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Neuigkeiten aus der Chronik

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Neuigkeiten aus der Chronik

#1

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mo 28. Sep 2015, 01:40

" Oh ja, natürlich dürft Ihr Euch hier ein wenig in der Bibliothek umsehen, werter Besucher. "

* Der Chronist wandte sich von seinem Schreibpult herum und wies einladend zu den endlos wirkenden Reihen der Regale *

" Was hier meine Arbeit ist ? Nun, es ist das, was ich gerade tue. Ich unterhalte mich mit Besuchern und höre Ihren Fragen und Erzählungen zu.
Im Grunde sammele ich Erkenntnisse und die Erfahrungen der Menschen mit den aktuellen und alltäglichen Geschehnissen.
Die Essenz des Neuen schreibe ich hier am Pult nieder und hänge sie in der Bibliothek aus. So sind wir alle, die hier in diesen Hallen arbeiten,
immer in Verbindung mit dem ,was in der Welt an Wichtigem geschieht.
Sobald ein Schuber mit Pergamenten gefüllt ist, übertragen wir die Sammlung in die Große Chronik der Geschichte Altheas der oberen Stockwerke, wo sie dann aufbewahrt wird, und füllen den nächsten Sammelband.

Vielleicht nehmt Ihr Euch einfach einmal etwas Zeit und besucht auch die anderen Bibliothekare.
Falls Ihr Fragen habt könnt Ihr Euch gern an einen Jeden hier wenden.
Natürlich auch an unseren freundlichen Portarius im Erdgeschoß.
Auf Bald also, besucht mich bald wieder ! "


* Als der Besucher seiner Wege gegangen war, trat der Schreiberling an das nächste Fenster, öffnete es ein Stück und kehrte an das Schreibpult zurück.
Eine neue Seite wurde aufgeschlagen und mit dem heutigem Datum versehen. Mit tiefem Sinnen wanderte der Blick des Chronisten zum Fenster, verweilte dort einen Augenblick und kehrte dann zurück zu seinem leeren Pergament.
Seine Feder ward in das Fass getaucht und er begann ein neues Stück der Chronik niederzuschreiben...... *

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#2

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mo 28. Sep 2015, 01:46

- Die Gewalt der Elemente -

Eine Weile ist es nun her ,dass scheinbar die Naturgewalten verrückt spielten und sich Flut, Überschwemmung, Erdbeben und Vulkanfeuer wohl gegenseitig mit beängstigender Aktivität überbieten wollten.
Mittlerweile haben sich die Menschen Goldmonds und der anderen bekannten Gebiete an viele Dinge gewöhnt, neue Landstriche erkundet und sich mit Bewohnern aus vormals abgeschnittenen Gegenden angefreundet.
Auf allen bekannten Inseln werden aber bis heute noch immer weitere, bisher unbekannte Schluchten, Täler und Höhlen entdeckt, welche man auf die gewaltigen Umformungen durch Naturkräfte zurückführt.

Zu gleicher Zeit scheint sich die Erinnerung an fast vergessene Götter wieder zu erheben, deren Namen auch in den ältesten Schriften der Bibliotheken schon fast verblichen und verschwunden waren : Asphalot und seine Kinder, welche einst verehrt wurden als die Herrscher aller Elemente.
Draussen in den Wäldern von Arakas und Rabenfels regt sich unter den Weisen die Vermutung, die wogenden Naturgewalten wären ein sicheres Zeichen für die Wiederkunft der vergessenen Götter....

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#3

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mo 28. Sep 2015, 01:51

- Helfer vom Brandhimmel -

Das Feuerland.....
.....lange war es eine Legende in entlegenen Winkeln, die sich nur Wenige erzählten. Doch kann ich heute mit Freude und Hoffnung meine Feder führen und berichten, dass es gelang den Weg dorthin zu finden.
Es mag wohl ebenso mit den Umwälzungen in der Natur zusammenhängen oder auch mit helfenden Fingerzeigen der Götter der Elemente, was vielleicht erst im Laufe der Zeit ergründet werden mag.
Mitten in der bedrohlichen, glühenden Wildnis steht die Feste der Drachen. Ein Hort von Freundschaft im Herzen einer feindlichen Umgebung. Die Kunde berichtet von freundlichen Drachen, welche vom Brandhimmel gesandt worden waren um den Völkern Altheas neue Fähigkeiten nahezubringen und bisher unbekannte Ausrüstung verfügbar zu machen.
Obschon man auch von Zwist und Auseinandersetzungen innerhalb der Drachenvölker hören kann, möchte ich mir hier und heute die Freude über diese gute Nachricht nicht schmälern lassen.

Woher auch immer diese Hilfe zu uns kommt, gleich ob Götter, Drachen oder beides, die Erfahrungen haben am Ende immer gezeigt, dass im Lauf des Schicksals Nichts umsonst geschieht.....

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#4

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mo 28. Sep 2015, 01:56

- Ein neuer Gegner ? -

Ein neuer Gegner kündigt sich an.....nun, das ist wohl tatsächlich kein Gerücht mehr.
Traut man den Erfahrungen der vielen Besucher und Wanderer, die unsere altehrwürdige Bibliothek aufsuchen, sind die Befürchtungen des Widerstandes zur Gewissheit geworden.
Im Kreis der Gelehrten fragt man sich aber bereits, ob die Bemühungen gegen Mantigor letzten Endes ausreichen, denn es scheint einen größeren Zusammenhang zu geben zwischen Mantigor, den Unruhestiftern in den Abgründen und den Urahnen der Skraugs.
Wie sich vernehmen lässt, wird Mantigor als ein General bezeichnet. Doch welches Heer untersteht diesem General, und von wem erhält er selbst seine Befehle ?

