mit dem Hüter. Immerhin war er der Meinung, dass man durch das Abschreiben die Worte besser verinnerlichte, als durch lesen allein.

Seufzend schaute das Mädchen auf die letzten Worte, bevor sie die Feder beiseitelegte und sorgsam die noch feuchte Tinte mit etwas Sand ablöschte. "Fertig!" rief sie ihm zu, bevor sie tief durchatmete. "Dann geh und iss erstmal etwas, Freya." sagte der Hüter, während er noch einige Einbände einsortierte. "Ich werde mir Deine Arbeiten ansehen und wir sprechen später darüber." Ein Funken Erleichterung huschte über ihre Züge, denn immerhin schien draußen die Sonne und an einem so schönen Tag nur zwischen den Büchern zu sitzen fiel da echt besonders schwer.

Schließlich, vor nicht allzu langer Zeit hatte sie an solchen Tagen stetig am Fluss gesessen und den Tag an sich vorbeiziehen lassen. Aber das auch nur, weil sie nicht gewusst hatte wohin. Doch nun, nun da der einzig Wahre ihr einen Weg aufgezeigt hatte, indem er sie hatte auf Tanuri treffen lassen und die Dinge ihren Lauf genommen hatten, da wollte sie sich dem auch als würdig erweisen. Denn nun hatte sie nicht nur einen Pfad, dem sie folgte, sondern auch so etwas wie eine Familie gefunden.

Sicher, es war nicht ihre echte Familie, aber dennoch, die Tanten und Onkel waren auf ihre Art und Weise für sie wichtig geworden und gaben ihr das Gefühl ein Teil von etwas ganzem zu sein und sie war mehr als dankbar für die Wärme, die man ihr entgegen brachte.. Naja bis auf Tanuri, jene, die sie aufgenommen hatte. Stets wirkte sie einfach nur kühl und unnahbar fern auf sie. Egal, wie sehr sie sich anstrengte. Nur zweimal hatte sie jene nur lächeln gesehen und auch wenn sie stets streng und kalt war, so war sie ihr doch trotz allem die wichtigste.  Doch ihren Ansprüchen Genüge zu leisten war nicht einfach. Un im Augenblick wirkte es sogar fast unmöglich. Jene schien nahezu versessen darauf zu sein, dass sie, die Freya, ihre zweite Prüfung vor dem Herrn ablegen sollte. Aber auch wenn das Mädchen sich bereits den Zugang zum Orakel verschafft hatte, so fühlte sie sich dafür noch nicht bereit. Zumindest war es das, was sie der Tante erzählte.


Sie konnte Tanuri wohl kaum offenbaren, das sie davon geträumt hatte. Dass eine Stimme, warm und samten, sie gewarnt hatte diesen Schritt zu gehen. Dass dies nicht Sein Wille wäre, noch nicht Teil seines göttlichen Planes. Noch wäre die Zeit dafür nicht gekommen. Sich ihm zu widersetzen würde Konsequenzen mit sich bringen. Alles was gegeben wurde, konnte ER ihr auch wieder nehmen. Gnadenlos. Ein Rat sich in Geduld zu üben, bis er selbst sie dafür berief den Schritt zu gehen. Eine Warnung...

Aber würde Tanuri dem überhaupt Glauben schenken? Vermutlich nicht. Nein, keiner würde ihr glauben und es wäre in Tanuris Augen sowieso wieder nur eine dumme und vermutlich frevelhafte Ausrede und würde ihr somit nichts weiter als einen dieser tadelnden Blicke einbringen. Daher beließ Freya es demütig bei der Aussage, dass sie nicht bereit sei und schrieb lediglich in ihr kleines Tagebuch, welches sie unter ihrer Matratze deponiert hatte, was sie in Wahrheit bewegte.

Kurz blickte sie auf die mittlerweile getrocknete Tinte. Nun wahrscheinlich war es leichter ihm gegenüber als würdig zu gelten, als vor Tante Tanu, schoss es ihr durch die Gedanken. Aber sie würde dem Rat folgen, den sie erhalten hatte und vielleicht eines Tages ein drittes Lächeln von ihr ernten, auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg sein würde.