Und noch ein Begriff taucht hier und dort in den Gesprächen und Berichten auf: Mord'al Ghed....
....ein Name für irgendetwas oder irgendjemanden, den man in entlegenen Winkeln der Inseln an verborgenen Orten nur zu flüstern scheint.
Außerhalb der Grenzen Goldmonds scheint es in der Wildnis Steinbergens und Chronlands mehr Unerfreuliches zu geben, als wir alle hier lange schon befürchtet hatten......

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#5

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mo 28. Sep 2015, 02:09

- Aufstieg der Uruk' Hai -

Wer hätte das gedacht ?

Gerade die Uruk' Hai ,scheinbar Rassenverwandte der bekannten altheanischen Orks, haben sich der Nadelscholle an Chronlands nordöstlicher Küste bemächtigt und breiten sich dort aus.
In ihrem Fort haben sie ein gefährliches Wesen gefangengesetzt, dass wohl zu den niederen Drachen gehört und versucht freizukommen.
Ebenso scheinen die Uruk' Hai während ihrer Erkundung der Nadelscholle bisher unbekannte Kreaturen aufgescheucht zu haben, welche ohne Unterlass einander umschwirren und in der Erde wühlen.
Glücklicherweise hörte man bisher nicht von ausgesprochener Feindschaft der Orkähnlichen gegenüber den Menschen.
Der Zoologe in Silberstreif hat bereits seine Freude an dieser aufstrebenden Rasse bekundet, wobei die Frage auftauchte, weshalb die Landschaft und Geologie der Nadelscholle so deutlich anders aussieht, als die nähere Umgebung Chronlands.
In den Reihen der schlichten Gemüter der Uruk' Hai gibt es dazu folgende Legende:
Einer ihrer eigenen Götter, ein Riese, der auf dem Meeresgrunde wandelt, habe die Nadelscholle mit seinen Händen, einst über das Meer bis an die Gestade Chronlands geschoben und seinem schutzbefohlenen Volk zum Geschenk gemacht.
Es wird aber in gelehrten Kreisen eher vermutet, dass die Scholle aufgrund der jüngsten Naturereignisse und Umwälzungen mit der Landmasse Chronlands verbunden wurde.

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#6

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mi 30. Sep 2015, 11:43

- Das Dorf der Eigenbrötler -
Scheinbar glaubte man von je her, jenseits der Burg Orkanis gab es nur noch endlosen Ozean. Niemand hatte sich aufgemacht die unwirtliche Küste und die schroffen Felsen vor den Gestaden im Norden genauer zu erkunden.
Nachdem sich vor einiger Zeit aber, wie vielerorts auch hier durch Erdbewegungen das Landschaftsbild verändert hatte, wurde der Weg nach Wiesenthal frei.

Eine Ewigkeit war das Dorf mit dem eisigen Tal und seine Bewohner von Arakas isoliert, bevor sich nach und nach die ersten Besucher aus Goldmond durch den Sumpf wagten. Heute nun berichten weitgereiste Abenteurer von einer typisch, rauhen und erst zögerlichen Herzlichkeit dieses Menschenschlages und recht eigentümlichen Gewohnheiten der Wiesenthaler.
Da sei zum Einen jener Dorfschmied, der sein Bett direkt in die Nähe seiner Esse in eine Höhle gestellt habe, oder die Dorfwache am Ortseingang, die scheinbar jeden Fremden mit dem kreisenden Gefängnisschlüssel begrüßt.
Wie auch eine seltsame Verschwörungstheorie, von welcher einige Leute berichten und der misstrauische Friedhofswärter der angeblich wahllos Besucher hinauswirft.

Trotz dieser augenscheinlichen Eigenbrötlerei kann man wohl auch eingeschworenen Gemeinschaftssinn erleben, wenn man im Gasthaus des Dorfes zu geselligen Trinkgelagen zusammenkommt und sich gegenseitig haarsträubende Geschichten und alte Legenden erzählt.

Bleibt zu hoffen, dass uns jenes liebenswürdig, verschrobene Dorf in dieser Art erhalten bleibt, sollte es den Unterhändlern des Herrscherhauses gelingen, Wiesenthal eines Tages doch dem Königreich Goldmond einzuverleiben.
Bisher scheint sich jedoch diese kleine Provinz dem Zugriff des Reiches erfolgreich entziehen zu können, oder erscheint den königlichen Vertretern einfach zu bedeutungslos.

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#7

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mi 7. Okt 2015, 18:14

- Unter den Verfluchten Tälern -
Irgendetwas regt sich im Gebirge
nördlich der Nebenwälder auf Arakas.
Wanderer, die auf dem Weg nach Wiesenthal waren, berichteten von merkwürdigen Geräuschen die aus der Erde drangen und durch die Täler und Höhlen hallten.
In Lichthafen tauchte bald das hartnäckige Gerücht auf, tief unter den Felsen wäre in dem riesigen System aus Höhlen und Gängen, eine gewaltig bedrohliche Kreatur erwacht. Von üblem Geruch und Feuerschein war die Rede, von Kratzen, Scharren und leisem Grollen.

Schnell kamen auch hier, in der Bibliothek, Forscher und Wissende zusammen und berieten miteinander über alte Schriften, früheren Berichten und manch alte Weissagung. Regten sich dort unter den Tälern die verfluchten Seelen und die untoten Körper Jener, die während der Offenbarungen dahingerafft wurden?
Konnte es gar sein, dass einer der Drachen, welche die Schlacht am Brandhimmel oder den Krieg gegen die Konklave überlebten, wieder an die Oberfläche kam ? Vielleicht sogar Einer, der legendären Drachen des Konzils ?

Ein fahrender Schmied aus Sturmkante, war es schließlich, welcher nach einiger Zeit den ersten glaubwürdigen Bericht und handfeste Beweise beisteuern konnte. Er hatte Etwas gefunden, tief in einer Höhle, doch bisher keinen Drachen und kein Ungeheuer. Ein fleißiger Goblin, der wohl Erz und edles Gestein aus der Erde grub und scheinbar Tag und Nacht arbeitet, war das einzige Lebewesen, das ihm bisher dort begegnet war.
Hier in unseren Reihen, der Bibliothekare und Chronisten, bleibt trotzdem ein unterschwellig, mulmiges Gefühl zurück. Selbst, wenn sich das vermeintliche Ungeheuer nun wohl als harmloser Grubenarbeiter entpuppte, bleibt uns das Wissen um all das Unerforschte aus den vergangenen Jahrtausenden, welches auch in der Erde von Arakas sicherlich noch schlummern mag....

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#8

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Do 24. Dez 2015, 16:40

- Zeichen einer Invasion -
Der jüngste Bericht eines Reisenden von Steinbergen verspricht wahrlich nichts Gutes.
Aufgrund der Hinweise von Gierikus, eines Miliz-Offiziers der freien Stadt Felsriff, bezüglich anwachsender Bedrohungen,
schlossen sich neue Rekruten und Kundschafter der Verteidigung der Stadt an.
Bald schon war wohl ein Beweis für die Vermutungen entdeckt worden,
da man im Finsteren Tal keines der ursprünglich dort lebenden Geschöpfe mehr finden konnte.
Düster wirkende Beschwörer und Gruppen von Untoten durchziehen stattdessen das Gebiet
und bisher konnte nicht herausgefunden werden, wer diese Fremden sind und woher sie so plötzlich kamen.
Ob sich dort tatsächlich eine ernstliche Gefahr für die Freie Stadt Felsriff abzeichnet ?
Wir sind gespannt, welche Berichte von Abenteurern und Kundschaftern von dort zu uns gelangen werden.....

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#9

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mi 13. Jan 2016, 18:22

* Mit einem leisen Schnaufen hatte Sophicus sich vom Pult des Chronisten abgewandt. Nachdenklich war sein Blick gewesen und erfüllt mit einer Spur von Besorgnis. Was man den Bibliothekaren und Schreibern an Neuigkeiten aus Silberstreif und Sturmkante berichtet hatte, war nicht mit ausgesprochener Freude unter den Gelehrten aufgenommen worden. Eine ganze Weile hatte man zusammen gesessen und beraten, um schließlich doch zu entscheiden, diese Begebenheit festzuhalten. *

- Die Faust des Königs -
Die Bibliothekare und Gelehrten zu Rabenfels hatten es mit deutlich fragenden Blicken und fast mit Erstaunen aufgenommen, als uns die Nachricht von der Berufung des Protektors zu Goldmond traf.
Die erste Frage, die man sich hier stellte, war, ob seine Majestät, der König endlich aus seiner Lethargie erwacht war um Fürst Rupius in dieses Amt zu berufen.
Doch fast zweifelnde Blicke, die mir Sophicus in unserer Runde zugeworfen hatte, verrieten ,dass er daran kaum mit Überzeugung glauben konnte.
Unausgesprochen reihte sich daran sogleich die zweite Frage: Wenn der Protektor des Königs nicht von diesem selbst berufen worden war, wer hatte ihn dann in dieses Amt gesetzt?

Es dauerte nicht lang, bis uns Kunde über die ersten Folgen der Errichtung des Protektorats erreichte. Sogar bereits in Sturmkante auf Arakas hatte sich das Protektorat niedergelassen. Der zitierten Ankündigung des Fürsten Rupius, den Saustall im Königreich gehörig ausmisten zu wollen, hat man augenscheinlich bereits Taten folgen lassen.
Den Gerüchten zu Folge, wurde die Durchsetzung der Vorgaben des Protektors, Arakas betreffend, den Händen seiner Tochter anvertraut.
Wie uns ein junger Waldläufer aus Wiesenthal zutrug, wurden ebenso bereits Kundschafter aus Sturmkante in die Provinzen entsandt, um die dortige Lage festzustellen.
Wenn es im ersten Moment auch fast erfreulich klingen mag, dass es im Schloß zu Silberstreif einen neuen Hüter der Ordnung gibt, stellt man sich hier in der Bibliothek zu Rabenfels in diskreter Runde doch besorgte Fragen nach dem, was die Berufung des Fürst Protektors für Goldmonds Zukunft bringen wird....

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#10

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mo 18. Apr 2016, 00:37

- Unruhige Küsten -

Unerfreuliche Kunde erreichte uns aus der Hauptstadt Goldmonds. Es scheinen sich an verschiedenen Küstenstreifen von Rabenfels merkwürdige Zwischenfälle zu häufen, welche man wohl lange für seltene ,einzelne Vorkommnisse hielt.
Zu lange – wie man hier in der Bibliothek mittlerweile der Meinung ist, denn seit Kurzem sammeln sich Berichte von Überfällen durch Piraten.