"Danke" sagte sie, bevor sie vom Stuhl hüpfte und schnell noch die Schreibutensilien wegräumte. Mit eiligen Schritten flitzte sie aus der Bibliothek hinaus über den Gang, um noch schnell das Buch zu holen, welches sie derzeit las. Oh sie würde sich ihr gegenüber ebenfalls als würdig erweisen und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Buch in den Hallen des Hüters zu lesen. Aber lernen konnte sie auch draußen, bei Sonnenschein, am Fluss, mit den Füßen im kühlen Wasser und ein paar Bonbons in der Tasche.

Die Sachen waren schnell gepackt und der letzte Handgriff war nach ihren dunklen langen Haaren, die sie einfach mit einem kleinen Band zu einem Knoten band. Das Mädchen schloss die Tür von außen hinter sich und rannte über den Flur zum Ausgang der Hallen.

Als sie auf die Straße trat, kitzelte sogleich die warme Sonne an ihrer Nase, woraufhin sie diese verspielt krauste. Grinsend schaute sie über das Treiben auf der Straße, bevor sie sich ihren Weg durch Lichthafen hindurch in Richtung der westlichen Brücke bahnte. Ihre Augen glitten über die Menschen um sich herum, kurz die Kinder wahrnehmend, die früher ihre Familie gewesen waren. Oder auch die Hölle.

Die kleinen gemeinen Bastarde, welche sie oft geärgert hatten, liefen offenbar gerade vor Rolf davon, der zeternd hinter ihnen herlief, da sie offenbar etwas bei Iris gemopst hatten. Für einen Moment überlegte etwas in ihr, ob sie den Kindern ein Bein stellen sollte, damit der Rolf sie einholen konnte. Aber andererseits war sie noch vor ein paar Monaten eine von ihnen gewesen. Eine derjenigen, hinter denen er hergejagt war, nachdem sie hungrig ein paar Äpfel oder Goldmünzen geklaut hatten. Nur die Gunst des Einen hatte sie aus dem Rattenloch herausgeholt.

Ein feines Lächeln huschte über ihre Lippen, bevor das Mädchen ihren Körper straffte und an ihnen vorbei schritt, wobei sie vollkommen unabsichtlich genau in Rolf hineinlief. “Hoppala… passt doch auf.” kam es ein wenig empört, gar erschrocken über ihre Lippen, als sie sich sogleich und fast vornehm den Staub von der Robe strich. “Pass Du doch gefä…" setzte er an, als er aber abrupt seinen Ton mässigte, "Oh Verzeihung, junge Dame!” korrigierte er sich schnell, als er den feinen Stoff der Robe und nicht zuletzt das Wappen darauf sah.

“Nix passiert. Alles gut.” lächelte sie mit einem unschuldigen Zahnlückenlächeln, bevor sie ihm wohlwollend zu nickte und im Augenwinkel noch beobachtete, wie die Kinder hinter einer Ecke verschwanden. “Der einzig Wahre mit Euch.” rief sie ihm hinterher, während er sich schon wieder einen Weg durch die Menschen bahnte, wo er die Kinder aus den Augen verloren hatte.

Mit einem Schulterzucken und nicht zuletzt einem Grinsen auf den Lippen folgte sie der Straße in die andere Richtung. Immerhin wollte sie zum Fluss. Dort entlang, wo der Zirkus vor einiger Zeit campiert hatte. Allerdings nicht, ohne an den Apfelgärten vorbei zugehen. Warum Gold bezahlen, wenn man einfach danach greifen konnte. Schnell und leise huschte Freya durch eine Lücke im Zaun und pflückte sich noch zwei der roten süßen Früchte vom Baum, bevor sie ihren Weg fortsetzte und am Fluss an der Westbrücke ankam. Immerhin hatte sie wirklich mittlerweile Hunger bekommen und das Knurren im Bauch würde beim Lesen stören.

Leise plätscherte das Wasser hier über die moosbehangenen Steine und zwischen dem Gras wuchsen jede Menge wilder Blumen. Es war hier unten einfach um ein vielfaches ruhiger als an dem nördlichen Übergang, dort wo fast jeder die Handelsstrasse nahm. Hier unten verirrten sich selten die Menschen hin, so dass sie hier eine wunderbare Abwechslung zu den mit Büchern vollgepackten Räumen der Legion fand.