Gemeinsam mit einem Gesandten aus Silberstreif ,wurden aus unseren Beständen alle verfügbaren Karten gewälzt und mit den jüngsten Berichten verglichen und es scheint, als könnten sich die Teufelshornpiraten – wie sie genannt werden – zu einer ernsthaften Bedrohung entwickeln.
Doch mag sich diese Angelegenheit auch möglicherweise positiv für das Königreich entwickeln, wenn der Lord Protektor Lexian Rupius nun die Möglichkeit hat, sich in seinem Amt zu beweisen, trotz des allgemeinen Argwohns, den man ihm entgegenbringt.

Diesbezüglich war vielerorts Unwillen in der Bevölkerung zu vernehmen, da der Protektor des Königs scheinbar strenge Regularien durchgesetzt hatte ,um den Handel und das Handwerk Silberstreifs stärker unter die Aufsicht der Krone zu bringen. Da mag es vielleicht gar verwundern, dass sich eine kleine Kunsthandwerker-Gilde in der Hauptstadt niederlassen konnte, welche eine ,nicht ganz unpolitische, Haltung offen bekundet, die auf den ersten Blick dem Bestreben des Protektors entgegensteht: Echte Handwerker dürften Niemandes Sklaven sein.

Ich darf für den Kreis der Chronisten Goldmonds festhalten, dass wir in der nächsten Zeit alle mit Spannung die Entwicklungen am Hofe und in unserer schönen Stadt Silberstreif beobachten werden........

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#11

Beitrag von Chronist der Bibliothek » So 8. Mai 2016, 16:05

* Nachdenklich ging der Chronist durch den Korridor der Bibliothek, welcher ihn aus Sophicus' Zimmer in seine Schreibstube führte. Es hatte einen wahrlich überraschenden Besuch in der Bibliothek gegeben. Überraschend und im Grunde eigentlich auch erfreulich. Fürst Lexian Rupius, der Protektor der Krone höchstpersönlich, hatte die Bibliothek aufgesucht und lange mit den Herren Flebus und Altklug gesprochen.
Die Herrschaften waren gleichsam positiver Stimmung und optimistisch darüber, welcher Aufschwung sich im Reiche Goldmond abzuzeichnen begann. Fürst Rupius hatte angeregt, in Zukunft enger und auch regelmäßig, Kontakt zwischen Krone und Wissenschaft zu pflegen. Dann allerdings – fast wie beiläufig – hatte der Protektor nach Aufzeichnungen und Karten über den Samumwall gefragt.
Und genau dieses, scheinbar nebensächliche, Interesse des Fürsten an den Ruinen im südwestlichen Geierhorst hatte den Chronisten aufhorchen und nachdenklich werden lassen. Warum kümmerte sich der Hof nun wieder um zerfallende Ruinen in der Wüste ? Einen längst verlassenen Armeeposten, um den sich seit Generationen keiner gekümmert hatte – doch der Chronist schob diese Gedanken vorerst beiseite.
Er hatte sein Schreibpult erreicht und wollte vor Sonnenuntergang noch einen neuen Aushang der Chronik für die Besucher anbringen................*


- Goldmond erwacht ! -

„ Die Stadt Silberstreif wird sich aus dem Dämmerschlaf der Vergangenheit erheben und das ganze Reich Goldmond mit Ihr!„

,so hatte es Protektor Rupius einst am Brunnen von Silberstreif bei seinem Amtsantritt angekündigt.
Heute scheint sich die Entwicklung tatsächlich auch so abzuzeichnen, wie man aus den Gesprächen mit Besuchern der Bibliothek und den Berichten von Wanderern und Abenteurern erkennen kann.
Das Angebot und die Anzahl der Stände auf dem Marktplatz der Hauptstadt hat sich augenscheinlich vergrößert. Unabhängiges Kunsthandwerk läßt sich in der Stadt nieder und mehr und mehr Warenaustausch findet über den Hafen statt.
An allen Ecken und in allen Winkeln hämmert und arbeitet es. Die Krone vergibt Aufträge an Stallbaumeister , Schmiede und gar an Schiffsbauer.

Von Außen wirkt die Situation im Reich Goldmond wie ein kraftvolles Aufblühen nach einem langen Winterschlaf.
Glücklicherweise kann sich der Kreis der Gelehrten ein umfassenderes Bild und einen leicht differenzierten Blick erlauben.
Trotz des Optimismus erinnern wir uns mit leichter Sorge, das Wohlstand und Aufstieg in der Vergangenheit immer auch Korruption und Maßlosigkeit angezogen hat.
Was ist also von den Gerüchten zu halten, dass Schriftverkehr und Nachrichten zwischen den Städten und jenen Provinzen außerhalb des Reiches scheinbar gezielt gestört werden soll ?
Oder, dass in den Protektorats-Stuben Söldner angeheuert wurden, um einzelne, unliebsame Störenfriede auszuschalten?
Wir teilen hier in der Bibliothek nicht unbedingt den Blick vieler Bewohner Goldmonds, die scheinbar zunehmend kritisch und misstrauisch die Krone und den Protektor beobachten.
Die erneut aufstrebende Hauptstadt und das Reich bietet zur Zeit viele erfreuliche Möglichkeiten für Jedermann !
Lassen wir uns von Schwarzmalern und Verschwörungstheoretikern nicht die Freude an der lohnenswerten Arbeit versauern !

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#12

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Mi 22. Jun 2016, 21:09

* Der Chronist rieb sich die Stirn mit den Fingerspitzen, während sein Blick über den großen Arbeitstisch im Keller der Bibliothek wanderte. Vor ihm ausgebreitet lagen verteilt einige große, teilweise recht alte Karten von Rabenfels und Arakas. In der Mitte hatte er ein neueres Kartenblatt ausgerollt, auf dem das Gebiet der Trolle, der Sumpf Orkanis, Wiesenthal und das Schnee-Eulen Tal eingezeichnet waren.
Mit einem Stück Stiftkohle zog er auf zwei Karten einige Linien, welche von den Landflächen auf Arakas und Rabenfels jeweils einige Gebiete optisch abtrennten. Der Chronist schüttelte langsam und bedächtig den Kopf, blähte die Wangen auf und schnaufte leise. Was er auf seiner kleinen Reise in den letzten Tagen gehört hatte, sah er nun vor sich auf den Karten plastisch umgesetzt – und es gefiel ihm überhaupt nicht.
Kurzerhand nahm er die beiden bearbeiteten Karten und legte sie Filandrius und Herrn Altlug vor. Die drei berieten sich eine lange Zeit darüber, wie vertretbar es war, gesammelte Informationen mit einer gewissen Brisanz auszusieben und zurückzuhalten. Sie entschieden, es nicht zu tun. Bibliothekare hatten keinen politischen Auftrag. Sie wurden von Volk und Krone bezahlt, um zu dokumentieren – nicht weniger und nicht mehr. Jeder einzelne Leser und Besucher war selbst verantwortlich dafür, was mit den verfügbaren Informationen zu tun oder zu lassen sei*


- Das Bündnis von Mato -

„ Ein Reisebericht .... „

...aus dem letzten Mondlauf, da ich als Chronist der Bibliothek die Windrosenfestung, den Magister der Trolle
sowie den arakasischen Norden und Wiesenthal besucht hatte. Da gab es ein denkwürdiges Gespräch mit dem Wirte des gemütlichen Gasthauses in Wiesenthal. Der alten Sitte entsprechend, die ich kenne, genießen die Schreiberlinge
der Großen Bibliothek auf Ihren Dienstreisen im Königreiche den großen Vorzug, dass für eine Übernachtung die Logis frei ist, wenn man selbst für Speis und Trank in der Schänke bezahlt hat. Doch der Wirt aus Wiesenthal, allenthalben freundlich und den Gästen sehr dienstfertig, verwehrte mir dieses und bat um die Taler für Nachttopf, Kerze und Bett.
Selbstverstehend beglich ich meine Schuld, doch fragte auch nach dem Grund.
Recht erstaunt hörte ich die Erklärung,
was denn wohl Wiesenthal mit dem Reiche Goldmond zu tun hätte. Das Wort der Krone habe in der Provinz nur Gewicht, wenn es die Dorfgemeinschaft als gut und recht für sich erklärte. Das wäre schließlich auch in anderen Gegenden üblich, würde wohl eher noch verschärft , denn abgeschafft.
Der Wirt verwies mich dann auf die Gemeinschaft der Trolle, sowie die Ordensleute der Druiden zu Rabenfels und Arakas. Ich solle dort einmal genau hinhören, was die Leute zu den neuen Gepflogenheiten am Hofe zu sagen hätten.
So tat ich dann auch und machte mich auf den Weg, die Stimmungen und Stimmen des Volkes zu hören und ihre Worte über Maßlosigkeit, Ausbeuterei, Schändung der Natur und andere Unzufriedenheiten mit nach Rabenfels zu nehmen.
Der Kreis der Gelehrten kommt nun nicht umhin, sich intern einige Fragen zu stellen.

Weiß man auf dem Thron von der Meinung des Volkes, dass der Aufschwung der Hauptstadt andernorts zur üblen Belastung der Untertanen wird?

Kennt der König die Angst der einfachen Leute um die letzten Wälder ?

Hat man in den Stuben des Protektorats bereits vernommen, dass angeblich der Rebellion und der Befreiung von der Hand des Königs schon das Wort geführt wurde?

Weiß der Lord Protektor Rupius was vom Königreich Goldmond übrigbleibt, wenn sich die alten Geister von Mato und Feylor im murrenden Volk erheben und die Provinzen beginnen, für Ihre Unabhängigkeit die Waffen zu schärfen?

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#13

Beitrag von Chronist der Bibliothek » So 24. Jul 2016, 15:25

* An diesem Morgen herrschte reger Betrieb in den Mauern der Bibliothek. Fast schon Hektik. Man hörte, das Portarius Flebus gar einen verletzten Abenteurer auf dem Korridor behandelte. Besucher und Schreiberlinge bewegten sich unruhig getrieben durch die Stockwerke, wie aufgeschreckte Ameisen in ihrem Bau. Der Chronist eilte mit einem Stapel Pergament und Notizen zu Filandrius. Eines der Blätter entglitt ihm und blieb für einige Momente auf dem Boden liegen, bis ein Schreiberling es aufhob, betrachtete und an ein Holzbrett im Korridor heftete*

Kurznotiz

Man beobachtete am gestrigen Abend angeblich eine Horde der Abtrünnigen Magier, die am Blutroten Fluß wie aus dem Nichts auftauchten, um ein Lager, nahe des verlassenen Hauses , zu errichten.
Unzählige Wolfsspinnen wurden gesichtet, die sonst dort im Tal nie anzutreffen waren.
Besucher erzählt von einer Weissagung eines merkwürigen Wanderers von einem Unheil, dass die Menschen Goldmonds selbst verursachten.
Beratung mit Altklug und Filandrius.
Verletzten im Erdgeschoß befragen !