Das Mädchen liess sich ins Gras fallen, wo sie zufrieden lächelnd in einen der Äpfel biss und sich einfach nur die Sonne ins Gesicht scheinen liess sowie sich ein paar Minuten Nichtstun gönnte.
 
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Die Dunkelheit, ich höre sie in meinen Träumen. Spürbar berührt sie meine Gedanken.
Ganz sanft, frohlockend und doch Verdammnis bringend.
Er wird kommen.

Naheniel
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Re: Die dunkle Prophezeiung

#3

Beitrag von Naheniel » Do 6. Jun 2019, 19:18

Er wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte, wie lange er in diesem traumlosen Etwas gefangen gewesen war. War dies ein Teil seiner Strafe? Normalerweise träumte er immer, wenn auch nicht stets so klar und deutlich, aber niemals war es nur reine Schwärze gewesen.

Keuchend und hustend versuchte er auf die Beine zu kommen. Er zitterte am ganzen Körper vor Erschöpfung. Ja, Ogrimar hatte ihn spüren lassen, wie stark seine Macht war. Und dabei war dies nur eine kleine Kostprobe gewesen. Hatte er ihn wirklich wütend gemacht? Aber warum? Naheniel versuchte seine Augen zu öffnen um sich wieder im Raum orientieren zu können, doch selbst dies schien ihm eine unlösbare Aufgabe zu sein. Er hatte doch nur in seinem Sinn gehandelt. Diejenigen, die seinen Namen mit ihrem Egoismus beschmutzt hatten von dieser Welt gefegt. Er wollte der Priesterschaft die Chance geben, sich neu zu formieren, sich wieder aus dem alten Glanz zu erheben und ganz und gar nach den Doktrinen zu leben.Wie konnte der Herrscher das nur missverstehen?
Oder sollte dies gar eine neue Prüfung seines Glaubens sein? Sollte er erkennen, was der wahre Wille seines Gottes war? Schließlich war er bekannt dafür, dass er es den wahren Gläubigen nicht leicht machte. Doch die, die sich vor ihm bewiesen, durften auf ewig an seiner Seite sein. So hatte er einst folgenden Absatz gelesen: 

Einen Saal seh ich, schwärzer als den Nachthimmel.
Da werden die bewährten Leute wohnen
Und ohne Ende der Ehren genießen 

Er hustete und spuckte etwas Blut aus, als er sich mit aller Kraft vom Boden erhob, nur um sich sogleich auf einem Stuhl wieder niederzulassen. Ungeduldig wischte er einige der auf dem Tisch liegenden Pergamente beiseite, nur um noch weitere freizulegen. 
Was ist diese Prophezeiung? Und wo steht sie geschrieben? 
Mit suchenden Augen überflog er die geschriebenen Worte, wohlwissend, dass er hier darüber nichts finden würde. Denn etwas Geschriebenes über eine Prophezeiung wäre ihm schon längst aufgefallen. Dazu studierte er die Worte viel zu genau. Er wusste wohin er musste.
Die alte Bibliothek, dort würde er mit Sicherheit finden, was er suchte. Doch wusste er nicht, ob er dort noch willkommen war. Seit dem „Vorfall“ in der Priesterschule hatte er sich dort nicht mehr sehen lassen. Die Bibliothekare dort waren eng verbunden mit den Priestern der Inseln und er wusste nicht, was sie von seiner persönlichen Neugestaltung der Kirche hielten. Doch wie es schien, blieb ihm nun nichts anderes mehr übrig.

Mit immer noch zitternden Beinen klammerte er sich an seinen Stab und warf sich einen Mantel über. So musste man sich also fühlen, wenn man alt wurde, dachte er bei sich. Dann verließ er die kleine Hütte, die irgendwo, in irgendeinem Wald lag und machte sich auf den Weg um etwas darüber herauszufinden, was fortan sein Leben bestimmen sollte. 
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So ist denn alles was ihr Sünde, Zerstörung ... 
kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element.
 