Bild
Zuletzt geändert von Chronist der Bibliothek am So 24. Jul 2016, 15:27, insgesamt 2-mal geändert.

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#14

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Di 6. Dez 2016, 14:23

* Der Chronist hatte sich fast den gesamten Tag in der Stube des Portarius Flebus im Erdgeschoß aufgehalten um sich dort mit seiner Schreibarbeit zu beschäftigen. An regulären Dienst im Ersten Stock an seinem Arbeitplatz war nicht zu denken. Herr Altklug und Filandrius hatten begonnen, die wertvollsten und ältesten Schriften auszusortieren, in Kisten zu verschließen und in die tiefsten Keller verbringen zu lassen. Nachdem die ersten Berichte eines Überfalls auf die Stadt Silberstreif und kurz danach auf den Turm Zhakar's eingetroffen waren, hatte man im Gelehrtenzirkel beschlossen, Maßnahmen zur Sicherheit der kostbarsten Exponate zu ergreifen.
Sophicus war seit Tagen ungenießbar, nachdem der Protektor der Krone, Lexian Rupius ihm schriftlich hatte mitteilen lassen, daß er keine Soldaten der Stadtwache zum Schutz der Bibliothek abstellen würde. Jeder Mann würde auf den Mauern Silberstreifs gebraucht, außerdem wäre es wohl geraten, endlich über abschließbare Portale für den Eingang der Bibliothek nachzudenken.
Der Chronist warf dem Portarius einen nachdenklichen Blick zu, bevor er sich erhob um einen neuen Aushang zu veröffentlichen *


- Schatten über Rabenfels -

Betrübt müssen die Chronisten der Bibliothek zur Kenntnis nehmen, daß uns in den letzten Monden keine erfreuliche Kunde aus der Hauptstadt oder von den Besuchern unserer Mauern zugetragen wurde.
Im Gegenteil scheint sich eher langsam wachsende Unsicherheit im Reiche Goldmond und gerade unter den Bewohnern von Rabenfels breit zu machen.
Immer wieder erreichen uns Nachrichten von Überfällen und Kämpfen, die offensichtlich spontan an verschiedenen Orten losbrechen. Man kommt mit vielen Fragen zu uns bezüglich dieser Ereignissse, doch in den meisten Fällen können wir keine zufriedenstellenden Antworten liefern.
Es schein gar, als hätte man auch bei Hofe oder in den Stuben des Protektorats im Augenblick keinen anderen Rat, außer die Wachen zu verstärken und noch mehr Männer unter noch mehr Bewaffnung zu stellen.
Selbst der erlesene Kreis der Gelehrten ist an einem Punkt angelangt, an dem friedlicher Forschung der Bewältigung von Krisen und Bedrohung weichen muß.
Ob Ort und Zeitpunkt der bewaffneten Unruhen vielleicht gar einem Muster folgen, von irgendeiner Stelle aus koordiniert werden oder welchem Ziel sie folgen, ist scheinbar nicht auszumachen.
Ebenso ist es im Moment nicht möglich den Gerüchten nachzugehen, von denen uns Abenteurer aus dem Tal des Blutroten Flusses berichten.
Nicht nur dort, sondern wie man befürchten muß, im ganzen Reich scheint irgendetwas aus den Fugen zu geraten.
Ich muß bemerken, daß der bildliche Vergleich nicht ganz abwegig oder übertrieben wäre, doch die unheilverheißenden Schatten über Rabenfels lassen uns heute mehr denn je nach Silberstreif blicken.
Hoffen wir, daß dieser Winter ein Friedlicher bleibt.

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#15

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Fr 16. Dez 2016, 12:47

- Aus Fernen Landen -

Überraschende Berichte erreichen uns aus weit entfernten Gegenden.
Obschon es mir als einfacher Chronist, aufgrund der derzeit angespannten Lage im Reiche Goldmond und wegen der Unruhe auf Rabenfels, derzeit nicht möglich ist, diese Berichte auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, will ich einige Punkte den Besuchern der Bibliothek nicht vorenthalten.
Ich tue dies ausdrücklich und mit Überzeugung trotz der geäußerten Bedenken seitens des Protektorats, dass derzeit solche Veröffentlichungen die Unruhe im Reich eher fördern denn befrieden würde.
Man mag dies ruhig als eine Form des absichtlichen Nichtbeachtens der Meinung des Hofes durch den Kreis der Gelehrten betrachten,
doch gilt für die Schreiberzunft das gleiche Recht wie für die Handwerkerschaft Silberstreifs, das da heißt:
Ein wahrer Handwerker darf niemandes Sklave sein.

Es sei also berichtet, dass wir Kenntnis erhielten, von einer aufkeimenden, wenn auch noch schwachen Friedensbewegung auf dem fernen Chronland, die sich selbst
als ' Die Ewigen Fackeln ' bezeichnet.

Es sind dies zwar nur dürftige Informationen, doch umso erfreulicher von Frieden zu hören in einem Landstrich, der wohl seit Generationen von Krieg und Auslöschung geprägt ist.
Angemerkt sei, dass es sich hierbei scheinbar um eine Gruppierung sogenannter Ewigen Menschen handelt, die lange Zeit abseits der Öffentlichkeit arbeitete und angeblich bereits Verbindungen zur Drachenfeste auf Feuerland schmieden konnte.

So man dies berücksichtigt, könnte es durchaus kein Zufall sein, dass uns zu gleicher Zeit der Klang eines bisher fast völlig unbekannten Namens in verschiedenen Berichten erreicht:

Grayf Forthwark

Es heißt, dies wäre der Name eines Mitglieds des Konzils vom Brandhimmel, den man in einer Reihe mit den bisher bekannten Drachen nennen würde und der eine höhere Position auf der Drachenfeste bekleiden würde.
Von anderer Seite wurde berichtet, Jener sei bereits, seit den Anfängen des Widerstands gegen die sogenannten Generäle, unter den Bewohnern auf Althea anwesend und würde sich nicht auf Feuerland befinden.

Was auch immer von diesen Erzählungen der Wahrheit entspricht, ist derzeit noch nicht klar festzustellen, doch mag es helfen, den Enthusiasmus für unsere Arbeit in der Bibliothek neu zu erwärmen, nachdem die Lage im Reiche Goldmond derzeit unsere Situation eher erschwert denn erleichtert.

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Neuigkeiten aus der Chronik

#16

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Sa 4. Mär 2017, 13:32

- Neue Freunde – Alte Feinde -

Mit behutsamer Erleichterung stellen wir fest, dass seit dem Wechsel des Jahreskreises,
auf Rabenfels keine Störung und kein Überfall zu vermelden war, so wie das Königreich
sie in den zahlreichen Mondläufen davor erlebte.
Optimistisch wollen wir hier in der Bibliothek trotzdem nicht sein. Das Verhältnis zwischen Schloß
und Windrosenfestung ist nach wie vor angespannt
und wie man von Besuchern hören kann,
gab es wohl einige unangenehme Szenen zwischen dem Protektor und Schloßgästen, die sich
wegen Spionagevorwürfen plötzlich im Kerker wiederfanden.

Aus ferneren Gefilden allerdings trägt man fast erfreuliche Kunde zu uns:
Es scheint, als würden die ersten Streiter der Invasoren auf Chronland des ewigen Kampfes müde
und fänden Zuflucht im Exil auf Steinbergen und Feuerland.
Gar ein Faunenkrieger hätte sich mit den Zentauren im Reiche Trauerseele's friedlich arrangiert
und weilte dort im Schutze des Lichten Tempels bei Silberstrom.
So scheinen die Friedensbemühungen der Ewigen Fackeln
von Burg Menschenruh tatsächlich Früchte zu tragen
Hoffen wir, dass sich die Wogen in Goldmond in Zukunft ebenso
allmählich wieder glätten .

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Neuigkeiten aus der Chronik

#17

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Fr 14. Apr 2017, 15:34

*Sophicus, Filandrius, ein Bibliothekar, ein Übersetzer und der Chronist hatten seit vergangenen Abend zusammen gesessen. Versammelt im Gewölbe unter der Bibliothek, um einen großen Tisch, auf dem zahlreiche Bücher, Schuber und Pergamente lagen. In den letzten Tagen hatte man vermehrt Berichte von Besuchern und Boten aufgenommen und zu Papier gebracht, die es zu prüfen galt. Aus allen Winkeln des Reiches Goldmond drangen merkwürdige Erzählungen und Berichte zu den Schreiberlingen – ein Gerücht abenteuerlicher und haarsträubender als das Andere. Bis zum Morgengrauen wurden die Gelehrten nicht müde, alte Schriften und Chroniken zu wälzen um in den Neuigkeiten die Falschmeldungen zu entlarven oder die Tatsachen zu bestätigen.
Die Stimmung war gedrückt, wenn auch konzentriert, doch lag über den Mauern eine eigentümliche Beklemmung, die auch nicht verfliegen wollte, als der Chronist im Morgengrauen eine weitere Veröffentlichung an den Aushang brachte*


- Die Hüter der Quelle -

Seit einiger Zeit schon hörten wir hier und dort von seltsamen Vorgängen in einer der Höhlen in den Tälern der Erzmagier.
Was man erst noch als vermeintliche Sinnestäuschungen im Halbdunkel oder als Irrtümer angesehen hatte,
scheint sich nun als Tatsache herauszustellen.
Irgendetwas hat das unterirdische Gewässer verändert.
Ob es ungewöhnliche Strömungen sind, Ausdünstungen
oder Zusammensetzung,
kann wohl noch nicht bestimmt werden.
Mit Sicherheit aber hat diese Veränderung Kreaturen hervorgebracht, welche bis dato
in ganz Goldmond unbekannt waren.

Man berichtete uns ebenso von einem seltsamen Bewohner dieser Höhle, der sich als Hüter der Quelle
auszugeben scheint und von weiteren dieser Orte berichtet, die ebenfalls als Quellen der gleichen Art angesehen werden.

Wir gehen davon aus,
dass die Veränderungen am Blutroten Fluss höchstwahrscheinlich auf ein ähnliches,
unterirdisches Gewässer zurückzuführen sind –
ohne wirkliche Tatsachen hierbei als Belege liefern zu können.

Untermauert werden unsere Schlußfolgerungen durch den Bericht eines Kundschafters aus eben jenem Gebiet,
in dem von einer neuen oder wiederentdeckten Höhle am Blutroten Fluss die Rede ist.
Ebenso gäbe es dort ein unterirdisches Gewässer und ähnliche Kreaturen, wie sie in der erstgenannten Höhle zu finden seien.