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Re: Die dunkle Prophezeiung

#4

Beitrag von -Freya- » Mo 10. Jun 2019, 20:53

~Nun gerät das große Rad der menschlichen Existenz erneut in Bewegung. Der Kreis ist fast geschlossen und nähert sich der Zeit des Untergangs und der Wiedergeburt derer die keine Menschen sind.~

Die Zeilen summten leise durch ihre Gedanken, waren sie die letzten, die sie vorhin noch geschrieben hatte. Nun waren ihre Augen geschlossen, während die Sonne warm auf ihre Haut schien. Der Apfel hatte das Knurren erstmal beruhigt und es fühlte sich einfach nur gut an im Gras zu liegen und sie Seele für einen Augenblick baumeln zu lassen, während sie dem Plätschern des Wassers zu lauschte. Ein zufriedenes Lächeln ruhte auf ihren Lippen, als der Wind sanft ihre dunklen Haare über ihr Gesicht blies, welches sie an der Nase kitzelte.

So umfing sie nach einiger Zeit die wohltuende Dunkelheit des Schlafes. Ein beruhigender Schleier, der sich schützend um sie legte und ihren Geist mit sich nahm. Oder vielmehr folgte jener bereitwillig in die Welt aus Träumen und Illusionen, dorthin, wo sie ihrer Fantasie nachgeben konnte und ihr Unterbewusstsein ihr die Dinge zeigte, die sich ihr kindlicher Geist wünschte. Doch sollte es keiner dieser Träume werden.

 


Gerade noch hatte sie das Plätschern des Wassers in ihren Ohren vernommen, doch verblasste dieses schnell und wandelte sich in eine unheimliche Stille, so dass alles, was blieb, das leise Pfeifen des Windes war.

Wind... und war das etwa Schnee? Kurz blinzelte sie oder vielmehr ihr Geist tat es, um sich an das Dämmerlicht zu gewöhnen, welches um sie herum herrschte. Der Himmel schien in einem Blutrot getaucht zu sein, während sie sich um ihre eigene Achse drehte.

Langsam wandte sie sich umher, nach Orientierung suchend wohin es sie verschlagen hatte. Doch erblickte sie nur Ruinen von Mauern.

Wie scharfe gewaltige Zähne schienen sie aus dem Boden zu ragen, bildeten düsterte Silhouetten in dem Licht des sterbenden Tages. Vorsichtig streckte sie die Hand aus, liess die weißen Flocken darauf fallen. Flocken, die sich nicht als Schnee sondern vielmehr als Asche entpuppten.

Langsam ging sie, barfuß den steinernen Gang entlang. Scharfe Steinsplitter bohrten sich dabei in ihre Füße. Doch wenn er es war, der sie hergeführt hatte, dann würde sie keine Schwäche zeigen. Die linke Hand an den Überresten der Mauer machte sie ein paar Schritte, denn noch hatte sie keine Ahnung, wo sie war. "Hallo?" rief sie leise, bevor ihr in den Sinn kam, dass dies vermutlich nicht das richtige Wort war, sofern die dunkle Stimme sie hierher geführt hatte.

Doch sie bekam keine Antwort. Und so sah sie langsam um die Ecke und entdeckte eine Säule. Kurzerhand blieb sie stehen. Der leise pfeifende Wind spielte dabei mit ihrem weißen Kleid und schmückte ihr dunkles Haar mit kleinen Ascheflocken. Sie kannte diese Säulen. Abrupt blickte sie sich um. Natürlich, sie kannte auch diese Gänge. Ihre Augen weiteten sich und sie sah dass es nicht nur Steine waren, die sich spitz in ihre Füße bohrten, sondern auch die Überreste der Zeithüter und zeitlosen Wächter.

War sie allein? Wollte Er ihr etwas zeigen? Und wenn ja, was? Nun, wenn dann würde sie sicherlich im Raum des Orakels eine Antwort bekommen oder einen Hinweis finden. Es musste einen Grund haben, warum er sie genau hierher gebracht hatte. Zumindest sagte dies ihr Gefühl.

Ehrfürchtig und zugleich ein wenig unsicher, was sie tun sollte, ging sie weiter, bahnte sich einen Weg durch geborstenen Stein, Asche und Knochen.

 


... und am Fluss vor Lichthafen, da lag das Mädchen offenbar in einem tiefen Schlaf. Die Sonne wärmte sie und sie schien sorglos ihren Träumen zu folgen.
 
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Die Dunkelheit, ich höre sie in meinen Träumen. Spürbar berührt sie meine Gedanken.
Ganz sanft, frohlockend und doch Verdammnis bringend.
Er wird kommen.

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