Die Damen und Herren Gelehrten müssen in letzter Zeit vermehrt erkennen,
dass sie des öfteren eher Gerüchte und Erzählungen, denn nachprüfbare Erkenntnisse liefern müssen,
da die derzeitige Situation keine tiefergehende Recherche zuläßt.

So bleibt uns kaum mehr übrig, als derzeit allen Besuchern von Rabenfels oder Arakas
vermehrte Vorsicht anzuraten.
Wild und Stürmisch waren Fauna und Flora des Reiches Goldmond schon immer, doch es ist
unverkennbar, dass sie nun auch bedrohlich und gefährlich geworden sind.

Was auch immer da draussen vor sich geht,
wir alle hoffen, dass der Protektor und seine Armeen auf ihrem Posten sind
und das Lord Rupius sein viel umjubeltes Wort halten kann,
das Königreich zu schützen.
Zuletzt geändert von Chronist der Bibliothek am Fr 14. Apr 2017, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Neuigkeiten aus der Chronik

#18

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Di 12. Sep 2017, 18:27

- Ein neuer Fürst aus altem Adel -

Es heißt, die Götter würfeln nicht, doch so manche Entwicklungen und Geschehnisse lassen, dem zum Trotz, einen anderen Eindruck erscheinen.
Mit großem Interesse verfolgten wir die Berichte, welche uns von Steinbergen erreichten. Demzufolge will die Bürgerschaft der Stadt Felsriff einen neuen Stadtfürsten in das lang verwaiste Amt des legendären Fürsten Felsriff einsetzen.
Ein besonders befähigter Führer und verdienter Befehlshaber der Truppen, noch dazu aus angeblich, altem und adeligem Hause, scheint in nicht allzu ferner Zukunft jenes altehrwürdige Erbe anzutreten.

Es mag nun eine Ironie des Schicksals sein oder eine undurchschaubare Laune der Götter, daß eben gerade jener angehende Stadtfürst zu Steinbergen aus einer Adelsfamilie stammen soll, welche vor Generationen zu den Angesehendsten im Reiche Goldmond gehörte.
Wobei - bestätigt, nachprüfbar und offiziell ist für uns diese Information noch nicht, was man natürlich hierbei nicht unerwähnt lassen darf.

Mit einem süffisanten Lächeln wies uns der ehrenwerte Herr Altklug auf die Berichte hin, die in den vergangenen Monden aus Silberstreif zu uns kamen und die angeblichen Pläne des Protektorats betreffen, die freie Stadt Felsriff dem Reich Goldmond einzuverleiben - freiwillig oder unfreiwillig.

Sollte sich dies alles zusammenfügen und zu einem großen Teil der Wahrheit entsprechen, könnte die Ironie der Geschichte kaum größer sein. Dies betreffend sollten sich die Bibliothekare in unseren Mauern vielleicht in Bälde in die staubigen Keller begeben und die Chroniken des Schlosses und seiner Bewohner nach den fast vergessenen Namen der Alten Häuser, Sippen und Familien durchforsten.

Hayjes , Bornwacht , Sunim , Gothar, Dhul, Sonnfels........um nur wenige in Erinnerung zu rufen. Alte, glorreiche und oft einst strahlende Namen von mächtigen Häusern, Fürsten und Kriegsadeligen und deren Familien. Viele ausgelöscht, zerstreut und längst entschwunden. Vielleicht ergibt sich in Gesprächen mit zukünftigen Besuchern der Bibliothek doch noch der eine oder andere wertvolle Hinweis oder Bereicht, der lohnenswert ist, niedergeschrieben zu werden.

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Neuigkeiten aus der Chronik

#19

Beitrag von Chronist der Bibliothek » Fr 26. Jan 2018, 13:42

- Reise , Reise ........ Pilger , reise .....! -

Auf Arakas regt sich etwas. Wie uns berichtet wurde, haben sich an mehreren, antiken Stätten, mitten in den Ruinen, Forscher niedergelassen.
Wer sie dorthin geschickt hat, konnten wir bisher noch nicht ausmachen, ebenso wenig, wonach genau sie dort forschen.
Allerdings scheint sich nicht nur breites, wissenschaftliches Interesse gebildet zu haben, sondern ein regelrechter Verehrungskult für diese alten Orte.

Während des Besuchs eines Stadtschreibers aus Sturmkante erfuhren wir, dass sich sogar die Gläubigen der offiziellen Kirche Artherks in Goldmond einen unterschwelligen Wettstreit liefern, gegen die Anhänger Ogrimars in Bezug auf die Erbauerrechte des alten Tempel von Arakas.

Man kann davon ausgehen, dass in Folge dieser Meinungsverschiedenheit der aufwallende Verehrungskult so schnell nicht abflauen wird. Im Gegenteil : Vor Kurzem erhielten wir in der Bibliothek die Aufwartung eines Wanderers aus Lichthafen, der sich selbst als Pilger des Herrn Artherk vorstellte.

Der Ehrenwerte Filandrius hatte hinter der vorgehaltener Hand etwas lächeln müssen, allerdings sollte man von offizieller Seite doch darauf achten, dass sich aus dieser aufblühenden Pilger-Romantik kein wütender Fanatismus entwickelt.
Ein derartiges Problem kann das Reich Goldmond zur Zeit wirklich am Allerwenigsten gebrauchen.

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